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Party in Bangkoks Gay-Club Nummer eins, dem DJ Station: "Hello, where you come from?"

Thailands Hauptstadt mit ihren rund zwölf Millionen Einwohnern ist ein chaotisches Moloch - und gleichzeitig ein schwules Paradies. Zehn Orte, die man in der "Stadt der Engel" besucht haben sollte.

Von Micha Schulze

1. Babylon Sauna
Kein Scherz: Manche schwule Touristen nehmen am Suvarnabhumi-Flughafen ein Taxi direkt zur
Babylon Sauna. Daran ist auch gar nichts verkehrt: Zum Entspannen nach über zehn Stunden im Flieger ist der Luxus-Schwitztempel in Sathorn Soi 1 nämlich genau richtig: Auf drei Etagen cruist die ganze Welt, im Garten warten das Mango-Shake und ein großer Pool, im durchdesignten Restaurant kann man sich stärken. Am besten sind die Masseure, die genau erfühlen, welche Muskeln gerade verspannt ist. Anders als in vielen anderen Bangkoker Gay-Spas gibt's bei den Babylon-Massagen übrigens keine "Happy Endings". Meistens jedenfalls nicht...

2. Silom Soi 2
Die zweite Seitenstraße der Silom Road ist neben der Babylon-Sauna die zweite Adresse, die vermutlich jeder schwule Bangkok-Tourist kennt. DJ Station heißt der Club am Ende rechts, der wirklich an jedem Abend knüppeldickevoll ist - es sei denn, in der Nähe campieren mal wieder irgendwelche "Red Shirts". Klaustrophobe sollten die Gay-Gasse am Wochenende unbedingt meiden, wenn auch in den Nachbar-Bars "Expresso", "JJ Park", "Club Café" und "Disco Disco" nur gedrängelt und geschubst wird. Alle Drinks kosten hier einheitlich lediglich 100 Baht (ca. 2,50 Euro), und wenn man immer beim selben Barkeeper bestellt und 20 Baht Trinkgeld gibt, werden die nächsten Cocktails ganz bestimmt etwas stärker gemixt.

3. House Rama
Royal City Avenue (RCA) heißt ein Vergnügungsviertel etwas abseits an der Rama IX. Road, in dem es mit dem "San Fran" seit kurzem auch einen reinen Gay-Club gibt. Viel lohnenswerter ist jedoch ein Besuch im House Rama, Bangkoks alternativem Programmkino. Hier laufen regelmäßig schwule Indie-Filme aus aller Welt. Vor Überraschungen ist man im "House" nie sicher: Manchmal sitzt man ganz allein im kleinen Kinosaal. Bei Filmpremieren wiederum kann es passieren, dass die englischen Untertitel nicht rechtzeitig fertig geworden sind...

Youtube | Schaumparty in der Babylon Sauna

Bunte Holz-Schwänze für den guten Baumgeist: Chao Mae Tuptim Schrein

4. Phallus-Schrein
Okay, der Chao Mae Tuptim Schrein ist kein typischer Szeneort, aber wo sonst schon kann man Hunderten von erigierten Holz-Penissen in allen Farben und Größen begegnen? Ein nettes Foto im Thailand-Album schockt garantiert die katholische Tante in der Provinz! Der Phallus-Schrein liegt etwas versteckt unter einer riesigen Banyan-Feige im Park des Luxus-Hotels Nai Lert Park. In jenem Feigenbaum wohnt seit vielen hundert Jahren Chao Mae Tuptim - ein weiblicher Geist, der Frauen angeblich bei Fruchtbarkeitsproblemen hilft, wenn man ihm denn einen dieser Holzpenisse schenkt. Männer können sich die Opfergabe sparen: Bei Potenzschwierigkeiten gibt's ja in jeder Bangkoker Apotheke Viagra ganz ohne Rezept.

5. Siam Paragon
Das Berliner KaDeWe ist nichts dagegen! Der Luxus-Shoppingtempel Siam Paragon ist der ideale Laufsteg für die typische Bangkoker Mittel- und Oberschichts-Schwuppe, um die neuesten Desginer-Klamotten und Marken-Accessoires vorzuführen. Anschließend wird mit Freunden (und den in Bangkok obligatorischen Fag Hags) in einem der vielen Cafés und Restaurants der Mall getratscht, gelästert und mit dem Blackberry gespielt. Mit 500.000 Quadratmetern ist das Siam Paragon auch Bangkoks größtes Cruising-Gebiet. "Action" vor Ort - wie auf der legendären KaDeWe-Toilette - muss man sich zwar abschminken, ein halbes Dutzend Visitenkarten oder Telefonnummern pro Nachmittag kann man jedoch schon austauschen.

