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Staatssekretär Carlo Giovanardi (Bild: Wiki Commons / Dread83 / CC-BY-SA-3.0)

Carlo Giovanardi, Familien-Staatssekretär der italienischen Regierung, hat in einem Interview erklärt, das Adoptionsrecht für Lesben und Schwule würde den Menschenhandel begünstigen.

Wie die Tageszeitung "La Repubblica" meldet, führe ein Adoptionsrecht für Homo-Paare zu einem "regen Handel mit Kindern, die gekauft oder verkauft werden". Länder mit homofreundlichen Regelungen förderten daher den Menschenhandel, so Giovanardi. Als Länder mit besonders liberalen Gesetzen nannte er die USA und Brasilien. "Das ist etwas, was wir nie akzeptieren werden", erklärte der Politiker der Berlusconi-Partei "Popolo della Libertà".

Giovanardi erklärte ferner, dass Schwule und Lesben ohnehin schlechte Eltern seien: "Zwei Elternteile des selben Geschlechts einem Kind aufzuzwängen, das ist seelische Gewalt." Kinder hätten das Recht, in einer Familie mit Vater und Mutter aufzuwachsen, sagte der 60-Jährige. Dass viele Kinder auch in dieser Konstellation Gewalt erführen, ändere nichts an der Minderwertigkeit schwuler oder lesbischer Paare: "Es gibt auch in heterosexuellen Familien Gewalt oder schlechte Manieren, aber das heißt nicht, dass die normale Familie Gewalt und Misshandlungen Vorschub leistet", erklärte Giovanardi, ohne Quellen für seine Behauptung zu nennen.

"Unfassbarer Unsinn"

Die Opposition und Homo-Gruppen sind empört über die Äußerungen des Staatssekretärs. Paola Concia von der sozialdemokratischen "Partito Democratico" nannte es "nicht hinnehmbar", dass der Politiker eine ganze Gruppe von Menschen verunglimpft. Einzige Absicht des "homophoben" Politikers sei es offenbar gewesen, Stimmung gegen Schwule und Lesben zu machen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten ferner, dass Homo-Paare genauso gute Eltern seien wie heterosexuelle Paare. Die Gruppe Arcigay nannte die Aussagen Giovanardis einen "unfassbaren Unsinn" und forderte die Entlassung des Staatssekretärs.

Italien ist eines der wenigen westeuropäischen Länder, in denen Homo-Paare noch immer keinerlei Anerkennung vom Staat erhalten. Zwar versuchte der frühere Ministerpräsident Romano Prodi 2008, eingetragene Partnerschaften einzuführen. Das Vorhaben scheiterte jedoch kläglich (queer.de berichtete). Insbesondere die katholische Kirche und Mitte-Rechts-Parteien sehen in der Anerkennung von Homo-Paaren eine Schwächung der christlichen Werte in Italien. (dk)



#1 carloAnonym
  • 22.09.2010, 17:36h
  • Hm. Mal sehen: Erdbeben, Erderwärmung, Missernten, Brunnenvergiften, Prostitution, pervertierte Jugend, zerstörte Ehen... Ich glaube, Menschenhandel war bisher noch nicht auf der Liste unserer Greueltaten.

    Kommt demnächst sodomiebedingter Blutregen wieder in Mode? Oder sollten wir nicht vielleicht mal wieder eine zünftige Heuschreckenplage verursachen?

    Wer macht mit? :-)
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#2 FloAnonym
  • 22.09.2010, 17:37h
  • Diese Ewiggestrigen erfinden immer irgendwelche neuen Märchen.

    Dass sie das nie belegen können und ihre Aussagen gegen alle wissenschaftlichen Erkenntnisse sprechen, stört sie nicht! Denn sie wissen, dass ihre Wähler eh zu dumm sind, um das zu merken.

    Das trifft auf die italienischen Konservativen genauso zu, wie hierzulande auf die Union und weltweit auf alle ähnlich gelagerten Parteien.
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#3 alexander
  • 22.09.2010, 18:39h
  • schade, dass diese dumpfbacken nie zur verantwortung gezogen werden !

    diesen leutchen stinkt doch nur, dass in regenbogenfamilien erwachsene mit erhöhter wachsamkeit gegenüber den überkommennen konventionen leben, die sich nicht mit kirche und familienidyll einseifen lassen !
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#4 MarekAnonym
  • 22.09.2010, 19:07h
  • Jeder dieser Schwachmaten ist letztendlich für uns alle nur noch mehr Motivation, sich noch vehementer, noch stärker und noch engagierter für unsere volle Gleichstellung einzusetzen!!

    Irgendwann wird der Zeitpunkt kommen, wo wir komplett gleichgestellt sein werden. Und dann werden die Menschen über solche Fanatiker denken, wie man heute über Sklavenhalter, Nazis, Verursacher der Apartheid, etc. denkt....

    Aber einfach so bekommen wir das nicht. Wir müssen dafür kämpfen! Niemand hat gesagt, dass es einfach wird, aber wir werden es schaffen!
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#5 sylviafeeProfil
#6 MIZAnonym
  • 22.09.2010, 19:48h
  • Kommt mir irgendwie bekannt vor!
    Der damalige Bischof Dyba meinte, dass die Einführung eines Lebenspartnerschaftsgesetzes dazu führen würde, dass die Schwulen sich dann alle einen Lustknaben aus den ärmeren Ländern dieser Welt holen und "ehelichen" würden.

    Die Wahrheit ist, dass es nach 9 Jahren "Homo-Ehe" nur 16.000 eingetragene Lebenspartnerschaften in Deutschland gibt. Und das mit den Lustknaben hat sich meines Wissens so ziemlich in Grenzen gehalten. In meinen Umfeld kenne ich keinen Fall.

    Dyba ist inzwischen von seinem Herrgott abberufen worden. Vielleicht ist er aber auch zum Teufel gegangen?!

    Menschenhandel kenne ich in schwulen Bezügen nur vom "Sklavenmarkt" in den SM- und Fetischkneipen ;-) Und der ist eher mit Spaß verbunden!
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#7 MichaelAS
#8 SpartaküsschenAnonym
#9 Liedel
  • 22.09.2010, 22:41h
  • Ne @ MIZ

    "Dyba ist inzwischen von seinem Herrgott abberufen worden. Vielleicht ist er aber auch zum Teufel gegangen?!"

    Der hatte kurz vor seinem Ableben eine hitzige Diskussion mit Herta Däubler- Gmelin
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#10 Hannu, TampereAnonym
  • 23.09.2010, 21:38h
  • Bei uns gibt es eine ultrareligiöse Gruppe namens Christdemokraten, deren Chefin Päivi Räsänen heisst. Frau Räsänen kämpft gegen Homorechte schon seit Jahrzehnten. Es wundert mich immer, wie es in demokratischen Ländern überhaupt möglich ist, dass Politiker Homohass öffenlich verbreiten. Unsere Homohasserin Nr 1 Frau Räsänen wird bald einen ziemlich bitteren Brief von mir erhalten. Wir müssen jetzt was gegen diese Typen tun, sogar vor Gericht bringen.

    Bei uns sieht es übrigens ganz gut aus: 54 % der Finnen sind für Homoehe (über 50 % auch von den Mitgliedern der ev-lut Kirche, die ca. 80 % von Finnen als Mitglieder hat). Das bedeutet, dass die Homohasser/-innen verloren werden.
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