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Raumflotten-Rentner George Takei zeigte sich offen schwul im britischen Dschungelcamp.

Im britischen Fernsehen tauchen nur wenige positive Darstellungen von Schwulen und Lesben in Sendungen auf, die bei Jugendlichen beliebt sind.

Das ist das Ergebnis der Studie "Unseen on Screen" der Homo-Gruppe Stonewall. Lediglich in 0,6 Prozent der Sendezeit bei den 20 populärsten Serien und Shows unter Jugendlichen seien Schwule oder Lesben "realistisch und positiv" dargestellt worden. Ansonsten sieht es düster aus: "Schwule und Lesben sind entweder Klischees, Witzfiguren oder fast unsichtbar im Jugend-TV", erklärte Stonewall.

Die 20 untersuchten Sendungen werden in den vier Kanälen BBC1, ITV1, Channel 4 und Five ausgestrahlt. In 126 untersuchten Programmstunden brachten es die Sender lediglich auf 46 Minuten, in denen Homosexuelle realistisch und positiv dargestellt wurden. Besonders negativ fiel der Marktführer BBC1 auf: Hier gab es in rund 40 Stunden Programm nur 44 Sekunden lang "normale" Homosexuelle. Ansonsten wurden Schwule gerne als Gewaltopfer, triebgesteuert oder schlicht als lustige Tucke dargestellt.

Seifenopern dominieren


"Skins"

Die meisten Darstellungen von Schwulen und Lesben erfolgten in Seifenopern wie "Eastenders" (39 Prozent) und im Reality-TV (33 Prozent). In der Reality-Sparte geht dabei der größte Anteil auf die britische Version von "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" zurück, die auf ITV1 ausgestrahlt wird. Die einzige nicht vom britischen Fernsehen produzierte Sendung ist die US-Serie "Die Simpsons".

In Interviews beklagten die Jugendlichen die einseitige Darstellung von Schwulen und Lesben: "Das Fernsehen zeigt ein falsches Bild von Homosexuellen. Es geht immer nur darum, dass sie zusammengeschlagen und diskriminiert werden", kommentierte ein Teenager das Unterhaltungsprogramm. Der 12-jährige Tim erklärte, er habe im Fernsehen gelernt, dass Schwule immer viele Haarpflegemittel verwendeten. Und William erfuhr einiges über den Gemütszustand von Schwulen: "Die scheinen nie glücklich zu sein", so der 13 Jahre alte Bub.

Viele ambitionierte Dokumentation oder Drama-Serien sind in der Wertung nicht berücksichtigt worden, da sie es nicht regelmäßig in die Top-20 der erfolgreichsten Jugendsendungen schaffen. So zeigte Channel 4 etwa zur Hauptsendezeit um 20 Uhr die Doku "Africa's last Taboo", in der die Wurzeln der Homophobie auf dem schwarzen Kontinent analysiert wurden. Jugendliche sind allerdings für solche Sendungen, die aus dem Unterhaltungsprogramm-Schema herausfallen, eher schwer zu begeistern. Auch viele Sparten-Fernsehserien sind in Großbritannien ambitionierter als in Deutschland: So gehören "Skins" oder "Torchwood" zu den von Kritikern hochgelobten Sendungen mit integrierten schwulen Figuren. "Skins" ist allerdings nur im Digitalsender E4 zu empfangen, während "Torchwood" über Jahre auf BBC3 und BBC2 versteckt wurde. Erst 2009 ist die Serie, die hierzulande auf RTL II ausgestrahlt wird, im BBC-Hauptprogramm angekommen.

BBC 2 zeigte auch zwei Staffeln der schwulen Coming-of-Age-Serie "Beautiful People" vom "Beautiful Thing"-Autor Jonathan Harvey. Auch TV-Filme schafften es nicht in die Stonewall-Studie. Erst kürzlich hatte die BBC einen 90-Minüter über die jungen Jahre von Boy George gezeigt, ITV über die letzten Jahre von Quentin Crisp. (dk)



#1 JensAnonym
  • 23.07.2010, 15:09h
  • Das Problem bei Schwulen ist das nur jene die auffallen als schwul gelten. In der öffentlichen Wahrnehmung existieren die anderen Schwulen gar nicht.
    Vielleicht hat das was mit der Angst mancher Männer vor eigenen homosexuellen Anteilen/Wünschen zutun?
    Nach dem Motto, wenn schwul sich durch tuntig sein etc. definiert kann ich ja beruhigt sein denn das bin ich nicht.

