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Die transsexuelle Kalifornierin Gwen Araujo darf ihren Namen ändern - zwei Jahre, nachdem sie brutal ermordet wurde. Ein städtischer Beamter in Newark gab dem Wunsch der Mutter der damals 17-Jährigen statt, den Namen ihrer Tochter postum von Eddie zu Gwen Amber Rose zu ändern. "Ich freue mich für Gwen, meine Familie und ihre Freunde", so ihre Mutter Sylvia Guerrero, "Am meisten bedauere ich aber, dass ich meine Tochter zu Lebzeiten nicht öfter Gwen genannt habe."

Araujo ist am 4. Oktober 2002 von drei damals 22-jährigen Männern brutal mit einer Schaufel geschlagen und anschließend erwürgt worden, nachdem die Täter ihr biologisches Geschlecht entdeckt hatten. Ihr Körper wurde dann wenige Tage später auf einem Campingplatz gefunden, auf dem die Männer das Opfer vergraben hatten.

Im darauf folgenden Prozess hatten die Verteidiger argumentiert, die Täter hätten in Panik gehandelt, nachdem sie erfahren hatten, dass Araujo physisch ein Mann war. Deswegen seien sie in diesem Moment nicht zurechnungs- und damit nicht schuldfähig gewesen. Der Prozess platzte letzten Monat, weil sich die Geschworenen nach zehn Tagen nicht auf ein gemeinsames Urteil einigen konnten. Die Jury war mit sieben gegen fünf Stimmen für die Verurteilung von Michael Magidson, aber mit zehn gegen zwei Stimmen für den Freispruch von Jose Merel und Jason Cazares. Die Geschworenen müssen das Urteil jedoch einstimmig fällen. Die Staatsanwaltschaft strebt nun ein weiteres Verfahren an. Sie wird die drei Täter wieder des Mordes anklagen. In Kalifornien bedeutet das mindestens 25 Jahre Gefängnis.

Für das neue Verfahren könnte die Namensänderung auch von Bedeutung sein, wie Christopher Daley vom Transgender Law Center erklärt: "Das ist nicht nur eine symbolische Namensänderung. Gwens Name und ihre Identität wird wieder verbalen Angriffen von diesen hemmungslosen Verteidigern ausgesetzt sein, die die letzten Monate damit verbracht haben, sie in den Schmutz zu ziehen. Ich hoffe, dass sie beim nächsten Verfahren ihren jetzt rechtmäßigen Namen verwenden." (dk)

2. Juli 2004, 13:55 Uhr



#1 SvenjaAnonym
  • 03.10.2006, 07:55h
  • Es tut so weh, zu lesen, wie häufig Transsexuelle von der Gesellschaft als menschlicher Abschau behandelt werden.
    Wenn ein Mann kein Mann mehr sein möchte, ist er plötzlich nur noch Abfall. Wirft das nicht ein deutliches Licht auf die Menschen, die so denken?
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