Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?12695

Stephanie Rice hält derzeit den Weltrekord über 400 Meter Lagen. (Bild: Wiki Commons / Craig Franklin / CC-BY-SA-3.0)

Die australische Schwimmerin Stephanie Rice hat einen Werbevertrag verloren, weil sie in einem Twitter-Eintrag das Wort "Faggot" (Schwuchtel) als Beschimpfung benutzt hatte.

Rice hatte am Samstag nach dem Sieg der australischen Rugby-Mannschaft über Südafrika getwittert: "Suck on that, faggots" (etwa: "Zieht euch das rein, ihr Schwuchteln"). Nach heftiger Kritik löschte sie den Eintrag einen Tag später wieder. Die dreifache Goldmedaillengewinnerin von Peking erklärte, sie habe sich nur über den Sieg ihrer Mannschaft gefreut und dann unbedacht ihre Äußerung niedergeschrieben. "Ich wollte niemanden beleidigen. Ich entschuldige mich", erklärte die 22-Jährige.

Da war die Welle der Entrüstung jedoch nicht mehr aufzuhalten: "Sie ist eine Idiotin", erklärte etwa der frühere australische Rugbystar Ian Roberts gegenüber der "Herald Sun". "Jeder, der sie als Athletin unterstützt ist auch ein Idiot". Roberts gehörte zu den besten Rugbyspielern Australiens in den 1980er und 1990er Jahren. Er outete sich 1995 als erster noch aktiver Profispieler im Rugby-Sport.


Der schwule Olympiasieger Matthew Mitcham ist mit Rice befreundet - und hat ihr vergeben.

Der Autohersteller Jaguar hat bereits Konsequenzen gezogen und die Zusammenarbeit mit Rice beendet. Damit verliert sie unter anderem ihre Limousine Jaguar XF, die ihr der Konzern im Februar im Rahmen einen Sponsorenvertrages übergeben hat. "Wir werden diesen Wagen zurücknehmen", erklärte Mark Eedle von Jaguar Australia.

Unterstützung erhält Rice jedoch von Matthew Mitcham, dem schwulen Olympiasieger von 2008. Der 22-jährige Turmspringer erklärte auf seiner Facebook-Seite: "Ich weiß, dass viele Menschen sauer sind über das, was Steph Rice gesagt hat. Ich stimme dem zu: Es war gemein und nicht sehr durchdacht. Aber ich bin seit zwei Jahren mit ihr befreundet und weiß, dass sie nicht homophob ist." Mitcham erklärte, er verstehe, dass man in einem unbedachten Augenblick auch etwas Dummes sagen könne. Sie habe sich aber sofort entschuldigt, als sie das bemerkt habe: "Das ist Grund genug für mich, einer Freundin zu vergeben", so Mitcham. (dk)



#1 eMANcipation*Anonym
  • 07.09.2010, 12:40h
  • Gerade für Personen des öffentlichen Lebens, aber auch für alle anderen, muss es endlich strafrechtliche Konsequenzen haben, wenn sie sich erlauben, "unbedacht" und zu reinem Privatvergnügen andere verbal zu verletzen, zu beleidigen, zu verunglimpfen!

    Eben diese "rein zufälligen", aber allgegenwärtigen Ausfälle, die inzwischen zur selbstverständlichen Alltagssprache junger Menschen gehören, sind es nämlich, die jede freie Selbstentdeckung und -entfaltung von Anfang an erheblich erschweren und eine Unkultur der Homophobie (wie anderer Rassismen) wesentlich befördern.

    Homophobe Sprache ist ein Verbrechen!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 KameliendameEhemaliges Profil
  • 07.09.2010, 12:57h
  • hehehe jaaaaaaa so schnell is das schöne Auto weg.
    Zu Fuß gehen heissts jetzt wa? Na sie ist Sportlerin sie packt das
  • Antworten » | Direktlink »
#3 lukeAnonym
  • 07.09.2010, 13:42h
  • Antwort auf #1 von eMANcipation*
  • Ich kann deinen Punkt verstehen, aber andererseits ist es doch 'nur' ein Wort, ich seh das gelassener, in einigen Jahren ist es ein anderes Wort... so what.

    Homphobe Sprache zu bestrafen wird langfristig nicht die Denkstrukturen der heteronormativen Gesellschaft ändern, der wichtigere Ansatz sollte doch sein, eben diese Denkstrukturen aufzubrechen durch verschiedene Maßnahmen (Gleichstellung, Gesetzesänderungen, Aufarbeitung von Lehrplänen etc), dann wird sich imho automatisch auch der Sprachgebrauch ändern.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 eMANcipation*Anonym
  • 07.09.2010, 14:05h
  • Antwort auf #3 von luke
  • "Nigger", "Judensau" - alles nur Worte!

