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Kai Hähner muss auch Kritik aus der eigenen Partei ertragen.

In Sachsen regt sich Widerstand von allen Seiten gegen die Äußerungen von Kai Hähner (CDU), der in einer E-Mail Schwulen "Abnormalität" vorgeworfen hatte. Auch Parteifreunde distanzieren sich.

Der Lokalpolitiker hatte in dem Schreiben, aus dem queer.de am Donnerstag zitierte, den CSD-Organisatoren mit einer Klage gedroht, da Kinder und Jugendliche durch die Veranstaltung zur Homosexualität "verleitet" werden könnten. Die SPD und die Linkspartei in Sachsen zeigten sich am Freitag empört: "Erzkonservative CDU-Mitglieder sind in Sachsen leider keine Seltenheit", erklärte die SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Friedel. Hähner habe aber eine Grenze überschritten: "Er stellt sich demonstrativ gegen die legitimen Rechte von Minderheiten und bedroht obendrein Toleranz, Vielfalt und Aufklärung mit Klagen." Nicht die Lebensweisen von Lesben und Schwulen seien anormal, sondern die Einstellungen Hähners, erklärte Friedel.

Für die Linkspartei handelt es sich bei der Mail Hähners schlicht um "unerträgliche homophobe Äußerungen". Die Aussagen zeigten, dass der Hass auf Nicht-Heterosexuelle nach wie vor Realität in Deutschland sei, erklärte Fabian Blunck, Sprecher der Linken-Landesarbeitsgemeinschaft Queer Sachsen. Es müsse geprüft werden, ob hier der Tatbestand der Volksverhetzung greife. "Dass Kai Hähner kein politisches Amt mehr bekleiden sollte, liegt auf der Hand", sagte Blunck.

Parteifreund Kretschmer: Äußerungen "indiskutabel"


Michael Kretschmer (CDU)

Auch der sächsische CDU-Generalsekretär und Bundestagsabgeordnete Michael Kretschmer distanzierte sich von den Äußerungen seines Chemnitzer Parteifreundes. Kretschmer erklärte gegenüber MDR 1 Radio Sachsen, Hähners Aussagen seien "indiskutabel". Der 35-Jährige unterstrich, dass es sich dabei allein um die Privatmeinung Hähners handle und nicht die der sächsischen Christdemokraten. Auch andere ostdeutsche CDU-Politiker haben Unmut über Hähner geäußert.

Kritik kam auch von den Jungliberalen: Die Aussagen seien ein "Angriff auf eine liberale und tolerante Gesellschaftsordnung, erklärte Marcus Viefeld, Chef des FDP-Jugendverbandes in Sachsen.

Hähner und CSD Leipzig überrascht

Hähner selbst gab sich gegenüber der Nachrichtenagentur dpa "überrascht, was das für Wellen geschlagen hat". Die nicht als öffentliche Äußerung gedachte interne Mitteilung habe er "bewusst provokativ geschrieben, um eine Reaktion zu bekommen".

Der CSD in Leipzig erklärte, er habe auf die Äußerungen von Hähner zunächst "deeskalierend" reagiert und das Gespräch gesucht, da sich "Vorurteile nur durch Aufklärung und Diskussion, aber niemals durch (mediales) Bloßstellen abbauen lassen". Dass die Geschichte publik wurde, sei "äußerst unangenehm". Allerdings entzünde sich die öffentliche Empörung "zu Recht". (dk)

Nachtrag, 18.20h: Hähner, CSD Leipzig



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#1 dummfugAnonym
  • 23.07.2010, 18:17h
  • „Hähner selbst hat sich zu der Kritik bislang nicht geäußert.“

    Der wird auch so schnell nicht reagieren. Er glaubt sich im Recht. Prinzipiell steht jedem seine PERSÖNLICHE Meinung zu. Aber in einem Amt muss man: 1.) für die Wähler sprechen und 2.) nachdenken können (bevor man die Klappe aufmacht oder - noch viel wichtiger, etwas niederschreibt).

