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  • 13.08.2010           49      Teilen:   |

Gayromeo-Profil beendet Priester-Karrieren

Es geht auch anders: Priester bei einem CSD - Quelle: Lost Albatross / flickr / cc by-nd 2.0
Es geht auch anders: Priester bei einem CSD
Bild: Lost Albatross / flickr / cc by-nd 2.0

Journalisten und ein CDU-Bürgermeister outen im Bistum Essen schwule Priester. Nach Gesprächen mit Bischof Overbeck lassen sie ihre Ämter ruhen.

Von Norbert Blech

Im Bistum Essen gibt es eine regelrechte Hexenjagd auf Schwule. So hatten Aktivisten vor wenigen Monaten das Outing eines schwulen Priesters durch einen "Bild"-Journalisten kritisiert. Die Oberhausener Ausgabe der "WAZ" nutzte die Hexenjagd-Kritik am Montag als Zwischenüberschrift in einem Artikel, in dem der Journalist Thomas Schmitt selbst einen weiteren Priester outet.

Die Zeitung berichtet, ein 51-jähriger Propst aus Oberhausen lebe nicht enthaltsam und habe auf Gayromeo nach Sex-Partnern gesucht. Der Priester, im Artikel mit vollem Namen genannt, sei inzwischen von Bischof Franz Josef Overbeck auf eigenen Wunsch beurlaubt worden.

Die "Recherchen unserer Zeitung" hätten das Verfahren beschleunigt, freut sich der Journalist, das Bistum habe es zunächst bei der Aufklärung des Falles "nicht besonders eilig" gehabt. Dabei hätten dem Bischof bereits seit Anfang Mai Beweise über die Gayromeo-Aktivitäten des Priesters vorgelegen, zusammen mit einer bei einem Notar hinterlegten eidesstattlichen Erklärung, wonach der Propst "eindeutig sexuellen Kontakt" gesucht haben soll.

Einen Tag später ging dann der Priester vor die Presse - und outete den Beschuldiger. Niemand anderes als Oberhausens 2. Bürgermeister Klaus-Dieter Broß (CDU) stecke hinter der "Rufmordkampagne". "Er hat mir seit Jahren meine Arbeit unendlich schwer gemacht und mir auf den Kopf zugesagt, er wolle einen anderen Propst", so der Priester gegenüber der "WAZ". Er wies zugleich Berichte zurück, er habe Sex gesucht und dafür anzügliche Bilder verschickt: "Mir ging es ausschließlich nur um den Gedankenaustausch mit Menschen, die ich aus anderen Bezügen kenne", so der Priester, der Aussichten auf einen Dechantenjob hatte. "Jetzt bin ich beschädigt, verleumdet und verunglimpft. Ich komme an meine Grenzen, physisch und psychisch."

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"Zufällige" Begegnung bei Gayromeo

Klaus-Dieter Broß (CDU) ist betroffen - Quelle: Stadt Oberhausen
Klaus-Dieter Broß (CDU) ist betroffen
Bild: Stadt Oberhausen

Im gleichen Artikel wies Broß den Vorwurf des Rufmordes zurück. Sein schwuler Stiefsohn habe auf Gayromeo zufällig Kontakt zu dem Priester bekommen. "Dabei ging es eindeutig um Sex. Ich habe Propst (...) bereits Ende April darauf angesprochen", so Broß. In einem Brief an Funktions- und Mandatsträger der CDU legte er am folgenden Tag nach. Als "betroffener Vater" und Gemeinderat der Gemeinde habe er zunächst ein persönliches Gespräch mit dem Priester gesucht und sich erst "diskret" an das Bistum gewandt, als dies zu keinem Ergebnis führte. Von sich als "betroffenen Vater" schreibt Broß zweimal. Der Stiefsohn ist 34 Jahre alt.

Er und seine Familie wollten keine Schlammschlacht und keine Denunziation, von der man ohnehin nicht sprechen könne, da der "Sachverhalt (...) im kirchlichen Umfeld bereits präsent" war, schreibt der Bürgermeister und Polizist weiter. "Es erscheint mir geradezu bigott, nun den an den Pranger zu stellen, der hin- und nicht mehr weggesehen hat bei dem, was schon einschlägig bekannt war und ansonsten sicherlich weitergelaufen wäre." Gegenüber der "WAZ" berichtet Broß, der Pfarrer habe in seinem Gayromeo-Profil das Symbol für "Bed & Breakfast" verwendet, was "in diesen Kreisen" bedeute, dass es auch noch Frühstück gebe, sprich: zusätzlich zum Sex. Auch ansonsten habe er "Empörendes" lesen müssen.

Das Bistum ließ verlauten, das Zölibat sei "eine wichtige Lebensform in der katholischen Kirche" und Verstöße dagegen schadeten der Glaubwürdigkeit eines Priesters. Am Sonntag war bereits ein Brief von Generalvikar Dr. Hans-Werner Thönnes in den Oberhausener Kirchen verlesen worden, in dem dieser "mit großer Betroffenheit" von der Beurlaubung des Priesters berichtet, die sich nicht auf eine Straftat beziehe. Eine Untersuchung wurde angekündigt, um eine "Entscheidung des Bischofs über den weiteren Einsatz" des Priesters zu ermöglichen.

