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Michael Ballack hat nicht nur Probleme mit seiner Gesundheit, sondern auch mit seinem Berater. (Bild: Wiki Commons / KaterBegemot / CC-BY-SA-3.0)

Der Deutsche Fußballbund fordert den Berater von Michael Ballack auf, seine Äußerungen über ein bevorstehendes Outing in der Nationalmannschaft zu erklären.

Der in Luxemburg ansässige Rechtsanwalt Michael Becker soll laut einem im Juli erschienen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" vor Spieleberatern und Journalisten angekündigt haben, dass es einen ehemaligen Nationalspieler gebe, der "'die Schwulencombo' demnächst hochgehen lassen würde" (queer.de berichtete). DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach bestätigte, dass der Verband eine Erklärung von dem Berater fordert: "Es stimmt, dass wir Herrn Becker angeschrieben haben", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Wir möchten wissen, wie er das gemeint hat. Aber bis jetzt hat er auf unsere Bitte um Stellungnahme nicht reagiert."

Zunächst wollte der DFB zu dem Thema schweigen. So hatte Team-Manager Oliver Bierhoff nach Erscheinen des Artikels erklärt: "Dazu muss man nichts sagen. Da erübrigt sich jeder Kommentar. Auf so ein Niveau muss man sich nicht begeben". Und auch Ballacks Verein Bayer Leverkusen stellte klar, dass man "keine Ressentiments gegenüber Homosexuellen" habe. Allerdings habe es im Verband interne Diskussionen über die Äußerung gegeben, die eine Klarstellung notwendig machten.

Ballack selbst hat sich zu diesem Thema nicht geäußert. Der 33-Jährige ist derzeit wegen einer Magen-Darm-Erkrankung nicht einsatzfähig. Er wird deshalb am Dienstag beim EM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan erneut nicht mitspielen können.

Während seiner aktiven Laufbahn hat sich bislang nur ein Profispieler geoutet: Der Engländer Justin Fashanu gab seine Homosexualität 1990 bekannt. Seine Odyssee hatte aber schon 1982 begonnen, als der Jungstar bei Nottingham Forrest von seinem Trainer suspendiert wurde, weil dieser von Fashanus Besuchen in Schwulenbars erfahren hatte. Daraufhin musste der Spieler mehrfach das Team wechseln. Sein Coming-out schadete seiner Karriere: Er spielte in den 1990er Jahren in wenig professionellen Ligen in Kanada und später bei Provinzclubs in England. 1998 verübte er unter mysteriösen Umständen Selbstmord. Das einstige Jugendtalent wurde gerade einmal 37 Jahre alt. (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 06.09.2010, 17:23h
  • Das Schweigen von Ballacks Berater kann nur eins bededuten: er hat keine Beweise! Er hat sich da in eine Situation hineinmanövriert, aus der er schwer wieder herauskommt. Erklärungsnöte eben!
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#2 seb1983
  • 06.09.2010, 19:20h
  • Bin mal gespannt wann es bei Ballack wieder um Fußball geht, die Gerüchteküche brodelt ja auch bei seinem Einsatz in der Nationalmannschaft.
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#3 Wir kriegen euchAnonym
  • 06.09.2010, 22:56h
  • Die Spatzen pfeifen doch schon lange von den Dächern, dass der Fußballsport voll von schwulen Profi-Spielern ist, die aber offensichtlich nicht die Eier in der Hose haben, ihren (schwulen) Mann zu stehen!

    Ich sehe da nur zwei mögliche Entwicklungswege:

    Entweder die Betroffenen nehmen ihr Coming-out schnellstmöglich selbst in die Hand und treten am besten gemeinsam an die Öffentlichkeit,

    oder es ist nur eine Frage der absehbaren Zeit, bis andere es publik machen und auch die Massenmedien ihren bisherigen Mantel des Schweigens lüften werden.

    Letzteres kann man mit Sicherheit keinem Fußball-Profi empfehlen, denn das Eis der Selbstverleugnung wird fühlbar immer dünner und die Folgen für die weitere Karriere der Betroffenen sind völlig unabsehbar.

    Ungewollte und unkontrollierte Outings sind jedenfalls in naher Zukunft unvermeidbar, es sei denn die Betroffenen beenden endlich selbst die widerliche sexuelle Apartheid im Fußballsport, bevor andere es tun.
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#4 smallAnonym
#6 schnuckelsAnonym
  • 07.09.2010, 09:08h
  • Antwort auf #3 von Wir kriegen euch
  • Da muss ich Dir absolut Recht geben. Journalisten und Sportreporter wissen schon lange wer wie tickt und ich denke das ist auch nicht das Problem. Das was man den Lesern diverser Sportzeitungen vorgaukelt ist hinter den Kulissen schon lange ein offenes Geheimnis.

    Allerdings liegt es auch nicht an den fehlenden Eiern in der Hose den Schwulen Mann zu stehen, sondern vielmehr am schnöden Mammon, der Spielern und der Liga verloren geht, wenn ein Comming-out das Ansehen schädigt. Dabei geht es um Millionenschwere Werbeeinnahmen, die entfallen könnten und das wird weder der Liga noch den Spielern passen.

    Also Ballacks Äußerungen schädigen nicht nur aktive Spieler sondern ramponieren auch das ansehen der Liga und das wird sich wohl keiner gefallen lassen.

    Was ich allerdings auch moniere ist die Art und Weise, wie gerade in der einschlägigen Gaypresse über geoutete Personen berichtet wird. Da wäre es besser wenn man eine dezentere Art der Darstellung und Veröffentlichung von Artikeln nachkommen würde. Es sind zwar immer Personen des öffentlichen Lebens, allerdings haben auch Sie eine Privatsphäre verdient. Ein Mensch auf seine sexuelle Neigung zu reduzieren und plakatieren ist der falsche weg um mit Homophobie aufzuräumen.
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#7 MarekAnonym
  • 07.09.2010, 15:19h
  • Es ist nicht deren Homosexualität, die schwule Spieler weniger männlich macht, sondern das Versteckspiel.

    Insofern kann ich nur hoffen, dass das bald ein Ende hat und sie sich endlich outen.
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#8 smallAnonym
  • 07.09.2010, 20:08h
  • Das ist alles wunderbar was da theoretisiert wird und auch erstrebenswert, keine Frage...

    Dummerweise sieht die Realität etwas anders aus und es ist nun mal das wahre Leben, was permanent stattfindet, Woche für Woche, Spiel für Spiel, Stadion für Stadion.
    Es geht nicht um irgendwelche Luxusdinger mit psychologischer 24-Stunden Betreuung auf Nationalmannschaftsniveau, es geht um den ganz normal Fußballalltag in Deutschland.

    Als Schwuler mit ca. 30 Mannschaftskameraden, von denen 80 bis 90 Prozent eher auf dem geistigen Niveau eines Podolski statt eines Philipp Lahms sind, in irgendwelchen Stadionkattakomben....
    Dann in der Bundesliga aufzulaufen, geoutet in Stadien mit 40 bis 80 Tausend Menschen zu stehen und sich beschimpfen zu lassen als wer weiß was....
    Das ist die Realität, so jüngst geschehen dem Bayern Star Ribery beim ersten Auswärtsspiel, der kommt rein und nahezu das ganze Stadion schreit Kinderficker....
    Das ist nun mal der Alltag in deutschen Fußballstadien, ob man will oder nicht...

    Und da soll sich ein wahrscheinlich sowieso total verunsicherter Spieler hinstellen und sich outen...?
    Sorry, aber mit Eiern in der Hose hat das nun garn nix zu tun...
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#9 bigAnonym
#10 LorenProfil