Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?12505

David Berger

Nach seinem Coming-out hat die Päpstlichen Akademie des heiligen Thomas von Aquin in Rom den deutschen Theologen David Berger gefeuert.

Grund ist das Coming-out des 42-Jährigen vor drei Monaten in der "Frankfurter Rundschau". Berger sah sich damals zu diesem Schritt gezwungen, nachdem ihm die Fördergemeinschaft "Theologisches" ein Facebook-Profil attestiert hatte, das "eindeutig das Verwurzeltsein in einem homosexuellen Milieu" bekunde. Daraufhin trat Berger von seinem Posten als Herausgeber des konservativen katholischen Magazins der Fördergemeinschaft zurück.

Akademiepräsident Lluis Clavell begründete die Kündigung direkt mit dem Coming-out. Weil der Theologe in "einigen Punkten der kirchlichen Lehre" inakzeptable Einstellungen vertrete, sei eine weitere Lehrtätigkeit nicht mehr möglich. Dabei spielte es für die Kirche keine Rolle, ob Berger seine Veranlagung auslebt oder nicht.

"Ein System perfider Unterdrückungsmechanismen"

In seinem Coming-out hatte der jetzt Geschasste die katholische Kirche als "ein System perfider Unterdrückungsmechanismen" bezeichnet. Er erklärte, der Vatikan habe die aus dem Katechismus des Jahres 1992 hervorgegangene Öffnung der Kirche gegenüber Schwulen und Lesben ins Gegenteil verkehrt. Der Katechismus besagt zwar, dass Homosexuelle gegen das "natürliche Gesetz" verstießen; erstmals sicherte die Kirche Nicht-Heterosexuellen aber zu, sie mit "Achtung, Mitleid und Takt" zu behandeln - Anfang der 90er Jahre ein echter Fortschritt. "Wovor hat die Kirchenführung Angst", fragte Berger in seinem Coming-out-Artikel, "dass sie jetzt wieder zurückfällt in Ausgrenzung und Aversion, statt mit dem Mut des Glaubens und der Vernunft voranzuschreiten?".

Der Vatikan geht seit einigen Jahren wieder härter gegen Schwule und Lesben vor. So gab es im Laufe des Missbrauchsskandals Berichte über mehrere Entlassungen von schwulen Priestern (queer.de berichtete). Immer mehr hochrangige Vertreter setzen zudem Homosexualität und Pädophilie gleich: So erklärte unlängst etwa ein brasilianischer Erzbischof, das zunehmende Akzeptanz von Schwulen und Lesben zu einer "pädophilen Gesellschaft" führe (queer.de berichtete). (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

35 Kommentare

#1 dummfugAnonym
  • 27.07.2010, 16:51h
  • "eindeutig das Verwurzeltsein in einem homosexuellen Milieu"
    - solche Formulierungen implizieren viel mehr als sie vordergründig aussagen sollen.

    Die katholische Kirche zeigt hier mal wieder deutlich, was sie unter "Akzeptanz" und unter "Achtung" und "Takt" versteht. "Mitleid" mit der Kirche hat daraufhin wohl keiner mehr.

    Vertuschung, Unterdrückung, Verleugnung, Verleumdung; warum fallen einem diese Worte immer wieder ein, wenn Gedanken um die Kirche kreisen? Hoffentlich wird der Öffentlichkeit immer mehr und mehr bewusst, was da abläuft. Mit einem christlichen Glaubensbild ist das nicht vereinbar.

    Für den Einzelnen, die Betroffenen der Ausgrenzung und Abkehr ist das besonders hart. Daher kann ich nur hoffen, das die Behandlung, die die katholische Kirche den Menschen antut, keine bleibenden Schäden in Ihrem Leben hinterlässt. Gäbe es eine dritte Alternative als nur zwischen totaler Abkehr und "ducken" organisiert zu leben, könnte es vielleicht anders aussehen. Das wäre dann wirklich mal eine echte Gefahr der römischen Diktatur - äh, Kirche.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 alexander
  • 27.07.2010, 17:03h
  • bei allem verständnis für den priester, aber als schwuler wähle ich auch keine cdu !
    ich bewundere seinen mut, er hat immerhin courage, aber wie kann ein mensch ein halbes leben in selbstverleugnung für diesen verein tätig sein ?
  • Antworten » | Direktlink »
#3 predigerAnonym
  • 27.07.2010, 17:10h
  • "Wovor hat die Kirchenführung Angst?"

