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Die Demonstranten riefen zum Boykott der Fluglinie Swiss auf.

In Moskau haben rund 20 schwul-lesbische Aktivisten am Freitag erstmals eine Demonstration abgehalten, die von den Behörden genehmigt wurde.

Organisator Nikolai Aleksejew bezeichnete die Genehmigung, die für maximal 20 Demonstranten ausgesprochen wurde, als "historisch", da sexuelle Minderheiten erstmals "unter dem Schutz der Polizei" demonstrieren durften. Dabei haben ungefähr ein Dutzend rechtsradikale Gegendemonstranten versucht, mit Wasserpistolen auf die Homo-Aktivisten zu sprühen. Sie wurden von der Polizei zurückgedrängt, mindestens vier Menschen wurden festgenommen.

Die Demonstration richtete sich nicht gegen die Moskauer Behörden, sondern gegen die Fluglinie Swiss, vor deren Büro die Aktion stattfand. Aleksejew wirft den Schweizern vor, am 15. September seine Verhaftung durch russische Behörden erst ermöglicht zu haben. Der Homo-Aktivist war damals vor seinem Abflug nach Genf von Moskauer Polizisten aus dem Abflugbereich der Swiss von Beamten in Zivil abgeführt und mehrere Tage lang ohne Kontakt nach außen festgehalten worden. Die Beamten forderten Aleksejew unter anderem auf, seine Klage gegen Russland wegen der CSD-Verbote zurückzuziehen (queer.de berichtete). Aleksejew argumentiert, dass Swiss seine Verhaftung hätte verhindern müssen, da er ohne rechtliche Grundlage und mit Gewalt zurück auf russisches Hoheitsgebiet zurückgebracht worden war.

Eine Sprecherin der Swiss erklärte, die Fluglinie sei informiert worden, dass Aleksejew nicht den Sicherheitscheck bestanden habe. Daher habe man den Behörden Zutritt zum Innenbereich gewährt.

Moskau hat bislang Anträge auf Demonstrationen für Homo-Rechte stets abgewiesen. Der letzte Woche abgesetzte Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow begründete die Verbote damit, dass die "offene Propaganda von gleichgeschlechtlicher so genannter Liebe" eine "gesellschaftliche Plage" sei (queer.de berichtete). "Als Luschkow weg war, haben sie uns endlich erlaubt zu demonstrieren", erklärte Aleksejew nun. Sein vorübergehend eingesetzter Nachfolger hat aber bereits erklärt, dass auch er CSDs nicht gestatten werde (queer.de berichtete). (dk)



#1 Tobi CologneAnonym
  • 02.10.2010, 11:49h
  • Jemand kommt nur durch den Sicherheitscheck, wenn er ihn auch besteht. Und dann kommen die Behörden mit dem Vorwand, er hätte ihn nicht bestanden und schon wird er in vorauseilendem Gehorsam, ohne jede Überprüfung, ausgeliefert.

    Das ist in der Tat ein Skandal und da hat Swiss Air gezeigt, dass sie im Zweifel aus wirtschaftlichen Interessen jeder Diktatur helfen würden, Kritiker kalt zu stellen.
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#2 Liedel
#3 XiiAnonym
  • 02.10.2010, 14:31h
  • Lächerlich, was Herr Alekseew da behauptet!

    Der Mann hat sich auf dem Flughafen in Moskau befunden und nicht in der schweizerischen Botschaft, wo man ihn nicht hätte verhaften können, weil die Botschaftsgelände jeweils dem Hoheitsgebiet des Staates zugeörig sind.

    Der Vorwurf, dass die Swiss Air Schuld an seiner Verhaftung ist, ist einfach unhaltbar. Die hätten ihn auch noch im Flugzeug verhaften können, denn er befand sich noch in Russland und nicht auf internationalem oder anderweitig nationalem Gebiet (z.B. einem Botschaftsgelände).

    Erst nachdenken, Herr Alekseew, bevor man den Mund aufmacht und eine persönliche Boykottveranstaltung als Homo-Demo lobt.
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#4 seb1983
  • 02.10.2010, 14:54h
  • Da denkt man ein kleiner Schritt nach vorne, aber wenn gegen eine Schweiter Fluggesellschaft demonstriert wird zeigt sich der russische Staat natürlich großzügig.
    Meines Wissenes nach gehört ein Flughafen aber komplett zum jeweiligen Staatsgebiet, selbst gold card VIP Lounges
    Macht die Verhaftung nicht besser, aber spricht nicht gegen Swiss.
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#5 Zzunn shineAnonym
  • 02.10.2010, 14:57h
  • ....als "historisch", da sexuelle Minderheiten erstmals "unter dem Schutz der Polizei" demonstrieren durften....

    er müsste da nochmal recherchieren....
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#6 Zzunn shineAnonym
#7 VolumeProProfil
  • 02.10.2010, 17:08hMönchengladbach
  • Wie von vielen hier schon zu Recht bemerkt, hat sich Swiss nichts zu schulden kommen lassen.

    Der Flughafen ist russischer Boden und da können die Behörden handeln. Auch ist eine Airline gar nicht verpflichtet, ihre Passagiere vor den Behörden zu schützen. Es ist vielmehr verboten und das zu Recht.
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#8 WoLaufenSieDennAnonym
  • 02.10.2010, 17:38h
  • moskaus schwule weisse mittelschicht ist seit jahren offensichtlich unsichtbar?

    zumindest bei aktionen unter dem label
    alekseev/tathchell/beck.

    sind die alle tot?
    verdammenswert feige?
    alles idioten?

    moskau 10,6 millionen einwohner, ca. 15 millionen im umland.
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#9 MichaelAS
#10 fhezir jzAnonym