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Das Haus in der Bronx, in dem drei Männer gefoltert wurden

Die Polizei in New York hat am Freitag sieben junge Männer festgenommen, die drei schwule Männer eingesperrt und brutal gefoltert haben. Nach zwei weiteren Männern wird gefahndet, ihn allen droht eine Anklage wegen eines Hassverbechens.

Wie amerikanische Medien berichten, sei es zu dem Verbrechen in der Nacht zum letzten Sonntag gekommen, als Mitglieder einer Straßengang erfuhren, dass ein 17-Jähriger, der Mitglied der "Latin King Goonies" werden wollte, schwul sein soll. Der Junge wurde von der Gruppe unfreiwillig in ein unbewohntes Appartment gebracht und über seinen angeblichen sexuellen Kontakt zu einem 30-Jährigen befragt.

Medienberichten zufolge wurde er gegen eine Wand geschleudert, musste sich ausziehen, wurde mit einer Dose an den Kopf geschlagen und mit einem Paketmesser verletzt. Auch wurde ihm der hölzerne Stil einer Saugglocke rektal eingeführt. Dann sei er nach Nennung von Namen freigelassen worden, unter der Drohung, seiner Familie würde etwas zustoßen, sollte er von seiner Behandlung erzählen.

Am Sonntagabend befragte die Gruppe der jungen Männer, alle zwischen 16 und 23 Jahren alt, in dem Appartment auf ähnlich brutale Weise einen weiteren 17-Jährigen. Schließlich gelang es ihnen, den 30-Jährigen in die Wohnung zu locken, der offenbar Kontakt mit beiden Jugendlichen hatte. Der noch immer festgehaltene Teenager wurde gezwungen, dem Mann mehrfach ins Gesicht zu schlagen und ihm mit einer brennenden Zigarette Verletzungen zuzufügen, unter anderem an seinem Penis. Dann schlug die Gruppe mit einer Kette und einem Baseball-Schläger auf ihn ein, auch wurde er mit dem Schläger vergewaltigt.

Eingeschüchtere Opfer


Einige der Gangmitglieder nach ihrer Verhaftung

Mit einem gestohlenen Schlüssel verschafften sich einige Gang-Mitglieder in der Zwischenzeit Zugang zu der Wohnung des Mannes, wo sie auf den mit ihm zusammenlebenden älteren Bruder stießen, der ebenfalls geschlagen und aufgefordert wurde, verstecktes Geld preiszugeben. Nachdem der sich weigerte, hielten ihm die Jugendlichen ein Handy ans Ohr, wo sein Bruder berichten musste, dass er von der Gang gefangen gehalten werde. Nachdem der Mann das Versteck preisgab und die Bandmitglieder 1.000 US-Dollar und einen Fernseher erbeuteten, wurde er an einen Stuhl gefesselt, von dem er sich erst in der Nacht befreien konnte.

Seiner Nachbarin und Polizei erzählte er aus Sorge zunächst nichts von seinem Bruder, das komplette Geschehen ließ sich aber nicht mehr verheimlichen, als dieser plötzlich lebensgefährlich verletzt in der Einfahrt lag, wo ihn Gangmitglieder offenbar aus dem Wagen gestoßen hatten. Erst nach einigen Tagen verrieten die eingeschüchterten Opfer Krankenhausangestellten und der Polizei, was vorgefallen war. Zwar hatten die Gang-Mitglieder das Appartment von den Spuren des Verbrechens gründlich gereinigt, die Behörden kamen ihnen aber schnell auf die Schliche.

Polizeisprecher Ray Kelly sagte, die feige und verabscheuungswürdige Tat sei kein Initiierungsritual und auch kein gewöhnliches Gewaltverbrechen gewesen. "Dies war eine Reaktion auf die Tatsache, dass die Männer gleichgeschlechtlichen Sex hatten." Den neun Männern, die sich nach Angaben von Kelly gegenseitig die Schuld zuschieben und keine Verantwortung übernehmen wollen, drohen diverse Anklagen, verschärft durch die Hassgesetz-Gesetzgebung.

