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So sieht ein Master der Knollennasen aus... (Bild: Galerie Ludwig / Ralf König)

Der Gottvater der Knollennasen feiert seinen 50. Geburtstag. Wir gratulieren - und haben ihn interviewt.

Von Carsten Weidemann

Meist bekommt man ja Ehrungen in einem fortgeschrittenen Alter überreicht. Deine Arbeit ist sogar schon im Museum gelandet. Du bist gerade 50 geworden, aber wie alt fühlst du dich?

Ich werde 50 und ich mache nun schon seit 30 Jahren Comics. Die erste Zahl finde ich nicht so toll, aber das man jetzt schon für die ersten Etappen eines Lebenswerkes ein bisschen bepusselt wird, das gefällt mir ganz gut.

Den allerersten Preis gab es bereits 1988, seit 2002 geht es Schlag auf Schlag, Nummer 14 und 15 gab es in diesem Jahr. Hast du dir schon eine neue Trophäen-Schrankwand zugelegt?

Noch reicht mein kleines Regal neben dem Schreibtisch, auch wenn dort inzwischen etwas liebloses Gedränge vorherrscht. Das liegt aber auch an den Preisen. Manche sind sehr hübsch, manche äußerst hässlich. Letztere müssen dann nach hinten geschoben und dezent verdeckt werden.


Ja, Wow, so schnell wird man 50... (Bild: Galerie Ludwig / Ralf König)

Macht dieses ständige Preisentgegennehmen nicht irgendwann müde?

Ach Quatsch, es freut und überrascht mich immer wieder, es ist aufregend. Vor jeder Veranstaltung frage ich mich, was ich denn da wieder anstelle oder was ich anziehen soll. Was sage ich da vor allem? Ich hatte mal einen Preis von einer Atheistenvereinigung verliehen bekommen. Ich weiß nicht, worüber Atheisten sich so zerstreiten, aber diese Gruppe war es. Die Stimmung auf der schlecht besuchten Feier war total im Keller.

Kannst du dich eigentlich noch daran erinnern, was deine ersten Zeichnungen waren?

Meine ersten Kritzeleien erschienen damals im Nürnberger "Rosa Flieder", es gab sonst kaum schwule Presse. In dieser Zeit werden sicherlich auch die ersten Anfragen von Gruppen bei mir gelandet sein, denen ich dann meine Nasen geschenkt habe. Aber welche Motive das waren, keinen Schimmer mehr. Es war nur ein Hobby, ich hatte nicht die leiseste Ahnung, dass daraus mal ein Beruf würde, von dem ich leben kann.

Im Oktober erscheint der dritte und letzte Teil deiner Bibeltrilogie. Kannst Du ein Fazit ziehen?

Die intensive Beschäftigung mit der Theologie macht auf die Dauer hirnporös. Ich bin im Neuen Testament angelangt und beschäftige mich mit dem Apostel Paulus. Neben dem strafenden Gott des Alten Testaments ist für mich Paulus der eigentliche Urheber der ganzen Leib-, Sexual-, Frauen- und Schwulenfeindlichkeit, von der all die Probleme der Kirche herrühren, die sie heute hat. Dieser Mann hat offensichtlich nur durch seine Fixiertheit auf Christus leben können. Seine Texte sind so wirr und vieles davon ist so krank, das es manchmal gar nicht so einfach ist, da etwas Humorvolles heraus zu ziehen. Paulus und ich, wir beide mögen uns nicht sehr.


Ob die "Streusand" auf seiner Party auftauchen wird? (Bild: Galerie Ludwig / Ralf König)

Nach dem Bibelthema soll das nächste Werk etwas "Gottloses im Hier und Jetzt" werden, hattest du bereits angekündigt. Kommen etwa Konrad und Paul wieder?

Das kann sogar sein, denn ich habe noch eine Geschichte im Hirn, die ich gerne mit den beiden machen würde. Aber vielleicht wird es auch erst eine Fortsetzung von Roy & Al geben, den neurotischen Hunden. Von denen gab es bislang nur ein Album. Die haben mir viel Spaß gemacht, mit denen habe ich noch viel vor.

Die Rückkehr beider Paare wird die Fans frohlocken lassen. Hättest du jetzt keine Ideen gehabt, wollten wir dir schon vorschlagen: Schick Konrad und Paul doch mal ins All. Tim und Struppi sind auch zum Mond geschickt worden, nachdem es bei den Inkas nichts mehr zu tun gab.

Das ist gar nicht so undenkbar. Einen Science Fiction hatte ich nämlich als Idee schon mal auf dem Schreibtisch. Als Geschichte, die sich Paul ausgedacht hatte.

Es ist kein Science Fiction mehr, die 50 ist erreicht. Was wünschst du dir zum runden Geburtstag?

