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Sizzla will am am 29. August beim Chiemsee Reggae Summer in Oberbayern auftreten.

J-FLAG unterstützt den LSVD und andere Homo-Gruppen in ihrem Kampf gegen homophobe Texte in der jamaikanischen Dancehall-Musik.

Die 1998 gegründete Homo-Gruppe, die wegen des bestehenden Homo-Verbots nicht offen auf der Insel auftreten kann, dankt Partnern in Nordamerika und Europa für die gemeinsame Kampagnen "Stop Murder Music". Sie wendet sich gegen bestimmte Interpreten von Dancehall-Reggae, die in ihren Liedern zur Ermordung von Homosexuellen aufrufen. Dazu gehören etwa Sizzla, Elephant Man oder Bounty Killer. "J-FLAG unterstützt die Anstrengungen des LSVD und anderer Gruppen, die anstreben, dass sich Künstler wegen Anstiftung zur Gewalt verantworten müssen, wenn sie Hass in ihren homophoben Texten verbreiten", so J-FLAG in einer Stellungnahme. Die Texte dürften nicht dazu beitragen, "andere Kulturen zu beeinflussen".

Veranstalter sehen Proteste gegen Dancehall als "Zensurbestrebungen"

Viele deutsche Veranstalter haben allerdings mit den Mordaufrufen kein Problem oder leugnen diese schlicht. So wertet der Chiemsee Reggae Summer den für Ende August geplanten Auftritt von Sizzla als Beitrag im Kampf gegen "verfassungswidrige Zensurbestrebungen". Die kritisierten Liedtexte seien "komplett aus dem Zusammenhang gerissen ... und nicht 1:1 aus dem jamaikanischen Patois (jamaikanisches Kreolisch, Red.) übertragbar".

Dabei hat Sizzla - und das verschweigen die deutschen Veranstalter - erst vor wenigen Monaten den "Reggae Compassionate Act" aufgekündigt (queer.de berichtete). Seither singt er wieder Lieder mit Textzeilen wie "Ich gehe und erschieß Schwule mit einer Waffe". Sizzla begründet diese Aussagen mit der Bibel, in der Homosexualität verurteilt werde.

Auch wenn sich J-FLAG für ein Auftrittsverbot der Hass-Sänger ausspricht, lehnt die Gruppe weitere Boykottaufrufe gegen Jamaika ab (queer.de berichtete). Dieser würde auf der Insel dazu missbraucht werden, Schwule und Lesben zu verunglimpfen, fürchten die Aktivisten. (dk)



21 Kommentare

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 04.08.2010, 15:37h
  • Da kann der LSVD froh sein, daß er in Übersee so einen Unterstützer gegen Homophobie gefunden hat!
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#2 FloAnonym
  • 04.08.2010, 17:54h
  • Manche behaupten ja gerne, diese Boykotte würden den Menschen in Jamaika gar nichts bringen.

    Diese werden hier eines besseren belehrt. Wenn selbst jamaikanische Schwule Auftrittsverbote hier in Europa befürworten und fordern, zeigt das ja wohl, was man damit bewirken kann. Und mal ganz abgesehen davon: selbst wenn das nicht so wäre, ist das kein Grund solchen Faschisten hier auch noch ein Forum zu bieten.

    "Viele deutsche Veranstalter haben allerdings mit den Mordaufrufen kein Problem oder leugnen diese schlicht."

    Ja klar, denen geht es ja nur um Kohle. Die würden wahrscheinlich auch Nazibands auftreten lassen, wenn die Kohle stimmt und wenn das nicht gesellschaftlich viel stärker geächtet wäre als homophober Reggae.

    Ich wüsste auch mal gerne wie man Textzeilen wie z.B. "Ich gehe und erschieß Schwule mit einer Waffe" aus "dem Zusammenhang reißen" kann. Zumal die betreffenden Interpreten ja auch im direkten Gespräch ihre Homophobie bestätigen.

    Und dann immer dieses hilflose Schreieb nach Zensur: jeder, der das anführt, sollte erst mal lernen, was demokratische Rechte sind und was Zensur wirklich heißt!!

    Freiheitsrechte wie freie Rede heißen nämlich nicht, dass man alles darf. Man darf z.B. nicht zum Mord aufrufen und dass dann als freie Rede verkaufen wollen. Das wäre geradezu eine Pervertierung der Grundrechte. Denn Rechte finden ihre Grenzen immer dort, wo andere in ihren Rechten eingeschränkt werden. Ansonsten hätten wir Anarchie und das Recht des Stärkeren.

    Was wir brauchen ist zweierlei:
    1. Die Gesellschaft muss noch mehr darüber aufgeklärt werden, damit diese homophoben Reggae-Sänger genauso geächtet werden wie Nazibands.

    2. Da es immer rückgratlose Veranstalter geben wird, die sich für sowas nicht interessieren und nur Geld im Auge haben, brauchen wir auch rechtliche Regelungen, die Auftritte von Hass-Sängern (egal ob Nazibands oder homophober Reggae und egal gegen wen sich der Hass richtet) ein für allemal verbieten. Und das am besten europaweit.

