Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?12856

In "Gay-Straight Alliances" zeigen Jugendliche an manchen Schulen, dass Schwule und Lesben bei ihnen willkommen sind. (Bild: jglsongs / flickr / by 2.0)

Christliche Aktivisten in den USA warnen ihre Anhänger davor, dass schwul-lesbische Gruppen die Selbstmorde von Schülern, die zuvor wegen ihrer sexuellen Orientierung gemobbt worden waren, für ihre Zwecke "ausnutzen".

In den letzten drei Wochen sind fünf Selbstmorde von schwulen Teenagern bekannt geworden, die zuvor über Mobbing an Schulen oder Universitäten geklagt hatten. In den Medien erregte besonders der Suizid eines 18-Jährigen aus New Jersey für Aufsehen: Der Student hat sich umgebracht, nachdem ihn ein Zimmergenosse beim Sex mit einem Mann gefilmt und seine Homosexualität schließlich publik gemacht hatte (queer.de berichtete).

Die christlich-konservative Lobbygruppe Focus on the Family, die mit einem jährlichen Budget von 140 Millionen Dollar zu den größten gesellschaftlichen Interessengruppen zählt, warnt nun zunehmend davor, dass Gesetze gegen mobbende Schüler zu einer Unterdrückung von Christen führen könnten. "Schwule Aktivisten wissen, dass sie den Kulturkampf gewonnen haben, wenn sie Herz und Verstand der nächsten Generation einnehmen kann", warnt Candi Cushman, die für Focus on the Family die homofeindliche Kampagne True Tolerance gestartet hat. Als "Kulturkampf" bezeichnen Konservative in den USA die Auseinandersetzung um bestimmte gesellschaftliche Themen, die evangelikale Christen als besonders wichtig ansehen. Neben der Homo-Ehe wehren sich die religiösen Aktivisten auch gegen Abtreibung, eine Verschärfung des Waffenrechts oder die Erwähnung der Evolutionstheorie im Schulunterricht.

Youtube | Die Nachrichten berichten über die Warnungen der christlich-konservativen Aktivisten.

Schwule "wollen Elternrechte untergraben"


Candi Cushman (Bild: Focus on the Family)

Evangelikale Gruppen vermuten, dass Anti-Mobbing-Richtlinien an Schulen - etwa das Verbot des Schimpfworts "Schwuchtel" auf dem Schulhof - dazu führen könnten, dass Christen den "homosexuellen Lebensstil" akzeptieren müssen. Cushman wirbt landesweit in Zeitungen und TV-Sendern um die Deutungshoheit. So macht sie etwa in der "Denver Post" Eltern Angst, sie müssten die Kontrolle über ihre Kinder an Homo-Aktivisten abgeben: "In vielen Fällen führen die politisierten Mobing-Gesetze dazu, die Elternrechte zu untergraben", erklärte Cushman. "So werden Schüler, Studenten und Eltern zensiert und kleingehalten, weil sie andere Ansichten haben." Homo-Aktivisten wirft sie vor, mit "subtilen Mitteln" Kinder schon in jungen Jahren "sexualisieren" zu wollen. Das Schlagwort "Mobbing" diene ihnen als Vorwand, Schulen zu "infiltrieren".

In Wirklichkeit ist das Mobbing gegen schwule und lesbische Schülern ein Massenphänomen, wie Studien aus mehreren Ländern beweisen. So setzen sich homosexuelle Teenager einer drei Mal höheren Gefahr aus, gemobbt zu werden, als Heterosexuelle, wie eine Untersuchung des Children's Hospital in Boston herausfand (queer.de berichtete). Laut einer neuseeländischen Studie unternehmen Schwule und Lesben während der Schulzeit sogar fünf Mal eher einen Selbstmordversuch als andere Schüler (queer.de berichtete).

