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Wie geht das nur mit dem schwulen Sex? (Bild: Fugu Film)

In der Komödie "Humpday" versuchen sich zwei heterosexuelle Männer in der gleichgeschlechtlichen Liebe. Die Ehefrau ist nicht begeistert.

Von Carsten Weidemann

Andrew führt ein angenehmes Leben. Ein guter Job, ein eigenes Haus sowie eine nette Ehefrau samt Familienplanung lassen alles bestens, angenehm, aber nicht langweilig erscheinen. Bis plötzlich eines Nachts Ben, Weltenbummler und Kumpel von früher, vor der Tür steht. Man erinnert sich an die guten, alten Zeiten, und neue Geschichten und Abenteuer werden ausgetauscht. Andrew bewundert Bens Ungebundenheit, doch sie macht ihm auch ein wenig Angst, während Ben unvoreingenommen die Lebensweise des Freundes zu respektieren scheint.

Auf einer Künstlerparty, zu der Ben Andrew einlädt, wollen die beiden betrunkenen und bekifften Freunde es dann aber doch wissen: sie werden beim "Humpfest", einem Amateur/Kunstporno-Filmfestival, mitmachen und wollen den ultimativ subversiven Porno abliefern - zwei heterosexuelle Männer, die miteinander Sex haben. Eine Herausforderung, die neben Ansehen in der Künstlergemeinde vor allem ihnen selbst ihre Freiheit, Selbstständigkeit und Coolness beweisen soll. Die Ernüchterung folgt am nächsten Morgen. Die Bemühungen, sich voreinander keine Blöße zu geben und Andrews Frau das Ganze dabei schonend beizubringen, seziert der Film vergnüglich, ohne die Beteiligten bloßzustellen.

Keine Schenkelklopfer-Komödie


Kopfschmerzen am Tag nach dem Pornodreh? (Bild: Fugu Film)

Regisseurin Lynn Shelton nimmt eine Männerfreundschaft mit ihren Posen und Phrasen, Herausforderungen und Fallstricken aufs Korn. Das macht sie aber weder mit voyeuristischem Blick noch produziert sie eine Schenkelklopfer-Komödie á la "Chuck & Berry". Auf liebevolle, realistische und mutmachende Weise zeigt sie zwei Männer, die zeigen, was passieren kann, wenn man es denn mal wagt, über seine eigenen Grenzen hinaus zu wachsen. Die beiden Hauptakteure tragen sehr viel dazu bei, dass aus dem ungewöhnlichen Plot keine Klamotte wird.

Der jetzt 34-jährige Regisseur und Schauspieler Mark Duplass (Ben) gilt zusammen mit seinem Bruder/Ko-Regisseur Jay Duplass als einer der Mitbegründer der sogenannten Mumblecore Aesthetic. Ihre Debütfilme "The Puffy Chair" und "Baghead" hatten ihre Premiere auf dem Sundance Festival und wurden von der Presse wie dem Publikum begeistert angenommen. Ihr neuester Spielfilm "Cyrus", der im September auch in Deutschland startet, ist ihr erstes Projekt innerhalb eines Studiosystems und entstand zusammen mit Fox Searchlight Pictures mit einem Budget von sieben Millionen Dollar. Als Schauspieler ist Mark Duplass zur Zeit in Filmen wie "Greenberg" und in der Comedy-SciFi-Serie "The League" (FX Network) zu sehen.

Der Texaner Joshua Leonard (Andrew) wurde bekannt durch seine Rolle als Josh in "The Blair Witch Project". 2000 war er in "Men of Honor" neben Robert De Niro und Charlize Theron sowie in "Sacrifice - Der Sweetwater-Killer" neben Michael Madsen zu sehen. 2003 folgte die Komödie "Abgezockt!", 2004 spielte er die Hauptrolle im Horrorfilm "Madhouse - Der Wahnsinn beginnt". Daneben trat er in zahlreichen TV-Produktionen (CSI - Miami, Hung, Bones etc) auf. Seit 2005 agiert auch er als Regisseur: "Beautiful Losers" wurde u.a. beim Filmfestival in Locarno 2008 gezeigt.

"Humpday" hat bei diversen internationalen Filmfestivals Preise abgeräumt, darunter den "Special Jury Price" beim Sundance Filmfestival 2009.

Youtube | Der englischsparchige Trailer, im Kino läuft die Originalfassung mit Untertiteln


#1 Kinsey...Anonym
  • 09.09.2010, 12:35h
  • ...soziologisch verstanden:

    Die "heterosexuelle Mehrheit" und ihr Lebensmodell

    sind ein Herrschaftskonstrukt,

    sind ein Herrschaftskonstrukt,

    sind ein Herrschaftskonstrukt

    !!!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 seb1983
#3 seb1983
#4 bollywoodAnonym
#5 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 09.09.2010, 16:22h
  • Zwei Heten wollen miteinander vögeln - wer sich so ein Thema für einen Film ausdenkt? Nun ja, in Schwulenpornos ist sowas gang und gebe, also nix Neues eben.
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#6 maxAnonym
  • 09.09.2010, 16:47h
  • Antwort auf #5 von FoXXXyness
  • Das ist, neben wirklich schwulen Darstellern die es auch gibt, gang und gebe, stimmt.
    Eine gewisse Bi- Neigung gehört aber dazu. Es gibt genug Hetenmänner die sich Sex mit Männern absolut nicht vorstellen können, so wie es auch genug Schwule gibt die absolut keinen Sex mit Frauen machen würden. Manche Schwule aber schon.

    Sprich, die Einteilung in 100% Hetero und 100% Homo klappt nicht immer und die Graustufen sind besonders im Gay for Pay Bereich vielfältig.
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#7 seb1983
  • 09.09.2010, 18:54h
  • Antwort auf #6 von max
  • Da kommt dann Kinsey aus Beitrag 1 zu Wort.
    5% Hetero, 5% Homo, 90% irgendwo dazwischen.

    Wenn man dabei dann aber sagt die 5% Hetero stimmen natürlich, die andern 90% sind aber eigentlich schwul wirds bissl lächerlich
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#9 ermoorwiesegrünAnonym
#10 eMANcipation*Anonym
  • 10.09.2010, 00:35h
  • Antwort auf #7 von seb1983
  • Jo, Sebi, wir wissen doch:

    Mit dem Auseinandernehmen von Herrschaftsverhältnissen hast du's nicht so.

    Lernt man beim Bund wahrscheinlich eher weniger.

    Diese Auseinandersetzung gehört aber, wenn man empirische Befunde zum Sexualverhalten sinnvoll interpretieren will, unbedingt dazu.

    Lächerlich oder zumindest erheiternd ist es daher, dass du mit deinem Einwurf - wenn er denn so richtig wäre - unfreiwillig genau das bestätigst, was #1 gesagt hat:

    Die vermeintliche heterosexuelle Norm und Mehrheit samt zugehörigem Lebensmodell ist das Produkt von Herrschaftsverhältnissen, von jahrhundertelanger Aufherrschung - nicht das Ergebnis eines freien Lebens freier, aufgeklärter und gleichberechtigter Menschen!
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