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Nadja Benaissa bei einem Auftritt 2008 (Bild: Arne List / flickr / by-sa 2.0)

Kurz vor der Urteilsverkündung hat die Deutsche Aids-Hilfe bekräftigt, dass "No Angels"-Sängerin Nadja Benaissa keine Bestrafung verdient hat.

Die 28-Jährige steht derzeit in Darmstadt vor Gericht, weil sie zwischen 2000 und 2004 mit Männern ungeschützten Sex gehabt haben soll, ohne ihnen ihre HIV-Infektion offen zu legen. Zum Start der HIV-Selbsthilfekonferenz "Positive Begegnungen" in Bielefeld, zu der 500 Teilnehmer erwartet werden, erklärte die Organisation, dass jeder einzelne für seine Gesundheit verantwortlich sei: "Die DAH hatte immer wieder die Stigmatisierung der Künstlerin und die pauschale Kriminalisierung HIV-Positiver verurteilt und angemahnt, die HIV-Prävention nicht einseitig nur den positiven Menschen aufzubürden", heißt es in einer Stellungnahme.

No-Angels-Sängerin hatte "nie wirklich eine freie Wahl"


Benaissa (links) mit ihren Bandkolleginnen (Bild: Arne List / flickr / by-sa 2.0)

Auch die Schweizer Aidshilfe-Gruppe LHIVE kritisiert die Kriminalisierung der Künstlerin: "Frau Benaissa hatte nie wirklich eine freie Wahl, ob und wie sie ihre Infektion kommunizieren möchte. Die Angst vor der sozialen Ächtung, insbesondere ihrer Tochter, und die Angst vor Vorurteilen, Diskriminierung und den ökonomischen Folgen daraus waren stärker", so die Gruppe aus Hölstein im Kanton Basel-Land. "Nicht der eigene 'falsche Umgang mit der Infektion', sondern der 'falsche Umgang mit den Infizierten' ist der Grund für das Schweigen im entscheidenden Moment."

Das Urteil gegen Benaissa wird am Donnerstag erwartet. Die 28-Jährige ist wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt: Ein 34-jähriger Mann, der auch als Nebenkläger auftritt, beschuldigt die Sängerin, ihm mit dem HI-Virus angesteckt zu haben. Gutachter Josef Eberle bestätigte am Mittwoch, dass Benaissa mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ... die Quelle für die Infektion" des Mannes war. Die Staatsanwaltschaft forderte daraufhin eine zweijährige Bewährungsstrafe für Benaissa. (dk)



Nachdenken über Nadja B.

Die Bundestagsabgeordnete Barbara Höll (Die Linke) befürchtet, dass die Verurteilung von Nadja Benaissa negative Folgen für die HIV-Prävention haben könnte.
Bewährungsstrafe für Benaissa

Das Amtsgericht Darmstadt hat die "No Angels"-Sängerin zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt, weil sie einen Mann bei ungeschütztem Sex mit dem HI-Virus angesteckt hat.
Prozess gegen No-Angels-Sängerin beginnt

Nadja Benaissa hat gleich zu Beginn des Prozesses in Darmstadt zugegeben, ihre Verantwortung als HIV-Positive beim Sex mit Partnern vernachlässigt zu haben.
#1 Mister_Jackpot
  • 25.08.2010, 12:54h
  • Ich erwarte vom Gericht auch einen Freispruch, da das angebliche Opfer seine Infektion selbst zu verschulden hat. Warum lernen Typen nicht, dass man nicht einfach so mit Leuten ungeschützten Sex hat, vor allem wenn man sie nicht näher kennt. Und hinterher belastet der auch noch Gerichte und uns als Steuerzahler mit seiner eigenen Dämlichkeit. Bei allem Verständnis für seine Verbitterung. Allerdings frag ich mich doch, ob das nicht ein typisches Phänomen bei Hetero Typen ist, die denken in der Heterowelt gäbe es kein HIV/Aids. Ich halte diesen ganzen Prozess im Übrigen für extremst frauenfeindlich.
    Auch wenn ich mich wiederhole...warum hat nur der HIV Positive immer die Verantwortung etwas zu sagen? Damit wird man als Positiver doppelt bestraft und das halte ich ganz klar für ungerecht. Schläft man mit jemandem, den man kaum kennt gilt grundsätzlich einen Gummi zu benutzen... wer das nicht tut muss sich über die Folgen nicht wundern.
    Ich pflichte daher den AIDS Hilfen hier klar bei...aber als schwuler Mann hat man da sicherlich sowieso mehr Feingefühl als ein Heteromann (obwohl es auch unbelehrbare Schwule gibt!), dem es wichtig ist möglichst viele "Tussis" zu kanllen, um als geiler männlicher Machohengst zu gelten...natürlich immer ohne Gummi...denn alles andere wäre ja nicht "gefühlsecht"... das ist ja leider das häufigste Argument bei Hetero Typen um ungeschützten Sex zu rechtfertigen.
    Ich gehe trotz allem davon aus, dass zumindest eine Bewährungsstrafe dabei rauskommt, auch wenn ich damit nicht einverstanden wäre, da es HIV Positive de facto kriminalisiert.
    Ja Ja unser "aufgeklärtes" Deutschland halt...*kotz
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#2 fremdgeherAnonym
  • 25.08.2010, 13:07h
  • Antwort auf #1 von Mister_Jackpot
  • "Ich halte diesen ganzen Prozess im Übrigen für extremst frauenfeindlich."

