Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?12671

Die Geschichte über Hague und seinen Berater wäre am Mittwoch Top-Meldung geworden, würde die BBC nicht am Abend ein exklusives TV-Interview mit Tony Blair ausstrahlen. Im unscharfen Screenshot ist Hague links neben seinem Berater zu sehen.

Der britische Außenminister William Hague hat am Mittwoch Gerüchte zurückgewiesen, er habe eine Affäre mit seinem Berater Christopher Myers. Der 25-Jährige, der im Wahlkampf zum Team von Hague gestoßen war, wies die Gerüchte ebenfalls zurück und gab zugleich seinen Posten auf.

Der Blogger Paul Staines hatte berichtet, während des Wahlkampfes hätten Hague und Myers ein Hotelzimmer geteilt. Der konservative Blogger hat unter dem Pseudonym "Guido Fawkes" bereits etliche Skandale publik gemacht, darunter geplante Schmutzkampagnen durch das Büro vom damaligen Premierminister Gordon Brown. Am Dienstag schrieb nun Staines, es gebe Berichte über mehrere Übernachtungen, obwohl es sich bei Myers damals nur um den "Fahrer" des Außenministers gehandelt habe. Auch habe Hague ungewöhnlicherweise die Hotelkosten privat bezahlt und nicht über die Wahlkampfkasse abgerechnet.

Der Blogger berichtet weiter von einem Zeugen, der die beiden Männer beim Frühstück beobachtet haben will: dies sei "augenöffnend" gewesen. Zwei Zeitungen hätten Beweise für das Verhältnis vorliegen, von dem Staines mehr tuschelt als es direkt zu benennen. Am Sonntag hatte der "Telegraph" auf seinem Titelblatt berichtet, ein nicht genannter Minister der Regierung plane, Berichte über ein Verhältnis zu einem Angestellten zu verhindern.

Myers wurde nach der Wahl zu einem politischen Berater Hagues ernannt, obwohl er außer ein paar Jura-Smestern keine Qualifikationen für den Posten hat. Als Berater wird er mit Steuermitteln bezahlt. Daher liegt in der Geschichte Skandalmaterial, das über den Boulevard hinausgeht.


William Hague kann auf eine lange und homophobe Karriere zurückblicken (Bild: Foreign and Commonwealth Office / flickr / by-nd 2.0)

In einer langen Stellungnahme erklärte Hague am Mittwoch, er habe "gelegentlich" ein Hotelzimmer mit Myers geteilt. Das sei im Rückblick unüberlegt gewesen, da es Spekulationen Vorschub leiste, die "falsch und sehr verstörend" seien. Die "böswilligen" Anschuldigungen entbehrten jeder Grundlage. Auch gebe es keine Eheprobleme, auf die er von Journalisten angesprochen worden war. Seine Frau habe mehrere Fehlgeburten hinter sich, eine gerade erst im Sommer, was zu Stress geführt habe, so Hague in der ungewöhnlich privaten Stellungnahme. Diese Krisen hätten die Liebe zu seiner Frau und die Beziehung letztlich verstärkt.

Der 49-jährige Hague war zwischen 1997 und 2001 Vorsitzender der Konservativen und bereits unter der Major-Regierung Teil des Kabinetts, unter anderem als Staatssekretär für Wales. In diesem Amt hatte er bereits 1995 öffentlich Stellung nehmen müssen, warum er einen vergleichseise unerfahrenen 25-jährigen zu seinem Berater machte. Dieser Berater, Barnaby Towns, war offen schwul, während sein Chef zu der Zeit noch ein Gesetz verteidigte, das Aufklärung in Schulen über Homosexualität verboten hatte (Section 28).

Im Juni musste der Finanzstaatssekretär der neuen Regierung aus Konservativen und Liberalen zurücktreten, nachdem David Laws verschwiegen hatte, dass seine als Spesen abgerechneten Mietkosten an seinen Lebenspartner gingen (queer.de berichtete). Erst letzte Woche hatte sich Justizstaatssekretär Crispin Blunt als schwul geoutet und die Trennung von seiner Frau bekanntgegeben (queer.de berichtete). (nb)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 02.09.2010, 09:56h
  • Das hätte man sich ja denken können, daß in dem Falle die Gerüchteküche zu brodeln anfängt! Wenn zwei Männer das gleiche Zimmer teilen, mutmaßt jeder sofort, da sei sexuell auch was gelaufen und vielleicht war es ja auch so, vielleicht ist da auch gar nichts dran! Heiliger Spekulatius, wohin wird uns das noch alles führen???
  • Antworten » | Direktlink »
#2 bvsAnonym
  • 02.09.2010, 12:26h
  • Aua, wer hat denn den Artikel geschrieben. Entweder verwendet man die irreführenden deutschen Amtsbezeichnung, aber dann konsequent. Demnach war Hague nicht Staatssekretär für Wales, sondern Minister. Wobei Staatssekretär die richtige Übersetzung ist. Dann heißt es auch nicht Außenminister, das wäre höchstens Jeremy Browne, der Staatsminister im Auswärtigen Amt ist. Blunt ist Parlamentarischer Unterstaatssekretär und nicht Staatssekretär, denn er war nicht Chef des Ressorts. Laws war auch nicht Finanzstaatssekretär. Er war Chief Secretary to the Treasury, ein Posten der sich nur schwer ins Deutsche übersetzen lässt.
    Als Staatssekretär wird im Großbritannien jedoch der Ressortchef bezeichnet, also das was bei uns der Bundesminister ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 jerryAnonym