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Kommentare zu:
Nachdenken über Nadja B.


#31 stromboliProfil
  • 30.08.2010, 08:46hberlin
  • Antwort auf #29 von gewin
  • muß ich nun hinweisschilder aufstellen wenn ironie im spiel?
    das spricht doch für sich : heterosexuelle mitbürger...
    das ist so schräg wie der homosexuelle mitbürger...; es sei denn, man sieht sich als hetero-ganzes

    herve, 42 % sind doch ein ansehnlicher teil überforderter heten im paarungszwangsaustausch..
    wer will für das bischen vergnügen sich danach tagelang die klagetiraden anhören.

    Was aber interessanterweise hervorspringt: 23.9 % Ich verlasse mich darauf, dass mein/e Partner/in nicht unsafe fremdgeht.
    Wie auch immer man solche "umfragen" beurteilt, ein rest grundwahrheit und damit auch naivität steckt immer dahinter!
    Das mag irgendwelchen "wertvorstellungungen " genannt treue geschuldet sein. Es ist mit den 13,8% _Es kam schon vor, dass das Kondom "vergessen" wurde_ auch der boden, auf dem die infektion gedeiht!
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#32 Joschi
  • 30.08.2010, 12:47h
  • Nachdenken über Nadja B.

    Die Verurteilung von Nadja Benaissa könnte negative Auswirkungen auf die Aids-Prävention haben.

    Von Barbara Höll

    Das Urteil stimmt nachdenklich und die Folgen sind noch nicht absehbar. Auch wenn es der bisherigen Rechtsprechung entspricht, so stellen sich Fragen, die die gesamte HIV-Prävention in Deutschland betreffen. Müssen HIV-Positive Menschen immer auf ein Kondom bestehen? Sind sie allein verantwortlich für die Übertragung und Verbreitung des Virus?

    Warum muss eine Politikerin über das Urteil von Nadja Benaissa nachdenken - welche negativen Auswirkungen soll dieses Urteil auf die Aids-Prävention haben?

    Ich persönlich kann keine Nachteile für die Aids-Prävention noch für Träger des HIV-Virus erkennen. Im Gegenteil, das Urteil zeigt auf, wie sich beide Seiten zu verhalten haben. Ob als gefährdete Person, die sich in den Kreisen der Risikogruppen aufhält, als Träger/in des HI-Virus der sich bereits infiziert hat, oder aber auch als HIV-Negative/r - ich kann und darf die Gefahr, die sich hinter dieser Krankheit verbirgt nicht verdrängen.

    Deshalb gehören Aufklärung, Vorsorge und Prävention in gleichen Bestandteilen zum Sex wie ein Orgasmus zum erotischen Akt. Verantwortungsbewusstsein und präventiv es handeln ist in diesem Zusammenhang angesagt, denn jeder trägt selbst die Verantwortung für sein körperliches Wohlbefinden. - Mehr oder weniger sagt dieses Urteil nicht aus.

    Und das hat Frau Benaissa nicht getan. Sie hat im vollen Bewusstsein Ihrer HIV-Infizierung die Aufklärung und Prävention vernachlässigt und somit dem Kläger eine Körperverletzung zugefügt. Egal wie sich der Kläger zu diesem Zeitpunkt verhalten hat, Frau Benaissa hat ihre Aufklärungs- und Präventionspflicht verletzt. Sie hat mit ihrem verantwortungslosen handeln den Kläger geschädigt. Das ist nach Rechtslage eine gefährliche Körperverletzung. Das Gericht wertete ihr zu Gunsten, dass sie zum Prozessbeginn ein Geständnis abgelegt, der Kläger die Körperverletzung durch wohl-wollen beeinflusst und der Tatzeitraum schon einige Jahr zurücklag und die persönlichen Umstände der Angeklagten zum Tatzeitpunkt alles andere als geordnete Verhältnisse waren. Alleine diese Zusammenfassung entspricht mehr als einem angemessenen Strafmaß, das Frau Benaissa erhalten hat.

