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Die Linke auf dem CSD in Berlin

Die Linke ruft beim CSD in Augsburg zu einer Demonstration auf, in dem die Partei auf sozial schwache Schwule und Lesben aufmerksam machen will.

In der schwäbischen Großstadt findet am Samstag ab 13 Uhr das Straßenfest mit Informationsständen, politischen Ansprachen und einem umfangreichen Bühnenprogramm statt - eine Parade gibt es aber nicht. Die Landesarbeitsgemeinschaft Queer der bayerischen Linken hat nun gemeinsam mit dem Parteinachwuchs von der Linksjugend eine Demonstration vor dem Straßenfest angekündigt. Ab 11 Uhr wollen die Aktivisten für "Gleiche Rechte für alle sexuellen Identitäten!" demonstrieren. Treffpunkt ist der Rathausplatz Augsburg.

Die LAG Queer kritisiert, dass in der Augsburger Szene die "momentan herrschenden politischen Verhältnisse akzeptiert und für gut befunden würden". Fragen der rechtlichen Gleichstellung würden auf CSDs in Bayern "vornehmlich von Vertretern der politischen Parteien beantwortet", bemängelt Mario Simeunovic, der als Mitglied des Landesvorstands der bayerischen Linken von Mitgliedern anderer Parteien allerdings ebenfalls nicht als unabhängig angesehen wird.

"Soziale Spaltung Bedrohung für alle Minderheiten"

Anders als seine Politiker-Kollegen wolle sich die Ex-PDS aber für "queere Menschen" einsetzen, die Verlierer der gegenwärtigen Politik seien, erklärte Simeunovic: "Für Die Linke sind die sich vertiefende soziale Spaltung, ... sowie die Abkopplung großer Teile der Bevölkerung vom Recht auf Bildung, auf existenzsichernde Löhne sowie sichere und humane Arbeits- und Lebensverhältnisse eine reale Bedrohung für alle Minderheiten".

Die Politik der "Entsolidarisierung" hätte dazu geführt, dass aidskranke Hartz-IV-Empfänger nicht automatisch eine "Zulage für kostenaufwändige Ernährung" erhalten oder dass eine "übergroße Anzahl" von Transsexuellen armutsgefährdet sei. Zudem seien etwa von der Flexibilisierung im Arbeitsleben besonders "prekär beschäftigte Frauen im Einzelhandel, darunter viele Lesben" betroffen.

Die Demonstration soll "ausdrücklich keine Konkurrenz zum Augsburger CSD-Straßenfest" sein, sondern "eine Ergänzung". Nach der Aktion hätten auch die Teilnehmer ausführlich Gelegenheit "auf dem Straßenfest mitzufeiern", verspricht Simeunovic. (dk)



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44 Kommentare

#2 hwAnonym
  • 12.08.2010, 19:11h
  • »Daß wir an der Biologie nicht vorbeikommen, erzählen uns seit ein paar Jahren von diversen Kanzeln herunter (...) Figuren, die niemand für Linke halten kann. ›Ohne Familien‹, mahnen sie, ›wird die Gesellschaft untergehen.‹ Nicht alle loben sie den Nationalsozialismus dafür, das seinerzeit eingesehen zu haben. Gemeint ist etwas sehr Banales, das aber selten verraten wird: daß sich der unmittelbare und naturwüchsige Sozialverband um die Schwachen, die Alten, die Kranken kümmern muß, wo die bürgerliche Gesellschaft ihre schützende Hand zurückzieht. Das passiert jetzt, wo die Besitzenden einseitig den Vertrag aufkündigen, der besagt: Niemand muß einsam verkommen.«

    www.jungewelt.de/2010/08-04/011.php

    Die Zusammenfassung einer Entwicklung der letzten Jahrzehnte:

    Den durch Verfassung oder soziale Rechte abgesicherten Schutz für ökonomisch und sozial Abhängige und Bedrängte gibt es immer weniger. Seine Zerstörung ist wichtigster Programmpunkt einer der Regierungsparteien, der FDP. Auf diesem Weg zurück in »Horden«, also in barbarische Zustände, erscheint die Rückkehr zu Rechtsregeln als Minimum linker Forderungen, nicht die angebliche Rückkehr zu den 70er Jahren oder zum »Sozialstaat«. Oskar Lafontaine hat dies häufig in ein Zitat Rousseaus gefaßt: »Zwischen dem Schwachen und dem Starken ist es die Freiheit, die unterdrückt, und das Gesetz, das befreit.« (...)

    oder Nobelpreisträger Paul Krugman

    How did we get to this point? It’s the logical consequence of three decades of antigovernment rhetoric, rhetoric that has convinced many voters that a dollar collected in taxes is always a dollar wasted, that the public sector can’t do anything right.

