Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?12893

Das Homo-Semester startet am 21. Oktober mit einer Gesprächsrunde zum Thema "Homosexualität heute" (Bild: pterjan / flickr / by-sa 2.0)

Hochkarätige Referenten beschäftigen sich an der Tübinger Volkshochschule ab 21. Oktober drei Monate lang mit dem Thema "Homosexualität - heute".

Uta Röck ist schwierige Thematiken gewöhnt. Die Leiterin des Gesellschaftsressorts an der Volkshochschule (VHS) in Tübingen hat sich zum Beispiel bereits ein Semester mit dem Thema "Schwarze in Deutschland" auseinandergesetzt, erinnert regelmäßig an die Gräuel des Nationalsozialismus, aber das Thema Schwule und Lesben hatte sie noch nie. "Das haben wir uns schon lange gewünscht", sagt sie und lacht.

Und so hat sie sich mit Vertretern des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD), der Aids-Hilfe, einer Selbsthilfegruppe für Eltern homosexueller Kinder und dem Tübinger Frauenbuchladen den Sommer über zusammengesetzt und das Thema Homosexualität auf die Agenda genommen. Und herausgekommen ist das wohl größte weitgehend ehrenamtliche Projekt der Tübinger VHS in diesem Winter, ein bunter Strauß an Veranstaltungen und Vorträgen, Filmvorführungen (in Kooperation mit den Französischen Filmtagen), Lesungen und Führungen durch eine Ausstellung der Kunsthalle Tübingen.

Manfred Bruns und Luise Pusch unter den Referenten

Luise Pusch, Autorin, Sprachwissenschaftlerin und Ikone der feministischen Sprachforschung, wird das Thema Liebe zwischen zwei Frauen aufnehmen und aus ihrem Buch "Frauengeschichten - Berühmte Frauen und ihre Freundinnen" vorlesen. Die Schriftstellerin Ulrike Karner wird ihr Buch "Allah und der Regenbogen" vorstellen, in dem es um die Frage geht, was wohl Allah sagen würde zu einer lesbischen Liebe - so wird das Thema Homosexualität in anderen Kulturen angesprochen. Doch auch die Männer kommen nicht zu kurz: In einer "schwulen Büchernacht" wird der Freiburger Hörbuchproduzent und Regisseur Sebastian Reiß deutsche und amerikanische Bücher mit schwulem Inhalt vorstellen.

Der ehemalige Staatsanwalt Manfred Bruns, im Jahr 2002 ausgezeichnet mit der Magnus Hirschfeld Medaille, geht auf die rechtliche und politische Situation schwul-lesbischer Paare in Deutschland ein. Der LSVD wird Tipps geben zu steuerrechtlichen Fragen im Rahmen von homosexuellen Lebenspartnerschaften. Die Diplom-Psychologin Dr. Elke Jansen beleuchtet die Situation von Regenbogenfamilien.

Das normale Leben des Lesben und Schwulen zeigen


Die Kunsthalle Tübingen begleitet das Homo-Semester mit der Ausstellung "Manscapes" des Berliner Künstlers Rainer Fetting, hier sein Bild "Brando - Steiger" (2004)

Eröffnen wird den Veranstaltungsreigen am 21. Oktober Pfarrer Eckhard Ullrich, Aidsbeauftragter der ev. Kirche Württemberg, der sich im Rahmen einer Podiumsdiskission mit Jugendlichen, Eltern, Lehrern, aber auch im Berufsleben stehenden Homosexuellen über die Lage der Schwulen und Lesben in unserer heutigen Gesellschaft austauschen wird. Der Gesprächsanbend beginnt um 20:15 Uhr im Löwen in der Kornhausstraße 5.

In der Veranstaltungsreihe geht es nicht darum, Bilanz zu ziehen, sondern Menschen zu sensibilisieren und möglichst realistisch die Lebenswelt der Schwulen und Lesben aufzuzeigen. Die Besucher der Veranstaltungen, die größtenteils kostenlos angeboten werden, sind aufgerufen sich durch Fragen und Beiträge aktiv an der Auseinandersetzung zu beteiligen.

Geschichte erzählen will auch die Tübinger Kunsthalle. Sie wird mit der Ausstellung "Manscapes" des Berliner Künstlers Rainer Fetting die Reihe der Tübinger Volkshochschulreihe begleiten. Gezeigt werden Darstellungen von Männlichkeit in der Malerei, homosexuell, aber auch heterosexuell.

Und Uta Röck? Die Leiterin des Gesellschaftsressorts will bei den Veranstaltungen dabei sein und glaubt, dabei viel Neues lernen zu können. Und am Ende festzustellen, dass das Leben von Schwulen und Lesben doch sehr viel normaler ist, als man das vielleicht denkt.



#1 KlofrauAnonym
  • 11.10.2010, 14:41h
  • Ein sehr feiner Zug der VHS Tübingen!

    Ich wünsche Frau Röck und den Vortragenden viel Erfolg und guten Zulauf!
  • Antworten » | Direktlink »
#2 liberalissimoAnonym
  • 11.10.2010, 15:20h
  • Ich bin homosexuell und 83 Jahre alt. Habe noch die Nazi-Verfolgung, die über Adenauer bis hin zu Willy Brandt reichte, erlebt.

