Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?12628

Demonstranten in Dublin

In Dublin sind am Sonntag 3.000 Menschen auf die Straße gegangen, um für die Öffnung der Ehe zu demonstrieren - die Regierung will derzeit nur eingetragene Partnerschaften einführen.

Die Demonstranten zogen vom Rathaus zum Justizministerium, das nach langen Verhandlungen einen Gesetzentwurf zur Einführung von "Civil Partnerships" erstellt hatte, das Mitte Juli von einer Parlamentskammer verabschiedet wurde (queer.de berichtete). Organisiert hat die Protestaktion die Homo-Gruppe LGBT Noise.

Die Homo-Aktivisten beklagen, dass das Gesetz - ähnlich wie in Deutschland - Homo-Paaren zwar praktisch alle Pflichten, aber nur eine begrenzte Anzahl von Rechten gewährt. Insgesamt 300 Rechte, die heterosexuellen Ehepaaren gewährt werden, wollen die Gesetzgeber Homo-Paaren verweigern, erklärte Organisator Max Krzyzanowski. So würden schwule und lesbische Lebenspartner etwa beim Adoptionsrecht wie Fremde behandelt werden. Das "Civil Partnerships Act" solle Schwule und Lesben nur "ruhigstellen", zementiere aber ihren Status aber als "Bürger zweiter Klasse", so die Organisatoren. Der britische Homo-Aktivist Peter Tatchell hat den Gesetzentwurf deshalb bereits vor einem Jahr als "sexuelle Apartheid" bezeichnet (queer.de berichtete).

Irland galt lange Zeit als gesellschaftlich äußerst konservatives Land. Homosexualität ist erst seit 17 Jahren legal, das Verbot der Scheidung wurde vor 15 Jahren aufgehoben. Noch heute sind Abtreibungen in so gut wie allen Fällen verboten, so dass betroffene Frauen ins benachbarte Großbritannien ausweichen müssen. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in den 1990er und 2000er Jahren befürworten mehr und mehr Iren die gesellschaftliche Liberalisierung. So spricht sich eine klare Mehrheit inzwischen für die Anerkennung von Homo-Partnerschaften aus. Als einzige große politische Organisation wehrt sich die katholische Kirche gegen die Einführung von eingetragenen Partnerschaften, weil diese die Religionsfreiheit verletzen würde. (dk)



#1 FloAnonym
  • 23.08.2010, 14:20h
  • Sehr richtig!

    Eingetragen Partnerschaften sind nur vorübergehende Notlösungen - echte Gleichstellung kann nur ein gleiches Rechtsinstitut für alle bieten.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 REINIBEARProfil
  • 23.08.2010, 14:49hFrankfurt
  • MAN STELLE SICH DAS FÜR DEUTSCHLAND VOR - SCHULE DEMONSTRIEREN FÜR DIE GLEICHSTELLUNG !!!!!
    UNDENKBAR... ;-)
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Florian WillAnonym
  • 23.08.2010, 15:11h
  • "Irland galt lange Zeit als gesellschaftlich äußerst konservatives Land. Homosexualität ist erst seit 17 Jahren [EGAL], [...]"

    ??? nicht legal?
  • Antworten » | Direktlink »
#4 SkandalrepublikAnonym
  • 23.08.2010, 15:24h
  • Antwort auf #2 von REINIBEAR
  • *LOL* oder besser *COL* (crying out loud)...

    Gibt's eigentlich irgend jemanden, der in den aktuellen fadenschenscheinigen, verlogenen Medienberichten über die "Gleichstellung bei der Erbschaftssteuer" auch nur ansatzweise und vor allem wahrnehmbar diese Forderung erhebt?

    Vielleicht mal mit Verweis auf andere europäische und nichteuropäische Länder, die das in diesem Jahr oder schon viel länger gemacht haben?

    Nicht ein einziges Wort von irgend jemandem in den Massenmedien, das darauf hinweist, dass jede Benachteiligung schon seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Oktober faktisch verfassungswidrig ist. Das war eben ein Urteil, das mit seiner Begründung bereits ganz klar gesagt hat, dass die jetzt wieder von christlichen Hassverbreitern ins Feld geführten "Argumente" allesamt vor dem Grundgesetz obsolet sind.