Eine dicke fette Party. Das habe ich früher öfters und gern gemacht: zu richtig geilen Feiern einzuladen, wo sich die Leute dann verkleidet haben. Meinen 40. habe ich groß gefeiert. Da habe ich noch das Gefühl, erst kürzlich die letzten Gläser von der Party weggeräumt zu haben.



11 Kommentare

#1 bastapapsta
  • 08.08.2010, 20:50h
  • Von katholischer Seite wurde jetzt euch wieder auf Ralf König losgeschossen. Jene, denen die Meinungs und Satirefreiheit ein Graus ist und die nur austeilen und nicht einstecken können ist Ralf König ein Dorn im Auge, besonders fundamentalistischen Christen. Aber cool, wie Ralf
    eine satirische auf menschenverachtende Religionen ist, und den Leuten ein bisschen das Leben versüsst, indem er sie zum Lachen bringt. Die toten knochen, die zum Lachen in den Keller gehen haben ihn jetzt als "von vielen Teufeln getrieben" geschimpft.

    Überall wo Menschen glücklich sind hat die Kirche etwas dagegen und die Opfer der Lovparade werden pietätslos als "Von Gott gestrafte" bezeichnet :

    www.express.de/news/panorama/loveparade/bischof-verhoehnt-op
    fer-der-loveparade/-/4508926/4539650/-/index.html
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 08.08.2010, 22:26h
  • Auch von meiner Seite die bestan Glückwünsche an den "King of Knollennasencomic"! Bleib gesund und erfreu uns noch lange!
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#3 jochenProfil
  • 08.08.2010, 23:59hmünchen
  • Erst heute kamen mir auf der Strasse ein schwules Päarchen entgegen , bei denen ich (schmunzelnd) dachte: "Die beiden sind ja original wie aus einem Ralf König Comic" ?

    Das zeigt wie ehrlich und (oft schonungslos) nahe Ralf König an der Wirklichkeit in seinen Comics oft war .

    Ausser seinem Witz in seinen Geschichten, - bei denen ich oft wirklich lachen konnte beim Lesen - schätze ich an ihm, dass er auch mal gerne voll gegen den (schwulen) Szene-Mainstream geschossen hat, das aber immer berechtigt und oft mit beisenden Spott.
    Du hast bis jetzt schon viele tolle Comics gemacht .

    Alles Gute zum Geburtstag!
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#4 bastapapsta
#5 herve64Profil
  • 09.08.2010, 09:09hMünchen
  • Nachträglich herzlichen Glückwunsch, Ralf König! Und mach weiter so mit deinen zeichnerischen Statements gegen Fundamentalismus, Bigotterie und Oberflächlichkeiten aller Art.
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#6 RainerAnonym
  • 09.08.2010, 09:12h
  • Ich hoffe, Ralf liest das hier mit!?

    Alles Gute, vor allem Gesundheit und viel Erfolg bei allen wichtigen Dingen für jetzt und die nächsten 50...!

    Herzliche Grüße
    Rainer
    (der einen Tag nach Dir, also heute, feiern kann... (c; )
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#7 CarstenFfm
#9 jochenProfil
  • 09.08.2010, 14:36hmünchen
  • Antwort auf #4 von bastapapsta
  • Ist es sinnvoll immer wieder auf dieses Hassportal , wie in deinem Kommentar Nr. 4 verlinkt, öffentlich hinzuweisen?
    Das gibt dieser Schundseite doch nur noch Aufmerksamkeit, die sie wirklich nicht verdient hat.

    (Wenngleich jeder halbwegs intelligente Mensch, der diese Seite mal gelesen hat, sie eh nihct ernstnehmen kann)
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#10 bastapapsta
  • 09.08.2010, 20:38h
  • Antwort auf #9 von jochen
  • Der Punkt ist, dass die katholische Kirche soviel Macht hat, dass sie diese Seite sehr schnell dicht machen könnte und ihr Gefasel, dass sie sich von Kreuz.net distanziere in Taten zeigen.
    In Wirklichkeit sind es kirchliche Amtsträger, die anonym diese Hasstiraden schreiben.

    Es regiert derzeit ein "Papst", der die rechte Piusbruderschaft wieder in die Kirche aufgenommen hat un Holocust Leugnern die Exkommunikation rückgängig macht der gegen Homos und Homo Ehe hetzt und und und .

    Leider gibt es zahlreiche Leute, die auf dem Papier noch in der Kirche sind, darüberheinaus aber nichts mehr mit ihr am Hut haben. Die Hetze von der Scheinheiligkeit überhören sie und der Hinweis auf diese Hassartikel soll sie wach rütteln, damit sie endlich AUSTRETEN.
    Ich kenne einige Schwule, die diese MENSCHENVERACHTENDE Organisation weiterhin mit ihrer Kirchensteuer fördern. Das muss ein ENDE haben !
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