Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?12773

Ban Ki-moon ist seit 2007 der achte Generalsekretär der Vereinten Nationen. (Bild: World Economic Forum / flickr / by-sa 2.0)

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat sich für die Abschaffung von Gesetzen gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen ausgesprochen.

Der 66-jährige Südkoreaner richtete am Freitag den Appell an die Staatenwelt, niemanden wegen seiner sexuellen Orientierung zu diskriminieren. "Gesellschaftliche Ansichten sind nur schwer zu ändern, aber kulturelle Rücksichtnahmen sollten nicht den Menschenrechten im Weg stehen", so Ban in dem Appell, der von der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navanethem Pillay, anlässlich einer Sitzung des UN-Menschenrechtsrats in Genf verlesen wurde.

Laut Ban widerspricht die Verfolgung Homosexueller dem Geist der internationalen Vereinbarungen: "Wir sollten uns darum kümmern, dass jeder den vollen Schutz der internationalen Menschenrechtsgesetze erhält und nicht nach Schlupflöchern suchen, wie bestimmte Personen davon ausgeschlossen werden können."

Menschenrechtskommissarin Pillay erklärte, dass in 78 Ländern nach wie vor Homo- oder Transsexualität als Verbrechen angesehen werde. Erstes Ziel der Vereinten Nationen müsste sein, diese Kriminalisierung zu beenden. Zudem sollte mehr getan werden, um Diskriminierung und Homophobie zu beenden.

Ban hatte sich im Mai dieses Jahres für die Freilassung eines wegen Homosexualität verurteilten Paares in Malawi eingesetzt (queer.de berichtete). Die beiden zu je 14 Jahre verurteilten Männer waren damals nach einem Besuch des UN-Generalsekretärs begnadigt worden. Ban beglückwünschte damals das Land zu der "mutigen Entscheidung".

Die UN ist in den letzten Jahren homofreundlicher geworden: So gewährte der Wirtschafts- und Sozialausschuss der Vereinten Nationen (ECOSOC) in den letzten Jahren mehrere Homo-Gruppen Beraterstatus - meist gegen die Stimmen von homofeindlichen Ländern. Unter den großen Ländern sprechen sich insbesondere Russland und China gegen die Aufnahme von schwul-lesbischen Organisationen aus. (dk)



#1 goddamn. liberalAnonym
  • 22.09.2010, 14:43h
  • Ein wichtiger Schritt weit über die Verbotsländer hinaus. Warum?

    "Dennoch sollte die gebotene Antwort auf die Ungerechtigkeiten an homosexuellen Personen in keiner Weise zu der Behauptung führen, die homosexuelle Veranlagung sei nicht ungeordnet. Wenn eine solche Behauptung aufgestellt und homosexuelles Tun folglich als gut akzeptiert wird oder wenn eine staatliche Gesetzgebung eingeführt wird, welche ein Verhalten schützt, für das niemand ein irgendwie geartetes Recht in Anspruch nehmen kann, dann sollten weder die Kirche noch die Gesellschaft als ganze überrascht sein, wenn andere verkehrte Vorstellungen und Praktiken an Boden gewinnen sowie irrationale und gewaltsame Verhaltensweisen zunehmen. " (Ratzinger 1986)

    Die UN widerspricht dem nun: Man kann jetzt juristisch durchaus ein Recht auf (gleich-)geschlechtliche Selbstbestimmung in Anspruch nehmen! Ein wichtiges 'Argument' gegen Klerikalinskis und Mullahs aller Schattierungen !
  • Antworten » | Direktlink »
#2 FloAnonym
  • 22.09.2010, 15:07h
  • Schön und gut.

    Aber den Worten müssen auch Taten folgen. Bei wirtschaftlichen Interessen wird nicht nur geredet, sondern gehandelt - da gibt es Embargos, etc. Aber bei Menschenrechten wird immer nur geredet, ohne dass es Sanktionen gibt.

    So gut ich seine Meinung und die Äußerung derselben auch finde, aber ohne Sanktionen wird das in den entsprechenden Staaten ungehört verhallen. Denn die einzige Sprache, die wirklich immer hilft, ist die Sprache des Geldes!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Timm JohannesAnonym
  • 22.09.2010, 16:32h
  • Gute Rede des UNO-Chef !

    Endlich wird den Diplomaten der jeweiligen rund 75 homosexuellenfeindlichen Staaten Kritik entegegengebracht und nicht einfach drüber hinweggeschwiegen.

    ABER das allein reicht nicht, damit in diesen Staaten endlich die Strafbarkeitsbestimmungen aufgehoben werden. Es muss Druck aufgebaut werden und dies läßt sich zum einem durch eine andere Entwicklungshilfe erreichen. Schliesslich sind über 2/3 der Staaten, in denen homosexuelle Handlungen strafbar sind, Entwicklungsstaaten.

    Und Deutschland ist der 3. größte Geber von Entwicklungshilfe weltweit. Da sollte endlich auch seitens Deutschland verstärkt die Entwicklungshilfe mit deutschen Forderungen nach Menschenrechten verbunden werden.

    Deutsche Entwicklungshilfe gehört an das Einhalten von Mindeststandards der Menschenrechte gebunden. Nur Regierungen in Drittwelstaaten, die bestimmte Mindeststandards einhalten, sollten gefördert werden. Denn diese Länder haben am Ehesten auch verdient, Gelder zu erhalten. Dort wo es menschenrechtswidrige Regierungen gibt, hilft Entwicklungshilfe NICHT, sondern ist sogar kontraproduktiv, da es die jeweilige menschenrechtswidrige Regierung auch noch hilft, an der Macht zu bleiben.