    Deswegen geben sich viele Schwule auch als bisexuell aus, weil sie sich nicht als "klischeeschwul" empfinden.
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#2 darkon
  • 23.07.2010, 15:30h
  • Wow... ganze 20 Sendungen wurden genommen für die Studie?
    Na das ist doch mal ne fundierte Studie...

    Was erwarten die eigentlich? Ich sehe auch keine realisitischen Heten im Fernsehen...
    Reale Menschen ohne Dramatisierungen wären schlicht und ergreifend nicht unterhaltsam genug um zur Hauptsendezeit (und nur die wurde ja untersucht) in den Hauptsendern zu laufen. Dort läuft nunmal das Material das Quote bringt, egal wie banal das sein mag (DschungelCamp...).

    Vor allem wäre ich zu meiner Jugendzeit froh gewesen, wenn es überhaupt irgendwelche Schwulen im TV gegeben hätte. Außer Steven beim DenverClan war da aber nix...

    Bei BBC2 und BBC3 von "Verstecken" zu reden ist übrigens reichlich daneben. Die Sender werden landesweit ausgestrahlt und sind auch überall empfangbar. Sie sind nunmal die Plattformen für regionale Inhalte, experimentellere Sachen und eher randgruppenorientiertes Programm (Tagsüber ist BBC3 zum Beispiel CBBC (Childrens BBC).
    So etwas fehlt bei uns einfach...
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#3 RalfAnonym
  • 23.07.2010, 16:09h
  • Langsam reicht's. Jeder flüchtige Blick hinter die Kulissen wird in den Rang einer Studie erhoben, um einer unfundierten Aussage scheinwissenschaftliche Aura zu verleihen. Auf solchen Unfug sollte weder queer.de noch sonst wer reflexhaft ansprechen. Das Ergebnis ist stets die x-te Fortschreibung der schwulen Opferrolle, unendlich wiedergekäut im Jammerlappenton.

    Zum Thema: Mein Eindruck ist, dass fast immer, wenn Schwule tatsächlich mal im Ferrnsehen auftauchen, dies bestenfalls Anlass ist, ihre sexuelle Orientierung auf oberflächliche Weise zu problematisieren, sei es in einem Film, einer Serie oder einer Doku. Dass ganz einfach z.B. irgendeine Rolle in einer Serie schwul sein könnte, ohne dass das irgendwie Thema sein muss, kommt praktisch nicht vor.
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#4 JensAnonym
  • 23.07.2010, 16:16h
  • Antwort auf #2 von darkon
  • "Was erwarten die eigentlich? Ich sehe auch keine realisitischen Heten im Fernsehen..."

    Es geht nicht nur darum das Rollen generell überzogen dargestellt werden, sondern um die Beschränkung der Darstellung von Schwulen auf zwei verschiedene Rollen.

    Der verheiratete Heterosexuelle, der Single, der Geliebte einer Ehefrau, der Macho, der verständnisvolle Lover, der sexy Womenyzer, der Held, der Loser, der Starke usw..

    das ist eine wesentlich größere Bandbreite heterosexueller Lebens- und Wesensformen als die zwei Darstellungsformen der Schwulen: die tragisch- komische Tunte oder der Depressive.
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 23.07.2010, 16:20h
  • Diese Studie bestätigt auch, daß es im deutschen Fernsehalltag genauso zugeht. Schrecklich!
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#6 vingtans
  • 23.07.2010, 16:35h
  • bbc ist ja wohl der beste fernsehsender überhaupt und der offenste und demokratischste...

    was sind "normale" schwule?
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#7 eMANcipation*Anonym
  • 23.07.2010, 16:40h
  • Ich halte es für extrem wichtig, dass die Darstellung von Schwulen in den bzw. durch die Massenmedien kritisch beobachtet und analysiert wird und auf dieser Basis eine gleichberechtigte, insbesondere nicht verunglimpfende und/oder stigmatisierende Darstellung eingefordert wird.

    Das Attribut "normal" ist in diesem Kontext natürlich missverständlich bis unsinnig, wenn es im Sinne von "angepasst" verstanden/verwendet wird.