Düstere Zeiten


Mit einem Massen-"Die-In" machte die Szene auf sich aufmerksam

Die Berichte über diesen Vorfall in New York werden zu einer Zeit bekannt, in der die Situation von Schwulen in der amerikanischen Gesellschaft im öffentlichen Interesse steht wie seit dem Mord an dem Studenten Matthew Shepard nicht mehr. Zum einen werden immer neue Gewalttaten gegen Homosexuelle bekannt. So wurde am letzten Wochenende ein schwuler Student von zwei jungen Männern zusammengeschlagen - ausgerechnet im Stonewall Inn, der bekanntesten schwulen Kneipe der Welt. Hier, in der Bar in der Christopher Street, hatte 1969 der Protest von Besuchern gegen eine Razzia der Polizei zu tagelangen Ausschreitungen und letztlich zum Beginn der modernen Schwulenbewegung geführt.

Auch führten Berichte über immer neue Selbstmorde von sehr jungen Schwulen, ausgelöst zumeist durch Hänseleien und Schikanen, in den letzten Wochen zu Verunsicherung und Besorgnis nicht nur innerhalb der Szene. Es gibt inzwischen Hunderte Videos von Jugendlichen und Erwachsenen aus aller Welt, die jungen Menschen im Coming-out im Rahmen der Kampagne "It get's better" Mut machen wollen. Auch Prominente wie die TV-Talkerin Ellen DeGeneres haben entsprechende Nachrichten aufgenommen. Die populäre Fernsehserie "Glee" will in einer der nächsten Folgen auf das Thema eingehen, die CNN-Talkshow von Larry King widmete den Vorfällen bereits eine ganze Sendung.

Am Freitag versammelten sich Hunderte Aktivisten zu einem Flashmob in der New Yorker Grand Central Station. Das Massen-"Die-In", bei der sich Teilnehmer regungslos auf den Boden legten, sollte auf Gewalt und Bullying aufmerksam machen. Auch in anderen Städten Amerikas gab es ähnliche Aktionen. Das Hassverbrechen aus New York war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. (nb)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 09.10.2010, 18:19h
  • Das ist doch nicht zu fassen! Was geht eigentlich in diesen kranken Gehirnen (sofern das Gesocks denn überhaupt eins hat) vor? Folter gehört ins finstere Mittelalter! Im Knast haben die sowieso nichts zu lachen, sondern werden am eigenen Leib spüren, welche Schmerzen und Traumata die Opfer leiden mußten!
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#2 eMANcipation*Anonym
#3 GeorgFalkenhagenProfil
  • 09.10.2010, 18:31hBremen
  • Bei solchen Meldungen wird mir immer ganz anders. Nicht dass ich religiös veranlagt bin, aber bei solchen Sachen fällt mir immer der ehemalige SPD-Fraktionsvorsitzende Hartenbach ein, der dem Ekelpaket Norbert Geis bei der BT-Debatte um die Ersteinführung der Homoehe auf dessen Argument, alle Religionen verdammten die Männerliebe, die wunderschönen Jesus-Worte entgegen schleuderte:

    "Was Du dem Geringsten meiner Brüder getan hast, das hast Du mir getan."

    So, dies "Wort zum Sonntag" konnte ich Agnostiker mir nicht verkneifen, woll(a)!
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#4 wehaAnonym
#5 skandinavienAnonym
  • 09.10.2010, 18:45h
  • Wenn Kapitalismus, Gier und Krise aufeinander treffen.