    Denkst du etwa, der wäre genau so, höchstwahrscheinlich noch viel, viel empörter, nicht auch gegen Männer geführt worden?

    Vor allem wenn es um die liebe "Moral" geht, sind es in der Regel Frauen, die den Ton angeben in dieser Gesellschaft.

    Verlogen und falsch ist es natürlich so oder so.
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#3 genervtAnonym
  • 25.08.2010, 13:39h
  • Antwort auf #2 von fremdgeher
  • Genau, deswegen verdienen Frauen auch in fast allen Branchen für die gleiche Arbeit immer noch weniger als Männer, weil sie so tonangebend sind.
    Und die Moralanstalt vom Dienst: Kirche, ist ja auch vollgestopft mit Frauen in Führungspositionen.
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#4 MoralAnonym
  • 25.08.2010, 13:40h
  • Ja, aber es ist doch nur wirklich FAIR, wenn man jemanden davon in Kenntnis setzt und entscheiden lässt, ob man dann trotzdem Sex haben will.
    Selbst wenn ich eine starke Erkältung habe, sage ich doch jemanden - ist natuerlich sichtbarer -, dass es momentan ungünstig ist und man eben nicht anstecken möchte.
    Natürlich hätte sich auch der Typ überlegen müssen, ob es nicht besser ist, bei jemanden, den man offensichtlich kaum kannte, Prävention zu betreiben. Bei solchen One Night Sachen spielt allerdings generell der Verstand oftmals nicht gerade eine Hauptrolle...
    Klar, wenn es keine Offenbarungspflicht gibt, kann man auch nicht bestraft werden. Es ist dann allenfalls unmoralisch.
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#5 Mister_Jackpot
  • 25.08.2010, 14:03h
  • Antwort auf #4 von Moral
  • Dann könnt man umgekehrt vom negativen aber auch verlangen, dass er vorher fragt, ob er sich bei ungeschütztem Verkehr eventuell anstecken könnte....ich frag nochmal: Wieso bestht mehr Verantwortung für den/die Postiven? Zumal es überhaupt gar keine Frage sein sollte, ob man Gummis benutzt.... das sollte selbstverständlich sein. Natürlich trägt sie auch Verantwortung....aber der Partner trug nicht weniger Verantwortung. Ausserdem gehört so etwas überhaupt gar nicht strafrechtlich bewertet, da es eine eigenständige freiwillige Entscheidung beider Partner war! Niemand wurde zu irgend etwas gezwungen!!!!!
    Ein Sexsklave kann sich ja hinterher auch nicht über die Verletzungen durch Peitschenhiebe beschweren, wenn er sie vorher selber eingefordert hat. Das wäre ja absurd....aber mich erschreckt, dass unsere Gesellschaft grösstenteils immer noch die Positiven alleine an den Pranger stellt. Lest euch mal die Kommentare bei Welt Online zu dem Thema durch....da wird mir ganz anders....
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#6 GastGastGastAnonym
  • 25.08.2010, 14:09h
  • Also ich finde schon, daß auch ein HIV-Infizierter die Pflicht hat mit seiner Erkrankung verantwortungsvoll umzugehen. Insofern hat er meiner Meinung nach schon die Pflicht seinem Sexpartner diese enorm wichtige Information zu geben, bevor er mit dem ungeschützt ins Bett steigt.

    Selbstverständlich hat der Mann genauso seinen Anteil an seiner Erkrankung, weil er sich ganz freiwillig auf den ungeschützten Sex eingelassen hat, er da zu nichts gezwungen wurde.

    Es ist einfach blödsinnig die Schuld jetzt nur einem der beiden Beteiligten aufzubürden, denn BEIDE haben sich da falsch verhalten. Hätte er auf ein Gummi bestanden, dann wäre er jetzt wohl nicht positiv, hätte sie vorher was gesagt, dann allerdings wohl auch nicht.