6. Coffee Society
Wenn man einen Espresso in der Coffee Society bestellt, bekommt man manchmal einen Keks dazu, manchmal ein Glas Wasser, manchmal Keks und Wasser und manchmal gar nichts. Das System habe ich bis heute nicht verstanden, dennoch mag ich dieses Café im Herzen der Silom Road, das rund um die Uhr geöffnet hat. Die Coffee Society ist das kleine Schwulen- und Lesbenzentrum von Bangkok, in dessen oberen Etagen sich die verschiedensten Gruppen treffen - darunter etwa die "Gay Alcoholics Anonymous". Dank Gratis-W-Lan schauen auch viele Touristen vorbei - sowie Expats, wenn das Internet daheim mal wieder ausgefallen ist.

Youtube | Jede Nacht um 23:30 Uhr: Show im DJ Station

Grüne Lunge Bangkoks und nicht ganz ungefährliches Cruisinggebiet: Lumpini Park

7. Lumpini Park
Der Lumpini Park ist nicht nur grüne Lunge Bangkoks und ein gefährliches Cruisinggebiet nach Einbruch der Dunkelheit, sondern auch ein Ort, um dem früheren König Vajiravud alias Rama VI. Respekt zu erweisen. Am Haupteingang des Lumpini Park steht sein Denkmal, vom Skytrain aus kann man es wunderbar sehen. Viele schwule Thais haben eine besondere Beziehung zu dem Monarchen, der von 1910 bis 1925 Siam regierte. Der sensible Rama VI. führte nicht nur viele Reformen ein wie die Gleichstellung von Mann und Frau, sondern schrieb Zeit seines Lebens am liebsten Gedichte, Lieder und Bühnenstücke.

8. Or Tor Gor
"Where you from?", "How long you stay?" Wer von den Standardfragen der nervigen Farang-Catcher aus Babylon und DJ Station genervt ist, sollte mal einen Ausflug in die Szenebars von Or Tor Gor unternehmen. In der Nähe des Jatujak-Marktes feiert Bangkoks schwule Jugend weitgehend unter sich, Touristen verirren sich nur äußerst selten in "Fake Club" & Co. In den kleinen Clubs von Or Tor Gor wird direkt an kleinen Tischen rund um die Whiskeyflasche getanzt, die man zusammen mit Freunden leert. Nach Sperrstunde wird auf der Straße einfach weitergefeiert - vor den Augen der Polizei, die den Verkehr regelt. Aufgrund des hohen Alkoholpegels kommt man unweigerlich miteinander ins Gespräch...

9. Eat Me
Das beste Essen in Bangkok findet man auf der Straße in den Garküchen, die romantischsten Restaurants sind die Thai-Lokale direkt am Fluss. Nun gibt es aber Touristen, die schon bei einer Viertel Chilischote in der Mahlzedit in Tränen ausbrechen. Diese Kandidaten bringe ich immer ins Eat Me, ein schwul geführtes Edel-Restaurant mit moderner, internationaler Küche und wechselnden Ausstellungen in der Nähe der Convent Road. Die Preise sind für Bangkoker Verhältnisse recht happig, aber in der Regel lasse ich dort eh die Bekannten bezahlen, die keine Chilis vertragen...

10. Happy Monday Bar
Diese kleine Nachbarschaftskneipe in Ekamai Soi 10 steht in keinem Gay Guide, und das ist auch gut so. Die Happy Monday Bar ist mein Geheimtipp zum Schluss. Der Homo-Anteil ist dennoch hoch, denn hier trifft sich die Kunst-, Kultur- und Medienszene der Stadt. Der schwule Sänger Gene Kasidit legt hier regelmäßig auf, im selben Gebäude ist auch die Redaktion des "Knock Knock"-Magazins. Neben aus Deutschland importiertem Erdinger Weißbier kann man das Hausgetränk "Happy Monday" bestellen, ein hochprozentiger Cocktail aus Rum, Triple Sec und frischgepresstem Saft. Warnung: Der Cocktail-Erfinder ist leider kürzlich an Leberzirrhose gestorben.

P.S.: Ganz bewusst taucht in dieser Top-10 keine einzige Gogo-Bar auf. Wer "Fucking Shows" sehen möchte, fährt am besten direkt vom Flughafen nach Pattaya....

Youtube | Neuseeländischer Kurzfilm "Lost and Found in Bangkok"


13 Kommentare

#1 RaffoAnonym
  • 09.08.2010, 15:55h
  • Wenn man die Top 10 aufzählt sollte man auch ehrlich sein. Die zweitgrößte Schwulenszene Thailands und der Hauptmagnet für Gay Touristen befindet sich leider in Pattaya.
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#2 KlofrauAnonym
  • 09.08.2010, 17:38h
  • Antwort auf #1 von Raffo
  • Genauso ist es, Raffo.

    Die überwiegende Mehrzahl der Thai-Touris fliegt nach wie vor dorthin, um Jungs zu bumsen. Für ganz wenig Geld, und möglichst ohne Gummi.

    Das sind dann meistens Typen, die hier in Deutschland niemand auch nur mit der Kneifzange anfassen würde. In Thailand können sie dann schön mit ihren paar Dollars die Sau rauslassen.

    Und führen sich auf wie die Kolonialherren von einst.

