Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?12923

Die Aids-Präventionsseite machsmit.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Bzga) enthält einen schweren Fehler: In einem Online-Test, der derzeit über ein Werbenetzwerk mit Bannern auch auf queer.de beworben wird, können Interessierte anhand einiger Fragen ermitteln, ob sie ein Risiko einer HIV-Ansteckung eingegangen sind. Doch der Test hat einen Fehler, der zu einem falschen Ergebnis führt.

Hat man als Mann, der auf Männer steht, in der ersten Frage angegeben, schon einmal ungeschützten "Anal- oder Oralverkehr mit Spermakontakt" gehabt zu haben, sollte der Test eigentlich einen möglichen Risikokontakt ergeben. Im Testbeispiel wird weiter angegeben, dass man sich nicht sicher ist, dass der Partner treu und HIV-negativ ist. Frage 3 stellt einen dann bei dem fiktiven Gedankenspiel, man habe Sex mit einem schwulen Kumpel gehabt, vor folgendes Problem einer Frage:



Nun trifft keine der möglichen Antworten zu (der Kumpel ist schwul, nicht bisexuell, und mehr als eine flüchtige Bekanntschaft). Füllt man den Fragebogen ohne das Ankreuzen auch nur eines Feldes weiter aus, was möglich ist, erscheint zum Schluß folgende Diagnose:



Die BzgA wurde am Freitag durch queer.de auf den Fehler, der auch in anderen Konstellationen auftritt, aufmerksam gemacht, eine Pressesprecherin konnte aber wegen der fortgeschrittenen Uhrzeit keine näreren Angaben mehr dazu machen. Der Test richtet sich wie die gesamte Kampagne vor allem an Jugendliche. Paaren (!) wird nach der Negativ-Diagnose geraten, trotzdem nachzudenken, ob der Partner nicht selbst eine Risikosituation gehabt haben könnte und ob man nicht ggf. Beratung suchen, einen HIV-Test machen wolle. Von dem offensichtlichen Fehler abgesehen dürfte Frage 3 mit der Auflistung einiger vermeintlicher Risikogruppen zusätzlich umstritten sein, die unklare Umschreibung des Themas Ansteckungsrisiko beim Oralverkehr ebenfalls.

Update, 22.10.: Die BzgA hat das Quiz inzwischen geändert. Gibt bei man Frage 3 keine Antwort an, kommt man nun nicht mehr weiter.



#1 schwulenaktivist
  • 15.10.2010, 17:06h
  • Das Verheerende an den Kampagnen ist die Tatsache, dass es nicht mehr darum geht, safer sex zu praktizieren, sondern darum, ob und wie man allenfalls doch und unter Umständen... unsafen sex machen könnte....

    Es gibt nur die reale Praxis und keine theoretischen Risikoevaluationen!
  • Antworten » | Direktlink »