    So the end result of the long campaign against government is that we’ve taken a disastrously wrong turn. America is now on the unlit, unpaved road to nowhere.

    www.nytimes.com/2010/08/09/opinion/09krugman.html?_r=2
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#3 FloAnonym
  • 12.08.2010, 19:16h
  • Halte ich für sehr sehr sinnvoll!

    Bei Schwulen denken immer alle an die gut verdienenden, smarten Schwulen, die in ihrer schicken Eigentumswohnung leben, ein tolles Auto fahren, durch die Welt reisen und es sich gut gehen lassen.

    Aber dass es auch schwule Arbeitslose, HartzIV-Empfänger, Behinderte, Obdachlose, etc. gibt, wird leider allzu oft vergessen!

    Das einzige, was ich an der Idee nicht so gut finde ist, dass man das vielleicht besser mit dem CSD kombiniert hätte, sprich da mit genau diesem Thema mitgegangen wäre. Dann hätte das nicht so einen Konkurrenz-Charakter zu allg. Homorechten gehabt.

    Und vor allem: Damit hätte man sicher noch deutlich mehr Leute erreichen können!!
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#4 armer schwulerAnonym
  • 12.08.2010, 20:00h
  • Sehr gut, zu zeigen, das die Schwulen eben nicht immer dicke kohle bekommen und dementsprechend mit geld um sich werfen können.

    Bin selber LZAL und damit HARTZ-IV-Opfer
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#5 stromboliProfil
  • 12.08.2010, 22:10hberlin
  • Antwort auf #3 von Flo
  • back to the roots...

    wenn ichs richtig verstanden, gibt es gar keinen csd - umzug.. statt dessen eine strassenveranstaltung.. insoweit ist die demo eine erweiterung!
    Es braucht nun nur die bereitschaft der schwulen augsburger und heterofreunde am gemeinsamen strang zu ziehen..
    und elf uhr früh ist in einer stadt wie augsburg nicht wie elf uhr in berlin... &
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#6 beobachter-2Anonym
#7 Timm JohannesAnonym
  • 12.08.2010, 23:10h
  • Es ist zu begrüßen, wenn Parteien wie Linkspartei, Grüne und SPD sich für die sozial Schwächeren einsetzen.

    Gleichwohl halte ich es für ein allgemeinpolitisches Thema und nicht für ein speziell homopolitisches Thema, denn dies sind Themen wie Artikel 3 GG, Gleichstellung der Lebenspartnerschaft/Eheöffnung inklusive Adoptionsrecht, Homosexualität als Thema in den Schulunterricht, Gelder für AIDS-Hilfen und homopolitische Aufklärung in Migrantengruppen.

    Die Linkspartei ist durchaus gut aufgestellt in diesen Bereichen und verhält sich homopolitisch sehr positiv und ist daher wählbar.

    Gleichwohl ist sie in anderen allgemeinpolitischen Themenfeldern eher nicht wählbar (zu hohe Priorität des Staates in Wirtschaftsfragen...das Ergebnis solcher staatlichen Wirtschaftspolitik sieht man an der DDR und deren wirtschaftlichen Niedergang).

    ---

    Da gefallen mir die Grünen und die FDP mehr. Auch diese beiden Parteien sind homopolitisch gut aufgestellt, wie es bei der Linkspartei der Fall ist, nur sie sind in allgemein-/wirtschaftspolitischen Themenfeldern viel besser.

    Aber wie geschrieben an der Homopolitik per se ist bei der Linkspartei nichts negativ zu bemängeln, da stehen sie gut da. Das gilt aber auch für Grüne und FDP ebenso.

    Von der SPD läßt sich dies nur bedingt behaupten ("siehe Untätigkeit zu Zeiten der Grossen Koalition") und der rechte Flügel der CDU ist eher ein Gegner homopolitischer Rechte. Dort bei der CDU gefallen mir nur Einzelpolitiker (Merkel, von der Leyen, von Beust, Müller) und bestimmte einzelne Landesverbände (Hamburg, Saarland), aber andere rechtskonservative CDU Politiker (Kauder; Bosbach; Mappus) sind mir ein Graus und die mag ich überhaupt nicht.

    Und die NPD ist natürlich mein Feind.
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#8 XDaAnonym
  • 12.08.2010, 23:16h
  • Vielleicht sollten LZAL und H4 nicht so viel Zeit vor dem PC rumhängen sondern mal eine Bewerbung verschicken. Komischerweise werden hier in Supermärkten Leute gesucht ... wo sind bloß alle LZAL und H4 dann, ach die haben ja alle Rücken etc ....

    Ich bin für 820 EUR H4 plus Hummer á la Sarah Wagenknecht einmal pro Woche kostenlos bei den TAFELN.
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#9 daisyAnonym
#10 heideroseAnonym