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Das umstrittene Textbuch wird von Schülern der Sekundarstufe verwendet.

Eine polnische Homo-Gruppe hat die Regierung aufgefordert, ein Schulbuch zurückzuziehen, in dem Homosexualität als Krankheit dargestellt wird, die geheilt werden kann.

Die Organisation Stowarzyszenie "Pracownia Różnorodności" (Arbeitskreis für Diversity) beklagt, dass im Buch "Auf dem Weg ins Erwachsenenalter" der Mensch als gebürtiger Heterosexueller dargestellt wird, der durch schlechte, krank machende Einflüsse - etwa Vergewaltigung oder Porno-Konsum - zum Schwulen oder zur Lesbe mutiert. Auch wird ausführlich besprochen, dass nach christlichem Glauben homosexuellen Handlungen sündhaft seien.

"Das Buch schweigt aber über die Probleme der Homophobie und der Diskriminierung", erklärte Diversity-Sprecher Przemek Szczeplocki. "Dagegen verbreitet es die These, dass jemand seine Homosexualität einfach ablehnen kann und so zur 'Normalität' zurückkehrt." Damit trage dieses Buch, das im Familien- und Sexualkundeunterricht verwendet wird, zur Ablehnung von Schwulen und Lesben in der Gesellschaft bei. Zwar sei die "moderne" Ausgabe aus dem Jahr 2009 etwas liberaler, da es Homosexualität nicht mehr mit Inzest oder Kinderschändung gleichsetzt, allerdings verbreite es nach wie vor die selben diskriminierenden Thesen.

Bildungsministerium: Kein Grund zum Handeln

Ein Sprecher des Bildungsministeriums wies die Kritik der Homo-Gruppe am Schulbuch zurück. Man sei nicht verantwortlich für die schulischen Inhalte, so Grzegorz Zurawski: "Lehrer haben die Freiheit, ihre Textbücher selbst auszuwählen", erklärte der Sprecher. Homo-Aktivisten sollten sich daher lieber an Lehrerverbände oder Textbuchverlage wenden. "Wir können nicht einfach ein Buch verbieten, weil eine Gruppe von Menschen mit den dort dargestellten Theorien der Wissenschaftler ein Problem hat", so Zurawski.

Polen gehört zu den homophobsten Ländern in der EU. Laut einer Studie der Zeitung Rzeczpospolita vom März 2010 sprachen 79 Prozent der Bevölkerung gegen die Öffnung der Ehe und 93 Prozent gegen das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare aus. (dk)



#1 FloAnonym
  • 27.08.2010, 13:39h
  • "Lehrer haben die Freiheit, ihre Textbücher selbst auszuwählen"

    Aha, auch wenn da erwiesenermaßen falsches drin steht?

    "Polen gehört zu den homophobsten Ländern in der EU."

    Es war ein historischer Fehler, Polen in die EU aufzunehmen, bevor sich da einiges geändert hätte. Jetzt ist natürlich der Druck weg, Dinge zu ändern. Die EU meint ja immer, wenn sie die Staaten aufnimmt und damit den Reformdruck aufgibt, würden sich die Dinge von selbst oder aus Dankbarkeit ändern.

    Die EU hat uns das eingebrockt, dann soll sie jetzt auch dafür sorgen, dass sich Polen endlich an EU-Regeln hält.

    Und vor allem darf der Fehler nicht noch mal gemacht werden, es wird ja schon bei weiteren homophoben Staaten über eine Aufnahme nachgedacht. Dann wären die Homophoben in der EU stark genug, um EU-weit (also auch hier) Dinge zu unserem Nachteil zu ändern und jeglichen weiteren Fortschritt zu blockieren. Schon jetzt sind die Homohasser in der EU mächtiger als manchen klar ist.
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#2 vingtans
  • 27.08.2010, 14:02h
  • mein freund ist gebürtiger pole,ich war schon öfter mit ihm in katowice und hab auch freunde dort...

    was dieser artikel nicht erwähnt ist das es eine junge,offene und tolerante generation von polen gibt!
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#3 MinkAnonym
#4 Sven_
  • 27.08.2010, 14:32h
  • "Wir können nicht einfach ein Buch verbieten, weil eine Gruppe von Menschen mit den dort dargestellten Theorien der Wissenschaftler ein Problem hat", so Zurawski.

    Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
    1. Natürlich darf man nicht Bücher verbieten, weil Menschen mit wissenschaftlichen Ergebnissen nicht einverstanden sind -> Darwin vs. Kreationismus
    2. Wissenschaftlich ist genau das Gegenteil von dem, was in den Büchern steht, belegt.

