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Florian in Bedrängnis: Wo soll er die heiße Susi verstecken? (Bild: Ikea Austria)

Ein neuer Ikea-Werbespot aus Österreich zeigt einen Mann in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung, der eine geheime Affäre mit einer Frau hat.

Die Reklame sorgt weltweit in schwulen Foren für Diskussionen. In dem 30-Sekünder wird gezeigt, wie sich das junge Paar Florian und Susi in einer geräumigen Wohnung leidenschaftlich küsst. Doch bevor die Beiden sich alle Kleider vom Leib reißen können, betritt Hubert die Wohnung mit den Worten "Hi, Schatzi". Florian reagiert schnell: Er versteckt seine Freundin in der geräumigen Ikea-Küche, noch bevor Hubert sie bemerkt. Währenddessen sagt eine Stimme aus dem Off: "Weil Florian auch mal größere Sachen verstauen muss, hat Ikea die passende Lösung". In der letzten Szene sitzen Florian und Hubert glücklich füßelnd am Küchentisch.

Binnen weniger Tage wurde die Werbung rund 50.000 Mal auf Youtube abgerufen - andere österreichische Ikea-Spots bringen es im besten Fall auf wenige tausend Klicks. In italienischen, spanischen und amerikanischen Blogs wird nun über die Bewertung der Kurzwerbung diskutiert. Dabei gibt es auch Kritik, etwa im US-Blog "Joe My God": "Ich befürchte, dass der Witz auf Kosten von gleichgeschlechtlichen Beziehungen geht und Mainstream-Klischees bedient", erklärte etwa der User AdBo.

Andere fürchten, dass Bisexuelle stigmatisiert werden. Ein Nutzer beklagt, dass Bisexualität von großen Teilen der Gay Community nicht anerkannt werde und dieser Spot die Vorurteile über diese Gruppe noch befeuere.

Viele Kommentatoren halten den Spot dagegen für einen gelungenen Witz und erklärten, es sei großartig, wie Ikea mit sexuellen Identitäten spiele. Für US-Leser brachte der 30-Sekünder zudem neuen Informationen über die Alpenrepublik: "Ich hätte nie gedacht, dass Österreich ein Ort ist, an dem sich Heteros verstecken müssen", schreibt der Nutzer Bad Humor Boy.

Youtube | Der Ikea-Werbespot

Florian geht auch bei Facebook fremd


Ikea gehört mit einem Umsatz von 20 Milliarden Euro im Jahr zu den erfolgreichsten Unternehmen der Welt. (Bild: Per Ola Wiberg Powi / flickr / by 2.0)

Die Hauptfigur der Fernsehwerbung soll auch in anderen österreichischen Medien für schwedische Möbel begeistern. So hat "Florian von IKEA" eine eigene Facebook-Website, in der er unter anderem Bilder mit Susi und Hubert veröffentlicht. Auch Interessen und "persönliche" Daten gibt Florian preis: So nennt er als Lieblingsbuch er neben dem obligatorischen Ikea-Katalog "Die Kunst des Liebens".

Ikea gilt seit Jahren als Vorreiter in der Werbeindustrie, wenn es um schwule Figuren geht. So sorgte der Konzern 1994 für Aufsehen gesorgt, als er in den USA zum ersten Mal mit einem schwulen Paar warb. Das führte zu Protesten von Homo-Gegnern: Die Werbung hatte eine Bombendrohung in einem der Einrichtungshäuser zur Folge, woraufhin der Spot zurückgezogen wurde. Inzwischen sind solche Spots jedoch zur Normalität geworden. In konservativen Ländern führt die schwedische Leichtigkeit aber nach wie vor zu Problemen: So rief eine katholische Lobbygruppe in Polen 2008 zum Ikea-Boykott auf, weil im Katalog des Möbelhauses ein männliches Paar abgebildet war (queer.de berichtete). (dk)



#1 CarstenFfm
  • 14.09.2010, 12:44h
  • Da gabs mal in den 90er eine Film "Coming In" über einen Schwulen, der sich in eine Frau verliebt.

    www.gaystation.info/tv/?/tv/archiv/c/coming_in.html

    Einfach nur eine witzige leichte Kommödie, keine Vorlage für irgenwelche "Homo-Heiler".... ich fands ganz lustig.

