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Schwul-lesbische und katholische Teilnehmer des Gesprächs: FELS-Sprecher Horst Schmitz (vorne, 2.v.l.) und Bischof Overbeck (vorne Mitte) waren zufrieden. (Bild: FELS/Dietrich Dettmann)

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck hat sich als erster hochrangiger Katholik mit Vertretern von schwul-lesbischen Gruppen zu einem offiziellen Gespräch getroffen - beide Seiten beschnupperten sich eingehend.

An dem Treffen, das vom Forum der Essener Lesben- und Schwulengruppen (FELS) organisiert wurde, nahmen Vertreter von Homo-Gruppen aus ganz NRW teil. Der jüngste Bischof Deutschlands hatte dem Gespräch zugestimmt, nachdem Äußerungen in der ARD-Fernsehsendung "Anne Will" zu heftigen Protesten geführt hatten. So hatte er erklärt, dass Homosexualität generell eine Sünde sei, die der Natur widerspreche (queer.de berichtete).

In einer auf der Website des Essener Bistums veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme von Overbeck und den Homo-Vertretern sprach der Bischof keine direkte Entschuldigung aus, betonte aber wie alle Teilnehmer, dass das Gespräch von einem "gegenseitigen Respekt und großer Offenheit" geprägt gewesen sei. Inhaltlich erklärte der 46-Jährige, dass er nicht die "Absicht" gehabt habe, homosexuelle Menschen "in irgendeiner Weise zu diskriminieren". Es sei ihm schließlich nur darum gegangen, die Lehrmeinung der Kirche wiederzugeben. Die heftigen Reaktionen nach der Sendung, die in einer Protestaktion im Essener Dom gipfelten, hätten ihn vollkommen überrascht. Ihm sei vorher vieles über die Situation von Schwulen und Lesben nicht bewusst gewesen.

Direkte Entschuldigung hätte Job kosten können


Overbeck bei "Anne Will"

Obgleich Overbeck seine gegen Schwule und Lesben gerichteten Aussagen nicht zurücknahm, wertete FELS-Sprecher Horst Schmitz das Gespräch als Erfolg: "Er konnte sich nicht entschuldigen, weil er die Lehrmeinung der Kirche wiedergeben muss", so Schmitz gegenüber queer.de. "Das hätte sonst seinen Job kosten können".

Overbeck habe aber quasi eine "versteckte Entschuldigung" ausgesprochen, da er darauf hinwies, dass er seinen Arbeitgeber als "lernende Kirche" verstehe, die sich weiterentwickle und für alle Menschen da sein wolle. "Das Wichtigste ist, dass zwei Menschen in Frieden zusammenleben", war einer der Sätze des Bischofs, die Schmitz hervorhob. Auch habe Overbeck Unverständnis über katholische Geistliche geäußert, die in der Vergangenheit bei CSDs in Polen an der Seite von rechten Hooligans Steine auf Schwule und Lesben warfen. Die Kirche werde sich nicht daran beteiligen, die "Opfergeschichte" von Homosexuellen weiter zu schreiben, versprach der Bischof. (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 eMANcipation*Anonym
  • 03.09.2010, 17:09h
  • "Das Wichtigste ist, dass zwei Menschen in Frieden zusammenleben"

    Und was ist mit denen, die mit mehreren Menschen zusammenleben oder einfach als einzelne Schwule glücklich sind (soll es ja auch unter Heterosexuellen geben)?

    Merken die Idioten, die sich hier gegenüber mittelalterlichen Lebensmodellen und Herrschaftssystemen anbiedern und damit deren Protagonisten umso mehr eine Plattform bieten, eigentlich noch irgend etwas???

    Offenbar wollen auch wir mit aller Macht jungen Menschen klare Zeichen für ein tugendhaftes Leben setzen.

    PS: Ich brauche weder den Segen von Herrn Overbeck noch von sonstigen selbsternannten Herrenmenschen. Ich fordere lediglich von einem demokratischen Rechtsstaat, dass er mich vor jeder Einflussnahme dieser Herrschaften auf mein Leben und das Leben anderer - dazu gehört auch die allgegenwärtige Hassverbreitung und -rede - endlich explizit und umfassend schützt!
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#2 goddamn. liberalAnonym
  • 03.09.2010, 17:21h
  • Antwort auf #1 von eMANcipation*
  • Tja und mit der demokratischen Rechtsstaatlichkeit von Herrn Overbeck ist es nicht weit her, wenn er den franquistischen Opus-Dei-Gründer als Vorbild für einen Christen in der Moderne preist.

