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Dieser Herr ist nicht ganz gesund und hat schlechte Zähne.... (Bild: GMfilms)

"Matsch", "Zerfetz", "Röchel", "Stöhn". Regisseur Bruce LaBruce zeigt sich in seinem neuen Film "L.A. Zombie" tabulos. Seine Horror-Helden arbeiten sonst als Pornostars.

Von Carsten Weidemann

Berlin und Pornoproduktion? Da fällt einem sofort Cazzo ein. Aber auch Wurstfilm. Die kleine Hardcore-Schmiede mit dem Hang zu besonders trashig-witzigen Titeln ihrer ansonsten qualitativ hochwertigen Pornoproduktionen, ist an der Produktion von Bruce LaBruce neuestem Horror-Splatterfilm "L.A. Zombie" beteiligt. Doch statt literweise Sperma hatten die Maskenbilder hier nun mit Unmengen von Filmblut zu tun. Mit fiesen Hautverletzungen und schimmelnden Zombie-Darstellern. Der französische Pornostar François Sagat spielt hier den Oberzombie, den trotz allen Untotseins die Lust am Sex noch nicht vergangen ist.

Die Story vorn vorn: Ein fremdes Wesen, ein Zombie, entsteigt den Wellen des Pazifischen Ozean. Eine geheimnisvolle Mission hat die fürchterlich erscheinende Kreatur zu erfüllen: Sie muss Menschen, Männer, töten, wie es Zombies eben so tun, und sie anschließend aber wieder zum Leben erwecken - durch Sex. Zunächst muß auf nächtlicher Straße ein smarter Autofahrer dran glauben - und erlebt dann gewissermaßen das blutrote Wunder der Wiedergeburt. Bei Gelegenheit vergreift sich das Wesen auch an Krawattenträgern, die plötzlich feststellen müssen, dass Geld doch nicht alles ist.

Youtube | Kein Trailer für Zartbesaitete

Nach "Otto - or up with dead people" nun noch ein schwuler Splatterfilm

Immer mehr nähert sich der Zombie dem Stadtkern von Los Angeles, immer zügelloser geht er mit seinen Opfern und, und immer unklarer ist, ob er wirklich ein Zombie ist oder oder doch ein kranker Obdachloser, der an Wahnvorstellungen leidet. Auch jeden Fall: er ist ein brutaler dunkler Retter. Von Gangbanger über Junkies bis zu einer Gruppe schwuler Pornodarsteller, er fickt sie alle wieder zum Leben. Schließlich, nicht mehr in der Lage, die harten Realitäten von Los Angeles zu ertragen, findet die Kreatur letzten Trost auf in einem Friedhof: sie gräbt sich ihr eigenes Grab.

Wo Bruce LaBruces voriger Horrorfilm "Otto" aufhörte, da überschreitet "L.A. Zombie" die Ekelgrenze. Es ist ein brutales, verstörendes Stadtmärchen, eine Erzählung aus einer Welt des Horrors, in welchem ausgerechnet der Tod den Frieden und die Auferstehung bringt. Inszeniert mit internationalen Pornostars, provoziert LaBruce sein Publikum mit einem garantiert nicht jugendfreien Werk, das die großen Vorbilder von Jacques Tourneur und George A Romeo lässig kolportiert und mit einer Inszenierung überrascht, die in Stil und Brutalität an "Uhrwerk Orange" erinnert.

Galerie:
L.A. Zombie
5 Bilder


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 07.10.2010, 09:46h
  • Von wegen "kein Trailer für Zartbesaitete"! Bruce LaBruce liefert echte Wertarbeit ab und Francois Sagat wirkt als Zombie besonders dämonisch!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 GirlsBestFriendsAnonym
  • 07.10.2010, 10:31h
  • Daemons are the...

    LaBruce:

    "...In Amerika wenigstens hat der allgemeine Trend der Schwulenbewegung zu Verspießerung und Assimilation eine Welle von Homophobie
    ausgelöst.

    Homosexuelle kaufen sich noch in die konservativsten Institutionen der herrschenden Kultur - Ehe, Militär,
    Religion usw. - ein, aber die konservative, vorwiegend christliche Rechte will sie aus moralischen Gründen nicht haben. Diese - meist christlichen – schwulen Assimilationsverfechter haben mit klassisch linker Ideologie nichts mehr zu tun.

    Sie hoffen bloß noch, durch den Beweis, sich durch nichts von ihren Unterdrückern zu unterscheiden, deren soziale und legale Akzeptanz zu gewinnen. So sieht die neue Normalität aus.

    Man könnte sagen, daß es heute eine neue Form der Homophobie innerhalb der schwulen Kultur gibt, die sich gegen die »schlechten« Repräsentanten von Homosexualität richtet - nach dem Motto: Es sind die Schwuchteln, die Homosexualität in Verruf bringen!

    ....

    Für »Otto« habe ich
    den Hauptdarsteller, Jey Crisfar, gefragt, ob er explizite Sexszenen spielen würde. Er hat sich dagegen entschieden, und so ist der Film auch
    weniger pornographisch geworden als beabsichtigt. Das ist einer der Gründe, weshalb ich jetzt noch einen schwulen Zombiefilm gemacht habe. Mit »L. A. Zombie« löse ich mein Versprechen ein, einen richtig blutigen schwulen Hardcore-Zombieporno zu machen

    Viele Pornos aus den Sechzigern und Siebzigern sind sowohl inhaltlich als auch formal subversiv. Schwule Pornographie hat Regisseure wie Peter De Rome, Fred Halsted, Wakefield Poole, Curt McDowell, Jack Deveau hervorgebracht, die sehr experimentell und subversiv die Grenzen schwuler Repräsentation und sexueller Dekadenz und Militanz ausgereizt haben.

    Ich finde es erstaunlich, daß nicht mehr Leute versuchen, ihre ideologischen und politischen Vorstellungen durch Pornographie zu vermitteln.

    Was die Schwulenbewegung betrifft, würde ich sogar sagen, daß Pornostars die letzten wahren sexuellen Revolutionäre sind. Ob bewußt oder unbewußt – sind sie diejenigen, die die Tradition von kompromißlosem, militantem schwulem Hardcoresex fortführen.
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#3 bananasEhemaliges Profil
  • 07.10.2010, 11:30h
  • Es gab noch einen 2. Film mit François Sagat. Zeitgleich mit"L.A. Zombie", auf dem Filmfestival Locarno 2010 vorgestellt. Der Film hieß: ""Homme Au Bain" . Ein Film, ohne Handlung, was man so liest, "le flop". Es gab wohl vereinzelt Leute, die bei der Pressevorführung geklatscht haben.
    Egal, aber Herr Sagat hat einen echten Knackarsch.

    Trailer:

    www.youtube.com/watch?v=FiX7_n74XE8
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