    Die für mich entscheidenden Aussagen der Studie lauten aber, wie oben zitiert:

    "Schwule und Lesben sind entweder Klischees, Witzfiguren oder fast unsichtbar im Jugend-TV", erklärte Stonewall."

    "Das Fernsehen zeigt ein falsches Bild von Homosexuellen. Es geht immer nur darum, dass sie zusammengeschlagen und diskriminiert werden", kommentierte ein Teenager das Unterhaltungsprogramm."

    "Die scheinen nie glücklich zu sein", so der 13 Jahre alte Bub.

    Diese Aussagen decken sich mit meinem ganz persönlichen Eindruck von der Wirkung der meisten Darstellungen homosexueller Männer gerade auf junge Zuschauer.

    Es geht nicht darum, die gesellschaftlich verursachten Probleme, mit denen Schwule konfrontiert sind, in der massenmedialen Darstellung auszublenden. Oder möglichst heteronormierte Schwule vorzuführen. Aber ich frage mich auch immer wieder, warum ein Teenager in einer Fernsehserie beispielsweise nicht ganz selbstverständlich seinen Freund mit nach Hause bringen und dabei glücklich sein darf (und das auch so gezeigt wird). Die Darstellung von Liebe, Zärtlichkeit und natürlich auch Sex fällt bei Schwulen in aller Regel aus oder wird bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt.

    Die Organisation Stonewall, die ganz wesentlich dazu beigetragen hat, homophobe Sprache und Alltagsgewalt in den britischen Schulen in die gesellschaftliche Debatte einzuführen und dafür zu sorgen, dass diese ab September 2010 in jedem einzelnen Fall registriert und aktiv bearbeitet werden muss, leistet also einmal mehr einen extrem wichtigen Beitrag, wie ich ihn hierzulande konstant vermisse.

    Es kann doch nicht angehen, dass wir in einem Land, in dem schwul-lesbische Gebührenzahler rund 10% der Gelder für die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender beitragen müssen, nach wie vor weder eine quantitativ noch qualitativ angemessene Repräsentation homosexueller Menschen und Themen haben,

    sondern beispielsweise im Kinderkanal Programme produziert werden, in denen schon Zehnjährige sich zur Heterosexualität bekennen müssen, junge Schwule aber nicht ein einziges Mal vorkommen. Offenbar haben homosexuelle Jugendliche in den Augen der Programmverantwortlichen nicht dasselbe Recht, ihre Gefühle auszuleben, Sexualität, Liebe und Zärtlichkeit zu entdecken und dafür auch die dringend benötigten Identifikationsfiguren IHRER Altersgruppe in den Medien vorzufinden!
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#8 darkon
  • 23.07.2010, 17:58h
  • Antwort auf #4 von Jens
  • "Es geht nicht nur darum das Rollen generell überzogen dargestellt werden, sondern um die Beschränkung der Darstellung von Schwulen auf zwei verschiedene Rollen.
    Der verheiratete Heterosexuelle, der Single, der Geliebte einer Ehefrau, der Macho, der verständnisvolle Lover, der sexy Womenyzer, der Held, der Loser, der Starke usw.. das ist eine wesentlich größere Bandbreite"

    Verheiratete Homosexuelle... bei Verbotene Liebe heiraten ja bald zwei... in der Lindenstrasse war das schon lange passiert.
    Geliebter einer Ehefrau/Ehemann... entschuldige aber DAS ist ja wohl eine der häufigsten schwulen/lesbischen Rollen.
    Der verständnisvolle Lover... Gab es denn bisher nur schwule Vergewaltiger zu sehen?
    Der sexy Womenyzer... Gutaussehende Schwule auf die viele andere Schwule scharf sind...hmm.. wo gab es das schonmal.. Queer as Folk vielleicht?

    Soll ich weitermachen?
    Das sind alles Rollen die in diversen Serien und Filmen auch schon schwul und lesbisch gespielt worden sind in den letzten Jahren.

    Und sie sind alle nicht realistisch imTV/Film, egal ob hetero, homo oder bi.

    Im Fernsehen ist nunmal IMMER alles dramatischer, lustiger, trauriger, spannender als im echten Leben. So funktioniert das Medium nunmal, kein Mensch würde Fernsehn gucken wenn er dort nur seinen Alltag sehen würde.

