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Archivbild einer öffentlichen Auspeitschung im Sudan

Im Sudan sind 19 junge muslimische Männer öffentlich ausgepeitscht worden, weil sie auf einer Party Frauenkleider getragen und in "weiblicher Art" getanzt haben sollen.

Damit hätten sie gegen die Moralgesetzgebung des Landes vertoßen, urteilte ein Richter in Omdurman in der Nähe von Khartum im Norden des Landes. Damit bezog er sich auf ein Gesetz gegen "unangemessene Kleidung", das ansonsten vor allem gegen Frauen angewandt wird, die Hosen tragen. Die Männer wurden kurz darauf vor rund 200 Zuschauern mit je 30 Peitschenhieben bestraft, auch wurden sie zu einer Zahlung von 1.000 sudanesischen Pfund (rund 315 Euro) verurteilt.

Die Männer, aus denen die Deutsche Presseagentur in einer Überschrift und einem Bericht "Transvestiten" macht, waren nach Angaben von Reuters von der Polizei bei einer Party verhaftet worden - ergänzenden Medienberichten aus dem Sudan zufolge soll es sich dabei um eine Hochzeitszermonie zweier Männer gehandelt haben. Ein anonymer Rechtsanwalt sagte gegenüber Reuters, das Verfahren sei nicht fair gewesen, da die Männer keinen Rechtsanwalt hatten - keiner hätte sie verteidigen wollen. Auch hätten Justiz, Medien und öffentliche Meinung sich schon vorher ein Urteil gebildet.

Unklare Rechtslage

Homosexuelle Handlungen durch Männer sind im von der Scharia geprägten Nordsudan eine Straftat. Bei Männern führen sie bei einer ersten und zweiten erwiesenen Tat jeweils zu Auspeitschung, ein drittes Vergehen kann mit Todesstrafe oder lebenslanger Haft geahndet werden. So sieht es das staatliche Gesetzbuch seit 1991 vor, es gibt aber Abweichungen, so dass es auch bei ersten Vergehen zu Haftstrafen kommen kann. Auch gibt es unterschiedliche Handhabungen, ob es etwa das Mittel der Berufungen gibt oder ob zunächst eine "Heilung" versucht werden sollte.

Ob homosexuelle Handlungen unter Frauen verurteilt werden können, ist nicht klar. Unter anderem die UN-Flüchtlingsorganisation oder Wikipedia berichten davon, letztere Quelle spricht von einer Todesstrafe bei einem vierten Vergehen. Auch gebe es Unterschiede, ob eine Frau verheiratet, nicht verheiratet oder lesbisch sei.

Die LGBT-Gruppe Freedom Sudan, die erst kürzlich gegründet wurde und deren Zuverlässigkeit als Quelle unklar ist, sagt hingegen, lesbische Frauen seien in dem betreffenden Strafrechtsartikel 148 nicht erwähnt. Zudem bezöge sich die Strafe auf Analsex, egal ob zwischen einem schwulen oder heterosexuellem Paar ausgeführt. Damit sei der Artikel 148 Nachfolger einer Regelung, die von 1983 bis 1985 gültig war und die Penetrierung von Anus oder Vagina unter Strafe stellte, wenn dies nicht gesetzlich erlaubt oder nicht einvernehmlich war. Weder aus dieser Zeit noch aus der Zeit ab 1991 sind Berichte über tatsächlich erlassene Todesstrafen für homosexuelle Handlungen bekannt.

Südsudan

Verfolgung und Ächtung drohen auch im christlich geprägten, teilautonomen Süden, der sich im nächsten Jahr durch ein Referendum abspalten könnte. Der Präsident des Südsudan, Salva Kiir, hatte erst kürzlich vom West-Import Homosexualität erzählt und ebenfalls mit Sanktionen durch das Strafrecht gedroht, sollte es zur Unabhängigkeit kommen. Homosexuelle Handlungen würden "von jedem verdammt", sagte Kiir.

Neben dem christlichen Glauben gibt es im Südsudan noch einige Bevölkerungsgruppen mit eigenem Glauben und Kultur. In einigen Stämmen gibt es spezielle Geschlechterrollen, in der Männer sich wie Frauen anziehen und verhalten. Das muss nicht eine Rolle für Homosexuelle sein, manchmal hat sich auch jemand in die Rolle zu fügen, der Erstgeborener ist oder für eine Ziege verkauft wurde. Entsprechende Berichte stammen allerdings größtenteils aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts und sind mit Vorsicht zu genießen. (nb)



#1 geeAnonym
#2 JensAnonym
#3 FloAnonym
#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 05.08.2010, 17:32h
  • Wie ja jeder aus den Nachrichten erfahren hat, ist der Präsident des Sudan wegen sehr schwerer Menschrenrechtsverletzungen angeklagt worden! Auch für diesen Akt sollte er ohne Wenn und Aber verantwortlich gemacht werden!
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#5 hugoAnonym
#6 M.G.F. - GermanyAnonym
  • 16.08.2010, 13:57h
  • Der Sudan gehört zu den ärmsten Entwicklungsländern in Afrika. Die soziale Absicherung und die medizinische Versorgung sind unzureichend. Das Regiem korrupt.
    Zum Weltfriedenstag der Vereinten Nationen: 30 Jahre Friedensarbeit des DED im Sudan. Also wenn der Deutsche Entwicklungsdienst dort Friedensarbeit leistet - kann man doch noch einige Mio € in den Sudan überweisen >

    Mein Verständnis mit den ganzen radikalen Länder - ob moslemisch, christlich oder andere >> ist diese zu meiden >> zu isolieren >> boykotieren !!!
    Deshalb auch keine Spende von mir nach Pakistan.
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