    Hass, Gewalt- und Mordaufrufen darf kein Forum gegeben werden!!

    Das hat auch nichts mehr mit freier Rede o.ä. zu tun, sondern ist eine Pervertierung von Grundrechten. Insofern ist die Unterbindung auch keine Zensur!
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#3 ManggeiProfil
  • 04.08.2010, 18:47hÜbersee
  • Auszug aus Chiemsee Reggea Summer Homepage:

    Sizzla beim Chiemsee Reggae SummerSizzla Kalonji ist unbestritten eine der schillerndsten, aber auch umstrittensten Figuren in der Reggae- und Dancehall-Szene. Beim Chiemsee Reggae Summer feiert der Jamaikaner 2010 seinen einzigen Festival-Auftritt in Deutschland.

    Der Chiemsee Reggae Summer distanziert sich ganz klar von Homophobie und homophoben Texten, Lieder mit homophobem Inhalt werden nicht aufgeführt.
    >>>>> Das geht auch ganz klar aus der Presseerklärung hervor, die nach Buchung des Künstlers Sizzla Kalonji veröffentlicht wurde: „Wir sind für Kunstfreiheit, wir sind für Meinungsfreiheit, den Respekt vor anderen Kulturkreisen und wir sind gegen verfassungswidrige Zensurbestrebungen. Selbstverständlich achten wir und alle auftretenden Künstler darauf, dass beim Chiemsee Reggae Summer die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland eingehalten werden.“>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
    Und wer protestieren will , der verlässt halt am Sonntagabend um 21 Uhr das
    Chiemsee Reggae Summer Festival
    >>Sonntag, 29.08.2010 Sizzla 21:30 >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
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#5 FloAnonym
  • 04.08.2010, 20:06h
  • Antwort auf #3 von Manggei
  • Was für ein schwachsinniges Statement:

    "Der Chiemsee Reggae Summer distanziert sich ganz klar von Homophobie und homophoben Texten, Lieder mit homophobem Inhalt werden nicht aufgeführt."

    Aha, und lässt man auch Nazibands auftreten, wenn sie keine bedenklichen Lieder singen?

    Man kann nicht Künstlern ein Forum bieten und gleichzeitig behaupten, man distanziere sich von ihnen.

    ----------------------

    "Wir sind für Kunstfreiheit, wir sind für Meinungsfreiheit, den Respekt vor anderen Kulturkreisen und wir sind gegen verfassungswidrige Zensurbestrebungen."

    Dazu habe ich zwar in #2 schon ausführlich was geschrieben, aber nochmal:

    1. Hass, Gewalt- und Mordaufrufe sind weder Kunst- noch Redefreiheit. Freiheitsrechte finden ihre Grenzen immer dort, wo andere in ihrer Freiheit eingeschränkt werden.

    Ansonsten hätte man nicht mehr einen Rechtsstaat, sondern das Recht des Stärkeren.

    Und ansonsten könnten Nazibands sich genauso auf Freiheit der Rede und Kunst berufen!!!

    2. Respekt vor anderen Kulturkreisen heißt aber nicht, dass man deren Gewalt- und Mordaufrufe toleriert.

    Sonst könnte man auch sagen, dass das dritte Reich halt damals der Kulturkreis hier war, wogegen man nichts sagen kann. Etc. etc.

    3. Zensur: Da Gewalt- und Mordaufrufe nichts mit freier Rede oder freier Kunst zu tun haben, kann das gar keine Zensur sein. Wenn man Gewalt- und Mordaufrufe verbietet, ist das keine Zensur, sondern Schutz der Demokratie und Schutz der Menschen!!

    Wir haben ja keine Anarchie mit dem Recht des Stärkeren....

    Im Übrigen:
    Der Veranstalter schwafelt was davon, dass er gegen Zensur sei, aber gleichzeitig betont er, dafür zu sorgen, dass Sizzla diese homophoben Lieder nicht dort singt. Will der Veranstalter also doch zensieren, obwohl er so gegen Zensur ist? Oder verarscht er uns einfach nur? Oder ist er wirklich so dumm, dass er nicht merkt, wie er sich selbst widerspricht?

    Fakt ist und bleibt:
    Gewalt- und Mordaufrufe sind nicht zu tolerieren und haben nichts mit Freiheitsrechten zu tun. Sie pervertieren geradezu Freiheitsrechte um die Freiheit anderer einzuschränken.

    Schlimm genug, dass solche Hass-Sänger überhaupt auftreten dürfen, aber dann muss man denen nicht auch noch in Europa ein Forum bieten. Wenn man denen den Geldhahn zudreht, hört das ganz schnell auf.

    Da die geldgeilen, rückgratlosen Veranstalter sich Fakten und Argumenten verwehren, muss das endlich gesetzlich geregelt werden. Am besten EU-weit.

