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Kardinal Norberto Rivera hält Schwule schlicht für eine "moralische Verirrung".

Der mexikanische Kardinal Norberto Rivera hat die in Mexiko-Stadt legalisierte gleichgeschlechtliche Ehe als unvereinbar mit christlicher Glaubenslehre erklärt.

"Die Kirche darf nicht damit aufhören, Böses als böse zu bezeichnen", erklärte Rivera nach Angaben der Nachrichtenagentur AP. Homosexuelle gingen lediglich "Scheinehen" ein, die auf eine "unmoralische Verirrung" hindeuteten, so der unverheiratete Theologe. Er kritisierte damit den Obersten Gerichtshof Mexikos, der in der vergangenen Woche die Öffnung der Ehe in Mexiko-Stadt mit acht gegen zwei Stimmen als verfassungsgemäß anerkannte (queer.de berichtete).

Rivera erklärte, die Politiker gingen mit Ehe und Familie um, "als ob sie es darauf anlegten, sie zu zerstören und damit das Land, das ohnehin schon durch Gewalt und soziale Verwerfungen verwundet ist, in den Ruin zu treiben". Schwule und Lesben mit Ehewunsch bezeichnete er schlicht als Gegner "des göttlichen Plans". Zwar gestand Rivera ein, dass auch Katholiken "die Gesetze respektieren" müssten und gleichgeschlechtliche Paare nicht diskriminieren dürften. Das sei aber "keine Rechtfertigung dafür, falsche Rechte zuzugestehen".

Der Stadtrat von Mexiko-Stadt hatte Ende letzten Jahres die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet - und damit erstmals in Lateinamerika Schwulen und Lesben die Möglichkeit gegeben zu heiraten (queer.de berichtete). Die regierenden Christdemokraten unter Präsident Felipe Calderón hatten danach vergeblich versucht, vor Gericht gegen die Öffnung vorzugehen.

In Lateinamerika scheint das Beispiel aus Mexiko-Stadt Schule zu machen: Mitte Juli hat mit Argentinien erstmals ein Bundesparlament beschlossen, die Ehe für Schwule und Lesben im ganzen Land zu öffnen (queer.de berichtete) - auch hier gegen den erbitterten Widerstand der katholischen Obrigkeit. Kardinal Jorge Bergoglio sah in der Reform des Ehegesetzes sogar den Teufel in Aktion (queer.de berichtete). (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

20 Kommentare

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 10.08.2010, 15:50h
  • Die Katholische Kirche muß sich damit abfinden, daß sie leider gar kein ernstzunehmender Gegner mehr in Sachen Homoehe ist. Der Staat hat sich die Entscheidung reiflich überlegt und ist endlich zum Schluß gekommen, das Ganze durchzuziehen und die Homoehe salonfähig zu machen. Endlich ist der Vatikan kaltgestellt!
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#2 Timm JohannesAnonym
  • 10.08.2010, 15:54h
  • In Mittel- und Südamerika, wo die politischen Debatten zur Eheöffnung bzw. zur Eingetragenen Partnerschaft voranschreiten, versuchen leider viele katholische Bischöfe in den einzelnen lateinamerikanischen Staaten dies zu verhindern. Und die wenigen katholischen Bischöfe, die hier anders denken und die Eheöffnung akzeptieren, schweigen und lassen die anderen Kollegen ihr Hass säendes Werk vollbringen.

    Übrigens neben Mexiko-Stadt und Argentinen mit Eheöffnung gibt es mit Uruguay, Ecuador und Kolumbien drei weitere Staaten in Südamerika die bereits landesweit eine Eingetragene Lebenspartnerschaft kennen.

    Ob Kardinal Bergoglio (Jahrgang 1936) in Buenos Aires oder Kardinal Norberto Rivera Carrera in Mexiko - es sind immer wieder hasserfüllte Reden, die dort Kardinäle schwingen. Politisch sind diese Führungen in den Bischofsreihen alle als rechtskonservativ und rechts zu bezeichnen.

    Da gehen gottseidank eine Reihe von protestantischen/anglikanischen Kirchenleitungen den umgekehrten Weg, wie beispielsweise die lutherische Schwedische Kirche mit Bischöfin Eva Brunne in Stockholm oder die liberale Niederländische Protestantische Kirche oder die United Church of America.
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#3 schwulenaktivist
  • 10.08.2010, 16:05h
  • Ich denke, es lohnt sich wirklich nicht, sich über jeden "Furz" eines Katholen internetweit aufzuregen. Das lenkt nur ab von unseren eigenen Problemen, vor allem das mit AIDS! Indirekt fördern diese verbalen Schlachten die Ignoranz unter uns selber und schaden uns letztlich noch!
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#4 SideFX23
  • 10.08.2010, 16:39h
  • "...gleichgeschlechtliche Ehe als unvereinbar mit christlicher Glaubenslehre erklärt."

