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1,5 Prozent halten die Fahne hoch – was macht der Rest? (Bild: CarbonNYC / flickr / by 2.0)

Bei einer Umfrage der britischen Statistikbehörde gaben 1,5 Prozent der 450.000 Befragten an, schwul oder lesbisch zu sein.

Das Office for National Statistics (ONS) hat am Donnerstag erste Daten für sein stichprobenartige telefonische Volkszählung veröffentlicht, darunter auch die erstmals gestellte Frage nach der eigenen sexuellen Identität. Insgesamt gaben 1,0 Prozent der Befragten an, "Gay / Lesbian" zu sein, weitere 0,5 Prozent erklärten, sie seien bisexuell. Demnach lebten in Großbritannien 481.000 selbst erklärte Schwule und Lesben und 245.000 Bisexuelle. Die Zahl der Heterosexuellen beläuft sich dagegen auf 46,9 Millionen (94,8 Prozent der erwachsenen Bevölkerung).

Weitere 3,3 Prozent der Befragten weigerten sich, eine Antwort zu geben oder sagten "Weiß nicht". Die Fragensteller waren in diesem Fall angehalten, nicht auf einer Antwort zu bestehen, sondern die nächste Frage zu stellen, erklärte das ONS. Einige der Befragten hätten gar nicht auf die Frage reagiert oder seien darüber erbost gewesen.

Außerdem sagten noch 0,5 Prozent, sie seien weder hetero, bi noch homosexuell. Dazu gehören etwa Asexuelle oder Menschen, die die Trennung zwischen Mann und Frau ablehnten.

Befragung ein "Experiment"

Die Statistikbehörde erklärte, die Frage sei ein "Experiment" und müsse nicht den wirklichen Anteil an Schwulen und Lesben in der Gesellschaft anzeigen. So sei es etwa möglich, dass bei manchen der telefonisch befragten Teilnehmer andere Mitglieder des Haushalts im Raum seien, vor denen die wahre sexuelle Identität geheim gehalten werden soll.

Der Anteil von Schwulen und Lesben schwankt der ONS zufolge in den verschiedenen Bevölkerungsgruppen. So identifizieren sich eher junge, gut ausgebildete und wenig religiöse weiße Briten als "gay" oder "lesbian". Gerade unter Menschen mit wenig Berufsausbildung oder unter ethnischen Minderheiten geben dagegen weit weniger zu, homosexuell zu sein. Den höchsten Anteil an Schwulen, Lesben und Bisexuellen gibt es in der Hauptstadt London (2,2 Prozent), den niedrigsten Anteil in Nordirland (0,9 Prozent).

Kinder spielen im Leben der meisten Schwulen und Lesben keine Rolle: In gerade einmal acht Prozent ihrer Haushalte wohnt auch ein Kind. Bei Bisexuellen liegt der Anteil dagegen bei einem Drittel.

Studien zum Anteil von Schwulen und Lesben haben bislang verschiedene Ergebnisse hervorgebracht. So kam in Deutschland eine Untersuchung der Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS) für den Sender Pro Sieben zum Ergebnis, dass 1,8 Prozent der Bevölkerung schwul oder lesbisch ist (queer.de berichtete). Die britische Regierung geht offiziell davon aus, dass sechs Prozent aller Briten dem gleichen Geschlecht zugeneigt sind – darin enthalten sind allerdings auch die "Klemmschwestern". Bei US-Studien schwanken die Ergebnisse zwischen einem und fünf Prozent. Und laut dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad beträgt der Homo-Anteil in seinem Land 0,0 Prozent (queer.de berichtete). (dk)



#1 FeiglingeAnonym
  • 23.09.2010, 16:48h

  • Hier sieht man wieder mal was Heterosexismus und die omnipraesente Homophobie mit uns macht. Egal zu welcher Zeit und in welchem Land 5-10 Prozent waren und sind homosexuell. Dass davon nur gerade 1,5 Prozent anonym am Telefon zu sich stehen koennen, müsste ein deutliches Signal an Politik und Gesellschaft sein viel mehr fuer unsere Nicht-Diskriminierung und Glichberechtigung zu tun.
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#2 schwulenaktivist
  • 23.09.2010, 16:53h
  • Bei der Homosexualität werden die Fragen immer falsch gestellt. Schon Kinsey fragte nicht nach der Orientierung, sondern nach möglichen sexuellen Handlungen. Viele haben eine heterosexuelle Orientierung und finden homosex aber auch geil.
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#3 hugoAnonym
#4 eMANcipation*Anonym
  • 23.09.2010, 17:20h
  • Antwort auf #2 von schwulenaktivist
  • Aha, und woher kommt es, dass man sich selbst eine hetero- und keine homosexuelle "Orientierung" zuschreibt, obwohl man beides tut?