Mit "Bild" und kreuz.net auf Homo-Jagd

Ein "Bild"-Reporter hat das Internet ausgedruckt - Quelle:
Ein "Bild"-Reporter hat das Internet ausgedruckt

Bischof Overbeck, der in diesem Jahr mit seinen Aussagen zur Homosexualität als "Sünde" in der Sendung "Anne Will" Empörung hervorrief (queer.de berichtete), hat in einem weiteren Fall einem geouteten Priester noch keine neue Stelle zugewiesen.

Im März war der 42-Jährige durch einen Reporter der "Bild"-Zeitung geoutet worden, der sich sogar fotografieren ließ, wie er den Priester aus Halver (bei Hagen) mit Ausdrucken aus Gayromeo auf der Straße abfing (queer.de berichtete). Die Zeitung nannte den Profilnamen und Beschreibungen einiger Sexualpraktiken, die der dann rasch beurlaubte Priester online angeboten haben soll.

Im Ruhrgebiet gibt es Spekulationen, der Journalist habe sich von einem Bericht des vermutlich von der Piusbruderschaft verantworteten Portals kreuz.net inspirieren lassen. Das hatte Ende des letzten Jahres von sechzig "Höllen-Priestern" berichtet, die sich in einem Gayromeo-Forum für schwule Priester angemeldet hatten. Es wird sogar vermutet, dass kreuz.net sich in dem Club anmelden konnte oder auf andere Wege schwule Geistliche in dem Portal aufspürte und deren Identität weitergab.

Denn gleichzeitig zu dem Priester aus dem Bistum Essen wurde ein weiterer Geistlicher öffentlich geoutet, der sogar Sexpartys in einem Iserlohner Club betrieben haben soll. Er wurde direkt seines Amtes enthoben und konnte so in diesem Sommer nicht seine neue Stelle antreten - in Hagen. Kreuz.net überschrieb einen Artikel zu der Doppel-Enthüllung mit: "Die Homo-Jagd ist eröffnet: Jetzt wird der Sumpf trockengelegt".

Ende Juni veröffentlichte das Portal ein Gayromeo-Profil eines Priesters aus Lübeck. Der Bericht enthält ein Gesichtsbild sowie den Namen und die Adresse des Mannes. Und die Namen seiner direkten Vorgesetzten.

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Tags: katholische kirche, franz-josef overbeck, essen, oberhausen, hagen
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Die ersten:   
#1
13.08.2010
16:01:35


(+9, 9 Votes)

Von MIZ


Bevor Timm Johannes jetzt wieder schreibt:

Ja, wir wissen es! In der lutherischen Kirche würde es sowas niemals geben und im schwedischen Upsala hat eine Bischöfin unter Beifall der Kirchenbesucher sogar ihrer Lebensgefährtin öffentlich im Gottesdienst die Möse geleckt.....


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#2
13.08.2010
16:17:33


(+9, 9 Votes)

Von Mezzo


Bravo und lach @ MIZ

Nichtsdestotrotz wird es langsam eng für die Verbreitung des Wort Gottes für die katholische Kirche. Niemand will mehr Priester werden und die, die es gibt werden entlassen, weil sie schwul sind. Vielleicht überklegt die Kirche mal, dass dies früher ein relativ einfacher Weg war für Homosexuelle ein Leben ohne Familie führen zu können. Und bekanntlich bellen ja die getroffenen Hunde am Lautesten.


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#3
13.08.2010
16:18:31


(+4, 4 Votes)

Von remixbeb
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Antwort zu Kommentar #1 von MIZ


haha!!! Lach! Hast Recht. :-))


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#4
13.08.2010
16:46:44


(+6, 6 Votes)

Von FoXXXyness
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Soso, Priester treiben also auch auf Gayromeo ihr "Unwesen"! Mal sehen, welche Berufsgruppen man dort noch findet...


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#5
13.08.2010
16:49:06


(+6, 6 Votes)

Von stephan
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'Betroffener Vater' kann ja wohl nur als Witz gemeint sein oder mischt man sich in konservativen / CDU-Kreisen sonst auch in das Sexualverhalten von 34-jährigen Stiefkindern ein?

So schlimm die ganze Einstellung der röm.-kath. Kirche zur Homosexualität für die betroffenen Priester und sonstigen Kirchenmitarbeiter ist, man hat ja nach einem Theologiestudium nicht wirklich einen Beruf, der für viel anderes als das Priesteramt 'qualifiziert', so denke ist doch, dass es für die von dieser Diskriminierung betroffenen Personen ein wichtiger Schritt sein kann, sich von der Kirche zu distanzieren.

Ich selber habe in meinem Bekanntenkreis etliche schwule Priester und ich finde, dass das ständige Verstecken kein guter Weg ist. Viele werden daran krank und die Schuld liegt natürlich bei der Kirche. Da es aber naiv wäre, auf deren Änderung zu warten, sollten man vielleicht überlegen, was man mit seinem Leben außerhalb der Kirche noch anfangen kann.