    Zu den Vorrednern:
    Natürlich gehört auch Polen in die EU, auch wenn sie "rückständig" sind im Bereich Menschenrechte. Man muss mit Menschen reden, sonst haben sie keine Chance sich zu verändert. Das ist auch der Grund für die Schulpflicht in Deutschland.
    Das man als Schwuler schwulenliberale Freunde hat und keine Faschisten ist wenig verwunderlich.
    Die Frage ist, wie die Gesellschaft auf ihre Kinder und Jugendlichen wirkt. Auch bei uns (in Deutschland) gibt es wieder mehr menschverachtende Tendenzen (u.a. Homophobie&Rassismus).
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#5 stephan
  • 27.08.2010, 14:36h
  • Abgesehen von dem diskriminierenen Charakter solcher Schulbuchdarstellungen muss ein solches Schulbuch aus dem Vekehr gezogen werden, da es sachlich falsch ist! So wird Schule zur Verdummungstherapie.
    Das Buch steht aber in guter röm.-kath. Tradition: Keine Fakten zur Kenntnis nehmen und sich die das Weltbild so zurecht biegen, wie es einem passt.

    "Man sei nicht verantwortlich für die schulischen Inhalte, so Grzegorz Zurawski: "Lehrer haben die Freiheit, ihre Textbücher selbst auszuwählen", erklärte der Sprecher. Homo-Aktivisten sollten sich daher lieber an Lehrerverbände oder Textbuchverlage wenden."

    Ist das in Polen wirklich so? Gibt es keinen Lehrplan und keine Begutachtung der zugelassenen Bücher? Ist jeder Lehrer ein kleiner Bildungsminister und kann lehren, was er will?

    "Polen gehört zu den homophobsten Ländern in der EU. Laut einer Studie der Zeitung Rzeczpospolita vom März 2010 sprachen 79 Prozent der Bevölkerung gegen die Öffnung der Ehe und 93 Prozent gegen das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare aus."

    Ich hoffe, die Polen wissen, welches Bild sie damit über sich und ihr Land in der Welt verbreiten und ich hoffe, sie beschweren sich dann auch nicht, dass sie als rückständig, dumm, intolerant und ewig-gestrig bezeichnet werden. Die Begeisterung aufgeklärter Länder sich mit Polen zu beschäftigen, Polnisch zu lernen etc. wird damit sicher nicht gefördert ...
    Polen, die baltischen Länder und andere ehemalige Ostblockstaaten in die EU aufzunehmen, ohne sie zu verpflichten, die gesamte Werteordnung zu akzeptieren, war ein sehr großer Fehler! Es gibt kein Recht auf Dummheit und auf Diskriminierung von Minderheit - auch nicht aus Tradition und Katholizität!
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#6 stephan
  • 27.08.2010, 14:50h
  • Antwort auf #2 von vingtans
  • Keiner bezweifelt, dass es auch fortschrittliche, offene, hochgebildete, weltoffene Polen gibt. Wie kommen die wohl damit zurecht, dass Polen sich in Homofragen so lächerlich macht? Ich persönlich finde es schon peinlich im Ausland auf die CDU und deren Haltung zu Homofragen (u.v.a.) angesprochen zu werden. Wie muss sich da bloß ein weltoffener Polen fühlen!
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#7 stromboliProfil
  • 27.08.2010, 15:42hberlin
  • ein rat an die protestierer: schreibt gegenthesen und verteilt sie , selbst wenn dies unter der hand geschehen müsste!
    Gegenargumente sind die beste abwehr der christpropaganda!

    Ausländische unterstützung sollte in form von geldspenden zur unterstützung der gruppen organnisiert werden!
    Übersetzungen bereits geschriebener bücher in druck und internetportalen organisiert werden..
    Z.b. queer.de und gay romeo veröffentlichen in einem blog auf polnisch, estisch, litauisch etc.'er sprache manusgripte mit schwulen wissenschaftsthesen.. so werden die dort von information isolierten über den letztgülrigen wissensstand informiert...!
    Umgekehrt machen die es doch genau so.. siehe katholische laienschriften zu uns.
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#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 27.08.2010, 16:19h
  • Sieht so aus, als wäre das Buch aus grauer Vorzeit, denn anscheinend ist dem Land die Streichung der Homosexualität aus der Liste der Krankheiten seit einigen Jahren eliminiert worden. Ich hoffe, daß der Protest der Gruppe erfolgreich ist!!!
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#9 ratioAnonym
  • 27.08.2010, 16:21h
  • da gibt es doch bestimmt offizielle und halboffizielle stellen und strukturen, die
    für die gestaltung von jugend- und schüleraustausch, akademischen austausch und kulturellen austausch zuständig sind.

    was hier in einem naturwissentschfatlichen
    fach angeboten wird, liegt ohne ironie und
    übertreibung im übertragenen sinne vor nikolaus
    kopernikus

    da kann man unaufgeregt allerlei fragen stellen.

    geld und zeit für austausch mit wissenschaftlicher wurstigkeit ?

    die sonne dreht sich um die erde ?
    homosexualität ist eine krankheit ?

    krakauer gibt es auch zu hause und billiger.
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#10 Katrin
  • 27.08.2010, 17:11h
  • Katholizismus ist auch eine Krankheit und zwar eine unheilbare schwere Krankheit, die bevorzugt von Kinderschändern weitergegeben wird.
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