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Gefreiter Bradley Manning

Ein 23-Jährige schwuler US-Soldat soll tausende geheimer Dokumente über den Einsatz im Irak und in Afghanistan an die Internetplattform WikiLeaks weitergegeben haben.

Von Dennis Klein

Der Gefreite Bradley Manning aus dem US-Bundesstaat Maryland war bereits im Mai diesen Jahres festgenommen worden, weil er geheime Daten über die amerikanischen Kampfeinsätze gestohlen haben soll. Die Dateien hat er bei seinem Einsatz in Bagdad auf CDs gebrannt, die er mit Labeln wie "Lady Gaga" beschriftete. Mit dieser Täuschung gelang es ihm, unzählige Informationen an WikiLeaks weiterzugeben. So soll etwa ein Video von ihm stammen, in dem gut gelaunte US-Soldaten im Irak von einem Helikopter aus Zivilisten erschießen.

Britische Zeitungen haben im Leben von Manning recherchiert, da seine Mutter Engländerin ist. Dabei haben sie seine Homosexualität publik gemacht, die er nach der "Don't ask, don't tell"-Regelung in der US-Armee geheim halten musste. So zitiert die "Daily Mail" einen früheren Freund mit den Worten: "Als er 13 war, erzählte er mir, dass er schwul ist". Der "Daily Telegraph" fand einen "Facebook"-Eintrag, in dem Manning über einen "Ex-Boyfriend" sprach und veröffentlichte ein Bild, das ihn auf einem CSD zeigte - er trug dabei ein Schild, auf dem er forderte, dass auch Schwule und Lesben offen im US-Militär dienen sollten. Die US-Medien halten sich mit der Berichterstattung über die sexuelle Orientierung Mannings dagegen merklich zurück. Nur einige Blogs haben darüber geschrieben.

Enttarnt von einem früheren Homo-Journalisten


Eines der wahrscheinlich von Manning an WikiLeaks weitergeleiteten Geheimdokumente: Hier wird gezeigt, wie US-Soldaten vom Helikopter aus Zivilisten erschießen.

Manning wurde enttarnt, nachdem er mit dem früheren Hacker Adrian Lamo chattete und ihm dabei offenbar alles gestand. Als Grund für die Spionage gab er an, dass die Informationen "öffentliche Daten" seien, die jedem zugänglich gemacht werden müssten. Lamo war allerdings anderer Ansicht und schaltete die US-Behörden ein, die Manning daraufhin verhafteten. Blogs spekulieren nun, dass Manning dem Ex-Hacker sein Herz ausschüttete, weil dieser früher für den schwul-lesbischen Nachrichtendienst "PlanetOut" gearbeitet hatte und daher als vertrauenswürdig erschien. Der teilweise veröffentlichte Blog beinhaltet auch Passagen, die eine Geschlechtsidentitätskrise andeuten - Manning könnte demnach also auch transsexuell sein. Allerdings gibt es dafür keine weiteren Hinweise.

In den Vereinigten Staaten hat der Fall hohe Wellen geschlagen. Die Obama-Regierung befürchtet, dass mit den Veröffentlichungen Soldaten und Zivilisten in Afghanistan und im Irak gefährdet werden könnten. Die Mehrheit der Amerikaner teilt diese Befürchtung. Menschenrechtsaktivisten argumentierten jedoch, dass es keine Straftat sei, auf Missstände oder sogar Kriegsverbrechen aufmerksam zu machen.

Homo-Gegner nutzen die neuen Informationen zur sexuellen Orientierung des Verdächtigen für ihre Ziele. Sie setzen sich gegenwärtig dafür ein zu verhindern, dass die Regierung wie geplant "Don't ask, don't tell" abschafft. Nach dem Gesetz sind seit 1994 rund 14.000 Militärangehörige gefeuert worden. So kritisiert etwa Cliff Kincaid bei Right Side News, dass Manning gesetzeswidrig mit seiner Homosexualität "geprotzt" habe: "Wegen der offensichtlich falschen Handhabung dieser homosexuellen tickenden Zeitbombe, scheint es, als ob die Vereinigten Staaten ... einen hohen Preis zahlen müssen."

Nach seinem Geheimnisverrat hat Manning allerdings andere Sorgen als "Don't ask, don't tell". Ihm drohen bei einer Verurteilung nun bis zu 52 Jahre Haft.

Youtube | WikiLeaks-Video


#1 HandoAnonym
  • 03.08.2010, 14:08h
  • 52 Jahre Haft wäre angemessen! Da kämpfen Tausende von westlichen Soldaten in Afghanistan gegen den islamischen Fundamentalismus (der, nebenbei bemerkt, auch der größte Feind der Schwulen ist) und durch den Geheimnisverrat dieses Mannes werden unzählige Menschenleben gefährdet.
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#2 hwAnonym
#3 seb1983
  • 03.08.2010, 14:22h
  • Antwort auf #1 von Hando
  • Trotzdem muss man sich nicht auf das Niveau seiner Gegner begeben, wenn ich mir ansehe was grade die USA sich im "Krieg gegen den Terror" alles geleistet haben und weiter leisten frage ich mich für welche "Werte" da eigentlich gekämpft wird. Folter, Erschießungen, Sadismus, Misachtung von Menschenrechten, alles das was man vielen arabischen und afrikanischen Ländern vorwirft haben sie selbst praktiziert.
    Wenn es anders nicht möglich ist dann müssen solche Kriegsverbrechen eben so an die Öffentlichkeit kommen. Nicht die Veröffentlichung gefährdet Menschenleben sondern dass solche Taten überhaupt passieren!
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#4 hwAnonym
  • 03.08.2010, 14:29h
  • Bin bald 50. Wurde mit Vietnam-Krieg als Dauerthema Tagesschau groß.

