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Nikolai Aleksejew wird abgeführt, diesmal öffentlich

Elf Aktivisten, darunter Nikolai Aleksejew, sind am Dienstag bei einem Protest gegen Moskaus Bürgermeister verhaftet worden. Sie sind wieder auf freiem Fuß.

Von Norbert Blech

Die Moskauer Polizei hat am Dienstag eine nicht genehmigte Demonstration von Schwulen und Lesben gewaltsam aufgelöst und mindestens elf Personen festgenommen, darunter Nikolai Aleksejew, der Organisator des CSD in Moskau. Er hatte diesen Protest gegen Moskaus homophoben Bürgermeister Juri Luschkow angemeldet.

Die bis zu 50 Aktivisten hatten sich mit Handschellen an einen Zaun eines Denkmals am Tverskaya Ploshchad-Platz angekettet, das Denkmal erinnert an Fürst Juri Dolgoruki, den Gründer Moskaus, und steht gegenüber dem Rathaus. Teilnehmer riefen "Luschkow, trete zurück" oder "Luschkow vor Gericht!", Aleksejew hatte auch eine Luschkow-Puppe dabei. Die Demo, am letzten Mittwoch angemeldet und am Freitag verboten, stand unter dem Titel "Luzhkov - gomiki". Mit dem Begriff "gomoki" (in etwa: Schwuchtel) hatte der Bürgermeister einst Schwule bezeichnet; als er deswegen verklagt wurde, hatte ein Gericht im Sommer den Begriff als "nicht abwertend" bezeichnet.

Der Protest begann um 18 Uhr Ortszeit am Mittwoch, am 74. Geburtstag des Bürgermeisters, der derzeit in Österreich Urlaub macht. Nach wenigen Minuten stürmten Polizisten den Platz und nahmen einige Teilnehmer fest, darunter offenbar auch einen Journalisten der Nachrichtenagentur AFP. Im Polizeiwagen stimmten einige Festgenommene trotzig und ironisch das Lied "Happy Birthday, Mr. Luschkow" an, berichten die Medien.

Erster Bericht aus der Polizeistation


Insgesamt wurden mind. elf Aktivisten verhaftet

Die Polizei ist beim Lösen der Handschellen offenbar nicht behutsam vorgegangen. Aleksejew berichtete aus der Polizeistation Tverskaya dem britischen Portal "Pink News": "Meine Hand ist mit Blut bedeckt." In der Station würden ingesamt elf Aktivisten festgehalten; ob weitere Teilnehmer verhaftet und woandershin gebracht wurden, konnte er nicht sagen.

Aleksejew war erst in der letzten Woche unter ominösen Umständen festgenommen und an geheimen Ort zwei Tage lange festgehalten und bedroht worden (queer.de berichtete). So sollte er seine Klagen beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen der CSD-Verbote zurückziehen und die nun stattgefundene Demo gegen Luschkow absagen. Direkt kurz nach seiner Freilassung hatte Aleksejew angekündigt, den Protest trotzdem durchführen zu wollen.

Schnelle Freilassung

Wie "UK Gay News" berichtet, sind alle Aktivisten relativ schnell wieder freigelassen worden. "Heute war das wie ein VIP-Service", sagte Aleksejew dem Bericht zufolge nach seiner Freilassung. Die Polizei habe sie schnell wieder los werden wollen. Die Aktivisten seien nicht wegen Ungehorsam gegen die Polizei angeklagt worden, sondern nur wegen der Teilnahme an einer nicht genehmigten Veranstaltung. Daher droht maximal eine Geldstrafe.

Wie Aleksejew berichtet, kann seine Verhandlung am 6. Oktober noch lustig werden: die Polizei hat seine Luschkow-Puppe beschlagnahmt und will sie als Beweis in die Verhandlung einbringen. Auch in einigen russischen Medien und im Facebook-Account von Aleksejew wurde die Freilassung aller Aktivisten bestätigt.

Update, 19:12h: Bericht über Freilassung



#1 2010Anonym
#2 das mediumAnonym
#3 Jetzt reichtsAnonym
  • 21.09.2010, 19:05h

  • Es ist Zeit das Aussenminister Westerwelle eine Protestnote nach Moskau schickt. Schoen hat er geheiratet. Dieses Recht hat er Rot-Gruen zu verdanken. Es ist Zeit das er sich endlich mal fuer andere Schwule einsetzt!
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#4 XDAAnonym
#5 Liedel
  • 22.09.2010, 00:03h
  • "Es ist Zeit das er sich endlich mal fuer andere Schwule einsetzt!"

    Macht er nach 2013 als Gastredner bei der Naumann- Stiftung
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#6 Lupo__Profil
  • 22.09.2010, 00:06hBielefeld
  • Antwort auf #3 von Jetzt reichts
  • Tja, eigentlich eine gute Idee, ich denke nur, Guido Westerwelle wird wohl nie zum Gay Pride nach Moskau kommen. Nichtsdestotrotz, ich kann diesen Vorschlag, Guido Westerwelle einzuladen, gerne an Nikolai Alekseev und seine Gruppe weitergeben.
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#7 FloAnonym
  • 22.09.2010, 15:10h
  • Antwort auf #3 von Jetzt reichts
  • Da kann ich Dir nur zustimmen.

    Westerwelle nutzt jetzt genau das Rechtsinstitut, was nur Rot-Grün zu verdanken ist, und wogegen auch er und die FDP damals geklagt haben.

    Und auch jetzt wird er wieder wegsehen und tausend Ausreden finden, warum er das nicht kritisiert.

    Ich frage mich echt, wie lange die Wähler noch auf diese verlogene Witzfigur und diese degenrierte Partei FDP reinfallen?!
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#8 GagaRinAnonym
  • 24.09.2010, 10:24h
  • Der Moskauer Oberbürgermeister Juri Luschkow wird am kommenden Montag sein Amt verlassen. Das berichten die Moskauer Zeitungen Kommersant und Nowaja Gaseta am Freitag.

    Laut Kommersant kann dabei Luschkows jetziges Amt in zwei aufgeteilt werden – des Oberbürgermeisters und des Chefs der Moskauer Stadtregierung.

    de.rian.ru/russia/20100924/257330299.html
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#9 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 25.09.2010, 10:06h
  • Es ist ja hinreichend bekannt, daß sich die Mosauer und insbesondere die russische Polizei wie die Axt im Walde aufführt, wenn sie Festnahmen macht! Da dürfte in diesem Fall keine Ausnahme gemacht worden sein.
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