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Furchtbares Cover, merkwürdiger Titel - das passt zur Geschichte des Café Anal

Margott & Marjotts Buch "Olfen: Reise ins internationale Freundschaftslager" würdigt Orte queerer Subkultur in Berlin - von Café Anal bis Möbel Olfe.

Von Carsten Weidemann

"Das Anal in Annalen" würdigte Berlins Stadtmagazin "Zitty" das Buch "Olfen: Reise ins internationale Freundschaftslager" von Margott & Marjott. Unter diesen beiden Pseudonymen entfalteten die Mitglieder des lesbisch-schwulen Kollektivs um das Kreuzberger "Café Anal" seit 1989 ihre zahlreichen Aktivitäten. Es folgten gastronomische Konzepte wie die "Raststätte Gnadenbrot" oder Kneipenkonzepte wie das "Möbel Olfe".

"Olfen - Reise ins internationale Freundschaftslager" ist das Dokument der lesbisch-schwul-queeren politischen Subkultur von Berlin - mit Blick von innen wie von außen. Die Anthologie versammelt sowohl Beiträge ehemaliger Mitarbeiter der Kollektive, als auch Beiträge prominenter Zeitzeugen. So analysiert der Künstler Wolfgang Müller die Phänomene der gesamten queeren Gastronomie in Berlin von der Eröffnung des "Anderen Ufer" 1978 bis zur "Raststätte Gnadenbrot". Stereo Total-Sängerin Françoise Cactus schildert ihre erste Begegnung mit lesbisch-schwuler Subkultur ím "Cafe Anal".

Weitere Beiträge verfassten die Schriftsteller Ulrich Michael Heissig, Leonhard Lorek, Margott, Sarah Schmidt, Andreas Sinakowski, Suse Strippe, Jörg Sundermeier und Dania Edle von Raffay. "Verstehen können das nur Eingeweihte und Zeitzeugen. Unbeteiligte werden wohl nichts kapieren - wozu auch?", schrieb Manuela Kay in "L-Mag". Das Urteil der "Zitty" hört sich dagegen besser an:"Zeitgeschichte mit Biergeschmack, aber ohne Stammtisch-Jargon."

Margott & Marjott (Hrsg.): Olfen, Reise ins internationale Freundschaftslager, 224 S., Martin Schmitz Verlag, Berlin 2010, 14,80 €