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Die ehemalige Bundestagspräsidentin und Bundesgesundheitsministerin Rita Süssmuth (CDU) hat in die Diskussion um das Adoptionsrecht für Schwule und Lesben eingegriffen und sich auf die Seite der Befürworter gestellt. Auf dem CSD-Empfang der AIDS-Hilfe NRW und des Schwulen Netzwerks NRW am 3. Juli in Köln forderte sie mehr Gelassenheit von den Gegnern einer entsprechenden gesetzlichen Regelung: "Es gilt doch zu fragen, welches Wohl das Kind erfährt, wenn es gut adoptiert wird, statt zu fragen, ob nun die Institution der Ehe gefährdet ist. Kein Mann und keine Frau, die ein Kind adoptieren, gefährden die Ehe."

Rita Süssmuth wurde auf dem Empfang für ihren Beitrag zur Emanzipation schwuler Männer geehrt. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, übergab der Politikerin als Vorjahrespreisträger die Kompassnadel des Schwulen Netzwerks NRW. "Rita Süssmuth hat dazu beigetragen, dass die Immunschwächekrankheit AIDS nicht mehr als Problem einer Minderheit, sondern als gesamtgesellschaftliche Herausforderung wahrgenommen wird", würdigte Stefan Etgeton die Preisträgerin in seiner Laudatio. Sie sei für die deutsche AIDS-Bewegung so wichtig, wie Elizabeth Taylor in den USA. Süssmuth betonte, dass für sie die Prämisse, die Krankheit AIDS zu bekämpfen und nicht die Infizierten, immer im Vordergrund gestanden habe. "Es war mir ganz wichtig, die AIDS-Hilfen mit all ihren Erfahrungen in der schwulen Szene als auch bei den geeigneten Präventionsmaßnahmen mit einzubeziehen", sagte Süssmuth.

Nicht nur Politikerin, die sogar von der Künstlerin Irmgard Knef mit einem eigenen Song geadelt wurde ("Wer nicht kämpft, hat schon verloren"), erhielt die Kompassnadel. Auch der Historiker Martin Sölle wurde für sein mehr als zwanzig Jahre währendes Engagement im Kölner Centrum Schwule Geschichte geehrt. Mit seinem Wirken in dieser bundesweit beispielhaften Archiv- und Forschungsstätte leiste Sölle einen wichtigen Beitrag gegen das Vergessen, hieß es in der Laudatio.



#1 Ulrich ThiemickeAnonym
  • 05.07.2004, 22:35h
  • obwohl ich schwul bin, kann ich nicht vewrstehen und begreifen, daß schwule oder lesbische Paare Kinder adoptieren können sollen. Kinder bedürfen eines Vaters und einer Mutter. Schwule und Lesben können das nicht leisten. Die Biologie können auch gesetze nicht umdrehen. Frau Süssmuth müßte dies eigentlich wissen oder will sie sich anbiedern.
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#2 GerdAnonym
  • 06.07.2004, 09:37h
  • Herzlichen Glückwunsch an die beiden Preisträger, die sehr gut ausgewählt wurden und den Preis verdient haben.

    Möchte eigentlich nur kurz anmerken, dass die augenblickliche Gesetzesnoveille im Bundestag "nur" die gemeinschaftliche Stiefkindadoption beinhaltet und nicht die generelle gemeinschaftliche Adoption.

    Und zur Stiefkindadoption sollten Gegner der gemeinschaftlichen Adoption wissen, dass diese leiblichen Kinder eines(r) PartnerIn faktisch sowieso in der homosexuellen Beziehung aufwachsen. Dies wird schnell von Gegnern in der Diskussion ausgeblendet.
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#3 BerndAnonym
  • 06.07.2004, 10:56h
  • Ich bin ebenfalls der Meinung, daß bei der Stiefkindadoption sowieso nur Kinder betroffen sind, die s o w i e s o in einer gleichgeschl. Beziehung aufwachsen, und die Adoption ändert sowieso nur die Rechtstellung des Kindes mitsammt seinen Ansprüchen, nicht aber die tägliche Lebens-Situation.
    Die Stiefkindadoption würde sowieso nur durchgeführt, wenn kein tats. für das Kind greifbarer andersgeschl. Elternteil da ist.

    Das Kind hat also nur Vorteile durch eine solche Adoption.

    Ansonsten wirken hier neben den leibl. Eltern noch der Co.-Elternteil und eine Menge Behörden mit, die sehr sensibel prüfen, ob die Stiefkindadoption wirklich im Sinne des Kindes ist. Diese Prüfung in Frage zu stellen heißt auch, die Prüfung der heterosexuell Adoptierten Stiefkinder in Frage zu stellen. Tut ja auch keiner!
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#4 HenningAnonym
  • 16.07.2004, 16:21h
  • Rita beweißt uns, dass es auch Toleranz in der Union gibt. Man wünscht sich nur, sie hätte mehr Einfluss in ihrer Partei.
    Zur Adoption: Gute Eltern können auch 2 Frauen oder 2 Männer sein. Es bedarf eben nicht beider Geschlechter. Es gibt auch viele Alleinerziehende. Da fragt auch niemand, wo das andere Geschlecht ist.
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#5 dragonwarrior außer hausAnonym
  • 09.06.2008, 09:18h
  • Antwort auf #1 von Ulrich Thiemicke
  • @ Ulrich (kommentar #1):

    schwul zu sein heißt ja nun auch nicht gleich, dass man die ganze welt verstehen kann...
    *schmunzel*

    das kinder eines vaters und einer mutter bedürfen, ist klar, zumindest was die zeugung angeht müssen da irgendwie beide geschlechter mitgespielt haben, songst geht nichts .