    Sollten wir alles gelassener sehen!

    Du übersiehst in deinem naiven Glauben an den vermeintlichen Automatismus der Aufklärung zwei wichtige Punkte:

    1. Die von dir postulierte Aufklärung wird unter den herrschenden Verhältnissen erst dann umfassend stattfinden, wenn alle relevanten Akteure in der Gesellschaft AUCH rechtsstaatlich dazu verpflichtet werden!

    Die immergleichen Apelle an Zivilcourage und (freiwillige) Aufklärung hören wir jetzt seit mindestens 20 Jahren, und inzwischen hat die Homophobie gerade unter jungen Menschen deutlich zugenommen, die gefühlte Freiheit, homosexuelle Empfindungen zuzulassen und auszuleben, bei männlichen Jugendlichen einen absoluten Tiefpunkt seit Ende der 1970er Jahre erreicht.

    (Inzwischen ist es so weit, dass die durchführende nationale Behörde für Gesundheit und Aufklärung "BZgA" die Existenz von Homosexualität und homosexuell empfindenden Jugendlichen in ihrem Fragenkatalog erstmals seit Beginn der Erhebungen 1980 gänzlich ignoriert - soviel zum Stand der Aufklärung über Homosexualität in Deutschland 2010).

    2. Wir diskutieren hier nicht über irgend etwas, sondern über eine allgegenwärtige Form der Gewalt, die betroffene Jugendliche erwiesenermaßen krankmacht und wesentlich dazu beiträgt, dass sie in letzter Konsequenz einem vielfach höheren Selbstmordrisiko ausgesetzt sind.

    Ich finde es pervers und unverantwortlich, diesen Tatbestand immer und immer wieder zu ignorieren, zu verharmlosen und nicht als Sofortmaßnahme mit allen rechtsstaatlichen Mitteln sicherzustellen, dass auch die Menschenwürde homosexueller Jugendlicher und überhaupt homosexueller Menschen endlich von aller staatlichen Gewalt geschützt wird (siehe Art. 1 GG).

    Was, wenn nicht dieser Schutz insbesondere von Kindern und Jugendlichen vor krankmachender Gewalt und Diskriminierung, ist die Kernaufgabe eines freiheitlich-demokratischen Rechtsstaates?

    Andere EU-Länder, in denen keine "Nie wieder"-Sonntagsreden geschwungen werden, handeln in diesem Punkt - auch und gerade deshalb, weil die schwule Community sich offenbar nicht mit billiger Rhetorik über Aufklärung, die dann aber in keiner Weise durchgesetzt wird, zufriedengibt.

    Du kannst ruhig weiter von deiner Aufklärung träumen, aber solange Unrecht nicht als Unrecht behandelt und die dringend notwendige Aufklärung auch mit allen rechtsstaatlichen Mitteln durchgesetzt wird, bleibt sie nichts anderes als ein schöner Traum.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 LorenProfil
  • 07.09.2010, 14:06hGreifswald
  • Besonders helle kann die Frau ja nicht sein, wenn sie in ihrem Freundeskreis einen Schwulen hat und immer noch von "faggots" spricht. Oder ist sie mit ihm "trotz" seiner Homosexualität befreundet? Das Schwimmen scheint ihr mehr zu liegen als Denken und Schreiben.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 seb1983
#7 stromboliProfil
#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 07.09.2010, 14:59h
  • Auch für Olympiasiegerinnen gilt: erst denken und dann schreiben! Hätte sie ein Fagott diskreditiert, wäre das dem Automobilhersteller Jaguar ja total egal gewesen!
  • Antworten » | Direktlink »
#9 seb1983
#10 vingtans
  • 07.09.2010, 17:05h
  • kommt ja aber auch immer darauf an wie man es benutz und zu wem man es meint...

    klar ganz schön doof und gemein es zu twittern,wenn sie es auch nicht homophob gemeint hat wirkt es so..

    aber nen wort ist nie von allein schlimm.
    ich nenn meinen heterosexuellen freund auch immer schwuchtel wenn er irgendwas feminines gemacht hat oder vom pärchenabend mit seiner freundin schwärmt,und dann kichern wir wie kinder,ohne böse hintergedanken...
    übrigens bin ich selber ne ziemliche schwuchtel.
  • Antworten » | Direktlink »