    Völlig egal, wird alles ignoriert von den "demokratischen" Medien. Schließlich will man Schwule und Lesben so lange wie nur irgend möglich auch in diesem Punkt wie Untermenschen behandeln. Deutschland bleibt seiner nationalen Tradition treu, bis auch noch der letzte Betroffene vors Bundesverfassungsgericht gezogen ist.

    Menschenverachtend ist noch ein Euphemismus für das, was diese christliche Regierung da mit tatkräftiger Unterstützung durch die Massenmedien abzieht.

    Aber juckt's irgendwen? Die schwul-lesbische Community selbst will offenbar mit aller Macht ihren Spitzenplatz der Sündenböcke behalten, die die Eliten für die nächsten Krisen brauchen. Wie sonst kann man es erklären, dass wir mit Dutzenden CSDs mit Millionen Teilnehmern noch nicht einmal ein paar grundlegende Botschaften rüberbringen (z. B. auch Hassreden und homophobe Sprache im Alltag unter Strafe zu stellen)???!!!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 23.08.2010, 18:20h
  • Nun gehen auch Irlands LGBT-Aktivisten auf die Straße und sie verdienen die volle Unterstützung! Mal sehen, ob die Kathollische Kirche auch da mit ketzerischen Kampagnen das Ganze "untermalen" werden! Immerhin sind Irland und Mexiko ja zwei erzkatholische Staaten!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 GAYmany Anonym
#7 IgorAnonym
#8 Tinnitus IesusAnonym
  • 24.08.2010, 03:19h
  • Irland ist ein katholisches Land und ich kann jedem nur empfehlen seine Kirchensteuer an die evangelische Kirche zu zahlen und nicht die RKK! Denn in dem EKD- Dokument "Mit Spannungen leben" werden homosexuelle Handlungen nicht als Sünde bezeichnet, es gibt sogar Partnerschaftssegnungen und die schwulen Pfarrer dürfen mit ihrem Partner im Pfarrhaus wohnen und es gibt natürlich die offen lesbische Bischöfin Eva Brunne in Schweden, die mit ihrer Partnerin in einer Regenbogenfamilie lebt und deren Kind immer so süß auf dem Pfarrhof spielt. Also austreten und übertreten in eine bessere Kirche, die evangelische Kirche z.B. oder die altkatholische.

    Und wenn ich euch das alles solange eintrichtern muss bis ihr nen Jesus- Tinnitus habt
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Igor84Profil
  • 24.08.2010, 03:26hIserlohn
  • Ich muss sagen, ich bin schon etwas stolz auf meine Freunde in Dublin (von denen ich ein paar auf dem Foto zum Bericht wiedergefunden habe) Wenn man bedenkt, wie lange Homosexulität in Irland erst legal ist, ist es schon ein gewaltiger Schritt, dass sie die eingetragene Partnerschaft schon erreicht haben und sich damit auch nicht zufrieden geben!
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Timm JohannesAnonym
  • 24.08.2010, 12:04h
  • Erstmal ist es erfreulich, das zu Januar 2011 dann auch landesweit in Irland Lebenspartnerschaften am Standesamt geschlossen werden können und diese weitestgehend die gleichen Rechte und Pflichten einer Ehe haben. Dann hat Irland sogar Deutschland gesellschaftlich überholt, da bekanntlich in Deutschland insbesondere in der Einkommenssteuer weiterhin massiv finanziell diskriminiert wird.

    Erfreulich war auch, dass sämtliche Parteien im irischen Parlament die Einführung der Lebenspartnerschaft unterstützt haben.

    ---

    Und das die katholische Kirchenleitung dagegen war, ist nichts Neues. Das kann man in allen katholisch geprägten Ländern beobachten, denn jede Stärkung der homosexuellen Beziehungen gefährdet zugleich den Zulauf homosexueller Singles in das zölibatäre Singlepriestertum. Die katholische Kirchenleitung wäre gut beraten, endlich Ihren Priestern im Privatleben freizustellen, ob sie als Single oder in einer Beziehung leben wollen. Das Pflichtzölibat dort gehört geöffnet, aber das wird weiterhin stur in Rom blockiert.
  • Antworten » | Direktlink »