    Wenn man in diesem Zusammenhang eine "Opfer-Verurteilung" herbeiführen möchte, muss man das Rechtssystem der Bundesrepublik Deutschland ändern. Ich denke allerdings dies ist nicht im Sinne der Deutschen Rechtsordnung und kann auch nicht im Sinne der Aidshilfe sein, die so gegen dieses Urteil protestiert hat.

    Im übrigen ist nicht nur das menschliche Sexualverhalten ein Risikofaktor bei der Übertragung von Aids, sondern auch die Bluttransfusion, die Personen auf Grund einer Erkrankung erhalten haben. Es sind also nicht alleine die HIV-Infizierten für die Verbreitung der Krankheit verantwortlich. Und als HIV-Infizierter auf ein Kondom bestehen? Da frage ich mich warum ich das als HIV-negativer nicht auch tun sollte, denn es gibt noch weitere Krankheiten außer Aids die tödlich verlaufen können.

    Was wollte das Opfer mit dieser Klage erreichen? Antworten? Wahrheiten? Das kann ich mir beim besten willen nicht vorstellen. Denn beide Personen waren an diesem Akt beteiligt und haben die Konsequenzen zu tragen. Die sinnvollste Erklärung liegt im inneren des Rechtssystems verborgen. Denn wenn ich den Strafprozess gewinne, erhalte ich in einem nachfolgenden Zivilprozess eine bessere Ausgangsposition. Es liegt also Nahe das der Kläger mehr oder weniger Schadenersatz für diesen Akt mit Spaßfaktor erreichen wollte. Ob es in naher Zukunft zu einem Zivilprozess kommt ist weniger zu befürchten, denn das Mediale Interesse sowie der Druck aus der Bevölkerung hat den Streithahn wohl geschockt.

    Und wo bitte liegen die negativen Auswirkungen für die Aids-Prävention?

    Ich sehe da keine. Im Gegenteil mit diesem Urteil weiß jeder wie er sich in Zukunft verhalten muss. Es ist eine klare ansage gegen ungeschützten Geschlechtsverkehr. Das Gericht hat sich hierzu eindeutig positioniert und jeder kann nun frei wählen ob er das Risiko und die Verantwortung für eine Verbreitung der HIV-Infektion übernehmen möchte.

    Es gibt in diesem Urteil keine Opfer sondern nur den Appell an alle beteiligten sich fair zu verhalten und Verantwortung zu übernehmen. Und ein Stück Gummi kann in diesem Fall halt Leben retten.
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#33 MIZAnonym
  • 30.08.2010, 15:13h
  • Antwort auf #32 von Joschi
  • Also, ich würde sogar so weit gehen, dass ich schwule Männer zum Sex mit Kondom gesetzlich verpflichte! Dafür sollte im Falle der Zuwiderhandlung ein eigener Paragraf im Strafgesetzbuch her. Ist der 175 nicht frei, nachdem da in den 1990er Jahren was abgeschafft wurde?

    Besser wäre es noch, wenn durch Veränderung des Erbgutes dafür gesorgt werden könnte, dass alle Schwulen schon bei der Geburt ein kleines Gummi-Zipfelchen an ihrem Schniedelchen hätten. Das wäre doch schön! Oder, Joschi?
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#34 JenAnonym
  • 30.08.2010, 15:44h
  • Antwort auf #32 von Joschi
  • "Was wollte das Opfer mit dieser Klage erreichen? Antworten? Wahrheiten? Das kann ich mir beim besten willen nicht vorstellen."

    Man darf nicht vergessen das die "Täterin" in einem gewissen Maße prominent ist. Vielleicht hat er sich eine hohe Schadensersatzsumme erhofft.
    Er wusste sicher auch das dieser Fall in die Schlagzeilen kommt.
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#35 Joschi
#36 herve64Profil
  • 31.08.2010, 08:48hMünchen
  • Antwort auf #35 von Joschi
  • "versichert" ist ein gutes Stichwort: wenn ich mich beim Autofahren nicht anschnalle und in einen Unfall verwickelt werde, dann habe ich auch eine Teilschuld daran und begehe zudem eine Ordnungswidrigkeit. Wenn ich dabei noch Verletzungen davon trage, die ärztlich behandelt werden müssen, wird mich zudem die Versicherung im Regen stehen lassen. D. h., ich muss aus eigener Tasche dafür aufkommen.

