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  • 22.07.2010           81      Teilen:   |

CDU-Politiker: CSD "verleitet" Jugendliche

Kai Hähner in der E-Mail: "Ich leide nicht an Homophobie. Allerdings finde ich es unerträglich, wie Sie Ihre Lebensweise in die Öffentlichkeit tragen" - Quelle: CDU Chemnitz
Kai Hähner in der E-Mail: "Ich leide nicht an Homophobie. Allerdings finde ich es unerträglich, wie Sie Ihre Lebensweise in die Öffentlichkeit tragen"
Bild: CDU Chemnitz

Der sächsische CDU-Politiker Kai Hähner hat in einer E-Mail dem CSD Leipzig vorgeworfen, Werbung für Homosexualität zu machen und damit Kinder vom rechten Weg abzubringen - er droht mit einer Klage.

Hähner, der einen CDU-Ortsverband in Chemnitz leitet und Bezirksvorsitzender der parteieigenen "Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung" für Vertriebene und Aussiedler ist, kritisierte die CSD-Organisatoren für ihre Öffentlichkeitsarbeit: "Leben Sie, wie Sie wollen, im Privaten und lassen Sie andere mit Ihrer Abnormalität in Ruhe", schrieb der sächsische Christdemokrat. Grund der Aufregung ist ein Interview eines Organisatoren im Radiosender MDR Info: "Durch Ihre öffentlichen Auftritte und das Zuschaustellen Ihrer Lebensweise gilt Homosexualität inzwischen als 'trendy'. Und somit verleiten Sie Jugendliche, die sich in einer sexuellen Findungsphase befinden."

Dabei kritisierte Hähner, dass Homo-Aktivisten auch in Schulen für Toleranz werben wollten. Gerade die Forderung nach einer Sensibilisierung von jüngeren Kindern - etwa wenn in Kinderbüchern ein Junge von zwei Müttern aufgezogen wird - sieht er als "unerträgliche Unverschämtheit" an. Hähner droht den CSD-Organisatoren sogar mit Zuchthaus: "Sollte dies in diesem Land tatsächlich passieren und Kinder schon im Vorschulalter mit Homosexualität konfrontiert werden, werde ich der erste sein, der die Verantwortlichen vor Gericht bringt."

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LSU im "offenen Dialog"

Für die Lesben und Schwulen in der Union sind solche Kommentare - besonders abseits der großen Metropolen - "leider" keine Seltenheit. Bei allen Parteien - außer bei den Grünen - gebe es noch unterschwellige Vorbehalte gegen Homosexuelle, erklärte Matthias Steuckardt, Chef der LSU Ost: "Wir, die lesbisch-schwule Szene, müssen uns immer vor Augen führen, dass er ausspricht, was viele Leute - nicht nur CDU-Mitglieder - denken", so Steuckardt. Dennoch sei er froh, dass "immer mehr Funktionsträger der Unionsparteien anders ticken und unsere Ziel unterstützen." Er selbst habe Hähner kontaktiert und versucht, ihm in einem "offenen Dialog" seine Sicht der Dinge darzulegen.

Gegenüber queer.de wollte sich Hähner jedoch nicht äußern. Er hat bis Donnerstagnachmittag nicht auf Anfragen reagiert.

In den letzten Monaten hat die angedeutete Gleichstellung von Schwulen und Kinderschändern wieder Hochkonjunktur: Die katholische Kirche hat mehrmals Schwule beschuldigt, für den internen Missbrauchsskandal verantwortlich zu sein. So erklärte etwa Kardinal Tarcisio Bertone, nach Papst Benedikt XVI. die Nummer Zwei im Vatikan, dass ein Zusammenhang zwischen Homosexualität und Pädophilie bestehe (queer.de berichtete). (dk)

Mehr zum Thema:
» Scharfe Kritik an Kai Hähner (23.7.2010)
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Tags: sachsen, cdu, lsu, kai hähner
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Reaktionen zu "CDU-Politiker: CSD "verleitet" Jugendliche"


 81 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
22.07.2010
17:27:40


(+5, 9 Votes)

Von vingtans
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also ich hab mich ohne csd zur homosexualität verleitet,von ganz allein..

und der csd dresden mit den wenigen teilnehmern ist ja nicht besonders bombastisch..

naja die cdu ist und bleibt halt unwählbar,meint sogar mein opa ;)


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#2
22.07.2010
17:40:05


(+10, 10 Votes)

Von Franky_Eyes
Aus Berlin
Mitglied seit 05.05.2008


Es ist wirklich schlimm das solche Leute frei rumlaufen.
Es ist halt leider an solchen Individuen zu sehen das Deutschland wieder einmal anfängt nach Rechts zu rutschen.
Solchen Politikern sollte kein Forum geboten werden sonst wiederholt sich Geschichte schneller als allen lieb sein dürfte.


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#3
22.07.2010
17:49:18


(+10, 10 Votes)

Von Luke


Wenn man sich zu einer Orientierung verleiten liesse, wären alle Menschen heterosexuell.
Denn nicht die Zurschaustellung der Homosexualität ist allgegenwärtig sondern die Zurschaustellung der Heterosexualität!