    das kann ich beantworten: vor freien, glücklichen menschen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Katrin
  • 27.07.2010, 17:10h
  • Er fragt wovor die Kirche Angst hat: Die Kirche hat Angst vor dem Verlust ihres Einflusses. Die weltliche Ordnung wird durch Gesetze und den Staat gesichert und nicht mehr durch die Kirche. In allen EU Ländern kann man alternativ zur Kirche in der Stadtverwaltung heiraten, in Deutschland muss man das sogar. Und mit dem ehemalingen evangekalen Angstgegner arrangiert man sich in der Ökume. Juden und Moslems sind keine Bedrohung mehr, die Kreuzzüge sind vorbei. Und die Wetterkarte ist präzise wie nie zuvor. Ja wovor sollen denn die Schäfchen sich heutzutage noch fürchten. Womit lockt den der Teufel die armen Sünderseelen in die Hölle? Die Liste ist erschreckend kurz geworden. Aber Gott sei Dank erschuf er den Homosexuellen auch nach seinem Vorbild und gab und gibt der Kirche etwas mit dem man die Schäfchen unter Kontrolle hält.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 FloAnonym
#6 CarstenFfm
#7 bastapapsta
  • 27.07.2010, 17:22h
  • Berger muss sich doch nicht wundern, wenn er in einer solch destruktiven Organisation ist und diese auch noch vertritt, dass er Opfer seiner eigenen Kameraden wird.

    Gerade das ist echt der Hammer:

    "Daraufhin trat Berger von seinem Posten als Herausgeber des konservativen katholischen Magazins der Fördergemeinschaft zurück."

    "des konservativen katholischen Magazins " !
    Diese konservativen Magazine sind doch gerade homophob und er war auch noch der Herausgeber dieses Käseblatts.

    Fakt ist, dass er sich ERST GEOUTET oder richtig gesagt dies bestätigt hat, als seine Kameradschaft dies veröffentlichte und ihn ans Messer lieferte- erst dann kam seine Kritik am homophoben Verhalten der kath. Kirche.

    Sonst hätte er sich weiterhin in seinem konservativen Magazin gefröhnt.
    Er ist von seinem eigenen Militär beseitigt worden. Er wusste in was für einer menchenverachtenden Organisation er sich befindet oder befand.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Katrin
  • 27.07.2010, 20:07h
  • Nach seiner Schulausbildung hat dieser Mann wahrscheinlich Theologie studiert und sich dann im Kirchenkader umgetan. Er hat also nichts sinnvolles oder nützliches für die Gesellschaft mehr getan. Er hat irgendwelche Götzen und Götter studiert, die es garnicht gibt, hat tote Sprachen gelernt damit er die Schriften lesen kann und seine Studenten mit diesem Wissen gefüllt. Überall auf der Welt arbeiten Menschen um Werte zu schaffen oder Dienstleistungen zu verrichten. Nur in der Kirche beschäftigt man sich fernab jeglicher Realität mit dem Lieben Gott (gut und im Himmel) und dem Teufel (schlecht und in der Hölle) und damit wie man die Schäfchen bei der Stange hält und wie man soziale Leistungen gewinnbringend vermarktet. Das dieser Nichtsnutz gefeuert wurde ist gut so und hoffentlich sorgt der Nachwuchsmangel dafür, dass die Stelle nicht mehr besetzt wird.
    Das der Mann dann auch noch als Schwuler in einer Organisation seinen Nichtsnutz treibt und sein Salär nach Hause trägt, die Schwule diskriminiert ist Dummheit und Frechheit. Ohne Mitleid zu kennen hat er mit daran gewirkt, dass die Kirche die Position, die sie heute vertritt auch so öffentlich hervorträgt. Na ja, jetzt ist er halt ein gefallener Engel und steht auf der Straße. Aber die Kirche wird ihm schon einen Job besorgt haben, damit er dicht hält bis zum Ruhestand während Normalbürger tatsächlich in Harz 4 landen würden.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 chrisProfil
  • 27.07.2010, 20:13h Dortmund

  • Mal wieder mein Reden. Die Kirche war und ist ein menschenfeindlich Haufen Volltrottel mit theologischem Abschluss. Aber das ist ja die CDU auch btw.

    Ich empfelde den Herren von der Kirche und natürlich allen Usern das auf Querer.de vorgestellte Filmmusical "The Big Gay Musical". Der Titel des fiminternen Musicals lautet nämlich: "Adam and Steve. Just the way Good made them - So wie Gott sie schuf." Ich würde es ja verlinken aber ich Schwitze gerade im Studio ^^.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 schwulenaktivist
  • 27.07.2010, 20:16h
  • Nirgendwo ist die heterosexuelle Verklemmtheit gegenüber der Homosexualität drastischer als in den monotheistischen Religionen!
    Kinderkult an Weihnachten und Männerkult bis in den Himmel hinauf. Die tägliche Pädophilie erleben wir in der Heterosexualität, wo Frauen nicht erwachsen werden können/dürfen und wo Männer ihnen gegenüber die "erwachsenen Väter" spielen.
    Die notorischen Schwulen sind zur Projektionsleinwand für die Probleme der notorischen Heterosexuellen geworden. Wieso soll das nicht in gleicher Weise funktionieren wie mit den Juden in früherer Zeit?
    Sich politisch "ficken lassen", um akzeptiert zu werden führt in die Selbstvernichtung. Doch weder zur Pädophilie der Heteros, noch zum Männerkult haben Schwule etwas gescheites beizutragen, sind sind einfach nur feige und schweigen.
  • Antworten » | Direktlink »