    Und genau so wäre das m. E. auch hier zu behandeln: allein dem ursprünglich positiven Part die Schuld zuzuschreiben, ist mir etwas zu einfach. Die Verantwortung für sich trägt jeder selbst.
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#37 stromboliProfil
  • 31.08.2010, 09:41hberlin
  • Antwort auf #32 von Joschi
  • "Und wo bitte liegen die negativen Auswirkungen für die Aids-Prävention? Ich sehe da keine. Im Gegenteil mit diesem Urteil weiß jeder wie er sich in Zukunft verhalten muss."
    ...persöhnliche gespräche führend zu dem thema, kommt allerseits der rat/überlegung: sorg dich um deinen status wegen frühtherapie , aber lass die untersuchung nicht mehr über deinen arzt-sprich krankenkasse offiziell werden.: geh zum gesundheitsamt in der stadt!
    Auch versicherungstechnich ist dieser weg mittlerweil zu empfehlen weil so, auch bei kenntnis des status positiv noch zusatzversicherungen abschließbar sind.. siehe 6- monatsklausel.. zwischenzeitlich lässt man sich über bereits in behandlung befindliche mit medikamenten versorgen...
    Eine befreundete mitarbeiterin im GA -schöneberg erzält mir von einem signifikanten anstieg sich untersuchenlassender, die nicht mehr die untersuchung über die hauspaxis laufen lassen wollen.. siehe urteil!
    Das ist, wird zukunft sein nach dem urteil.
    Die "rechtssicherheit" inst nun erfolgreich hergestellt , treibts die noch unwissenden in einen art untergrund.
    Bei abwägung der sozialen folgen ist halt jeder sich selbst der nächste!
    Ein fataler kausalzusammenhang!

    Ich bins langsam leid, wenn unbeteiligte (!) zusammenhänge kommentieren, die sie in ihrer gänze einfach sichtlich nicht überblicken...;
    "emotionales empfinden" , besonders wenns sich auf gesetze beruft, muss auch grenzen haben!
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#38 loellieEhemaliges Profil
  • 31.08.2010, 15:54h
  • Ich muss ja gestehen das ich hoffnungslos damit überfordert bin, einem Schwulen über 40 zu erklären, weshalb die Kriminalisierung sexueller Handlungen zwischen Erwachsenen problematisch ist.
    Auch der Dauervorwurf, man redete einer gezielten und unkontrollierten Verbreiteung einer Krankheit das Wort, ist für mich nicht kommentierbar.
    Allein, es wundert mich schon fast, das noch keiner "AIDS-Leugner" gerufen hat, wie damals schon, als wir vor fast 20 Jahren genau diese gesellschaftlichen, moralischen, pathologischen und juristischen Implikationen diskutierten.

    Es scheint das Motto zu regieren: "Mit Volldampf vorraus in die Vergangenheit!"
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#39 yui_katoAnonym
  • 07.09.2010, 16:31h
  • ich bin entsetzt wenn ich die kommentare hier lese..da werden dumme witze gemacht, verharmlost und verteufelt..extreme die der sache nicht dienen.
    man sieht einem HIV infizierten menschen seine infektion nicht an..und das ist der knackpunkt..
    vor allem ist es bei der jungen dame ein knackpunkt das sie anderen sex partnern sofort von ihrer infektion erzählt hat und ihnen somit die möglichkeit gegeben hat sich zu schützen...anderen hat sie diese chance nicht gegeben...aus welchen gründen auch immer...
    aber nun so zu tun als ob sie an nichts eine schuld hat und das verschweigen der HIV infektion nichts schlimmes ist...ist den kopf in den sand zu stecken
    man kann nicht eine akzeptanz von HIV infizierten und AIDS karanken fordern...aber gleichzeitig so tun als ob es nicht notwendig ist seine sexpartner vor dem sex über seine infektion zu informieren...
    man sollte als HIV infizierter doch ruhigen gewissen sex haben wollen und zu wissen das man selber alles getan hat um die ansteckung andere zu vermeiden
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