Vier Beispiel:

1. Eine Freundin (Dipl.-Theol. und Dipl.-Rel.-Päd.) leidet sehr darunter, als Frau immer nur der Fußabstreifer in der kath. Kirche zu sein. In der Kirche ist der geweihte Priester - egal wie jung - gleich ihr vorgesetzt. Sie erwägt nun den Übertritt zur ev. Kirche und möchte dort Pfarrerin werden.

2. Ein Freund (ehemals bereits Dechant) hat sich zu seiner schwangeren Partnerin (ebenfalls bei der Kirche tätig) bekannt und alle Ämter hingeworfen, obwohl der zuständige Bischof das Ganze gerne unter den Tisch gekehrt und ihn in seinem Amt belassen hätte. Sie sind heute mit zwei Kindern sehr glücklich und es gab dann auch qual. Arbeit außerhalb der Kirche.

3. Ein Bekannter hat sein Priesteramt hingeschmissen, da die hierarchische Struktur der Kirche für ihn unerträglich war. "Ich hab einen Taxi-Schein und kann mich selber versorgen!" Auch er hat heute einen anderen Job und es geht ihm viel besser als zu der Zeit, als er Priester war!

4. Ein schwuler Freund war nur kurze Zeit Priester, lernte dann seine große Liebe kennen und hat die vermeintliche Karriere an den Nagel gehängt! Er hat Psychologie studiert und arbeitet heute glücklich in diesem Beruf, betreut gelegentlich Ex-Kollegen, die den Absprung nicht geschafft haben.

Auch mein Lebenspartner ist schon sehr früh zur ev. Kirche konvertiert und arbeitet als Pfarrer und Schulseelsorger. Und ich habe nach fast vier Jahren die 'Mönchskutte' abgelegt. Das war allerdings überhaupt nicht dramatisch, da ich kein Theologe bin, sondern einen Beruf habe, der im 'zivilen' Leben viel besser einsetzbar ist.

Es gibt ein Leben außerhalb der Kirche - und nach meiner Einschätzung ist es sogar das besser - auch wenn man vielleicht mit sehr geringen Gaben in der Kirche sehr leicht Karriere machen könnte. Aber was nützt es, wenn man krank daran wird, ein solches System vertreten zu müssen!

Für mich ist das System der röm.-kath. Kirche absolut krank und krankmachend!





Viel besser finde ich es, wenn man dazu


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#6
13.08.2010
17:48:09


(+6, 6 Votes)

Von said


wenn ich das so lese ist der Stiefsohn von dem Bürgermeiter auch schwul oder was macht er sonst auf der Seite


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#7
13.08.2010
18:22:45


(+6, 6 Votes)

Von stromboli
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Antwort zu Kommentar #1 von MIZ


krrrrrrrrrrrreisch!
da rutscht mir ja der finger von der taste!

zum lachen auch die ausdeutung unseres cdu-sprachwissenschaftlers aus oberhausen
frühstückssex im bett...

was der 34jährig heranwachsende eigentlich seinen vater in seinem PC rumstöber lässt..
nächste lachsalve!
Da scheint sich eine familie gesucht und gefunden zu haben... wechselt der pappi dem sohnemann noch die windeln??


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#8
13.08.2010
18:41:27


(+6, 6 Votes)

Von stromboli
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von said


die frage ist: was macht der bürgermeister im zimmer seines sohnes auf einer schwulen seite?
Haggart und co lässt grüssen!

aber es geht auch so..:
 Youtube-Video:
Little Britain USA - Putzfrau "Auf der Toilette" German Folge 3




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#9
13.08.2010
18:55:23


(+3, 3 Votes)

Von Emily Howard
Antwort zu Kommentar #8 von stromboli


 Youtube-Video:
Little Britain USA - Emily Howard bei der Polizei - German


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#10
13.08.2010
19:46:55


(+5, 7 Votes)

Von ImanuelCortez
Aus Karlsruhe (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 11.08.2010


..ähm sorry.. aber wenn ich als katholischer Priester die Nerven besitze ein Profil auf der , für jedermann zugänglichen Seite Gayromeo habe, dann hätte man doch auch einfach den Schritt die ganze Priesterscheisse hinzuwerfen nicht übergehen dürfen ! Die verdienen nicht schlecht - genug Zeit & Geld um sich im Selbstfindungsprozess Freiräume zu schaffen & sich dann zu outen. Danach kann man doch gerne sein Gayromeoprofil haben & seine (volljährigen) Glaubensbrüder durchrammeln.. Die Piusbruderschaft macht so langsam ernst mit der Schwulenverfolgung (natürlich auch in den eigenen Reihen..) Also sollten mal alle Klemmschwestern den Selbstreinigungsprozess ankurbeln bzw ihre Neigung gemäß dem Zölibat mit sich selbst ausmachen..Alles andere ist doch nur Heuchelei & zum kotzen !


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