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Erzbischof Rowan Williams (Bild: Steve Punter / flickr / by 2.0)

Der Chef der anglikanischen Kirche hat in einem Interview erklärt, schwule oder lesbische Bischöfe seien "kein Problem" - sofern sie zölibatär lebten.

Rowan Williams, als Erzbischof von Canterbury geistliches Oberhaupt der Church of England, hat in der Londoner "Times" damit erstmals die Möglichkeit der Ernennung homosexueller Bischöfe in Betracht gezogen. Es gebe aber "Regeln, die die Geistlichen beachten müssen", so Williams. Dazu gehöre auch, dass schwule oder lesbische Bischöfe keine sexuellen Kontakte haben dürfen, auch nicht mit ihrem eingetragenen Lebenspartner.

Kritiker werfen Williams vor, mit zweierlei Maß zu messen, da heterosexuelle Bischöfe ein normales Eheleben führen dürfen. "Bevor er Erzbischof von Canterbury geworden ist, hat er die Einbeziehung und Gleichstellung von Homosexuellen unterstützt. Jetzt bestraft er die homosexuellen Geistlichen", wirft Homo-Aktivist Peter Tatchell dem 60-Jährigen vor.

In der 80 Millionen Mitglieder zählenden anglikanischen Kirche ist 2003 eine Debatte über Homosexualität ausgebrochen, nachdem die liberale amerikanische Teilkirche einen nicht zölibatären Schwulen zum Bischof ernannt hatte (queer.de berichtete). Konservative Anglikaner, insbesondere aus Afrika, liefen gegen die Entscheidung Sturm und drohten mit einer Kirchenspaltung.

So bezeichnete Erzbischof Peter Akinola, der Chef der nigerianischen Anglikaner, die US-Kirche als "Krebsgeschwür", das entfernt werden müsse (queer.de berichtete). Unterstützung kam dagegen vom früheren südafrikanischen Erzbischof Desmond Tutu, der wegen seines gewaltfreien Kampfes gegen die Apartheid als Autorität in anglikanischen Kreisen gilt. Er entschuldigte sich mehrfach für die Verfolgung von Schwulen und Lesben durch Anglikaner. So erklärte er bei einer Konferenz in London, dass Gott weine, weil die Kirche Schwule verurteile, während Themen wie Armut als Nebensache gelten würden (queer.de berichtete).

Die Church of England hatte erst im Juli den schwulen - und zölibatär lebenden - Dekan Jeffrey John als Bischof von Southwark abgelehnt (queer.de berichtete). (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.

28 Kommentare

#1 Liedel
  • 27.09.2010, 17:46h
  • Na großartig. Da scheint Päpstin Benediktas Besuch ja echt Spuren bei den Anglikanern hinterlassen zu haben. Interessant dürfte werden, wie die Reaktion der US- Anglikaner ausfallen wird. Die beiden prominentesen lesbischen bzw. schwulen Bischöfe Gene Robertson (New Hamsphire) und Mary Glasspool (L.A.) wirken ja jenseits des großen Teichs. Ich wünsche möglichen anderen, vielleicht noch nicht geouteten BischöfInnen, jeweils keine Ökumene im Sinne von Enthaltsamkeit.
    Woher dieser seltsame Anbiederungskurs der britischen Anglikaner an die RKK?
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#2 jochenProfil
  • 27.09.2010, 17:49hmünchen
  • O Gott, ...
    das wird ja immer grotesker und nimmt bizarre Formen an.

    ... ein Riesenkrampf!
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#3 Fred i.BKKAnonym
  • 27.09.2010, 17:53h
  • ....das ganze papalapap der Kirchen nervt..
    ich haette eine generele Loesung der dicksten Probleme in der zoelibataeren Welt der " Gottesanbeter"..auf einen Schlag alle Probleme weg, bezueglich, Zoelibatsbruch, Unterhaltszahlungen an durch Priester geschwaengerte Frauen,Endschaedigungszahlung an sexuell missbrauchte Kinder...unkeusche schwule Priester ...pfui deivel...
    Heilige Oma Benedikta fuehr doch endlich die
    Kastration ein fuer alle Priesteramtsanwaerter!!!
    Den Chorknaben habt ihr doch damals auch die Eier abgeschnitten,damit sie keinen Stimmbruch bekamen ...extra fuer Eure " Gotteshauser "

    Heute werden die ja vom Vatikan aus vermittelt als Betthaeschen,soweit ich mich erinnern kann an eine Artikel bei queer.de
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#4 Knueppel
  • 27.09.2010, 18:57h
  • Wie schon Gustav Heinemann's streitbare Tochter, Uta Ranke-Heinemann, so treffend in ihrem Buch schrieb "Eunuchen für das Himmelreich" ...

