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Irlands Präsidentin Mary McAleese (Bild: Wiki Commons / Sherurcij / CC-BY-2.5-BR)

Die irische Präsidentin Mary McAleese hat ihre Teilnahme bei der Parade zum St. Patrick's Day in New York City abgesagt – angeblich, weil dort keine schwul-lesbischen Teilnehmer geduldet werden.

Die Veranstalter hatten McAleese angeboten, am höchsten irischen Feiertag 2011 die weltweit größte Parade anzuführen – die 59-Jährige lehnte aber aus "Termingründen" ab. Beobachter sind sich aber sicher, dass es sich die bei Schwulen und Lesben beliebte Präsidentin nicht in eine Diskussion über Homophobie hineinziehen lassen wollte. Grund: Homo-Aktivisten haben in den letzten zwei Jahrzehnten regelmäßig darüber geklagt, dass bei dem seit 1762 in New York veranstalteten Fest nie ein schwul-lesbischer Wagen zugelassen worden ist. McAleese nahm bislang erst einmal, im Jahr 2002, an der Parade teil.

"Sie hat sich in den letzten Jahren eine gute Beziehung mit Homo-Gruppen in Irland aufgebaut und die Teilnahme in New York wäre sehr umstritten, weil es dort ein Schwulenverbot gibt", erklärte etwa der Kommentator Niall O'Dowd gegenüber der irischen Zeitung "Independent".

Homofreundliche Parade in Queens

Alternativ soll es Überlegungen gegeben haben, dass die Präsidentin sowohl an der Parade in der New Yorker Innenstadt als auch im Stadtteil Queens teilnimmt. Dort sind auch Homo-Wagen erlaubt und die irische schwul-lesbische Community beteiligt sich seit Jahren an der Parade. Auch New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg, ein erklärter Befürworter von Homo-Rechten, nimmt an beiden Veranstaltungen teil. Da diese Parade fünf Tage vor der Hauptparade ausgetragen wird, müsste die Präsidentin eine Woche in New York bleiben. Dafür fehlt der Politikerin die Zeit.

Wie in Deutschland ist das Präsidentenamt auch in Irland eine eher repräsentative Aufgabe. Die Präsidenten mischen sich daher nur selten in die Tagespolitik ein. Als McAleese 1997 erstmals vom Volk zur Präsidentin gewählt wurde, galt sie als konservative Katholikin, hat sich aber in ihrer Amtszeit stets für Minderheiten wie Schwule und Lesben stark gemacht. Sie hat auch dem Gesetz über eingetragene Partnerschaften zugestimmt, das im Juli vom Parlament beschlossen wurde (queer.de berichtete). (dk)