Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?12825

Spooky: Die verstorbene Ehefrau kommt zum Abendessen (Bild: Movienet Film)

Nach der schwulen Liebesstory "Tropical Malady" lässt der thailändische Regisseur Apichatpong Weerasethakul die Geister Verstorbener zu Wort kommen.

Von Carsten Weidemann

Uncle Boonmee leidet an Nierenversagen. Seine letzten Tage will er auf seinem Landgut im Nordosten Thailands verbringen, umgeben von Verwandten und Freunden, die ihn lieben. Dort taucht plötzlich der Geist seiner verstorbenen Frau auf, um für Boonmee zu sorgen. Auch sein lange verschollener Sohn kehrt zurück - in Gestalt eines Affen. Nachdem Boonmee über die Ursachen seiner Krankheit nachgedacht hat, bricht er mit seiner Familie zu einer Reise durch den Dschungel auf. Die endet in einer geheimnisvollen Berghöhle - dort, wo Boonmees erstes Leben begann.

Wenn der thailändische Regisseur und Künstler Apichatpong Weerasethakul über seinen Film "Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben" spricht, weist er gern darauf hin, dass alles mit der Installation "Primitive" in London begann. "Primitive" besteht aus Filmsequenzen, die auf mehreren Bildschirmen gezeigt werden. Begleitet wird die Installation von Kurzfilmen und einem Buch. Das Projekt versammelt mehrere Arbeiten, die sich mit katastrophalen politischen Ereignissen in Thailand befassen. Weerasethakul hat "Primitive" in Nabua angesiedelt, einem verschlafenen Dörfchen im Nordosten Thailands. 1965 wurde diese Region in ganz Thailand bekannt, als es dort zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen kommunistischen Bauern und Regierungstruppen kam. Zwei Jahrzehnte lang hielt das Militär Nabua besetzt, die Region wurde zum Schauplatz von Unterdrückung und Gewalt.

Youtube | Uncle Boonmee- Trailer

Gewinner beim Filmfestival Canne 2010


Der Regisseur beim Dreh (Bild: Movienet Film)

Während seiner Besuche in Nabua begann der Filmemacher an einem Theaterstück zu arbeiten. Dabei inspirierte ihn das kleine Buch "A Man Who Can Recall His Past Lives", das ihm ein Mönch geschenkt hatte. Darin schreibt dieser Mönch über Uncle Boonmee. Der konnte sich seine verschiedenen Leben im Nordosten Thailands ins Gedächtnis zurückrufen und wurde dabei von bislang unterdrückten Erinnerungen gequält. Diese Lektüre war die Geburtsstunde des Kinofilms "Uncle Boonmee".

Aufgewachsen ist Weerasethakul in Khon Kaen im Nordosten Thailands, wo seine Eltern als Ärzte arbeiteten. Zunächst beschäftigte er sich mit Architektur, ehe er 1997 seinen Abschluss im Bereich Film beim "Art Institute of Chicago" machte. Zwei Jahre später gründete er seine Produktionsfirma "Kick the Machine", um unabhängig von der kommerziellen Filmindustrie Thailands arbeiten zu können. Es war die europäische Kunstszene, die Weerasethakuls "kleine Filme" zuerst entdeckte. Erst danach wurde auch die internationale Filmwelt auf ihn aufmerksam: durch "Blissfully Yours", der 2002 den "Prix Un Certain Regard" beim Filmfestival von Cannes gewann.