    Anscheinend kann er beides nicht. Gut, dass sich auch „Parteifreunde“ von ihm abwenden. Ich glaube, selbst der durchschnittliche CDU-Wähler ist nicht so homophob wie der Herr Hähner.

    Ist das Foto eigentlich ein offizielles? Oder habt ihr ein extra hübsches ausgegraben? Das Bild sieht ja aus, als ob man auf der Wache eins von ihm geschossen hat, vielleicht nachdem er wie George Michael Kontakt zur Exekutive hatte...
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#2 puschelchenProfil
  • 23.07.2010, 19:05hirgendwo in nrw
  • Antwort auf #1 von dummfug
  • " Das Bild sieht ja aus, als ob man auf der Wache eins von ihm geschossen hat..."

    Glaub mir, so sehen die Pics garantiert nicht aus, die aus erkennungsdienstlichen Gründen geschossen werden. Das weiß ich zufällig, weil ich mal wegen "Belästigung der Allgemeinheit" (früher "grober Unfug"^^) belangt wurde. Ich sag nur "Wettschuld" , "Brunnen" und "nackt". Mehr muss man nicht wissen.

    Skandalös und schockierend war allerdings, dass ich, obwohl ich 20 Mark hinlegte, auch auf wiederholte Nachfrage keine Abzüge bekommen habe.

    Zu Hähner: Er kann sich winden, wie ein Aal, aber diese Geschichte bricht ihm hoffentlich das (politische) Genick. Schön allerdings zu sehen, dass sich fraktionsübergreifend von derartigem Hassgerede distanziert wird.
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#3 predigerAnonym
  • 23.07.2010, 19:39h
  • wenn man eine droh-email an eine organisation schickt, so ist das wohl kaum als "interne mitteilung" zu verstehen. und sich "überrascht" zu zeigen, wenn man mal eben eine ganze bevölkerungssgruppe als "abnormal" beleidigt, zeugt nicht gerade von großem politischen weitblick.

    die empörten reaktionen können wir zufrieden zur kenntnis nehmen. aber wieder mal verblüffen mich die freunde von der LSU: statt der gebotenen scharfen zurückweisung, die ja sogar CDU-kretschmer hinbekommen hat, keine spur, stattdessen fades gesäusel von einem "offenen dialog".

    wie hart und wie tief unter der gürtellinie muss man diese leute eigentlich treffen, bis man endlich ihre masochistische schwelle unterschreitet? an sich bin ich ja freund des fremdschämens, aber der selbstachtungs-limbo, den die LSU regelmäßig präsentiert, lässt mich immer wieder innerlich würgen.
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#4 goddamn. liberalAnonym
  • 23.07.2010, 20:01h
  • Antwort auf #3 von prediger
  • @Prediger

    Ja, die Empörung ist erfreulich. Sie hängt auch damit zusammen, dass der Herr ein Provinzpolitiker und kein kath. Kirchenfürst wie Ratzinger aus Rom('Legalisierung des Bösen'), Algermissen aus Fulda ('abartig') oder Overbeck aus Essen ('gegen die Natur') etc. etc. ist; deren inhumane Hetze gilt hierzulande als Hirtenwort und vor denen buckelt von Links bis Rechts die ganze Politik, siehe z. B. Andrea Fischer ('Die Grünen').
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#5 Timm JohannesAnonym
  • 23.07.2010, 20:13h
  • @goddam liberal

    Sorry die Wort katholischer Bischöfe wie Overbeck, Meissner, usw. gelten in Deutschland nicht viel. Spätestens mit den ganzen Kindesmissbrauchsskandalen in den USA, Irland und hier in Deutschland hat sich der grosse Teil der Gesellschaft von den Worten der katholischen Kirchenführung abgewandt.

    Bei Teilen der Gesellschaft galten die katholischen Bischöfe schon seit langer Zeit NICHTS mehr. Die Wählerschichten von Linkspartei, Grüne und mittlerweile Sozialdemokraten und Liberale haben sich längst geistig von den katholischen Kirchenfürsten abgesetzt und hören ihnen nicht zu.

