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Stadtrat Ralf Berti (Bild: www.berti-online.de)

Der Filderstädter Stadtrat Ralf Berti hat sein CDU-Parteibuch zurückgegeben, weil er eigenen Angaben zufolge die Homo-Feindlichkeit der Südwest-Christdemokraten nicht mehr ertragen würde.

"Ich kann kein Mitglied einer Partei sein, die Probleme mit Schwulen und Lesben hat", erklärte der Lokalpolitiker aus dem Mittleren Neckarraum nach Angaben der "Stuttgarter Zeitung". Er reagierte damit auf die "Eislinger Erklärung" der Jungen Union Göppingen, in der eine konservativere CDU gefordert wird, die sich insbesondere gegen Schwule und Lesben positioniert (queer.de berichtete).

Der Nachwuchs der süddeutschen Christdemokraten hat das Papier zwar letzten Monat kleinlaut zurückgezogen. Berti forderte aber schriftlich, dass sich Ministerpräsident Stefan Mappus und CDU-Generalsekretär Thomas Strobl klar vom rechten Gedankengut distanzieren. Zwar sei er mit der CDU-Spitze in Kontakt gewesen, die Antworten aus Stuttgart waren seiner Ansicht nach jedoch "nicht ausreichend", insbesondere in der Frage der Homo-Ehe.

Sein Mandat in der 44.000 Einwohner zählenden Großen Kreisstadt will Berti behalten. "Ich bin als Stadtrat für alle Bürger da. Dazu benötige ich kein Parteibuch", so der Lokalpolitiker. Es ist allerdings fraglich, ob er auch bei der nächsten Kommunalwahl einen Listenplatz erhält. Derzeit gehört er noch der CDU-Fraktion an.

Die 34-seitige "Eislinger Erklärung" hat im Frühling für Aufregung in der baden-württembergischen Union gesorgt. Darin wird die politische Welt in Freund und Feind aufgeteilt - auf der einen Seiten stehen die Verfechter der 68er "Kulturrevolution", auf der anderen die der "christlichen Werte". Die Anerkennung von Homo-Partnerschaften wird als "falsch und unsinnig" bezeichnet. Sie stehe im Widerspruch zu "christlichen Grundsätzen", erklärten die jungen CDU-Mitglieder. (dk)



#1 Simon ACAnonym
  • 29.07.2010, 12:44h
  • "Ich kann kein Mitglied einer Partei sein, die Probleme mit Schwulen und Lesben hat"

    Bravo! Endlich ist in dieser Partei mal jemand mit Rückgrat und Vernunft. Nur ist er leider einer der wenigen, weshalb er ja auch ausgetreten ist.

    ------------------

    "(...) "Eislinger Erklärung" der Jungen Union Göppingen, (...) Die Anerkennung von Homo-Partnerschaften wird als "falsch und unsinnig" bezeichnet. Sie stehe im Widerspruch zu "christlichen Grundsätzen", erklärten die jungen CDU-Mitglieder. "

    Und genau das belegt, dass sich die CDU eben NICHT ändert! Manche behaupten je gerne, dass die alten Betonköpfe in der Union Probleme mit uns haben, aber dass sich das alles ändert, wenn erst mal junge moderne Leute von unten nachrücken.

    Aber wenn selbst schon die jungen Mitglieder in der Union so drauf sind (übrigens nicht nur dort, auch hier in NRW habe ich schon Aussagen der Jungen Union gehört, die an Volksverhetzung grenzen), dann wissen wir, was wir auch in Zukunft von der CDU/CSU zu erwarten haben!!
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#2 UweBerlinProfil
  • 29.07.2010, 12:44hBerlin
  • Glückwunsch zu Aufrichtigkeit und Konsequenz.

    So langssam scheinen solche Werte auch bei der Cdu (wieder?) anzukommen.

    Finde ich gut diese Haltung.
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#3 LeserAnonym
#4 UweBerlinProfil
  • 29.07.2010, 13:56hBerlin
  • Antwort auf #3 von Leser
  • Na vielleicht brauchen die auch solche Menschen, die ihnen mal den Spiegel vorhalten.

    Und klar, da darf man den Tag nicht vor den Abend loben.
    Woraus der grundsätzliche Geist der Cdu besteht, weiß man ja seit vielen Jahren.
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#5 FloAnonym
  • 29.07.2010, 14:41h
  • Antwort auf #2 von UweBerlin
  • "So langssam scheinen solche Werte auch bei der Cdu (wieder?) anzukommen."

