Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?12885

Außerhalb Europas sind EU-Bürger unversichert. (Bild: ER24 EMS (Pty) Ltd. / flickr / by-sa 2.0)

Ein umgeknickter Fuß, eine Magen-Darm-Grippe, ein Autounfall: Es gibt viele Dinge, die einem den Urlaub gehörig versauen können. Damit die schönsten Tage im Leben nicht zum finanziellen Desaster werden, ist eine Auslandsreise-Krankenversicherung Pflicht - und kostet weniger als ein Kasten Bier.

Von Dennis Klein

In Deutschland sind wir es gewohnt, bei jedem Wehwehchen zum Arzt zu gehen - bis auf Praxisgebühr brauchen sich die Pflichtversicherten über die Kosten keine Gedanken zu machen. Sobald wir aber das Land verlassen, gelten andere Regeln: In ganz Europa - mit Ausnahme Russlands, Weißrusslands, Moldawiens und der Ukraine, aber einschließlich der Türkei und Tunesiens - übernehmen deutsche Krankenkassen zwar die Kosten für stationäre oder ambulante Notfallbehandlung. Den Rücktransport in die Heimat müssen gesetzlich Versicherte aber aus eigener Tasche zahlen. Je nach Erkrankung und Aufwand können die Kosten bei tausenden oder gar zehntausenden Euro liegen, da Linienflüge Passagiere ablehnen können, wenn sie sehr krank sind. Außerhalb Europas bezahlen AOK und Co. außerdem überhaupt keine Behandlungskosten.

Bei privaten Krankenversicherungen hängt das Leistungspaket von den Vertragsbedingungen ab. Hier müssen Versicherte den Auslandsschutz im Kleingedruckten ausfindig machen.

Für Urlaubsaufenthalte bis zu sechs Wochen erlaubt eine private Auslandsreise-Krankenversicherung jedoch, das finanzielle Risiko bei Unfall oder Erkrankung auf der Reise auszuschalten. Das Ganze ist ein Schnäppchen: Der billigste Anbieter, der Online-Versicherer HUK24 (Tarif: RI/RIF), verlangt gerade einmal sechs Euro Jahresbeitrag pro Jahr für unter 70-Jährige (Für Ältere: 17 Euro). Mit dieser Police ist jeder für bis zu 42 Tage pro Auslandsreise versichert. Auch bei mehreren Urlauben pro Jahr ist man so versichert - vorausgesetzt, man hält sich nie länger als 42 Tage am Stück in einem anderen Land auf. Je nach Versicherer variiert diese Zahl, bewegt sich aber meist zwischen 40 und 60 Tagen.

Im Notfall müssen im Ausland alle Rechnungen für die Behandlung und für verschreibungspflichtige Medikamente gesammelt werden. Normalerweise können diese nach dem Urlaub eingeschickt werden und die Versicherung überweist die Auslagen aufs Konto. Für schwere Unfälle bieten die Gesellschaften eine 24-Stunden-Hotline. Hier kann die Versicherung direkt mit dem behandelnden Arzt in Verbindung treten. Der Patient muss dann keine Vorkasse leisten.

Kein Gesundheitscheck


Auch Begegnungen mit Tieren vor Ort führt oft zu Verletzungen... (Bild: akeg / flickr / by-sa 2.0)

Anders als bei privaten Vollversicherungen sind keine Gesundheitschecks vor Abschluss notwendig. Der Schutz bezieht sich aber auch nur auf unerwartete Ereignisse während des Auslandsaufenthaltes. Wer also bereits mit Schmerzen im Unterbauch in den Urlaub fährt, kann keinen Erstattung für eine Blinddarm-Operation erwarten.

Diese Regelung ist ein Problem für HIV-Positive und andere chronisch Kranke. Sie können zwar eine Auslandsreise-Krankenversicherung abschließen, aber auch hier gilt, dass nur unerwartete Ereignisse versichert sind. Darum gehen Positive auf Nummer Sicher, wenn sie nachweisen können, dass vor dem Reiseantritt ein stabiler Zustand vorgelegen hat, also eine symptomlose oder medikamentös gut eingestellte Infektion. Nützlich ist hier etwa ein ärztliches Attest. Zudem sollten sie nicht Versicherungen wählen, die in ihren Allgemeinen Vertragsbedingungen Leistungen nur für "akute", "unvorhergesehene" oder "nicht absehbare" Erkrankungen versprechen. Die meisten Versicherungen haben diese Formulierungen nach Protesten von Verbraucherschützern aber inzwischen gestrichen.