    Ja. Muss er ja auch sagen. Die christliche Glaubenslehre ist ja auch so zu gar nichts kompatibel...
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#5 Julek89
  • 10.08.2010, 16:40h
  • Schwule sind also Gegner der Kirche oder des Planes Gottes.
    Jaja, kann ja sein, aber, das ist nunmal Meinungsfreiheit. Aber sowas kennt die kath. Kirche ja nicht. Außer, wenn es um ihre Hetzereien geht. Aber anders denken als die? DAS GEHT NICHT! Gerfährlich dieser Verein, einfach gefährlich!
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#6 IchAnonym
  • 10.08.2010, 16:44h
  • Erinnert mich irgendwie immer an Meerjungfraumann: "Das Böse! DAS BÖÖÖÖSE!!!!"
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#7 MarekAnonym
  • 10.08.2010, 17:16h
  • "gleichgeschlechtliche Ehe als unvereinbar mit christlicher Glaubenslehre erklärt."

    Prima! Dann kann er ja seinen Schäfchen Vorschriften machen. Aber er wird doch wohl nicht so undemokratisch sein, sich über rechtsstaatliche Prinzipien zu stellen und auch Nichtmitgliedern vorzuschreiben, wen sie zu lieben haben und wie sie zu leben haben.

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    "Die Kirche darf nicht damit aufhören, Böses als böse zu bezeichnen"

    Aha, Liebe ist also böse. Endlich zeigen die mal ihr wahres Gesicht.

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    "als ob sie es darauf anlegten, sie zu zerstören und damit das Land, das ohnehin schon durch Gewalt und soziale Verwerfungen verwundet ist, in den Ruin zu treiben"

    Erstens wird die Ehe nicht zerstört, wenn noch mehr Leute als bisher sie eingehen können. Aber mit Logik hatten die es ja noch nie.

    Und zweitens ist bisher noch kein Land, dass die Ehe geöffnet hat dem "Ruin" nahe. Warum auch? Gehen Staaten in den Ruin nur weil sie demokratische Prinzipien wie Gleichheit befolgen und eine tolerante Gesellschaft haben?

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    Ich finde es sehr interessant, wie sehr die immer hetzen. Aber was mich wirklich wütend macht, ist dass deren Mitglieder immer behaupten, sie seien nicht so krass drauf wie ihre Führer, aber umgekehrt unterstützen sie diese durch ihre Mitgliedschaft moralisch und finanziell...
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#8 GerritAnonym
#9 Katrin
  • 10.08.2010, 18:29h
  • Also ich habe schon Verständnis für die Hetzer in der Katholischen Kirche. In den letzten 5 Jahrzehnten hat sich sehr viel getan und da fühlen die sich schon diskriminiert. Vor 50 Jahren waren Männerfreundschaften ja durchaus salonfähig. Das sieht man an Karl May und Adolf Hitler. Gebumst wurde allerdings heimlich weil das weltweit strafbar war. Somit saßen Adolf und Karl und der Pabst im gleichen Boot, das nennt man Gleichheit für alle. Dann wurde in den westlichen Ländern der Straftatbestand abgeschafft und alle Schwulen durften in der Öffentlichkeit zugeben, dass sie bumsen, nur die Kardinäle nicht. Armes Kardinalsvölkchen. Dann kam die Partnerschaft und gab dem ganzen eine gesetzliche Grundlage, nur eben nicht für die Kardinäle. Und jetzt auch noch die Ehe. Das da den schwulen Kardinälen der Kragen platzt und sie sich in scheinbar unsinnigen Ausbrüchen Luft machen kann ich verstehen. Jetzt können sie ihrem Fahrer schon mal nicht die Hand aufs Bein beim Fahren legen, weil sie ja hinten sitzen müssen und am Ohr kraulen geht auch nicht während der Fahrt. Und zum Küssen und Bumsen muss man das Licht ausmachen, was natürlich nur Nachts geht und im Sommer wird es spät dunkel. Und die unkatholoschen Schwulen und Lesben geht das alles nicht mehr an. Da kann man noch so sehr im Luxus leben, heimliche Liebe ist eine schwere Bürde. Aber viel schlimmer ist es, wenn die Welt draussen die Bürde nicht mehr kennt. Als die Kardinäle in ihrer Jugend den Job wählten, waren alle gleich und der Weg war klar. Die gleichen Männer würden heute nicht mehr Priester werden und auch aus der Kirche austreten, so wie es heute überall der Fall ist.
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#10 FloAnonym
  • 10.08.2010, 18:51h
  • Antwort auf #7 von Marek
  • Du hast recht:
    wenn deren Anhänger das Denken komplett aufgeben und sich ihr Leben diktieren lassen wollen, sollen sie das ruhig machen.

    Aber wenn die auch allen anderen vorschreiben wollen, wie sie zu leben haben, dann ist das purer Totalitarismus. Und solche totalitären Gesinnungen kann man schon als Faschismus bezeichnen!

    Dass das nicht verboten wird, zeigt deren Macht bzw. wie tief unsere Regierung da mit drin steckt!
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