    Menschen zu nötigen, auf ein glückliches Sexualleben zu verzichten, ist bösartig und menschenverachtend. Sexuell ausgeglichene Menschen sind souveräner und weniger anfällig für Doktrinierungen von religiösen oder anderen Fanatikern.

    Also, liebe Männer, wenn Eure Libido in Ordnung ist und ihr Spaß am Sex habt, dann ist mit Euch alles in Ordnung. Wer sich dagegen von alten mißgünstigen Religions-Gnomen, um einen wesentlichen Bestandteil seiner Persönlichkeit berauben läßt, wird seelisch und geistig (körperlich natürlich auch ...) verkümmern.

    Haut diesen lustfeindlichen alten Knackern ihr Zölibat links und rechts um die hochroten Ohren! Ihr habt nur ein einziges Leben (alles andere ist Lüge, um Euch die Entbehrungen im Hier und Jetzt akzeptieren zu lassen!).
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#5 goddamn. liberalAnonym
  • 27.09.2010, 19:26h
  • G'TT ist das peinlich.

    Aber das kommt davon, wenn man die Reformation nur deshalb macht, damit Majestät nochmal heiraten dürfen...

    Ein Prost auf Thomas Müntzer!
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#6 GeertAnonym
  • 27.09.2010, 19:28h
  • Auch wenn Otto Schwul und Lise Lesbisch das anders sehen: Der Erzbischof von Canterbury ist in erster Linie für die Einheit der über 80 Millionen Anglikaner auf dieser Welt verantwortlich.
    Williams hat den Fehler gemacht, das Thema Homosexualität auf breiter Ebene zu verbalisieren. Da die meisten Anglikaner in Afrika und Asien leben, wo das Thema Homosexualität noch kaum besprechbar ist, war dieser Ärger vorprogrammiert. Mit dieser neuen Äußerung versucht Williams, beiden, den Konservativen und den Schwulen und Lesben in den USA und in Westeuropa, eine Brücke zu bauen und damit den Zusammenhalt der Anglikanischen Weltgemeinschaft zu retten.
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#7 goddamn. liberalAnonym
  • 27.09.2010, 20:12h
  • Antwort auf #6 von Geert
  • Das sehen nicht nur 'Otto Schwul' und 'Lise Lesbisch' anders, sondern alle Menschen guten Willens allüberall - und von denen gibt es in beiden Amerikas und Europa sowie darüber hinaus ziemlich viele. Wer wiederum das Thema Homosexualität 'kaum besprechen' kann ohne dabei hasserfüllt und ausfällig zu werden, ist nicht unbedingt derjenige, dem besondere Rücksichtnahme gebürt. Wie wäre es stattdessen mit Mitleid und Rücksichtnahme mit den Opfern von Homophobie - in Afrika, Asien und anderwo. 'Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan hast, habt ihr mir getan.'
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#8 gatopardo
  • 27.09.2010, 20:21h
  • Es wird zunehmend unübersichtlicher bei Bischöfens,Kardinälens und anderen Kirchenfritzens.
    Man sollte diesen Williams im Gegenzug auffordern, dass er sich seine unappetitlich hochgezwirbelten Augenbrauen stutze.
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#9 alexander
  • 27.09.2010, 20:44h
  • Antwort auf #6 von Geert
  • aus deiner sicht magst du ja sogar recht haben.

    nur, es braucht weder "weltgemeinschaften", geschweige einen interkontinentalen "brückenbau" zwischen völlig verschiedenen kulturen, denn wie sich zeigt, ist den asiaten sowohl als auch den afrikanern, von denen du sprichst, die anglikanische, genau sowenig bekommen wie die römisch-katholische "irrlehre" !!!
    ganz im gegenteil, es wird jahrhunderte dauern, bis diese fanatismen dieser sekten sich angeglichen haben, war doch sehr geschickt , relativ naive naturvölker auf eine neue doktrin einzuschwören ?
    jeder auf der welt soll glauben was er will, wenn er´s braucht, aber keine macht den "religionsgemeinschaften", mit ihren absolut witzigen heilversprechungen ! kein gott würde selbstaufgabe seiner, von ihm geschaffenen kreaturen verlangen, das wäre doch ein "sockenschuss !"
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#10 goddamn. liberalAnonym
  • 27.09.2010, 20:59h
  • Antwort auf #9 von alexander
  • Sind die Russen und Serben, bei denen auch mächtig homophob georthodoxelt wird, jetzt auch naive Naturvölker? Ratzingers Bayern zeigen uns doch, dass auch bei ganz urigen Naturvölkern Fortschritt möglich ist, oder?

    Der ist v.a. dann möglich, wenn man ohne Rücksicht auf vermeintliche Empfindlichkeiten Klartext redet. Das reisst zwar zunächst mal manchen Behelfsteg ein, aber die Brücke der Vernunft, die dann gebaut werden kann, ist tragfähiger als jeder faule Kompromiss...
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