    Mich widert so etwas an. Sorry ... und die Jungs (und Mädels), die für ein paar Baht solch schmierigen Säcken ihre Kiste hinhalten müssen, tun mir einfach nur leid ...
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#3 RaffoAnonym
  • 09.08.2010, 20:44h
  • Antwort auf #2 von Klofrau


  • "Der Bar-Boy wohnt ab sofort bei Ihnen und Sie dürfen ihn besteigen so oft Sie wollen und können, ohne zu zahlen versteht sich. Auch ansonsten ist er ein äußerst angenehmer Partner, da er Ihnen alle Entscheidungen überlässt. "Was bin ich bloß für ein Glückspilz!" denken Sie sich und erinnern sich an Ihre früheren Beziehungen mit deutschen Typen, an all die Streitigkeiten, Nörgeleien und Krisen und an den Liebesentzug und die Sexverweigerungen, wenn Sie mal wieder etwas falsches gesagt oder gemacht haben und daran, dass alle Probleme stets "ausführlich ausdiskutiert" werden mussten...

    Allerdings soll hier auch nicht der Eindruck erweckt werden, als bliebe den Boys keine andere Wahl, als sich zu prostituieren. Auf jeden Bar-Boy kommen in Thailand unzählige Jungs, die ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien mit ehrbaren Berufen bestreiten. Die meisten Bar-Boys prostituieren sich freiwillig, weil sie so viel schneller zu Geld kommen und zudem zu faul sind, täglich hart zu arbeiten; sie müssten es nicht tun...
    In Pattaya verhält es sich eher so, dass die meisten Bar - Boys ihre Verdienste lieber in Drogen, Klamotten oder in das neueste Handy stecken, statt zu sparen oder etwas ihren Familien zu schicken. Daher muss auch niemand ein schlechtes Gewissen haben, wenn er mit einem liiert ist. Und mal Hand aufs Herz; hier in Thailand geben die Jungs jedem Mann, unabhängig vom Alter, Aussehen und gesellschaftlichem Status, das Gefühl er sei eine perfekte Mischung aus "James Bond, Arnold Schwarzenegger und Robert Redford" Und es ist doch im Grunde fast egal, ob man dafür 10,- Euro bezahlt hat oder um einiges mehr beschissen worden ist. Es ist auf jeden Fall ein unglaubliches Gefühl und in jedem Fall sein Geld wert"

    www.net-blogs.de/archives/10-Thai-Boys-eine-Geschichte.html

    Gefunden hier:

    schwul-gay-satire.blogspot.com/2010/06/hallo-homo-opas-bumsb
    omber-starten.html


    Der obrige Selbsterfahrungsbericht des Bloggers vom ersten Link ist leider keine Satire
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 09.08.2010, 22:47h
  • Zehn Orte, die man als schwuler Mann in Bangkok besuchen sollte? Ich werde das garantiert niemals tun! Ich möchte nämlich nicht mit Pädophilen und Sextouristen in einen Topf geworfen werden! Und die Geschlechtskrankheiten gibt es dort gleich mit im Schlepptau - ob mit oder ohne Kondom!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Fred i.BkkAnonym
  • 10.08.2010, 02:08h
  • erinnere mich an einen Artikel bei queer.de vor cirka einem Jahr....
    Durchseuchung mit Hiv Aids bei den "Freunden "
    im schwulen Part of Bangkok...
    nach Befragungen vor Ort ueber 30 %
    .....herzlich willkommen ...im schwulen Paradies
    Fred i. Bkk.
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#6 Gegen VorurteileAnonym
  • 10.08.2010, 06:23h
  • Hohe HIV-Infektionsraten in der gay community teilt Bangkok mit Berlin, London, New York und vielen anderen anderen großen Metropolen. Das ist nun wirklich kein Thai-Problem. Überall auf der Welt ist man mit einem Kondom auf der sicheren Seite - und überall auf der Welt brauchen wir merh Prävention!
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#7 HannibalEhemaliges Profil
#8 kätheklärschlammAnonym
  • 10.08.2010, 08:15h
  • ... welche Rolle spielen Schönheit und Exotik in unserer Wahrnehmung, welche Machtgelüste treiben uns an? [...] Nach und nach weitet sich der Blick der Kamera und zeigt auch die elende, gewalttätige, ja mörderische Welt jenseits der Hotelmauern, die von den Touristinnen ausgeblendet wird. Dabei vermittelt der bewegende Film seine Botschaft,

    ohne zu beschönigen oder zu übertreiben...

    www.arte.tv/de/3310880.html
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#9 AlfiAnonym
#10 Gegen HerrschaftAnonym
  • 11.08.2010, 14:05h
  • Antwort auf #6 von Gegen Vorurteile
  • Und mehr Solidarität mit denen, die Opfer dieser heimtückischen Krankheit geworden sind!

    Ansonsten sind die abfälligen Aussagen in diesem Thread über eine Stadt und deren Menschen, die uns hier vorgestellt werden, einfach nur widerwärtig!
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