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Schwule und Lesben sind immer wieder Opfer von Gewalt - selbst bei Gay-Megaevents

Bei der schwul-lesbischen Olympiade in Köln kam es auch zu Übergriffen, Diskriminierungen und Hetz-Kampagnen.

Von Carsten Weidemann

Ein junger Niederländer wurde vor seinem Hotel darauf angesprochen, ob er schwul sei, und dann unmittelbar darauf mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Diesen und andere Fälle homopober Gewalt dokumentierte die Anti-Gewalt-Hotline während der Gay Games in Köln.

Weitere Beispiele: Am 26. und 27. Juli wurden um den Rudolf- und Marienplatz Hetz-Flugblätter verteilt. Mittlerweile haben sich neun schwule Männer beim Kölner Überfalltelefon 19228 und dem Rubicon-Beratungszentrum gemeldet, die einen solchen Zettel in ihrem Briefkasten vorfanden. Der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtete ferner von einer schwarzen Lesbe, die von einem Hotelbesitzer diskriminiert wurde. Auch die bei einem solchen Großereignis zu erwartenden Diebstähle blieben laut Polizeibericht nicht aus.

Die Gay Games fanden vom 31. Juli bis zum 7. August in Köln statt. Insgesamt nahmen mehr als 10.000 Sportler aus 70 Ländern an der erstmals in Deutschland stattfindenden Homo-Olympiade teil. Die nächsten Gay Games sollen 2014 im amerikanischen Cleveland stattfinden. (cw)

Aus Sicht von Almut Dietrich, Landeskoordinatorin der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule in NRW, spiegeln die genannten Vorfälle das "vorhandene Ausmaß an Diskriminierung und Gewalt" wider, das es trotz gewachsener Normalität und einer größeren Sichtbarkeit von Homosexuellen in der Gesellschaft gebe. "Es äußert sich in Beschimpfungen, Drohungen und Angriffen auf der Straße aber auch in Ausgrenzung und Gewalt in der Schule, am Arbeitsplatz und in der Nachbarschaft."

Im Jahr 2009 wurden insgesamt 132 Vorfälle durch Anlauf- und Beratungsstellen in NRW dokumentiert und von der Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit ausgewertet.



#1 goddamn. liberalAnonym
  • 13.08.2010, 15:40h
  • Gewalt kommt nicht von ungefähr...

    "Wenn eine solche Behauptung aufgestellt und homosexuelles Tun folglich als gut akzeptiert wird oder wenn eine staatliche Gesetzgebung eingeführt wird, welche ein Verhalten schützt, für das niemand ein irgendwie geartetes Recht in Anspruch nehmen kann, dann sollten weder die Kirche noch die Gesellschaft als ganze überrascht sein, wenn andere verkehrte Vorstellungen und Praktiken an Boden gewinnen sowie irrationale und gewaltsame Verhaltensweisen zunehmen." (Ratzinger 1986)

    Auch dieser gut vernetzte Westentaschen-Savonarola aus der Refaktionsstube der angeblich liberalen SZ ist nicht ohne:

    de.new.gloria.tv/?media=83269

    Siehe 16:00 in seinem Vortrag...
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#2 Malte BenAnonym
  • 13.08.2010, 16:36h
  • Und Mitschuld daran tragen die Politiker, Kirchenfritzen, etc. die zu einem homophoben Klima beitragen und damit erst das Klima für solche Gewalt schaffen.

    Merkel, Seehofer, Westerwelle, Ratzinger und all die anderen, die Schwule offen hassen oder auch nur wegsehen und nichts tun, haben ebenso Blut an ihren Händen!
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 13.08.2010, 16:49h
  • Antwort auf #2 von Malte Ben
  • Da wittert aber jemand eine Verschwörung des deutschen Politiker-Establishments! Die wahren Ketzer sind in der Katholischen Kirche und deren Ewiggestrige, u. a. Vatikan und Piusbruderschaft!
    Also besser vorsicht vor etwaigen Beschuldigten!
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#4 eMANcipation*Anonym
  • 13.08.2010, 20:48h
  • Antwort auf #1 von goddamn. liberal
  • Sehr richtig!

    Die politisch Verantwortlichen, die die ganz alltägliche homophobe und heterosexistische Gewalt weiterhin tatenlos dulden, sitzen aber woanders.