    vom zeitpunkt der geburt aber brauchen kinder BEZUGSPERSONEN, sie brauchen BINDUNG..., sie brauchen LIEBE...
    und da ist ihnen das geschlecht anscheinend relativ egal, wie genug untersuchungen über das heranwachsen von kindern in gleichgeschlechtlichen partnerschaften belegen... da scheint mir dein posting einfach nur stumpfes nachgeplapper verinnerlichter gesellschafftlicher normen zu sein, die kritiklos - weil anscheinend unüberprüft - übernommen wurden...

    ein anderer aspekt ist - und ich weiß wovon ich rede als sozialpädagoge, der auch mal ne zeitlang mit kindern gearbeitet hat - das kinder BEZIEHUNGEN beobachten und BEZIEHUNG LERNEN.
    das bedeutet: kinder beobachten (nach einer anfangsphase in der sie einfach probieren, "was passiert wenn ich...?", "wie reagiert X, wenn ich...? wie Y?") und lernen vom elternpaar (gleich welcher konstellation):
    -wie regeln zwei erwachsene ihren alltag?
    -wie organisieren sie ihr leben?
    -wie zeigen sie sich ihre zuneigung und liebe?
    -wie lösen sie ihre konflikte miteinander?

    und da scheinen regenbogenfamilien bemerkenswert kompetent zu sein, was wohl auch der tatsache geschuldet ist, dass es in regenbogenfamilien seltener zu ungewollten schwangerschaften kommen wird. diese kinder - zumindest die per insemination und co-adoption in die beziehung gebrachten kinder sind gewollt.
    und wenn es um inseminationskinder von "nein"-spendern geht haben diese kinder ohne co-adoption nur einen unterhaltspflichtigen elternteil anstatt von zweien... man möge mir erklären, was daran für das kindeswohl förderlich sein soll.
    und sollte es um eine gemeinsame adoption gehen warte ich bis heute auf die erklärung, warum eine heimunterbringung besser sein soll als ein dem kind zugewandtes liebevolles gleichgeschlechtliches elternpaar.

    manchmal heißt es an dieser stelle, das kind könne gehänselt werden, weil es bei zwei vätern oder zwei müttern lebt.
    tatsächlich am kindeswohl orientierte maßnahmen dürften hier wohl so aussehen, dass diese gesellschaft endlich homosexualität als gleichwertige sexuelle identität und lebensform ansieht...
    "seltsamerweise" haben diejenigen, die so argumentieren an derartigen maßnahmen zur verbesserung der lebenssituation von regenbogenfamilien - die es gibt, egal wie die rechtslage ausschaut - kein interesse...

    insofern: das ist nichts weiter als heuchlerische kindeswohlummantelte scheintolereante homophobie.

    -
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#6 stromboliProfil
  • 09.06.2008, 10:35hberlin
  • Antwort auf #2 von Gerd
  • "Und zur Stiefkindadoption sollten Gegner der gemeinschaftlichen Adoption wissen, dass diese leiblichen Kinder eines(r) PartnerIn faktisch sowieso in der homosexuellen Beziehung aufwachsen."
    ...um gottes willen gerd, nur nicht drann rühren, sonst merken es die noch^^

    dragonwarrior außer haus: " kinder beobachten (nach einer anfangsphase in der sie einfach probieren, "was passiert wenn ich...?", "wie reagiert X, wenn ich...? wie Y?") und lernen vom elternpaar (gleich welcher konstellation): -wie regeln zwei erwachsene ihren alltag?..."
    Ich denke , nach der oralen phase (mutterbindung, säugung) geht das früchtchen sehr schnell über zu komplizieteren sichtweisen als der, der partnerschaftbildung. Zwar wird das zweierverhältnis, wenn kein anders bild vorhanden, bis zur sprachentwicklung als alleiniges gesehen, aber bereits mit der sprachanwendung findet die öffnung hin zur "weiteren welt" und damit auch zu anderen beziehungsgeflechten statt. Das macht übrigens bei den untersuchungen von grippenkindern und hauskindern die sozialen kompetenzunterschiede aus. Und es geht noch weiter: wenn erst mal die "liebesfähigkeiten" anderer erkannt werden, fällt das isolierte hausprojekt meistens hinten runter. Was nicht von ungefähr erklärt, warum sich jugendliche in anderen familien scheinbar besser aufgehoben fühlen als in der eigenen. Das ist aber auch nicht ein gradmesser für versagen oder gelingen einer konstellation wie der der ehe, nur ein hinweis: es gibt viele möglichkeiten dem kind soziales gefüge zu vermitteln, also sollte das auch in die diskussion einfließen und nicht nur von der wirkung einer die rede sein!
    "...manchmal heißt es an dieser stelle, das kind könne gehänselt werden, weil es bei zwei vätern oder zwei müttern lebt."
    hänslende und verhänslende hatts zu allen zeiten gegeben, da können die kinder der farbigen in deutschland und anderswo ein lied von singen: neger, neger ; schornstenfeger, war einer dieser gassenhauer kindlicher willkür. Auch das ist teil des kollektiven überwindens und wird nicht in der privatheit der zweierfamilie für ein kind geklärt...
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