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Erregt Angestellte im Rathaus von Roskilde: "Kurt und Anders"

Ein im Rathaus augestelltes Kunstwerk, das zwei Spielzeugfiguren beim Analsex zeigt, hat im dänischen Roskilde für einen heftigen Skandal gesorgt.

Angestellte der Abteilung für soziale Dienste forderten die sofortige Entfernung der Fotografie des Künstlers Svend Ahnstrøm, die ein schwules Paar Duplofiguren zeigt, das sich grinsend in einem Park vergnügt. Das Bild wurde vom Künstler "Kurt und Anders" genannt.

Andere Fotografien der Ausstellung zeigen Duplofiguren, die als Hitler, Saddam Hussein und Osama Bin Laden zurechtgemacht sind, auch Hannibal Lector ist präsent. Gezeigt werden aber auch Alltagspersonen oder Menschen in Arbeitskluft, etwa ein Soldat oder ein Richter.


Stört niemanden: Duplo-Hitler

Der Stadtrat von Roskilde sowie der örtliche Kunstverband, der die Ausstellung organisiert hat, sprachen sich trotz der Beschwerden gegen die Abnahme des Kunstwerkes aus. Sie begründen dies mit der in Dänemark herrschenden Meinungsfreiheit. "Wir werden im Nachhinein nichts zensieren", stellte die Präsidentin des Kunstverbands, Annette Hvidberg, klar.

"Wir haben Meinungsfreiheit in Dänemark", sagte der kommunale Verwaltungschef Henrik Kolind. "Kunst ist ja auch dazu da, Debatten auszulösen." Beschwert hatte sich auch das Jugendamt und das Bürgerbüro.

Der Künstler selbst wunderte sich über die Aufregung: "Es ist schwer zu glauben, das sich im heutigen Dänemark noch Menschen durch so etwas belästigt fühlen", sagte Svend Ahnstrøm. Der 58-Jährige ist sich sicher, dass ein Bild eines heterosexuellen Duplofiguren-Paares keinesfalls einen solchen Aufruhr verursacht hätte.

Die Ausstellung ist noch bis Ende August im Rathaus von Roskilde zu sehen. Die Stadt hat rund 47.000 Einwohner und ist rund dreißig Kilometer von Kopenhagen entfernt.

Auf der Homepage des Künstlers kann man sich weitere Duplo-Motive ansehen, darunter eine ganze Gay Collection, deren Bilder man auch als Icon für soziale Netzwerke nutzen kann. (cw)



26 Kommentare

#1 TimmometerProfil
#2 FloAnonym
  • 21.08.2010, 15:20h
  • Aha, Hitler, Saddam Hussein und Osama Bin Laden sind also okay, aber Schwule nicht...

    Und ich halte jede Wette:
    würde da ein Heteropärchen beim Sex gezeigt, würden dieselben, die sich jetzt beschweren, johlend davor stehen und Spaß daran haben.

    Das zeigt, dass selbst in relativ liberalen Staaten wie Dänemark noch viel Arbeit vor uns liegt.
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#3 vingtans
  • 21.08.2010, 15:25h
  • also fassen wir zusammen.

    hitler,saddam,bin laden und poppende schwule?!
    welche intention hat den denn das kunstwerk?

    gesellschaftliche "rand"phänomene und extreme meinungen werden mit kinderspielzeug dargestellt?!

    wozu??..um klar zumachen das unsere gesellschaft,und auch die kinder,bedroht sind?

    und homosexualität soll so als bedrohung dargestellt werden?!...

    oder soll durch das spielzeug deutlich gemacht werden,dass extremisten und schwule "scheinbar doch friedlich" sind,zumindest einen friedlichen kern haben???

    man möge mir mal bitte die intention erklären?
    was sollen schwule duplo figuren neben hitlerfiguren???
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 21.08.2010, 15:47h
  • Und ich dachte es geht um die längste Praline der Welt! Dabei ist Dänemark ja das Heimatland von Lego & Co.
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#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
#6 Gandalf the GayAnonym
#7 ninjatoon72Profil
  • 21.08.2010, 17:36hOldenburg
  • Wir sollten uns darüber im klaren sein, wenn jemand sagt, dass er Homosexualität total in Ordnung findet, damit eigentlich nur seine klischeehaften Vorurteile meint. Also allgemein tuckiges Verhalten und immer gut gestylt.