    Es muss seitens Deutschlands viel genauer geschaut werden, welchen Ländern wir Entwicklungshilfe gewähren und ob sie Menschenrechte auch verbessern in ihrem Lande und hierzu gehört die Legalisierung homosexueller Handlungen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 stromboliProfil
  • 22.09.2010, 19:36hberlin
  • Antwort auf #3 von Timm Johannes
  • schreib das mal der fdp-schnarchnase niebel als anregung!
    Durchschlag an schwesterwelle und evchen brunne.

    Ansonsten hast du mal einen denkansatz gebracht, der als ausgangsbasis für weiteres dienen kann: zweckgebundene hilfe, die die menschen zur eigenversorgung führt und unabhängig macht von " märkten" !
    Saatgutzuteilung die unabhängig macht von grosskonzernen wie montesano!
    Rohstoff- rückführung und verstaatlichung der rohstoffquellen zwecks aufbau eigener wirtschaftsstrukturen !
    Gesunde menschen und gesicherte versorgung sind basis für menschliche interaktion. Lassen also auch keinen raum für hetzideen und deren verbreiter; insbesondere hier die religionen angesprochen, die ihr betätigungsfeld in der armut finden.
    Arme sind ansprechbar für jede form von hass!
    Bildung hiunzugezählt, wäre der/dein forderungskatalog an den überflüssigsten minister ( so selbsteinschätzung niebels vor amtübernahme!) nicht vollständig aber nützlich angereichert!
    Versuchs mal; schreib dem guten!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Liedel
  • 22.09.2010, 22:57h
  • Mögen seine Worte erhört werden, vor allem wenn es bei der UN- Menschenrechtskommission mal wieder um eine Resolution zum Schutz vor jeglicher Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und um das Prinzip, dass sexuelle Vielfalt integraler Bestandteil der Menschenrechte ist, gehen wird. Der Vatikan hat 2003 (Entwurf Brasiliens) zusammen mit der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC), hier insbesondere Pakistan und christlich-fundamentalistischen, evangelikalen Gruppen aus den USA unisono gegen diese Resolution Stimmung gemacht.

    Hoffen wir, dass vor allem in diesen Ländern die Stimme Ban Ki-moons mehr gehört werden wird als die der Fundamentalisten, darunter auch unsere allseits geliebte Päpstin Benedikta als Oberhaupt des Vatikanstaats!
    Persönlich fand ich Ban Ki-moon immer etwas farblos, was wohl am Charisma seines Vorgängers Kofi Annan lag. Das hat sich nun geändert
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Tinnitus IesusAnonym
  • 22.09.2010, 23:12h
  • Gute Rede des UNO- Chef!

    Deutsche Entwicklungshilfe gehört an das Einhalten von Mindeststandards der Menschenrechte gebunden.
    Genau aus diesem Grund hat die FDP, die sich schon in der Vergangenheit stets lautstark für unsere Rechte eingesetzt hat gefordert, das Ministerium für Entwicklungshilfe abzuschaffen. Und der Mann, der das so gefordert hat sitzt heute auf dem entsprechenden Ministerposten.
    Das ist eine gute Sache dass der das so gefordert hat denn wer braucht schon so ein überflüssiges Ministerium das ist doch nur Steuergeldverschwendung und auch das Ministergehalt ist viel zu hoch. Aber weil ich als Lutheraner zu Nächstenliebe und vor allem zu Vergebung angehalten bin, verzeihe ich dem Herrn Niebel dass der jetzt da auf diesem Posten sitzt, schließlich ist er ja in der FDP, die schon mehr für uns getan hat als die große Koalition und überhaupt alle anderen vorher.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 herve64Profil
  • 23.09.2010, 08:49hMünchen
  • Antwort auf #2 von Flo
  • "Denn die einzige Sprache, die wirklich immer hilft, ist die Sprache des Geldes!":

    Und selbst das stimmt leider nur bedingt. Streicht ein Entwicklungshilfegeberland einem -nehmerland z. B. die Mittel bzw. verkürzt sie, so wird sich dieses Land andere Geberländer suchen, denen die Menschenrechte eigentlich genau so egal sind bzw. die genauso mit den Füßen darauf herumtrampeln. Ich denke da z. B. an Saudi-Arabien oder Russland.

    So wichtig und richtig es auch ist, in derartige Staaten keine Mittel mehr hinein zu pumpen, so gering schätze ich leider auch die Wirkung ein.

    Ich denke, der Boykott eines betreffenden Landes müsste effizienter gestaltet werden, z. B. mit Ein- und Ausfuhrbeschränkungen oder bezüglich der Einreisebestimmungen (die allerdings ohnehin schon äußerst restriktiv sind).

    Eine internationale Ächtung wäre zwar am Optimalsten, aber angesichts der realen Situation in der Welt ist diese Option leider utopisch.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 25.09.2010, 09:59h
  • Ich möchte nicht wissen, welche Länder bei der Ansprache des UN-Generalsekretärs den Plenarsaal verlassen haben. Es werden ja wohl die üblichen Verdächtigen gewesen sein: China, Iran, Irak, fast alle afrikanischen und arabischen Nationen sowie Nordkorea. Dennoch fand ich Herrn Ban Ki-Moon sehr mutig, das anzusprechen und sich dennoch (wenn auch vor einem kleinem Publikum) Gehör zu verschaffen!
  • Antworten » | Direktlink »