    Guck dir doch mal die aufgeführten Sendungen an!
    Eastenders... die waren mit ein Vorbild für die Lindenstrasse. Siehst du in der Lindenstrasse realistische Menschen (egal welcher Orientierung) die alle ein positives Leben ohne Probleme haben?
    Oder das Dschungelcamp... Entschuldigung, aber wer erwartet dort bei den "Promis" irgendwelche Vorbildfunktionen?
    Und die Simpsons? Wo sind die bitte realistisch?

    Die jetzige Jugend darf froh sein, daß das Thema überhaupt derartig stark thematisiert wird in den Medien. Vor gar nicht so langer Zeit war das noch ein Riesentabu, was ja wohl wesentlich negativer für die Entwicklung ist.
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#9 eMANcipation*Anonym
  • 23.07.2010, 20:25h
  • Antwort auf #8 von darkon
  • Wenn man von den vielzitierten 10% Schwulen und Lesben ausgeht, selbst bei 5%, sind wir Lichtjahre von einer quantitativ angemessenen Repräsentation entfernt.

    Und qualitativ sowieso. Die Einzelfälle, die du nennst, stehen einer totalen Dominanz von Klischees und Stereotypen, eben offen oder unterschwellig inszenierter "Witzfiguren", gegenüber.

    Des Weiteren ist mir NICHT EINE EINZIGE jugendliche schwule Hauptfigur in einer Serie oder einem Spielfilm bekannt, die noch dazu als positive Identifikationsfigur gelten würde.

    Es geht übrigens nicht darum, dass vorwiegend Nischen-Formate wie "Queer as Folks" gezeigt werden, sondern dass Schwule und Lesben, gerade die jüngeren, ganz selbstverständlich überall und regelmäßig vorkommen. Und dass ihre Sexualität, Zärtlichkeit, Liebe, Partnerschaft dabei ebenso espektvoll dargestellt wird, wie es bei Heteros rund um die Uhr der Fall ist.

    Überhaupt werden auch in den öffentlich-rechtlichen Programmen in penetrantester Manier dümmlichste, mittelalterliche Geschlecherklischees propagiert. "Mann macht das, Frau macht das" "DIE wird den Jungs aber gefallen, bei DEM wird es den Mädels aber ganz warm ums Herz" und und und.

    Da müssen wir endlich aufstehen und sagen: Stop- nicht mit unseren Gebührengeldern! Respektiert bitte die Unterschiede und bezieht immer ALLE Menschen gleichermaßen mit ein! Geht nicht davon aus, dass alle so sind oder so empfinden wie ihr! Und tut das vor allem im Respekt gegenüber jungen Menschen, die eben anders sind (mehr als ihr denkt!).

    Gleichzeitig übersiehst du, dass junge Schwule auch in der gesamten Pop- und MTV-/Viva-Kultur, in den betreffenden Musik-Clips, die ganz entscheidend das Bewusstsein der jungen Zielgruppe beeinflussen, praktisch nicht vorkommen. Und wenn, dann eben nur wieder in den üblichen Klischees!

    Das ist ein Skandal - und deine Aussage "die sollten froh sein" ist ein an Zynismus nicht zu überbietender Schlag ins Gesicht homosexuell empfindender JugendlicherMänner, die nach wie vor einem viermal höheren Selbstmordrisiko ausgesetzt sind!
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#10 darkon
  • 24.07.2010, 08:34h
  • Antwort auf #9 von eMANcipation*
  • Sorry, aber das ist doch lächerlich.

    Lies dir nochmal den Artikel durch, da wird ja explizit auch darauf verwiesen, daß Sendungen wie Skins (bei der es übrigens völlig "normale" Jugendliche verschiedener Orientierungen gibt), Torchwood etc. nicht in der Studie beachtet worden sind, weil sie nicht zur PrimeTime auf BBC während des Testzeitraums gelaufen sind.

    Die Studie ist einfach nichts wert, weil sie viel zu wenig Material als Grundlage hat und das auch noch oberflächlich und falsch ausgesucht wurde.

    Wieso wurde bei einer Studie bei der es um Jugendliche gehen soll eine Serie mitbewertet die sich an Erwachsene richtet, aber eine Jugendserie nicht bewertet?

    Meine Aussage hat übrigens nichts mit Zynismus zu tun, sie ist schlicht und ergreifend ein Fakt.
    Bis vor gut 10-15 Jahren gab es praktisch kaum Schwule im Fernsehen oder anderen Medien.
    Willst du das leugnen?
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