    Oder manchmal sogar als offiziell Heterosexueller mehr homo lebt (sexuell) als hetero?

    Hat das vielleicht etwas mit den ziemlich früh beginnenden Zuschreibungen und Zuweisungen der Gesellschaft zu tun, in der wir leben?

    Man denke nur an staatlich finanzierte, gesundheitliche Aufklärer, die Teenager fragen: "Möchtest du gern an einer Studie zur Jugendsexualität teilnehmen?",

    aber dann den teilnehmenden jungen Menschen und auch allen anderen die Botschaft vermitteln, sie hätten ausnahmslos hetero zu sein.
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#5 GeertAnonym
  • 23.09.2010, 18:11h
  • 1,5 % scheint wahrscheinlich die richtige Zahl zu sein. Der Beweis? GayRomeo! In Deutschland sind ca. 3-400.000 schwule Männer dort angemeldet (wobei man berücksichtigen muss, dass sehr viele ein Zweit- oder Drittprofil haben). Bei 80 Millionen Einwohner kommt man also auf keine höhere Prozentzahl, auch wenn man die sehr alten Schwulen, die keinen Internetanschluß haben, dabei nicht mitgerechnet hat. Von den jüngeren Schwulen haben ganz sicher mehr als 90 - 95% einen Internetanschluß und sind auch bei GayRomeo gemeldet ("schwules Einwohnermeldeamt"). Das Gerede von 10 % ist also mehr als Quatsch und hatte nur früher eine gewisse Berechtigung, um sich Rechte zu erkämpfen.
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#6 alexander
  • 23.09.2010, 18:12h
  • na ja, wie auch immer, ich habe schon vor 40 jahren behauptet die grenzen sind fliessend und können sich im verlauf des lebens auch ändern.
    wenn man jetzt noch von den berühmten äusseren zwängen ect. ausgeht, dann dürfte die quote weitaus höher liegen.
    die "minderheit" ist ausschliesslich nur homo oder hetero.
    unter anderem bringt uns das leider auch die diskriminierung ein, da homos immer noch mit dem fluch minderwertig zu sein belegt werden, was zum grössten teil den herrlichen weltreligionen zu verdanken ist, gibt es die strebsamen leistungsträger, die "um gottes willen " nicht schwul sind" und sich selbst und uns bekämpfen, aber auf toiletten schwänze lutschen. ein homophobelnder bauarbeiter wird meistens nach dem 4.bier "frommer" !
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#7 vingtans
  • 23.09.2010, 18:21h
  • also ich war der erste in meinem ehemaligen schuljahrgangr der sich "outete"und zwar in der neunten klasse..danach folge noch einer in meiner klasse und zwei weitere in den parallelklassen,in der zwölfen kam dann noch eine lesbe dazu..

    also rein statistisch lag der homoanteil in meinem abijahrgang bei etwa 5%..

    heißt das jetzt mein gymnasium war besondern homosexuell geprägt ^^?!
    wohl eher das meine generation mutiger darin ist,das zu sein was sie nunmal sind.
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#8 antos
#9 BlackSunAnonym
  • 23.09.2010, 18:37h
  • 1,5%? Das ist sehr unglaubwürdig. Wenn es 15% wären, würde ich das eher glauben.
    5% Schwul, 5% Lesbisch, 5% Bi. Das klinkt glaubhafter und ich denke diese Zahl verbirgt sich tatsächlich unter der "Dunkelziffer"
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#10 hwAnonym
  • 23.09.2010, 18:54h
  • Antwort auf #6 von alexander
  • so in etwa kenne ich das auch.
    trocken: meine in alltäglichen situationen entstandenen erstkontakte, denen sexuelle handlungen folgten, also jene ausserhalb von situationen in der szene, szene- oder milieunah, sprechen gegen diese zahlen.
    zeitraum: die letzten dreißig jahre.
    die selbstattributierung bi mir gegenüber, habe ich immer nur interessiert zur kenntnis genommen. rückblickend waren am bi'sten, jene die karriere machten (das in beruflichen bereichen mit hohem sozialprestige und/oder einkommen)
    oder jene, die ein erhebliches ramponieren dieses prestiges in ihren kulturellen herkunftsmilieus befürchteten, bis hin zum "sozialen tod".
    bei einigen kam ich dann auch zu dem schluss: feige bis hin zu verantwortungslos verlogen. bei anderen nicht unbedingt. bei manchen gar nicht.
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