    1. Diese Werte kommen nicht bei der CDU an, sondern verlassen die CDU aus genau diesem Grund.

    2. Die Junge Union belegt, dass sich selbst bei der jüngeren Generation der CDU'ler nichts ändert.

    Fazit:
    Gerade die Äußerungen des CDU-Nachwuchses zeigen, dass sich noch sehr lange Zeit nichts ändern wird in diesem Verein...
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#6 Krzyszek
  • 29.07.2010, 15:21h
  • Antwort auf #5 von Flo
  • Und wenn man dann noch ständig liest und hört, dass von unterschiedlichsten Seiten innerhalb der CDU ein Stopp des Merkel'schen "Modernierungskurses" der Partei gefordert wird, kann man wirklich nur hoffen, dass die Hoffnung zuletzt stirbt und auch die CDU als Ganzes irgendwann mal in der Realität des 21. Jahrhunderts ankommt.
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#7 FloAnonym
  • 29.07.2010, 16:19h
  • Antwort auf #6 von Krzyszek
  • Vielleicht werden die ja irgendwann im 22. Jahrhundert auf dem Stand des 21. Jahrhundert angelangt sein.

    Aber wenn ich mir anschaue, wie die immer wieder neuen homophoben Nachwuchs bekommen, dann glaube ich selbst das nicht.

    Diese Partei ist und bleibt zutiefst homophob und ein Sammelbecken für Ewiggestrige!
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#8 Bülent OktayAnonym
#9 stromboliProfil
  • 29.07.2010, 16:39hberlin
  • Antwort auf #6 von Krzyszek
  • machen wir uns nichts vor: die zukunft wird aus verteilungskämpfen bestehen wie wir sie im letzten jahrhundert ebenso erlebten.
    Wie auch immer man das kind nennt, es wird zu einer zerreißprobe für die gesellschaft kommen und die derzeit verantwortlichen beginnen sich zu positionieren.

    Die verschiedenen aspekte überfordern derzeit die parteien , die in zeiten des "wohlstandes " bei gleichbleibender verteilungs"moral" ihre zuvor deutlich unterscheidbaren identitäten verloren, siehe als beispiel die spd , deren niedergang gleichlaufend ist der der cdu!
    Beim sich umschauen nach neuen wählerschichten, wurden die ursprünglichen liegengelassen, zugunsten einer von wahlprognostisten entdeckten neuen mitte.
    Nur die mitte existiert in köpfen, nicht in der domoskopisch nachweisbaren realität! Deshalb das abbröckeln der zugehörigkeiten.
    Und anzunehmen, die gesellschaft auf ihrem marsch in die mitte ghabe grundsätzliche wert-neuorientierungen erlangt halte ich als schimäre!
    Was NOCH bestand hat, ist die generation der 68 ziger (!) die ihren anteil der veränderung aus der ihr er/gelebten willen an änderung garantieren. Lass die mal ausgestorben sein..
    die generation null scharrt schon mit den hufen!
    Deshalb sind die verstärkt auftretenden rechtstendenzen gesamtgesellschaftlich indikatoren: protagonisten die wie der herr Kai Hähner oder der herr René Stadtkewitz sind die spunte, die nicht warten können bis die/ihre zeit gekommen ist...

    www.tagesspiegel.de/meinung/jenseits-der-mitte/1892982.html

    dabei wird sogar in der cdu - nahen spiegelonline spekuliert, wer den ersten schritt macht ohne einen namen zu nennen...

    www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,708377,00.html

    Aber so wie spd als preis für ihre aufgabe der interessen der ihr "anvertrauten " clientel , an den rand der 20% gerutscht ist, so wird auch die cdu selbiges erfahren.
    Und während die linke der spd die wähler vor der nase wegschnappt, wird eine "aufgeklärt reaktionäre rechtspartei die sich vom nazigeruch zu befreien weiß , der cdu die 10% + abjagen...
    Das ist das erbe der neoliberalität und dem damit einhergehenden abbaus der arbeiterrechte! So in die enge getrieben, werden wir eine neuauflage der weimarer verhältnisse erleben können, wenn nicht heute reagiert wird.
    Ob da die beiden "großen parteien die kraft noch aufbringen ... wage ich zu bezweifeln!
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#10 KonstantinEhemaliges Profil