    Mit sicherer Kriegslügenerfahrung:

    Alles schon mal dagewesen.

    "..Die Pentagon-Papiere (englisch: Pentagon Papers) sind ein ehemals streng geheimes Dokument des US-Verteidigungsministeriums. Die teilweise Veröffentlichung der Pentagon-Papiere 1971 deckte die gezielte Irreführung der US-amerikanischen Öffentlichkeit in bezug auf den Vietnamkrieg durch alle Präsidenten von Harry S. Truman bis Lyndon B. Johnson auf. Die empörte Bevölkerung erfuhr, dass entgegen vieler Beteuerungen beteiligter Präsidenten der Krieg schon lange vorher geplant wurde und die Sicherung der Demokratie in Süd-Vietnam nicht das eigentliche Ziel war. Die Veröffentlichung gelang nur gegen den Widerstand der Regierung aufgrund der Entscheidung des höchsten US-Gerichtes und trug wesentlich zur Beendigung des Krieges bei..."

    de.wikipedia.org/wiki/Pentagon-Papiere

    Wobei Afghanistan nicht Amerikas 2.Vietnam ist.
    Eher in der Phase der Napoleonischen Truppen in Spanien.
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#5 FloAnonym
  • 03.08.2010, 15:01h
  • Ob die Veröffentlichung an sich okay war oder nicht, will ich gar nicht kommentieren, aber wenn sich das wirklich als wahr herausstellt, wird das ein Fest für alle Homohasser sein:

    Der Sündenbock ist schwul. Dann werden sie das als Beispiel nehmen, wie schädlich Schwule doch seien.
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#6 eMANcipation*Anonym
  • 03.08.2010, 15:07h
  • Antwort auf #1 von Hando
  • Mit "islamischen Fundamentalisten" meinst du vermutlich die (mindestens) Zehntausenden zivilen Opfer des Krieges in Afghanistan?

    Wer ist eigentlich derjenige, der Terror und Mord und Totschlag in der Welt verbreitet?

    "Die offene und umfassende Berichterstattung in den Medien, der allabendliche Fernsehkrieg und die unzensierten Bilder über die Gräuel des Krieges in Vietnam hatten den Widerstand der Friedensbewegung weltweit angefacht, und dieser Widerstand war mit ein Grund für den Rückzug und die Niederlage der Amerikaner. Die Militärs haben ihre Lektion gelernt. Der nur scheinbar saubere Krieg in Afghanistan, den Werbeagenturen im Armeeauftrag inszenieren, ist nicht zuletzt das Ergebnis der verlorenen Medienschlacht in Vietnam."

    www.mitwelt.org/afghanistan-krieg-luegen-kriegspropaganda.ht
    ml


    >>>>>>
    "Manning wird auch angelastet, ein Video über das berüchtigte Garani-Massaker, bei dem 95 Zivilisten, darunter viele Kinder, starben, zugespielt zu haben"

    www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=15475
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 03.08.2010, 15:09h
  • Es mag aber auch die Frage erlaubt sein, weshalb er zum Militär ging und nicht eine andere Laufbahn einschlug. Nach diesem Vorfall jedoch dürfte wohl klar sein, daß es einen weiteren Soldaten gibt, der bald unehrenhaft entlassen wird.
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#8 RotSchwGrünGelbAnonym
  • 03.08.2010, 15:13h
  • Antwort auf #5 von Flo
  • Du hast natürlich Recht. Kriegsverbrechen, überhaupt die Folgen von Krieg, sollten unter Verschluss gehalten werden. Dann kann man sein Kreuzchen auch weiterhin "ruhigen Gewissens" bei denen machen, die diese Verbrechen politisch zu verantworten haben.
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#9 MephistophelesAnonym
  • 03.08.2010, 15:14h
  • Antwort auf #5 von Flo
  • Sündenböcke und Verführer

    Ich mag sie gerne sehn, die allerliebsten Jungen;
    Was hält mich ab, daß ich nicht fluchen darf? -
    Und wenn ich mich betören lasse,
    Wer heißt denn künftighin der Tor?
    Die Wetterbuben, die ich hasse,
    Sie kommen mir doch gar zu lieblich vor! -
    Ihr schönen Kinder, laßt mich wissen:
    Seid ihr nicht auch von Luzifers Geschlecht?
    Ihr seid so hübsch, fürwahr ich möcht' euch küssen,
    Mir ist's, als kämt ihr eben recht.
    Es ist mir so behaglich, so natürlich,
    Als hätt' ich euch schon tausendmal gesehn;
    So heimlich-kätzchenhaft begierlich;
    Mit jedem Blick aufs neue schöner schön.
    O nähert euch, o gönnt mir einen Blick!

    engel
    Wir kommen schon, warum weichst du zurück?
    Wir nähern uns, und wenn du kannst, so bleib!

    mephistopheles
    Ihr scheltet uns verdammte Geister
    Und seid die wahren Hexenmeister;
    Denn ihr verführet Mann und Weib. -
    Welch ein verfluchtes Abenteuer!
    Ist dies das Liebeselement?
    Der ganze Körper steht in Feuer,
    Ich fühle kaum, daß es im Nacken brennt. -
    Ihr schwanket hin und her, so senkt euch nieder,
    Ein bißchen weltlicher bewegt die holden Glieder;

    Dich, langer Bursche, dich mag ich am liebsten leiden,
    Die Pfaffenmiene will dich gar nicht kleiden,
    So sieh mich doch ein wenig lüstern an!
    Auch könntet ihr anständig-nackter gehen,
    Das lange Faltenhemd ist übersittlich -
    Sie wenden sich - von hinten anzusehen! -
    Die Racker sind doch gar zu appetitlich!
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#10 skipperAnonym