    Ich habe ferner die gay-liberation 1969 (Stonewall riot) in New York mitgemacht.

    Also, ich weiß, was Schwulsein heißt.

    Die Veranstaltung der VHS Tübingen halte ich für einen Schmarren. Pseudointellektuelle Dummschwätzer, darunter ein Pfarrer. Das sagt alles.

    Beide christlichen Kirchen sind unsere größten Feinde, die eine etwas mehr. Wenn sich Pfarrer den Schwulen mit geheucheltem Verständnis anbiedern, so ist etwas faul.

    Der vorige EKD-Vorsitzende, Bischof Huber, hat uns ehe der Hahn krähte verleugnet.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 antos
#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 stromboliProfil
  • 11.10.2010, 17:24hberlin
  • Antwort auf #2 von liberalissimo
  • liberalissimo & antos, &
    drum ich sei, gewähret mir die bitte in eurem bund der dritte...

    Gutwillige beim lichterketten basteln,
    was man auch als nabelschau werten kann!

    Was der ehemalige staatsanwalt und der noch pfarrer als vertreter eben jener gesellschaftlichen ordnungsmacht uns zu sagen hat würd mich allerdings schon mal interessieren! Aufarbeitung der verfolgung scheint aber nicht vorgegebendes thema zu sein!
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Jörg-HendrikAnonym
  • 11.10.2010, 17:52h
  • Antwort auf #5 von stromboli
  • Du bist ein Vollprolet!

    Auch der schwule Klassismus will freudig und tüchtig erarbeitet sein.

    www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33452/1.html

    In den Europäischen Antidiskriminierungsrichtlinien fehlen beispielsweise, und in diesem Punkt fallen sie hinter einst progressivere Gesetze zurück, ganz bewusst Kategorien wie "Soziale Herkunft", "Vermögen" oder "Arbeitslosigkeit". "Soziale Herkunft" stand ursprünglich im Katalog der zu verbietenden Diskriminierungsformen und wurde als einziger Punkt entfernt.

    Solcherlei Diskriminierung wird also nicht bzw. nicht mehr definiert, mit der Erwünschtheit diskriminierte Menschen auch nicht mehr wahrzunehmen.

    Es sei denn, als ausgeleuchteter Fall tätiger Nächstenliebe.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 stromboliProfil
  • 11.10.2010, 18:44hberlin
  • Antwort auf #6 von Jörg-Hendrik
  • prolet sein ist ein, im klassischem sinne der klassenzugehörigkeits ehrenvoller titel! Ich nehm den an!

    Ansonsten , wo ist der streitpunkt?
    Wir verdrängen doch täglich das uns umgebende und dass selbst das kuriose zur besonderen wahrnehmung wird ist dann auch nichts ungewöhnliches.. siehe:
    www.tagesspiegel.de/meinung/das-kartoffel-problem-muss-erfor
    scht-werden/1954194.html;jsessionid=7EAFCC33F76042F83CFEB26C
    0F999036



    Ungewöhnlich, wie lange wir brauchen um uns betroffen zu fühlen!
    Ungewöhnlich wie wenig das alltäglich umgebende maßstab für reaktion ist.

    Nimmt man die vorgetragenen kategorien und klebt den wissenschaftlichen begriff heteronormativ an, gleicht das einer ohrfeige, setzt es doch auch in der frage sexismus die klassenfrage!
    Wird aber die klassenfrage wieder mittelpunkt des fragens, brauchts der scheinwerfer religiöser nächstenliebe nicht ; insbesondere wenn dieser scheinwerfer weniger dem nächsten dient, denn der eigenen mission !
  • Antworten » | Direktlink »
#8 baumarktpflanzeAnonym
  • 11.10.2010, 19:51h
  • Bevor die Diskussion zu sehr ausartet:

    Der ehemalige Staatsanwalt Manfred Bruns ist vom LSVD und arbeitet dort im Rahmen rechtlicher Fragen. Eckard Ullrich ist bekennend homosexueller Pfarrer. :)
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Jörg-HendrikAnonym
#10 stromboliProfil
  • 11.10.2010, 22:55hberlin
  • Antwort auf #8 von baumarktpflanze
  • der ehemalige hat strafverfolgung von homosexuellen zu verantworten!
    der amtierende ist teil einer religionssekte ,die insgesamt täglich ausgrenzend gegen schwule predigt!

    Das beide zufällig schwul sind macht den bock nicht fett , nur sollten wir diese pauluse mit vorsicht uns zu gemüte führen!

    Deshalb meine frage wiederholt und präzisiert: was haben die uns zu sagen?
    Für rechtliche fragen kann ich mir jederzeit einen unverdächtigeren rechtsberater zu gute führen, und in spirituellen fragen einen weniger religions-vorbelasteten!

    Sachlich an die VHS - veranstaltung herangegangen: lobenswert die intention; aber wenigstens in den männlich -schwulen fragen durch auswahl seiner thesenvorgaben und deren podiumsvertreter eben der bock zum gärtner gemacht!
  • Antworten » | Direktlink »