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Links hinten küssen sich Cameron und Mitchell. (Bild: Citytv)

"Modern Family" ist die erfolgreichste neue Sitcom in den USA - es brauchte jedoch mehr als ein Jahr, bis sich auch die beiden schwulen Figuren im Hintergrund küssen durften, während die Heteros fröhlich drauf los züngeln.

In der in dieser Woche in den USA und Kanada ausgestrahlten Folge "The Kiss" geht es darum, wie Cameron (Eric Stonestreet) seinen Lebenspartner Mitchell (Jesse Tyler Ferguson) nicht in der Öffentlichkeit küssen wollte. Am Ende der 22-minütigen Sendung geben sie sich schließlich einen Schmatzer auf den Mund - allerdings nur im Bildhintergrund.

Schwule Fans der Serie "Modern Family", die Ende August nach der ersten Staffel mit dem Emmy als beste Comedy-Reihe ausgezeichnet wurde, fordern bereits seit langem, dass die Zuneigung von Cameron und Mitchell genauso dargestellt wird wie bei den beiden anderen (heterosexuellen) Familien. Sie starteten unter anderem eine Facebook-Kampagne.

Nach dem zurückhaltenden Lippenbekenntnis waren die schwulen Zuschauer jedoch nicht begeistert: "Wir haben ja nichts Schockierendes erwartet, aber ein Küsschen im Hintergrund! Das war enttäuschend!", erklärte der Blogger Perez Hilton. Die "New York Times" bezeichnete die Demonstration der schwulen Zuneigung als "Blinzel-einmal-und-du-hast-es-verpasst-Kuss". Die Szene sei so "unauffällig" gewesen, dass man nicht viele Worte darüber verlieren müsse.

Direktlink | Szenen aus der neuen "Modern Family"-Folge - der Kuss kommt ganz am Ende des Videos.

Schwule dürfen nicht als sexuelle Wesen erscheinen


Cameron und Mitchell sind in der Serie stolze Väter einer Adoptivtochter. (Bild: ABC)

Im frei empfangbaren Network-Fernsehen gibt es zwar inzwischen mehr lesbische und schwule Figuren als je zuvor, wie eine GLAAD-Studie vor wenigen Tagen bestätigte (queer.de berichtete). Allerdings dürfen Schwule noch nicht die gleiche Zuneigung gegenüber ihrem Partner zeigen als Heteros, weil die TV-Verantwortlichen fürchten, damit Zuschauer zu vertreiben. In den 1990er Jahren wurden daher Küsse oder Zärtlichkeiten zwischen Männern nur angedeutet, indem etwa auf eine Feuerstelle umgeschnitten wurde.

Wie schwer es der Kuss hatte, zeigt die Sitcom "Will and Grace", die mit Will Truman erstmals eine schwule Figur als Hauptperson in einer Serie einführte. Will durfte aber erst 2001 in Folge 66 - nachdem die Serie schon mehr als drei Jahre lang auf NBC ausgestrahlt worden ist - einen Mann auf nichtplatonische Weise küssen. Vor dem Aufzug gab er seinem Partner Scott einen kurzen Kuss auf die Lippen. Die Produzenten erklärten nach der Ausstrahlung, dass sie den Kuss nicht an die große Glocke hängen wollten, um keine Protestaktionen zu provozieren. Immerhin schaffte "Modern Family" den Kuss etwas früher als "Will & Grace" - in Folge 26.

"Modern Family" wird in den USA auf ABC ausgestrahlt. Die deutschen Fernsehsender haben bislang kein Interesse an der Sitcom geäußert. (dk)



#1 FloAnonym
  • 01.10.2010, 15:44h
  • Schwule dürfen die lustige Fummeltrine, der Kinderschänder oder der AIDS-Kranke sein. Aber wehe, man zeigt sie mal als liebende Wesen.

    Während Heteros in Filmen und Serien fast alles dürfen, ist das bei Schwulen gleich anstößig und jugendgefährdend. Umso wichtiger ist es, Produktionen, die dieses Spiel nicht mitmachen, zu fördern...
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#2 JosephAnonym
  • 01.10.2010, 15:55h
  • Antwort auf #1 von Flo
  • na ja "noch" so einen klischee schwulen wie der dicke ist braucht man doch nicht wirklich. “gays machen nicht high five”. haha
    hollywood hat doch erst diese schwule soziale rolle erfunden: barbara streisand, musical, madonna, shopping etc.! eine erfindung der medien, die leider für eine ganze generation vorbildfunktion hatte. man hatte ja auch keine anderen.
    also würde der ansatz eher wieder lauten.: zeigt doch mal realistische uptodate homos!!
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#3 jewel1Anonym
  • 02.10.2010, 02:19h
  • Antwort auf #2 von Joseph
  • Da dachte ich mal: Cool, ein schwules Paar in den Hauptrollen und dann das: Zwei klischeehafte Lady-Gays. Habe mir vor einem Jahr ne Folge der Serie angesehen. Das reichte mir.

    Wo bleibt denn endlich mal eine realistische repräsentative Darstellung von Homosexualität? Nicht nur quantitativ (mind. 10 % der Darsteller) sondern auch qualitativ (nicht nur Lady-Gays) ist doch das Fernsehen noch ziemlich unterentwickelt. Meiner Meinung nach kann sich auch nur so ein realistischeres Bild von Homosexualität in der Gesellschaft entwickeln. Zurzeit gibt es aber kaum "normale" schwule Identifikationsfiguren und so passen sich (unbewussst?) viele den wenigen Lady-Gays an, um überhaupt etwas Identifizierendes zu haben. Ein Teufelskreis.

    Ein sehr positives Beispiel für die Darstellung eines Schwulen ist übrigens Marshall (Keir Gilchrist) in der Serie "United States of Tara" (Läuft auf deutsch glaube ich zur Zeit nur auf ORF). Seine Sexualität wird nicht in den Mittelpunkt gestellt, wird aber auch nicht aussenvor gelassen. Es ist einfach genau die richtige Balance, die fast allen Darstellungen von Homosexualität im TV fehlen.
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#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 03.10.2010, 18:32h
  • Kann man das Hetenpaar im Vordergrund nicht aus dem Foto retuschieren? Es ist fehl am Platz!
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#5 jochenProfil
  • 04.10.2010, 11:30hmünchen
  • Die meisten Amerikaner - noch stark geprägt von den frühen religiös motivierten puritanischen Einwanderern - sind meist prüder wie die Europäer.
    Und das sind sie nicht nur , wenn sich Schwule im TV küssen:
    -ob die blanke weibliche Brust
    -das Trinken von Bier in d. Öffentlichkeit ist verboten, sogar auch im EIGENEN Garten!
    - auch die Anti-Raucher-Kampagnen, die den Bürgern das Rauchen sogar dort verbietet wo ein Nichtraucherschutz gewährleistet ist.: z. B. in öffentlichen Parks, in der eigenen Wohnung bei offenem Fenster..usw..!!!

    Denn die Lust des Prüden und Lustfeindlichen ist das Verbieten.
    Eine Luststeigerung ist es dann noch - es dem ANDEREN zu verbieten.

    Da wir Deutschen der Erfahrung nach alles den Amerikaner nach ein paar Jahren nachmachen - auch wenns schlecht ist- ist das für mich eine unangenehme Vorstellung.

    +++

    Nebenbei bemerkt fand Ed O`Neill (ein Mitwirkender bei "Modern Family") sogar damals in der Rolle des Al Bundy in der "schrechlich netten Familie" immer wahnsinnig sexy
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