    Und ich frage mich: Wie vieler solcher Fälle roher Gewalt bedarf es noch, bis wenigstens wir aufwachen und das, was in anderen EU-Ländern bereits selbstverständlich ist, endlich auch hier ganz oben auf unsere Liste dringender menschenrechtspolitischer Forderungen setzen?

    Verpflichtende Dokumentation und Bearbeitung jedes einzelnen Falls rassistischer, homophober, behindertenfeindlicher, allgemein xenophober Sprache und Gewalt in den Kindergärten und Schulen mit entsprechender Rechenschaftspflicht der ErzieherInnen, LehrerInnen und SchulleiterInnen! Siehe hier:
    www.pinknews.co.uk/2009/12/10/schools-to-record-all-homophob
    ic-sexist-and-racist-bullying/



    Ein umfassendes Gesetz gegen Hassrede! Neben Hassrede im Alltag, in den Medien, in der Öffentlichkeit müssen auch alle anderen Gewaltverbrechen aus Menschenhass endlich als solche geahndet und besonders hart bestraft werden - siehe hier:
    www.queer.de/detail.php?article_id=11898

    Dann gibt es auch keine Aufmärsche von Nazis oder solchen, die deren Gedankengut verbreiten, beim CSD mehr - hier ein Beispiel von 2006:
    www.queer.de/detail.php?article_id=5537

    Die genannten Maßnahmen könnten die Lebenssituation und die Gesundheit gerade
    junger Menschen, die durch allgegenwärtige menschenfeindliche Gewalt von kleinauf verletzt, erzieherisch missbraucht, krank gemacht und einem viermal höheren Suizidrisiko ausgesetzt werden, sofort und unmittelbar deutlich verbessern.

    Jeder Tag, an dem dieses Minimum an demokratischer Rechtsstaatlichkeit nicht umgesetzt wird, ist ein weiterer Tag der ganz alltäglichen Verbrechen gegen die Menschenwürde.
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#5 goddamn. liberalAnonym
#6 Liedel
  • 13.08.2010, 23:25h
  • "Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete ferner von einer schwarzen Lesbe, die von einem Hotelbesitzer diskriminiert wurde."

    Hotelbesitzer? Da fällt mir ja gleich reflexartig die FDP und ihr Engagement für unsere lieben Hoteliers ein.

    Name des Hotels? Kann man hier nicht mal so eine Art "Pranger" einrichten, wo Einrichtungen, in denen so etwas passiert, beim Namen genannt werden dürfen? Nicht dass noch jemand auf die Idee kommt, bei dem Hotelier jemals wieder ein Zimmer zu buchen...
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#7 jensAnonym
  • 14.08.2010, 02:30h
  • Gewalt gegen Schwule sollte als politisches Verbrechen zusätzlich zu Körperverletzung geahndet werden. Schliesslich ist es eine Gewalttat gegen eine sog. Minderheit - obwohl wir Homosexuelle mMn. KEINE Minderheit darstellen.
    Auf jeden Scheiß werden Volksverhetzungsparagraphen oder Paragraphen über die Bildung terroristischer, krimineller Vereinigungen etc.pp. angewandt.
    Aber wenn aus offensichtlichem Hass auf Homosexuelle gehandelt wird, dann wird von staatlicher Seite aus versucht, das ganze als "klassische" Körperverletzung hinzustellen, oder das ganze in einer Datenbank für sexuell motivierte Straftaten zu erfassen. Homosexuelle haben nicht nur nicht gleiche Rechte bezüglich der Partnerschaft, sondern auch weniger allgemeine Rechte. Und anstatt sich die "Freiheitsstatue" der Regierung für mehr Gleichberechtigung Homosexueller gegenüber Heterosexuellen einsetzt, wird gekuscht und Zugeständnisse gegenüber intolleranten, totalitären Staaten gemacht. Soll er doch seinen Partner mitnehmen und zumindest einen Anflug der Probleme bekommen, denen Schwule in derartigen Staaten tagtäglich ausgesetzt sind.
    So, genug. Passt hier eh nicht alles rein, was einem auf der Leber brennt.
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#8 MichaelAS
#9 XiiiiiAnonym
  • 14.08.2010, 15:14h
  • Nur mal so an den Autor des Artikels:

    Olympiade ist der Zeitraum zwischen den Olympischen Spielen, weshalb es "schwul-lesbische Olympische Spiele" heißen müsste. :)
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