    Das es eigentlich in erster Linie um Sex geht ist den meisten gar nicht so bewusst und da liegt der Knackpunkt.
    Die meisten Heteros (gerade Konservative) haben im allgemeinen ein Problem mit Sex an sich. Man sollte sich nicht davon täuschen lassen, dass viele Männchen schon von ihren Tittenabenteuer erzählen können ohne dabei rot zu werden.
    In diesem Fall ist es ja wohl so, dass das zwei Spielzeutfiguren sind die gar keine Genitalien besitzen um überhaupt zu penetrieren. Alles findet nur in der Fantasie des Betrachters statt. Und was kann der Künstler denn dafür das einige Leute halt nichts anderes im Kopf haben als immer nur sex, sex und homosex. (wieder eher die Konservativen). Ich glaube diese Leute sind einfach nur untervögelt. Ich frage mich manchmal mit welcher Technik sich solche Leute eigentlich Fortpflanzen. (mit Sex anscheinend nicht)
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#8 Tim JohannesAnonym
  • 21.08.2010, 21:22h
  • Mich hat dieser Bericht aus Dänemark sehr getroffen. Eigentlich sind die skandinavischen Länder bekannt für ihre Toleranz. Man merkt auch hier, wie sich der schlechte Einfluss der katholischen Kirche ausbreitet. Dabei ist die lutherische Kirche skandinavischer Prägung ganz besonders homofreundlich und allgemein sexualitätsbejahend. So gibt es im schwedischen Stockholm mit Anne Brunne eine lesbische Frau im Bischofsamt.
    Frau Brunne hat in diesem Sommer sogar erstmals einen Nackt-Gottesdienst für FKK-Anhänger im Dom von Stockholm gefeiert. Der Gottesdienst war sehr gut besucht und schwule Medien aus Schweden berichten, dass viele Männer, die man sonst in den Cruising-Parks von Stockholm sehen würde, dabei waren. Ich finde, dass die lutherische Kirche hier sehr eindrucksvoll zeigt, wie man mit adäquaten und innovativen Angeboten schwule Männer in die Gemeinschaft der Christenheit integrieren kann.
    Deshalb bin ich auch froh, dass ich Mitglied der lutherischen Kirche bin und schon lange dem katholischen Glauben abgeschworen habe.
    Ich kenne keine Kirche, die demokratischer und offener wäre.
    Ich könnte mir gut vorstellen, dass Bischöfin Anne Brunne ins dänische Roskilde fährt, um dort in diesem Streit zu vermitteln. Wie ich diese charismatische Bischöfin kenne, wird sie es schaffen, dass noch fünf weitere kopulierende Duplo-Homo-Paare unterschiedlicher Stellungen in der Ausstellung gezeigt werden dürfen. Diese Frau hätte auch kein Problem damit, die Duplo-Figuren in der Weihnachtskrippe des Stockholmer Doms aufzustellen. Deshalb bin ich wirklich sehr, sehr froh, dass ich der lutherischen Kirche angehöre!
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#9 Liedel
  • 22.08.2010, 01:40h
  • @Tim

    "Ich könnte mir gut vorstellen, dass Bischöfin Anne Brunne ins dänische Roskilde fährt, um dort in diesem Streit zu vermitteln."

    Bin fassungslos. Die heißt Eva Brunne. Oder hat die etwa ne Zwillingsschwester, die auch Bischöfin ist und ab jetzt hier auch dauerbelobhudelt werden muss *kotz*
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#10 stromboliProfil
  • 22.08.2010, 09:07hberlin
  • Antwort auf #8 von Tim Johannes
  • Tim Johannes , ein wirklich vorbildlicher beitrag zur integration !
    Endlich auch mal ein wertfreier, alle seiten beleuchtender bericht von der seelsogerischen tätigkeit im evangelischen umfeld...
    Wir können nur hoffen das auch in deutschland endlich solch vorbildliche strukturen eingeführt, und der homosexuelle zugang zu öffentlichen veranstaltunngen bekommt die zeigen , wir sind teil des ganzen!
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