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Opfer interviewt Täter: Michael Stock mit seinem Vater Roland

Jetzt auf DVD: In der ergreifenden Doku "Postcard to Daddy" konfrontiert Filmemacher Michael Stock seinen Vater vor laufender Kamera mit seinem sexuellen Missbrauch vor 25 Jahren.

Von Carsten Weidemann

Michael Stock wurde als Kind sexuell missbraucht, jahrelang - von seinem eigenen Vater. 25 Jahre später ist er noch immer auf der Suche nach innerem Frieden. Mit der Kamera besucht er seine Mutter und seine Geschwister. In Gesprächen, eigenen Erzählungen, Familienfilmen und Ausschnitten aus Michaels Projekten entsteht ein Bild seines Lebens. Mit ungeheurer Intensität wird spürbar, wie sehr das Trauma seiner Kindheit alles überschattet.

Trotz des unfassbaren Dramas ist "Postcard to Daddy" nicht von Hass geprägt, sondern von Hoffnung und Liebe zum Leben. Michael Stock will nicht anklagen, sondern verstehen. Als er und sein Vater fast gleichzeitig einen Schlaganfall haben, will Michael nicht die womöglich letzte Chance verpassen. Auf der "Gesundungsreise", die er gemeinsam mit seiner Mutter nach Thailand unternimmt, entsteht die "Postcard to Daddy". Mit dieser Videobotschaft im Gepäck besucht er das erste Mal nach Jahren seinen Vater und konfrontiert ihn vor laufender Kamera...


Wut und Ohnmacht waren für Michael Stock das Leitmotiv, mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen

Michael Stock, 1993 bekannt geworden durch seinen Low-Budget-Spielfilm "Prinz in Hölleland", wollte aus der Geschichte seines Missbrauchs eigentlich einen Spielfilm machen. Trotz diverser Drehbuchförderungen konnte das Projekt nie realisiert werden. Schließlich fasste Stock den Entschluss, einen Dokumentarfilm über seine Geschichte zu drehen.

"Postcard to Daddy" wurde im Panorama der 60. Berlinale mit großem Erfolg und Medieninteresse uraufgeführt und erhielt beim TEDDY-Award die ELSE, den Leserinnen- und Leserpreis des queeren Berliner Stadtmagazins Siegessäule. "Von allen Filmen, die die Jury dieses Jahr gesehen hat, war 'Postcard to Daddy' der mit Abstand ergreifendste. Noch Minuten nach dem Abspann saßen die Mitglieder der Jury stumm ihn ihren Kinosesseln", heißt es in der Begründung für den Preis.

Postcard to Daddy, Regie: Michael Stock, Deutschland 2010, FSK: 16, Sprache: Deutsch, Untertitel: Englisch, Griechisch , Länge: 85 min, Salzgeber



#1 LukasAnonym
  • 03.08.2010, 14:36h
  • Krass das der mit seinem Vater noch spricht.
    Ich würde mich nie mehr mit dem Assi abgeben!
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 03.08.2010, 15:15h
  • Den Mut von Michael Stock bewundere ich! Gehört schon viel Mut dazu, seinen Peiniger, der ja noch sein eigener Vater ist, vor laufender Kamera über die Zeit des Mißbrauchs zu befragen. Die meisten Männer, die von ihrem Vater mißbraucht werden, wollen mit dem nichts mehr zu tun haben.
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#3 Kristian
  • 03.08.2010, 19:26h
  • Der Film ist ja auch viel vielschichtiger als hier beschrieben. Schade, dass er nicht noch mehr Aufmerksamkeit bei seinem Kinostart bekommen hat. Aber das Thema ist halt eines mit dem man sich nicht so gerne auseinandersetzt.
    Ich habe den Film auf der Kinopremiere in Berlin gesehen und war sehr beeindruckt. Auch Michael Stock kam sehr ehrlich und sympathisch rüber. Da war es nicht so schlimm, dass bei der anschließenden Diskussionsrunde mit dem Tauwetter-e.V.-Typen und einem anderen "Jungsversteher" (glaube von den Berliner Jungs) zwei absolute Nullen in der Runde standen, deren Ansichten zum Glück auch beim Publikum öfters mal für ein verwundertes Kopfschütteln sorgten.
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