Youtube | Ausschnitt aus dem mystisch-schwulen Film Tropical Malady von 2004

Wie ein Thai denken, mit westlichen Augen sehen

"Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben" ist der bislang zugänglichste Film, den Weerasethakul gedreht hat. Meisterhaft im Griff hat er hier seinen Filmstil und seine Filmstruktur, die ebenso persönlich wie eigenwillig sind. Nirgendwo wirken seine hypnotisierenden Sequenzen zu lang oder zu langsam, die einzelnen Szenen seines Films und deren Details funktionieren wie meditative "Stillleben". Die Hell-Dunkel-Kontraste benutzt Weerasethakul nicht nur ganz bewusst, sie sind eigene Gebilde. Wenn er seine Geschichten und Charaktere miteinander verwebt, lässt Weerasethakul nie ein Rätsel zu viel entstehen. Er hat eine neue Poesie des Films geschaffen. Sie ermöglicht es dem Betrachter, vor und zurück zu gehen, sich zwischen der modernen Bildersprache der Kinopioniere und der traditionellen der fernöstlichen Kunst zu bewegen. Weerasethakuls gesamtes Werk zeichnet sich durch ein doppeltes Verstehen aus. Der schwule Filmemacher, der in Deutschland dem homophilen Publikum durch sein 2004 veröffentlichtes Kinodrama "Tropical Malady" bekannt wurde, lässt uns wie ein Thai denken während wir mit westlichen Augen wahrnehmen.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 29.09.2010, 23:17h
  • Endlich ein thailändischer Film, in dem es nicht nur um Sextourismus, Kinderprostitution und das Pädophilenparadis Thailand allgemein geht!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Fred i. BKKAnonym
  • 30.09.2010, 03:32h
  • ........dein Kommentar ,waere zutreffend ,haettest du ihn vor 10 Jahren geschrieben.
    Heute sieht es hier etwas anders aus.
    Keiner sieht mehr weg ..wenn es um Kindermissbrauch geht...die Polizei hat hier sichtlich die Seiten gewechseld und geht jedem Hinweis strikt nach.Das geschah jedoch auf den Druck aus dem Ausland,muss ich gestehen.Ohne die massiven weltweiten Reaktionen auf das wegschauen(gegen Bezahlung),waere hier nicht passiert.
    Ganz ersichtlich ist das verschwinden der Kinder,welche jeden Singel-Mann am Robinson Kaufhaus(Silom Bangkok) ,noch keine 10 Meter vom naechsten Polizisten ansprachen...................i , come with you...
    gibts da nicht mehr.
    Vergiss nicht dass Prostitution im adultalter
    in jeder deutschen Stadt zu finden ist oft bis hin zum kleinen Dorf.Prostitution ist ein Teil der Gesellschaft den es schon immer gab und immer geben wird.Wenn die Opas nach Frankfurt oder Hamburg in Buff gehen,wirfst du denen nichts vor,wenn sie hierher fliegen ist das verwerflich.
    Ich sehe keinen Unterschied!
    Du magst auch hier mal an die Missbraeuche bei den Katoliken denken ....das war doch bei Euch um die Ecke und nicht im 'uebelen Thailand "
    In unsren Nachbarlaendern siehts da noch nicht so gut aus ,ich denke an Kambotia ,Srilanka usw.
    Aber es ist nicht richtig Thailand das vorzuwerfen...ich bin seit 23 Jahren hier und habe den Verlauf mitbekommen,ich weis nicht ob du schonmal hier warst...
    du musst auch wissen, das die Asiaten (egal ob Jungs oder Maedels) gerade als Teenis ,viel juenger aussehen als sie in Wirklichkeit sind,klein und zierlich ----wenn du dann nach dem Alter fragst --biste ueberrascht wenn dann 20 zuhoeren ist....siehste das dann im deutschen Fernsehen....entsteht der Eindruck da ist einer ein Kindergrapscher ,was ja wirklich nicht der Fall ist.
    Komm hier her und mach dir selber ein Bild ..
    kann ich Dir nur raten....
    Deine Enstellungen werden sich totall verandern...garantiert..Gruss aus Bangkok
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Fred i.BKKAnonym
  • 30.09.2010, 08:15h
  • ...apropo Geisterfilme,wer die thailaendische Filmwelt kennt ,wird mir sicher recht geben,jeder Geister- Humbug- Film der hier gedreht wird ist einer zuviel.
    Das schlimme ist ,dass besonders die ungebildete Bevoelkerungsschicht ,das Alles als bare Muenze annimmt.
    (Aber auch der letzte Premier hat seine Dienstwohnung nicht genutzt wegen der Geister,die sich da befinden sollen.)
    Ich sehe diese Filme ,als Teil einer Volksverdummung an --und schade das sich auch ein schwuler Filmemacher darauf einlaesst.
    Mein Partner kam bei regennasser Strasse in einer Kurve von der Fahrbahn ab,Leitplanken kaputt gemacht, der CHEF DER POLIZEI meinte an dieser Stelle befinde sich ein Geist (Pipop) der auf Huehner aus ist--mein Partner hatte lebende Huehner im Auto---der Geist waere schon oefter aktiv gewesen.
    Die Leitplanke hat aber letztlich mein Partner bezahlen muessen.
    (Unfallverursacher war doch der Bipop oder ????)
    In der neuen U Bahn in Bangkok gab es am Anfang ernste Bedenken bei einem Teil der Bevoelkerung --ob das nicht gefaehrlich waere in den Boden zu gehen wegen der Geister.
    Als dann gleich nach der Eroeffnung ein Wagon abbrannte --war das die Bestaettigung der sich wehrenden Geister da unten...
    Ich hoffe nur dass bei den jungen Leuten ,dieser Geisterglaube langsam verschwindet.
    Die Bedrohungen gehen doch von den Lebenden aus .....als ob Ihnen das nicht reichen wuerde...
  • Antworten » | Direktlink »