Da es dutzende Anbieter für Auslandsreise-Krankenversicherungen in Deutschland gibt, ist es nicht leicht, den Richtigen zu finden. Oft enthalten Kreditkartenverträge (z.B. MasterCard Gold) derlei Policen bereits. Wer nicht darüber versichert ist, kann sich bei Stiftung Warentest über die Qualität der Versicherungen informieren. Die Tester haben sich erst im Mai 2010 die größten Anbieter angesehen. Die besten Bedingungen für den Kunden bietet demnach die HanseMerkur (Tarif: RKJ), die als einzige Versicherung die Note "sehr gut" erhielt. Sie liegt preislich mit 9,50 Euro für unter 65-Jährige im moderaten Bereich. Bei Älteren schlägt sie aber zu: Ab 65 Jahren fallen 28 Euro pro Jahr an, ab 75 sogar 39 Euro. Mit der Note "gut" folgen die Anbieter HUK-Coburg (Tarif RV), die R+V-Versicherung (Tarif: JR) und Central (Tarif: holidayE/holidayF). Am unteren Ende der Liste finden sich die ADAC-Versicherung und die Gothaer, die es nur auf ein "ausreichend" brachten. Das einzige "mangelhafte" Testergebnis lieferte die Europ Assitance, die zudem mit einer Jahresgebühr von 15 Euro auch zu den teuersten Anbietern gehört.

USA und Kanada bei längeren Aufenthalten extrem teuer

Für längere Aufenthalte im Ausland bietet die Versicherungswirtschaft ebenfalls spezielle Policen an, für die man aber tief in die Tasche greifen muss. Auch hier werden nur unerwartet auftretende Erkrankungen ersetzt. Kunden müssen aufpassen, dass die Versicherer im Kleingedruckten nicht generell Krankheiten ausschließen, die vor Versicherungsbeginn aufgetreten sind. Denn diese weiche Formulierung gibt den Gesellschaften oft zu viele Spielräume, die Zahlung abzulehnen. Laut einer neuen Untersuchung der Stiftung Warentest vom August 2010 erreicht auch hier die HanseMerkur als einzige Versicherung die Note "Sehr gut" (Tarif: UR). Ein Schutz für eine Reisedauer von einem Jahr kostet mit dem Hamburger Anbieter 1.059 Euro (Über 65-Jährige: 3.249 Euro), 90 Tage sind für 261 Euro (801 Euro) zu haben. Dieser Schutz gilt weltweit. Wesentlich billiger ist der Versicherungsschutz, wenn die Hochpreisländer USA und Kanada ausgeschlossen werden. Dann kostet ein Jahr nur 456 Euro (1.059 Euro) und 90 Tage 113 Euro (261 Euro).

Manche Leistungen sind aber mit allen Versicherungen ausgeschlossen. So kann man sich etwa nicht auf Kosten der HanseMerkur oder HUK-Coburg die Zähne im Ausland wieder auf Vordermann bringen lassen. Zudem gibt es keine Zahlungen für Reisen in Krisen- und Kriegsgebiete, bei denen es eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gibt. Und natürlich kann man auch nicht in allen Ländern damit rechnen, die gleiche Versorgungsqualität wie in Deutschland zu erhalten. Aber Leute, die lediglich eine so kinderleichte Versorgung erhalten wollen, wie sie hierzulande mit der Krankenversicherungskarte üblich ist, reisen ohnehin nicht gerne in ferne, exotische Länder.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 11.10.2010, 12:23h
  • Ich war schon einige Male im Ausland und bin Gott sei Dank nie krank geworden. Aber irgendwann ist das nächste auch das erste Mal.
  • Antworten » | Direktlink »