    Insofern wäre es meiner Meinung nach nur folgerichtig, wenn sie für ihren Anteil auch zur Verantwortung gezogen würde, was nicht heißt daß ich sie für Jahre hinter Gitter bringen würde. Aber wenn sie komplett freigesprochen würde, dann fände ich das auch nicht gerecht.
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#7 predigerAnonym
  • 25.08.2010, 14:25h
  • Antwort auf #4 von Moral
  • wirklich FAIR wäre es, wenn man über seine hiv-infektion berichten könnte, und

    - man keine stigmatisierung und berufliche und/oder private nachteile zu befürchten hätte

    - man nicht auf übertrieben panische vorstellungen davon träfe, was hiv heute bedeutet

    - man als hiv-positiver nicht der EINZIGE wäre, von dem irgendjemand erwartet, dass er über seine persönlichen "risikofaktoren" redet

    - man auf eine angemessene diskretion seines gegenübers zählen könnte

    - das wissen vorausgesetzt werden könnte, dass die virenlast bei einem gut behandelten hiv-positiven i.d.r. extrem gering ist

    - das thema hiv generell weniger hysterisiert wäre

    - das reden über die verantwortung der wissentlich hiv-positiven nicht fast IMMER dazu führen würde, dass die verantwortung der UNWISSENTLICH infizierten oder einfach nur leichtsinnigen komplett ausgeblendet wird.

    solange all das aber der fall ist, können wir realistischerweise nicht erwarten, dass wissentlich hiv-positive jedem in jeder situation über ihre infektion berichten. natürlich sind ehrlichkeit und offenheit tugenden, an denen wir festhalten sollten. wir sollten aber ebenso sehen, dass eine von vielerlei vorurteilen und verzerrten sichtweisen geprägte welt es oft schwer macht, immer tugendhaft zu sein.

    kritik an der (un)ehrlichkeit des einzelnen ist für mich deshalb nur dann fair, wenn gleichzeitig ein kritischer blick auf die gesellschaftliche situation gerichtet wird.
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#8 anonymusAnonym
  • 25.08.2010, 14:32h
  • Sie werden beide die Konsequenzen in ihrem Leben tragen.
    Er - wird für den Rest seines Lebens HIVinfiziert sein und möglicherweise schlimme Krankheiten und viel Unheil und Diskrimminierung erdulden.
    Sie - wird für den Rest ihres Lebens wissen daß sie jemanden infiziert hat und ihr Name, Ihr Gesicht wird immer mit der Bedeutung "Virenschleuder" behaftet sein. Ihre "Karriere" ist dahin!
    Damit dürfte denen die auf "Strafe" und "Sühne" aus sind Genüge getan sein.

    Diskussionen wer von den beiden "schuld" war, sind überflüssig weil es jeder im innersten weiß!
    Keiner von Beiden hat an jenem Abend seine Verantwortung für sich und sein Leben übernommen - so werden nun beide j e d e r für sich mit den Konsequenzen durch ihr jeweiliges Leben gehen müssen. Nichtsdestotrotz kann man auch aus Katastrophen und Unglücken nützliches und wertvolles ziehen. Es ist beiden zu wünschen daß jeder für sich das Wertvolle und Nützliche aus diesem Drama holt.
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#9 JensAnonym
  • 25.08.2010, 14:36h
  • Antwort auf #1 von Mister_Jackpot
  • "aber als schwuler Mann hat man da sicherlich sowieso mehr Feingefühl als ein Heteromann (obwohl es auch unbelehrbare Schwule gibt!), dem es wichtig ist möglichst viele "Tussis" zu kanllen."

    Haha wie gut das es keine Schwulen gibt denen es wichtig ist möglichst viele Typen zu knallen oder sich knallen zu lassen.

    Stell dir vor, auch viele Heterofrauen haben wechselnde Sexpartner und wenn die danach über ihre Eroberungen sprechen, erzählen sie ihren Freundinnen ( und schwulen Freunden) auch nicht nur von dem netten Charakter des Beischläfers sondern von seinen körperlichen Vorzügen und Leistungen.
    Tja auch so können Frauen sein.

    Dieser Prozess ist zu kritisieren, aber er ist nicht frauenfeindlich. Wenn der HIV Positive ein Mann wäre und die Angesteckte eine Frau was glaubst du wie empört die Öffentlichkeit reagiert hätte das er die arme unschuldige Frau angesteckt hat.

    So sieht es nämlich auch aus, es ist bewiesen das Frauen für die selben Taten vor Gericht mit einer milderen Strafe rechnen können als Männer. Psychologen begründen das mit in den Köpfen verankertem Bild des agressiveren Mannes und der mitfühlenderen Art der Frau.
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#10 MIZAnonym
  • 25.08.2010, 14:37h
  • Antwort auf #6 von GastGastGast
  • Ist ja schon viel wert, wenn Konsens darüber besteht, dass bei einvernehmlichen Sex unter erwachsenen Leute die Verantwortung zu gleichen Teilen bei beiden liegt.

    Dann ist es aber ein Widerspruch, wenn einer der beiden plötzlich doch ein bißchen mehr Verantwortung haben soll als der andere.

    Entweder ist es fifty-fifty oder nicht.....!?

    Ich finde die Forderung der Deutschen AIDS-Hilfe richtig und gut!
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