    Selbst in den Reihen der Katholiken besteht doch längst keine Gesprächsverbindung mehr zwischen katholischen Laien und der Bischofsleitung.

    Daher was den Einfluss katholischer Bischöfe auf die deutsche öffentliche Meinung angeht, die ist mittlerweile gering. Da besitzen selbst evangelische Bischöfe wie Jepsen, Kässmann, Junkermann oder Friedrichs höhere Zuhörraten.

    ---

    Daher die Bedeutung des Vatikans in der Meinungsbildung Deutschlands wird massiv in den Medien überschätzt; in Wahrheit wird sie immer geringer und ist auf einem Tiefstand mittlerweile und das ist gut so.

    Solange der Vatikan homosexuelle Paare angreift, Frauen aus dem Ordinat ausgrenzt, Abtreibung verteufelt und Sexualität tabuisiert, hat es diese Kirche verdient, das sie derart an Einfluss verliert.
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#6 oder no pics !Anonym
  • 23.07.2010, 21:03h
  • Antwort auf #2 von puschelchen
  • ich sag nur: "wettschuld", "kosmetische operation", "fahndung", "badezimmer", "nackt".

    nie abschliessen. nie, never !!!!

    ....then I went to the bathroom and left the door open. The woman who owned the house let the police in and offered to show them around the house, giving us more time to hide. I was in the bathroom, and I heard the steps of the police as they entered house, so I stood in front of the toilet with my back to the door and pretended like I was about to go. A policeman who saw my back through the open door just said, 'Sorry, sorry,' and left. The key was leaving the door open. Someone in hiding is not expected to leave doors open."

    en.rian.ru/analysis/20100722/159915023.html
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#7 RCBAnonym
  • 23.07.2010, 22:34h
  • Bin ich der einzige, der einen leichten Widerspruch zwischen der Veranstaltung CSD und einer Äußerung wie "Vorurteile (lassen sich) nur durch Aufklärung und Diskussion, aber niemals durch (mediales) Bloßstellen abbauen" spürt?

    Wenn das so absolut gälte, könnte der Herr Hähner auch berechtigterweise fordern, dass die 'Abnormalen' im Privaten bleiben.
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#8 Julek89
  • 23.07.2010, 22:49h
  • Oh, das sehe ich aber anders. Das ist zwar schön und gut, dass es heißt, dass Staat und Kirche getrennt seien (und das nicht erst seit "gestern"), aber sie kuschen alle durch die Bank.

    Der Staat dürfte normalerweise keine Subventionen für die Kirche bereit stellen.

    Die Kirche behindert nämlich die (mangelhafte) Arbeit gegen Diskriminierung UND missbraucht ihr (demokratisches) Recht auf Freiheit und Meinungsäußerung, um z.B. unser Selbiges zu unterbinden.

    Der Staat MUSS für alle Bürger/innen "da" sein und nicht nur für die Mehrheit.
    So, wie die Kirche agiert, nämlich mit ihren negativen und schadenden Aussagen über uns, darf sie vom Staat, der JEDEN EINZELNEN schützen muss, kein Geld dafür bekommen.

    Genauso sind die Aussagen immer "nervig" und "heimtückisch", zu sagen, man muss bei der Kirche ja differenzieren, wenn es um die Missbrauchsfälle geht.
    Differenzieren die?
    Der Spruch, dass man sich nicht auf die gleiche Stufe stellen will hilft wenig zum Trost und zeigt zugleich, dass es wahr ist, wenn man sagt "Auf die gleiche Stufe".

    Und, wenn die Leute dann deswegen nicht austreten, geht der ganze Sumpf so weiter...

    Die Kirche täte ja so viele soziale Projekte unterstützen...jau, mit unserem Geld... das können wir auch direkt an Vereine, etc. geben...

    Naja...um beim eig. Thema zu bleiben:

    Der Typ muss "weg"! RAUS aus der Politik!
    Und, schade, dass jede partei vor der Kirche huscht und kuscht, gerade von den Linken, die dem Sozialistischen Politik-Bild ja so nahe stehen, könnte man ein bisschen mehr Druck erwarten...
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#10 democracyAnonym