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Caster Semenya bei ihrem WM-Sieg 2009 (Bild: Wiki Commons / Erik van Leeuwen, Harlock81 / GFDL)

Erstmals seit einem Jahr startete die Südafrikanerin Caster Semenya wieder in einem internationalen Wettbewerb. Sie war siegreich, aber ihre unterlegenen Konkurrentinnen beschweren sich nun, dass sie sei keine "echte Frau" sei.

Semenya gewann am Sonntag beim Internationalen Sportfest in Berlin den Wettkampf über 800 Meter - ein Jahr, nachdem sie auf gleicher Distanz an gleicher Stelle die WM-Goldmedaille gewann. Danach musste sie zwangsweise pausieren, da sie verdächtigt wurde, ein biologischer Mann zu sein (queer.de berichtete). Die Sperre wurde im Juli nach einem Geschlechtstest wieder aufgehoben, die Ergebnisse der Tests sind allerdings geheim.

Mehrere Konkurrentinnen kritisieren den Auftritt der 19-jährigen Südafrikanerin, die während ihrer Sperre praktisch nicht trainiert hat: "Für mich ist sie ein Mann", erklärte nach Angaben des "Daily Telegraph" etwa die drittplatzierte Elisa Cusma Piccione aus Italien.

Die Kanadierin Diane Cummins, im 800-Meter-Rennen auf Platz acht, kritisierte das Ende der Sperre durch den internationalen Leichtathletikverband scharf: "Selbst wenn sie eine Frau ist, ist sie am Rande des Zulässigen", erklärte die 36-Jährige. "Aus dieser Sicht fühlen wir uns so, als ob wir gegen einen Mann anrennen." Da sie mehr männliche Hormone habe, könne keine "echte Frau" gegen sie gewinnen, ist sich Cummins sicher.

Semenya intersexuell?

Intersexuelle Aktivisten kritisieren den Umgang mit Semenya. "Es ist klar, dass sie eine Frau ist, aber vielleicht nicht zu 100 Prozent", erklärte etwa Daniela Truffer gegenüber news.de. Intersexualität bedeutet, dass ein Mensch nicht eindeutig dem weiblichen oder männlichen Geschlecht zugeordnet werden kann. Truffer geht davon aus, dass Semenya "öffentlich kaputt gemacht wurde": "Das spiegelt den Umgang mit Intersexuellen im Allgemeinen. Wenn man offener damit umgehen würde und anerkennen würde, dass es solche Menschen gibt, dann würde sich etwas ändern", erklärte sie. Der Sport müsse einen Weg finden, menschenwürdig mit Intersexuellen umzugehen.

Nach Angaben der Intersex Society of North America tragen mehr als ein Prozent der Neugeborenen Anzeichen beider Geschlechter. (dk)



#1 eMANcipation*Anonym
  • 24.08.2010, 13:42h
  • Hier offenbart sich mal wieder das wahre Gesicht einer durch und durch menschenverachtenden Gesellschaft, die immer noch und noch lange nicht begriffen hat, dass es viele Geschlechter gibt!

    Dass Zweigeschlechtlichkeit in der herrschenden Form nichts anderes ist als eine soziale Konstruktion, die es endlich zu durchbrechen gilt.

    Zwangsverstümmelungen physischer und psychischer Natur von Menschen, die in dieses ideologische Konstrukt nicht hineinpassen, müssen endlich unterbunden und unter Strafe gestellt werden!
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 24.08.2010, 15:11h
  • Es gab in den Medien vereinzelte Berichte über das Thema Intersexualität. Es lief im Fernsehen sogar bereits eine Doku (ich weiß aber leider nicht mehr den Titel), in der intersexuelle Menschen über ihr Leben interviewt wurden.

    www.youtube.com/watch?v=ejsXN3YYkLw

    Das Resultat ist meistens eine Angleichung an das biologische Geschlecht (Mann ud Frau), allerdings sind die meisten mit ihrer Rolle unzufrieden und müssen sich monatelangen Psychotherapien über ihre Persönlichkeit unterziehen. Mit Frau Caster Semenya ist das Thema wieder im Mittelpunkt.
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#3 ZwischengeschlecAnonym
  • 24.08.2010, 16:43h
  • Liebe Leute von Queer.de

    Vielen Dank, dass ihr über die menschenunwürdige Behandlung von als Zwitter verdächtigten Sporterlinnen durch die internationalen Sportverbände berichtet.

    Leider zitiert ihr mich dabei aber falsch beziehungsweise legt mir ein Zitat ausgerechnet von IAAF-Generalsekretär Pierre Weiss in den Mund. Dieser war es, der auf news.de zitiert wird mit:

    "Es ist klar, dass sie eine Frau ist, aber vielleicht nicht zu 100 Prozent"

    Caster Semenya ist zu 100% eine Frau, weil sie sich laut ihren Aussagen immer als Frau fühlte und als solche aufgewachsen ist.

    Ob sie gleichzeitig eine körperliche Besonderheit hat, die ihr vielleicht einen unfairen Vorteil verschaffen könnte (was das IAAF inzwischen verneinte), steht auf einem anderen Blatt.

    Unsere Stellungnahme zum Thema:

    blog.zwischengeschlecht.info/post/2010/08/20/IOC-IAAF-Genita
    lverstuemmler


    Liebe Grüsse

    Daniela Truffer / Zwischengeschlecht.org
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#4 alexander
  • 24.08.2010, 17:10h
  • ist doch aber nett, wie sich die konkurrentinnen verhalten ! zum kotzen !
    vor allem warum werden die ergebnisse der untersuchung nicht veröffentlicht, aber das startverbot aufgehoben ?
    wenn es ein geschlechtliches problem gibt, dann bitte offenlegen, nur so lässt sich eine lösung finden ! was dann ja auch sehr nötig wäre, um solchen alberne diskriminierungen vorzubeugen !
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#5 FelixAnonym
  • 24.08.2010, 18:44h
  • Eine junge Frankfurter Wissenschaftlerin hat Ihre Doktorarbeit zum Thema Intersexualität verfasst und dafür vor kurzem sogar den ersten Preis des Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung bekommen:

    www.fr-online.de/frankfurt/campus/leben-in-der-zwischenwelt/
    -/4491992/4529290/-/index.html


    Sie kritisiert hier auch die bisherige Praxis der Zweigeschlechtlichkeit im Geburtenregister und dass minderjährige Intersexuelle zu einem Geschlecht gegen ihren Willen umoperiert werden, da dies dem Recht auf körperliche Unversehrtheit entgegensteht. Vielleicht kann Queer.de ja mehr zu diesem Thema berichten?
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#7 Aramis
  • 24.08.2010, 19:54h

  • Ich kann beide Seiten gut verstehen, auch das man durch eine Veröffentlichung der Untersuchungsberichte Frau Semenya nicht noch weiter diskriminieren möchte...
    Allerdings, wenn sie biologisch zwischengeschlechtlich ist und testosteronbildende Hoden besitzt, hat sie gegenüber eindeutig weiblichen Sportlerinnen einen unlauteren Vorteil. Jede Bio-Frau, die sich Testosteron spritzen lässt, wird wegen Dopings gesperrt...

    Das die Ergebnisse nicht öffentlich gemacht werden, bleibt weiterhin der Verdacht, das Frau Semenya einen natürlich erhöhten Testosteronwert hat...
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