Ich wäre als Jugendlicher gerne schon früher auf andere Homosexuelle, durch Medien und co. aufmerksam geworden um diese, meine Sexualität zu entdecken.


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#4
22.07.2010
17:56:04


(-12, 14 Votes)

Von CSU-Wähler


Nun ja, grundsätzlich hat er Recht, dass die heutigen CSDs wirklich abartig sind und nichts wirklich mit Gay Rights haben sondern eher eine übertriebene Darstellung pornografischer homosexueller Fantasien sind.
Nichtsdestotrotz hat er Unrecht, wenn es darum geht, Kinder für das Thema Homosexualität zu sensibilisieren.

Bei mir in Bayern sind die Leute auch manchmal so drauf... Ich verstehe es oft nicht, aber das verbinden leider einige mit Konservativismus.


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#5
22.07.2010
17:59:36


(+9, 9 Votes)

Von Lars


Schlimm ist, dass über solche skandalösen Äußerungen fast immer nur in schwulen Medien wie diesem berichtet wird, die große Masse sowas aber nicht mitbekommt. Wie groß wäre die mediale Aufmerksamkeit, wenn ähnliche Ausaagen über andere Minderheiten gemacht würden?

Und die Argumentation ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Schwulsein sei also bei jungen Leuten trendy? Es ist also angesagt und man empfindet es als cool, sich auf deutschen Schulhöfen beschimpfen lassen und Angst vor Übergriffen haben zu müssen? Alles klar...


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#6
22.07.2010
18:01:07


(+8, 8 Votes)

Von danton


Was für ein grober Unfug. Hähner hätte vielleicht mal Leute fragen sollen, die etwas vom Thema verstehen: Die sogenannten "passagere Homosexualität" bei Jugendlichen (Jungs), also das Ausprobieren aus Neugier, ist am Aussterben. Gaben 1980 noch 10 % der Jungen solche Kontakte zu, waren es 2005 nur noch 6 %. Nachzulesen in der Studie Jugendsexualität der BzGA. Und dass obwohl doch schon damals der CSD landauf, landab durch die Lande tobte:-)


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#7
22.07.2010
18:05:40


(+9, 9 Votes)

Von gatopardo
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Der Mann hat recht, denn auch ich bin mit 19 bei Fellinis "Dolce Vita" mit zwei tuckenden Schwuchteln auf der Stelle ein Homo geworden. Nun kommt endlich der wissenschaftlich fundierte Hoffnungsschimmer in CDU-Gestalt, der uns sagen wird, wie wir mit fast 70 die Homosexualität einfach ablegen, wie wir das mit dem Rauchen doch seinerzeit auch geschafft haben.


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#8
22.07.2010
18:09:20


(+12, 12 Votes)

Von Christine


Sehr geehrter Herr Hähner,
der queer.de-Artikel über Ihre Beschwerde als CDU-Ortsverbands- und Bezirksvorsitzender an die CSD-Leipzig-Organisation hat mir fast die Sprache verschlagen. Ein paar Worte fallen mir dann noch ein zu Ihrer Aussage: "Sollte dies in diesem Land tatsächlich passieren und Kinder schon im Vorschulalter mit Homosexualität konfrontiert werden, werde ich der erste sein, der die Verantwortlichen vor Gericht bringt."
Dann kommen Sie uns hier mal besuchen in der Provinz im Westen der Republik.
Die ganze Großfamilie (vom Säugling über Kinder im Vorschulalter bis in die Pubertät, Jugendliche, junge bis steinalte Erwachsene) ist ständig konfrontiert mit der Homosexualität eines meiner Söhne, der oft und gerne seinen Freund umarmt und küsst. Ins Schlafzimmer begleiten wir die beiden nicht, machen wir übrigens auch bei den anderen Familienmitgliedern nicht.
Wenn Sie unbedingt der erste sein möchten, der die Verantwortlichen vor Gericht bringt, die Kinder im Vorschulalter mit Homosexualität konfrontieren, können Sie mit unserer Sippe hier gerne als erste anfängen!


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#9
22.07.2010
18:14:13


(+3, 5 Votes)

Von MichaelAS
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Oh, naja, CDU Karl-Marx-Stadt. Ach ne, das heißt ja Chemnitz! Egal, der war sicher auch so einer, der ganz böse von der Kommunistischen Diktatur verfolgt wurde und dazu gezwungen wurde, sich eine Datscha, einen Lada und ein Haus zu kaufen!!

Schlimm!

Deshalb ist er wahrscheinlich so sehr daneben, das er so einen Stuß erzählt!

CDU verleitet Menschen zur Dummheit!


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#10
22.07.2010
18:37:44
Via Handy


(+9, 9 Votes)

Von Mink


Wünschte mir mehr solch' mutige Mannen, die sagen was sie denken. Damit spätestens 2013 die CDU dieses Land nicht mehr wird lenken.


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