    Bei dem Herrn ist Vorsicht angesagt. Im Gegensatz etwa zu normalkonservativen Konzilsgeistlichen wie dem ehem. Limburger Bischof Kamphaus ist Overbeck ein Wolf im Schafspelz, der ab und an Kreise frißt, im Grunde aber mit den Grundwerten unserer Zivilisation über Kreuz ist. Das geht jeden an, nicht nur Schwule und Lesben...
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#3 LorenProfil
  • 03.09.2010, 17:36hGreifswald
  • Mir unverständlich und ärgerlich, warum sich einige Leute bemüßigt sehen, diese gegen LGBTI gerichtete Institution durch solches "Beschnuppern" wieder ein Stück aufzuwerten, wo sie doch im gesellschaftlichen Ansehen zu Recht gerade ziemlich schlecht dasteht. Einige können oder wollen scheinbar nicht ohne die RKK. Dass man sich dann von Overbeck verbal einbalsamieren lässt, krampfhaft nach einer "versteckten Entschuldigung" sucht und den inhaltsleeren Sprechblasen auch noch -in welchem Auftrag und Namen eigentlich?- Absolution erteilt ("Er konnte sich nicht entschuldigen, weil ..."), erweckt bei mir den Eindruck, dass da einige am Werk waren, die sich schon beinahe zwanghaft nach Anpassung und Anerkennung sehnen, von wem auch immer sie kommt.

    "Das Wichtigste ist, dass zwei Menschen in Frieden zusammenleben." (Overbeck)?
    Das Wichtigste, dass Menschen in Frieden zusammenleben (können). Den Beitrag der RKK dazu würde ich mit Blick auf ihre Geschichte nicht gerade als außerordentlich hoch einschätzen. In meinem Leben geht es sehr gut und friedlich ohne sie.
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#4 stephan
  • 03.09.2010, 17:46h
  • "Er konnte sich nicht entschuldigen, weil er die Lehrmeinung der Kirche wiedergeben muss"

    Soll das ein Argument sein? Damit lassen sich dann auch die allergrößten Verbrechen der Menschheitsgeschichte rechtfertigen, da die Beteiligten oft einer übergeordneten Institution angehörten, deren Lehrmeinung sie wiedergeben mussten. Es ist doch Overbecks freie Entscheidung in hoher Position eine diskriminierende Organisation vertreten zu müssen!

    Bloß nicht einwickeln lassen von 'so viel' Entgegenkommen und freundlicher Atmosphäre! Die röm.-kath. Kirche weiß ganz genau, dass sie mit ihren Haltungen zur (Homo-)Sexualität heute im Abseits steht und versucht das Thema - bis auf Eruptionen von unbeherrschten Vertretern - möglichst klein zu halten, damit ihre eigene Lächerlichkeit nicht so präsent wird! Inhaltlich bewegt sich da kein Stück - und das muss so lange verdeutlicht werden, bis der/die Letzte es begriffen hat ...
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#5 HandoAnonym
  • 03.09.2010, 18:07h
  • Die Stellungsnahme ist bemerkenswert. Es ist völlig klar, dass eine Weltkirche mit über 1 Millarde Menschen, die in Rivalität mit dem Islam steht, keine positive Aussage zum Thema HS machen kann, da sie global agieren muss. Um so mehr sind Signale zwischen den Zeilen wichtig. Der Ton macht die Musik!
    Und da bin ich von Overbeck angenehm überrascht.
    Schwule Katholiken, die sich mit diesem Thema beschäftigen, werden dieses Signal verstehen.
    Schwule, die nicht katholisch sozialisiert worden sind,werden dies nicht verstehen, aber da kommt es im Moment auch nicht drauf an.
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#6 goddamn. liberalAnonym
  • 03.09.2010, 18:18h
  • Antwort auf #4 von stephan
  • "Er konnte sich nicht entschuldigen, weil er die Lehrmeinung der Kirche wiedergeben muss"