    Es würde doch auch keiner eine Naziband auftreten lassen. Selbst wenn die ihre schlimmsten Titel weglassen würden.
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#6 stromboliProfil
  • 04.08.2010, 20:37hberlin
  • Antwort auf #3 von Manggei
  • "Und wer protestieren will , der verlässt halt am Sonntagabend um 21 Uhr das
    Chiemsee Reggae Summer Festival
    >>Sonntag, 29.08.2010 Sizzla 21:30 "
    aber genau das gegenteil... macht so viel krach, das genervt der herr sein liederbuch zusammen klappt. Steckt euch tomaten und eier als wegzehrung ein... Buttersäure nicht vergessen!
    Nie deinen feinden das feld überlassen , es sei denn aus taktisch notwendigen gründen um z.b. anderswo umso zielgerichter zu zuschlagen!
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#7 TimonAnonym
  • 05.08.2010, 11:33h
  • " Respekt vor anderen Kulturkreisen"

    Okay, wenn wir nach Jamaika fahren, werden wir den dortigen Kulturkreis respektieren (oder wenn wir das nicht können/wollen nicht hinfahren).

    Aber diese Forderung muss dann auch umgekehrt gelten:
    wenn dortige Sänger nach hier kommen wollen, haben sie auch den hiesigen Kulturkreis zu respektieren. Und wenn sie das alles so furchtbar finden und uns Europäer so dekadent, unmoralisch, etc. finden, brauchen sie ja nicht kommen. Zwingt sie ja keiner.

    Und zum Thema fremde Kulturen respektieren:
    wir tolerieren auch keine Zwangsheiraten, religiös motivierte Genitalverstümmelungen bei Frauen, etc. nur weil man Respekt vor anderen Kulturen haben muss. Denn dieser Respekt hat irgendwo Grenzen und die sind genau da, wo es um Freiheit, Gesundheit oder gar Leben anderer geht!!!!!
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#8 bastapapsta
#9 ManggeiProfil
  • 05.08.2010, 18:02hÜbersee
  • Antwort auf #8 von bastapapsta
  • @ bastapapsta

    Dein Kommentar sagt ja schon alles zu dir !!!

    N achso Pseudo-Toleranter SzeneSchwuler ´!!

    "Gott sei Dank sind nicht alle von uns so wie du !!

    Auszug aus dem CRS - Forum :

    Um Auftritte der Dancehall-Stars zu verhindern, bliebe nur noch die Möglichkeit eines Einreiseverbotes. Am Versuch ein solches gegen Sizzla (einem Reggae-Sänger) durchzusetzen, ist im Herbst 2009 Volker Beck grandios gescheitert. Auf die Frage Becks, warum die Bundesregierung die Einreise Sizzlas nicht verhindert habe, antwortete Ole Schröder, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, kühn, dass "das Bundesministerium des Innern die Innenressorts der betreffenden Länder nochmals gebeten hat, notfalls durch ordnungsbehördliche Maßnahmen sicherzustellen, dass kein strafbewehrtes Liedgut vorgetragen wird.

    Dadurch werden die Belange der öffentlichen Sicherheit auch weiterhin angemessen gewahrt.

    Auch sei zu berücksichtigen, dass (...) bei zurückliegenden Konzerten IN EUROPA keine Liedtexte mit strafrechtlich relevantem Inhalt bekannt geworden sind.

    Zur Frage, ob die Bundesregierung bereit sei, eine erneute Eintragung Sizzlas ins Schengen-Informationssystem zu prüfen, antwortete der Parlamentarische Staatssekretär, dass wir IN EINEM RECHTSSTAAT LEBEN, DER FÜR ALLE GELTE (also auch für Dancehall-Sänger; Anm. des Autors). Die Einstellung in das Schengener Informationssystem sei ein sehr WEITREICHENDER SCHRITT UND NICHT MIT DEM RECHTSSTAATLICHEN PRINZIP DER VERHÄLTNISMÄSSIGKEIT ZU VEREINBAREN.

    www.chiemsee-reggae.de/talk/forum_da_reggae_mi_ned_auf/

    Homophobie wird auch durch solche Penetranten Leut wie Volker Beck und LSVD geschürt !!
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#10 LorenProfil
  • 05.08.2010, 19:59hGreifswald
  • Antwort auf #9 von Manggei
  • Ein anderes Vorgehen war von einem Parlamentarischen Staatssekrtär auch nicht zu erwarten, der der CDU angehört, also der Partei, die die rechtliche Gleichstellung nach Kräften blockiert. Es handelt sich da aus meiner Sicht um eine parteipolitisch motivierte Entscheidung. Würde ein Sänger auf der Bühne wie in Interviews beständig z.B. gegen Juden agitieren, wäre sein Vorgehen wohl anders gewesen, da dann richtigerweise die öffentliche Empörung wie das mediale Interesse außerordentlich gewesen wäre.

    Über Sizzla, seine Liedtexte, Einstellungen und seine Nähe zum Diktator Mugabe ist in den queer.de-Foren ausgiebig und durchaus differenziert diskutiert worden. Ich würde mir wünschen, dass sich auch seine Fans kritisch mit den unterschiedlichen Facetten seiner Persönlichkeit auseinandersetzen würden, anstatt ihm mehr oder weniger kritiklos zuzujubeln. In verschiedenen Reggae-Foren geschieht dies übrigens und nicht wenige haben keinerlei Verständnis (mehr) für Sizzlas homosexuellenfeindliche Äußerungen.
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