Die Universität Harvard hat bei einer in diesem Jahr veröffentlichten Studie fünf Gründe für die höhere Gefahr vor Übergriffen gegen Schwule und Lesben veröffentlicht: Der Hauptgrund sei demnach der blinde Hass der Täter auf Minderheiten, der auch durch religiöse Gefühle befeuert wird. Zweitens erhöhe das Verhalten des jungen Schwulen oder der jungen Lesbe, das nicht den geschlechtlichen Klischees entspricht, die Mobbing-Gefahr bereits im Kindesalter. Drittens kommt es wegen der Minderheiten-Orientierung zu sozialer Ausgrenzung und Diskriminierung. Dies führe viertens zu risikoreicherem Verhalten, etwa einem erhöhten Alkohol- oder Drogenkonsum. Fünftens schämten sich viele Schwule und Lesben wegen ihrer sexuellen Orientierung und nähmen daher weniger psychologische Beratung in Anspruch (queer.de berichtete). (dk)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 04.10.2010, 15:47h
  • Dieses evangelikale Gesocks sollte man endlich mal mundtot machen! Die haben nämlich das Faß schon mehrmals zum Überlaufen gebracht!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 goddamn.liberalAnonym
#3 eMANcipation*Anonym
#4 CarstenFfm
  • 04.10.2010, 16:01h
  • Boah, was für eine verlogenene perfide Argumentation der Evangelikalen.


    In den USA gibt es auch keine "Kulturkampf" der Schwulen gegen Christen - vielmehr sollten alle freiheitlich und aufgeklärt denken Menschen - schwul oder hetero - sich gegen die ständige Einmischung und Einflußnahme der evangelikalen Fundamentalisten wehren.... und das ist in der Tat ein "Kulturkampf".
  • Antworten » | Direktlink »
#5 seb1983
  • 04.10.2010, 16:47h
  • 140 mio. Doller sind leider ein gewichtiges Wort... Damit kann man viel Schaden anrichten.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Brokeback M.Anonym
  • 04.10.2010, 17:01h
  • Antwort auf #4 von CarstenFfm
  • Ein weiterer Teil des "Kulturkampfes" sind
    die Geschwister der Lobbygruppe Focus on the Family.

    Hier: National Rifle Association (NRA)

    300.000 eingetragene Waffenbesitzer in Tennessee dürfen nun mit gesetzlicher Erlaubnis mit geladenen Revolvern oder Pistolen in Bars und Restaurants, wo Alkohol ausgeschenkt wird, eintreten wie weiland Wyatt Earp.

    Die dazu nötigen gesetzlichen Regelungen wurden kürzlich auch für drei weitere Staaten, Arizona, Georgia und Virginia, erlassen, wie die New York Times heute berichtet.

    In ungenannten 18 weiteren Staaten, so notiert die Zeitung, sind Waffen in Restaurants mit Lizenz zum Alkoholausschank erlaubt.

    Die weiter gehenden, aktuellen Regelungen für Tennessee und die anderen drei Südstaaten wurden unter anderem durch ein Grundsatzurteil des Supreme Court vom Juni dieses Jahres in Gang gesetzt.

    "Die Polizei", so der republikanische Abgeordnete, "wird dich nicht schützen können. Sie werden den Ort des Verbrechens untersuchen, wenn du und deine Familie erschossen, verletzt oder vergewaltigt wurden."

    www.heise.de/tp/blogs/6/148502
  • Antworten » | Direktlink »
#7 MarekAnonym
  • 04.10.2010, 17:58h
  • Diese Homohasser sind an Frechheit, Geschmacklosigkeit und Pietätlosigkeit echt nicht mehr zu überbieten!

    Sie treiben Schwule in den Selbstmord und wenn dann Menschen versuchen zu helfen und andere vor dem Selbstmord zu beschützen, wird das als Propaganda verunglimpft.

    Für jeden Selbstmord sollten diese Ewiggestrigen persönlich zur Rechenschaft gezogen werden und vor Gericht zur Rechenschaft gezogen werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 bastapapsta
  • 04.10.2010, 18:38h
  • Diese evangelikalen Menschenhasser nennen sich immer "Lebensschützer". Wieder einmal machen sie keinen Hehl daraus, dass sie die schlimmsten Heuchler sind. Alle weissen Kreuze in die Spree !
  • Antworten » | Direktlink »
#9 MichaelAS
#10 TillAnonym
  • 04.10.2010, 21:17h
  • Das sind schlicht und einfach Faschisten, die sich geschickt tarnen.

    Aber wenn die den Kampf wollen, kann ich nur sagen: bittesehr. Aber den werden sie verlieren...
  • Antworten » | Direktlink »