    Man stelle sich vor eine jüdische Delegation hätte dies bezüglich der (bei den Piusbrüdern und anderen Rechtskatholen bis in den Vatikan noch durchaus lebendigen) Blutschuld- und Gottesmörder-These gesagt. Solange Homophobie nicht geächtet wird wie andere Formen der Menschenfeindlichkeit, zumindest von Vertretern der Lesben-, und Schwulenbewegung, solange brauchen wir uns über ihre Salonfähigkeit nicht zu wundern. Weshalb denken viele Schwule immer noch, sie müssten sich klein machen, damit man sie am Leben lässt?
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#7 KatholenbasherAnonym
  • 03.09.2010, 18:22h
  • Schön, daß Herr Bischof von seiner Wolke abstieg und sich in die Niederungen der gutbürgerlichen Gesellschaft begeben hat! Wir wollen von Herrn Overbeck eine umfassende und keine "verdeckte" Entschuldigung! Letzte wird nämlich mit allseits bekannter gespaltenen Zunge ausgesprochen! Herr Overbeck, kriechen sie zu Kreuze und sagen sie 1000mal "mea maxima culpa"!
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#8 goddamn. liberalAnonym
  • 03.09.2010, 18:29h
  • Antwort auf #5 von Hando
  • Das Weltkirchen-Gekasper kann ich nicht mehr hören. Wo soll man in der kath. Welt als kath. Bischof denn heute noch Gäubige mit Toleranz gegenüber gleichgeschlechtlicher LIEBE verschrecken können ? In Argentinien, das die Ehe vor Deutschland geöffnet hat? In Ecuador oder in Kolumbien, wo unsereiner den Verfassungsschutz genießt, der uns hierzulande sogar von 'Liberalen' verweigert wird? In Brasilien, das sich lange vor Deutschland auf UN-Ebene für unsere Menschenrechte eingesetzt hat? In Mexiko mit seiner alten antiklerikalen Tradition? Oder etwa auf Kuba? Höchtens wohl in Afrika. Aber ist dieser Kontinent (wenn man von seinem südlichsten Staat einmal absieht) auch nur in einer einzigen Hinsicht weltweit relevant?
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#9 bastapapsta
  • 03.09.2010, 19:09h
  • "Inhaltlich erklärte der 46-Jährige, dass er nicht die "Absicht" gehabt habe, homosexuelle Menschen "in irgendeiner Weise zu diskriminieren""

    Die Art und Weise wie der Hassprediger Franz Josef Overbeck ind der Sendung Anne Will diese Äusserungen tätigte ist menschenverachtend und beleidigend.

    "Die heftigen Reaktionen nach der Sendung, die in einer Protestaktion im Essener Dom gipfelten, hätten ihn vollkommen überrascht. Ihm sei vorher vieles über die Situation von Schwulen und Lesben nicht bewusst gewesen."

    Dass ihm angeblich Tatsachen nicht bewusst waren, die ALLEN tatgtäglich vor Augen geführt werden und die zu einem grossen Teil durch kirchliche Hassprediger verursacht werden, das ist schlichtweg eine Lüge !

    Unabhängig der Lehrmeinung der katholischen Sekte war die Art und Weise, wie er in der Vergangenheit parodierte beleidigend und respektlos. Zumindest für die Art und Weise- wie er seine Propaganda betrieben hat hätte er sich entschuldigen müssen und auch können, dass hat mit der Lehrmeinung dieser Kirche, die er propagierte nichts zu tun, die ART und WEISE und sein aggressives Verhalten, für die hätte er sich zumindest entschuldigen müssen.

    Ich finde es falsch, sich im Nachhinein von einem Menschen einlullen zu lassen, der noch nicht einmal soviel Anstand hat, sich für sein Fehlverhalten zu entschuldigen. Lasst euch nicht verarschen!!

    Das Schmitz sich von Overbeck instrumentalisiern lässt finde ich falsch und damit disqualifiziert Schmitz sich.

    "Er konnte sich nicht entschuldigen, weil er die Lehrmeinung der Kirche wiedergeben muss", so Schmitz gegenüber queer.de. "Das hätte sonst seinen Job kosten können".

    Lehrmeinung hin oder her. Für dass aggressive, pöbelnde, beleidigende Verhalten, DAFÜR wäre eine Entschuldigung angebracht gewesen.

    Das Schmitz diese einfache Tatsache nicht erkennt, das disqualifiziert ihn einfach.
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#10 Katrin
  • 03.09.2010, 19:13h
  • Also ich finde das schon lieb von dem Gottesmann, dass er mit den "widernatürlichen Sündern" überhaupt redet. Das er eine Entschuldigung verweigert ist doch selbstverständlich! Bei einer Religionsgemeinschaft, die mit ihren Dogmen viele Menschen durch Kondomverbot in den Tod treibt und durch Verhütungsverbot Armut in grossem Stil schaft, ist die Beschimpfung zum widernatürlichen Sünder ja schon fast etwas Positives. Eigentlich weiss ich garnicht, was die selbst ernannten "Widernatürlichen" dort wollten? Wahrscheinlich sind es irgendwelche Christenheinies, die jetzt für ein paar Wochen kein Geld in den Klingelbeutel werfen durften und bei dieser Gelegenheit gleich ihre Seele an den Pfaffen verkauft haben, damit sie jetzt wieder zur Beichte kommen können und natürlich auch zur Nachzahlung eine Gelegenheit haben. Wie kann man nur??
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