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Gerechtigkeit sechs Jahre nach ihrer Suspendierung: Margaret Witt (Bild: Wiki Commons / Joe Mabel / CC-BY-2.5CC-BY-SA-3.0)

Eine wegen ihrer Homosexualität gefeuerte Offizierin der US-Luftwaffe muss nach einem Urteil eines US-Bundesgerichts wieder angestellt werden.

Bundesrichter Ronald Leighton aus dem Staat Washington urteilte am Freitag zugunsten von Major Margaret Witt. Die Luftwaffe habe mit ihrer Entlassung die verfassungsmässigen Rechte der Frau verletzt, Witt habe den "gesetzmäßigen" Anspruch auf Wiedereinstellung. Das Urteil war mit großer Spannung erwartet worden.

Die Sanitäts-Offizierin war nach der von Präsident Bill Clinton 1993 eingeführten "Don't ask, don't tell"-Regelung entlassen worden. Diese besagt, dass Schwule und Lesben zwar in den Streitkräften dienen, nicht aber über ihre sexuelle Orientierung reden dürfen. Der Fall war durch die Beschwerde eines Mannes über ein Verhältnis Witts mit seiner Frau ins Rollen gekommen. Die mehrfach ausgezeichnete Offizierin wurde 2004 zunächst suspendiert und drei Jahre später entlassen. Seit ihrer Suspendierung ging Witt bereits gegen ihren Arbeitgeber, die Air Force in Tacoma im Bundesstaat Washington, vor.

Im Jahr 2006 war Witts Widerspruchs-Klage noch abgewiesen worden, zwei Jahre später entschied ein Berufungsgericht jedoch, dass die US-Streitkräfte Schwule und Lesben nicht entlassen dürfen, sofern sie nicht beweisen, dass ein solcher Schritt für die militärischen Ziele nötig sei. Richter Leighton führte in der Urteilsbegründung aus, dass es "keine glaubhaften Hinweise" gebe, dass eine Wiederaufnahme der lesbischen Offizierin in die Reserve der US-Luftwaffe einen "negativen Einfluss auf Moral, Ordnung, Disziplin oder Zusammenhalt" habe.

Amerikanische Gay-Organisationen begrüßten das Urteil. Ein weiterer Richter habe einen "gerechtes, historisches und mutiges" Urteil gegen das "diskriminierende und verfassungswidrige Gesetz" gefällt, sagte Alexander Nicholson, Sprecher von "Servicemembers United", der nach eigenen Angaben größten Interessenvertretung von Schwulen und Lesben in den US-Streitkräften.

Das politische Hick-Hack um "Don't ask don't tell" ist damit jedoch nicht zu Ende. Erst am Dienstag waren die Demokraten im US-Senat damit gescheitert, eine Aussprache über das Gesetz und damit die Abstimmung über dessen Aufhebung einzuleiten (queer.de berichtete). Das US-Repräsentantenhaus hatte die diskriminierende Bestimmung bereits im Mai abgeschafft (queer.de berichtete). Ein kalifornisches Bundesgericht hatte das Gesetz zudem Anfang September für verfassungswidrig erklärt (queer.de berichtete), weil es gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung verstoße. (cw)