    So, und jetzt sollen sich die mit ihrem Hetronormativen-Diktatur-Verschwörung-Dingens etc meintewegen aufregen.
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#2 gatopardo
  • 14.09.2010, 12:54h
  • Sicher kommen hier jetzt alle möglichen Meinungen, aber persönlich passt mir solch eine Werbung ganz und gar ins Konzept.Auf alle Fälle können wir gespannt auf unseren notorisch austrophoben Foxxyyy und seinen Kommentar sein, denn wo kämen wir denn hin, wenn uns Österreich einmal vormacht, wie es sein könnte ? Übrigens erinnere ich mich an den "Käfig voller Narren" aus den 70ern, wo der schwule Partner von Mme Travestie auch mal mit ´ner Frau fremd ging, was aber keine Folgen hatte.
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#3 eMANcipation*Anonym
  • 14.09.2010, 12:56h
  • So schlimm find ich das auch nicht. Es kann ja mal vorkommen das ein Schwuler (oder Bisexueller), der sich in seiner sexuellen Orientierung noch nicht so festgelegt hat, sich in eine Frau mal verliebt. Das hat jetzt auch nichts mit dem (vermeintlichen!) gesellschaftlichem Druck von normierten Heteronazis zu tun sondern ist einfach die menschliche Natur.
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#4 XDAAnonym
  • 14.09.2010, 13:01h
  • Hat aber lange gedauert bis queer.de das aufnahm. Ich hab den Link zu youtube schon vor Tagen gepostet ...
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#5 schwulenaktivist
  • 14.09.2010, 13:05h
  • Es gibt gar nix aufzuregen. Nur Frauen regen sich darüber auf, dass ihre Männer/Frauen mit Anderen Männern oder Frauen fremdgehen...
    Wenn Männer sich aufregen, dann nur weil sie moralisieren wie ihre Mütter...
    Stigmatisieren von Bisexualität? Dass ich nicht mich totlache!
    Stigmatisiert wird immer nur der homosexuelle Anteil oder die Nur-Homosexualität.

    Auf der homepage der hetero Partner von Schwulen wird immer nur moralisiert, dass Schwule ihre Partnerinnen hintergehen würden, die Umstände aber (und die Mütter dahinter), warum sie Frauen heiraten, interessiert niefrauden. Einfach symtomatisch....
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#6 BenniAnonym
  • 14.09.2010, 13:27h
  • Witzige Idee!
    Gut wenn auch mal männliche Bisexualität Thema ist.
    Irritierend für so manche Hetenkerle, die sexuelles grundsätzlich in "ihr schwulen" und "wir heteros" unterteilen
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#7 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 14.09.2010, 13:30h
  • Hoffentlich bekommen wir diesen Spot auch bald im deutschen Werbefernsehen zu bestaunen! Ist ganz gut gelungen! Schade nur, daß er im falschen Land ausgestrahlt wird!
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#8 eMANcipation*Anonym
  • 14.09.2010, 13:31h
  • Antwort auf #3 von eMANcipation*
  • Dieser schwachsinnige Beitrag stammt nicht von mir: eMANcipation* / Good ol friend / The Rising

    Dieser Spot ist unter den herrschenden Bedingungen (oder Herrschaftsbedingungen) einer nach wie vor massiven gesellschaftlichen Diskriminierung von Homosexualität nichts anderes als widerlichster Heterosexismus!

    Hier soll schwule Partnerschaft und Liebe banalisiert und ins Lächerliche gezogen und gerade nicht als gleichwertig dargestellt werden!

    Oder haben wir eine solche Werbung schon ein einziges Mal in die andere Richtung gesehen?

    Wer nicht begreift, dass es hier um sexuelle Herrschaftsverhältnisse und im Kern um nichts anderes als widerliche Umpolungspropaganda geht,

    hat so ziemlich gar nichts begriffen von seiner Position als Schwuler in dieser Gesellschaft.

    Die Botschaft gerade an junge Schwule ist doch klar:

    Wenn du dich nur anstrengst, dann kannst du dein minderwertiges Schwulsein überwinden und dich endlich einem höherwertigen heterosexuellen Leben zuwenden!
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#9 najaAnonym
#10 eMANcipation*Anonym
  • 14.09.2010, 13:35h
  • Antwort auf #3 von eMANcipation*
  • By the way,

    ich habe hier noch nicht ein einziges Mal den Begriff "Heteronazi" verwendet und werde ihn auch nie verwenden.

    Wer also schon zitieren oder imitieren muss, weil ihm selbst kein sachlicher und konstruktiver Beitrag für sozialen Fortschritt einfällt und ohne ein Wort meiner und vieler anderer Beiträge hier überhaupt verstehen zu wollen, sollte sich nicht noch durch peinliche und faktenferne Verleumdungen ins Abseits schießen.
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