    Neuer Schwulenhass in den USA
    Die sexuelle Restauration

    "Wir drehen die Zeit zurück", klagt der New Yorker Filmemacher Carlos Alvarez. "Schüler werden gehetzt, Schwule werden verprügelt, Kirchen predigen Hass und immer noch sterben Leute an Aids. Ich komme mir vor wie in den Reagan-Jahren."

    www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,722043,00.html

    USA: 2,3 Millionen Menschen sitzen hinter Gittern
    Ein Bericht warnt vor den "Kollateralschäden" des amerikanischen Straf- und Gefängnissystems

    Die USA haben weltweit sowohl absolut als auch relativ zur Bevölkerung die größte Gefängnispopulation. 2009 saßen 1,7 Millionen Menschen ihre Strafe in staatlichen Bundesgefängnissen ab. 750 von 100.000 US-Bürgern sind Häftlinge, das ist etwa 1 Prozent der Erwachsenen. Allerdings ist die Zahl in Wirklichkeit höher. Rechnet man alle Häftlinge aus lokalen Gefängnissen hinzu, dann steigt die Zahl der Häftlinge auf 2,3 Millionen.

    www.heise.de/tp/blogs/8/148485

    Am Rande

    Richter werden bestochen, um die Gefängnisse der Knastindustrie mit Falschurteilen zu füllen.

    de.wikipedia.org/wiki/Kids-for-Cash-Skandal
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#6 FloAnonym
  • 09.10.2010, 18:56h
  • Wann werden diese Faschisten endlich gestoppt?

    Aber auch die Politiker und Pfaffen, die mit ihren Worten ein Klima der Diskriminierung und Unterdrückung schaffen, haben Blut an ihren Händen und sind nicht besser als die Ausführer der Tat!
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#7 role modelsAnonym
#8 GeorgEhemaliges Profil
  • 09.10.2010, 20:47h
  • Die Saat der biblisch christlichen - auch die der islamischen Religionen gehen wieder einmal auf. Die Hassprediger gegen Homosexuelle im Namen ihrer Religion sind diejenigen die für derartige Verbrechen die Wegbereiter sind. Dabei ist es völlig egal ob sich diese Hassprediger auf die Bibel oder den Koran berufen. Sie sind die wirklichen moralischen Täter. Sie zeigen was ihre Religionen wirklich wert sind.
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#9 Stop in the Name of LoveAnonym
  • 09.10.2010, 21:18h

  • Ja, meine erste Wut sagte auch, dasselbe sollte man mit diesen Taetern machen. Mein Verstand sagt aber nein.

    Denn die wahren Taeter sind in erster Linie die Kirchen, Politiker, Parteien, Schulbehoerden, Psychiater, Eltern, etc. die gegen unsere Gleichberechtigung sind, die schwulen Sex Suende nennen, uns fuer pervers oder krank halten oder uns einfach negieren. Damit teilen sie kranken gewalttätigen Idioten unterschwellig mit, wir waeren die besten Opfer und Gewalt gegen uns sei weniger schlimm als gegen andere oder gar gerechtfertigt.

    Unsere Reaktion kann nur Oeffentlichkeit herstellen sein. Alle diese Taten muessen bekannt werden und noch mehr Lesben, Schwule, Transgender und Bi's sollten sich outen und zu sich stehen. Denn wir sind viele und zusammen sind wir stark. Alleine haben wir verloren.
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#10 GeorgFalkenhagenProfil
  • 09.10.2010, 21:39hBremen
  • @Georg:
    So ist es, werter Namensvetter. Religion ist Opium fürs Volk, soll Lenin gesagt haben. Und ich ergänze: Man braucht noch nicht mal THC (Weihrauch!) um dies zu erkennen oder den schönen Rotwein ("Christi Blut"), den ich heut' genoss, um DAS zu erkennen.

    Es klingt hier vielleicht etwas komisch, aber auch als Kinderloser leide ich unter dieser furchtbaren Indoktrinierung des Nachwuchses.

    Edel sei der Mensch, hilfreich und gut, sagte Goethe. Ich sage: Er ist es; es sei denn man verdirbt ihn...
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