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Unter Heteros: Klagende Feuerwehrmänner John Ghiotto, Chad Allison, Jason Hewitt und Alexander Kane. (Bild: Alliance Defense Fund)

Vier christliche Feuerwehrmänner aus San Diego erhalten eine Entschädigung wegen sexueller Belästigung, weil sie 2007 angewiesen wurden, bei einer CSD-Parade ihre Einheit zu repräsentieren.

Die Steuerzahler müssen neben der Entschädigung in Höhe von 34.300 Dollar (24.700 Euro) noch die Gerichts- und Anwaltskosten der Kläger tragen, die sich nach ersten Berechnungen auf mindestens 600.000 Dollar belaufen. Das entschied ein Berufungsgericht in San Diego.

Bereits im vergangenen Jahr hat eine zwölfköpfige Jury entschieden, dass die vier im Feuerwehrwagen sitzenden Männer beim CSD vulgären Kommentaren ausgesetzt gewesen seien und Handlungen in sexuell aufgeladener Atmosphäre ertragen mussten (queer.de berichtete). Das dreiköpfige Berufungsgericht bestätigte nun diese Entscheidung. Die drei Männer seien "lang andauernder" sexueller Belästigung ausgesetzt gewesen, die "das Arbeitsverhältnis belastet haben".

90 Minuten lang Rockstars oder Opfer sexuellen Missbrauchs?

Die Feuerwehr hatte die Männer geschickt, nachdem Freiwillige wegen eines Einsatzes absagen mussten. Nach Angaben der Stadt ist der CSD in San Diego wichtig, um für die Akzeptanz der städtischen Behörden zu werben und wurde daher wie andere PR-Veranstaltungen behandelt. Zudem habe die große Mehrheit der 150.000 CSD-Besucher den Feuerwehrmännern applaudiert und sie wie Rockstars behandelt, erklärte die Anwältin der Stadt während des Prozesses. Die Männer hätten genug Ausbildung erhalten, um die 90 Minuten ihres CSD-Einsatzes unbeschadet zu überstehen.

Die Feuerwehrmänner erklärten dagegen, die sexuelle Belästigung beim CSD - die sich in der Form von sexuell anzüglichen Zurufen geäußert haben soll - habe unter anderem zu Folgebeschwerden wie Kopfschmerzen und dem Reizdarmsyndrom geführt. Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes dürften nicht gezwungen werden, "bei Veranstaltungen teilzunehmen, die ihren Glauben widersprechen", erklärte Charles S. LiMandri vom Alliance Defense Fund, einer christlichen Vereinigung von 1.800 Anwälten. Die gemeinnützige Organisation engagiert sich hauptsächlich in Fällen, in denen die vermeintlichen Rechte von Christen durch Homosexuelle eingeschränkt worden seien.

Die Feuerwehrleute zeigten sich nach dem Urteil ekstatisch: "Ich bin so glücklich mit dieser Entscheidung", erklärte etwa John Ghiotto gegenüber der "San Diego Union-Tribune". "Es ist unglaublich, welche Mengen Geld die Stadt dafür investiert hat - es müssen jetzt mehrere Millionen sein. Dabei hätte das alles an einem Tag aus der Welt geschafft werden können." Ursprünglich hatten die Kläger eine Entschädigung von einer Million Dollar pro Person gefordert (queer.de berichtete).

Berufung möglich

Die Stadt San Diego prüft derzeit das Urteil. Man halte sich die Option offen, vor dem obersten Gerichtshof Kaliforniens gegen die Entscheidung vorzugehen.

Nach den Beschwerden der christlichen Mitarbeiter hat die Feuerwehr seit 2008 nur noch Freiwillige als Vertreter auf den CSD entsandt. Seither gibt es keine Beschwerden mehr. Die fünf Feuerwehrleute, die über Jahre gegen die Stadt prozessiert haben, sind weiterhin Mitarbeiter des Fire Department. (dk)



#1 Frankyboy
  • 18.10.2010, 13:02h
  • Seit wann bekommt man von anzüglichen Zurufen Kopfschmerzen? Dann müsste ich ja täglich Aspirin schlucken...

    So ein Urteil kann wirklich nur aus den USA kommen!

    Und wer denkt an uns? Wir müssen auch damit leben, wenn im Sommer Frauen mit dicken Titten (sorry) Tops tragen. Ich bekomme davon Augenschmerzen, aber leider keine Entschädigung...
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#2 bananasEhemaliges Profil
  • 18.10.2010, 13:08h
  • Die Stadt sollte vielleicht Ihre Angestellten (Beamte?) besser bezahlen. Ich vermute mal, Beamte, denn die dürfen nicht streiken und so war der CSD mal ne gute Gelegenheit.....
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#3 eMANcipation*Anonym
  • 18.10.2010, 13:26h
  • Nennen wir das Ganze doch einfach beim Namen:

    Eine widerliche, hetzerische Kampagne zur persönlichen Bereicherung und zur Diffamierung von Schwulen und Lesben!

    Wer entschädigt die vielen jungen Homosexuellen, die von heteronormativer Gewalt krankgemacht werden,

    und denen nicht zuletzt "religiöse" Vereinigungen von kleinauf sinngemäß einhämmern, dass sie nicht so existieren dürfen, wie sie sind?

    Wann wird dieser Missbrauch endlich geahndet?
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#4 AmalionProfil
  • 18.10.2010, 13:26hAachen
  • Meiner Meinung nach müssten diese Feuerwehrleute fristlos entlassen werden.
    Und das aus folgendem Grund: Als städtische Angestelle sind diese für das Wohlergehen ALLER verantwortlich.
    Wie würden siche die Leute verhalten, wenn es bei einem schwulen Paar brennen würde? Was würden sie tun, wenn es in einer Jugendeinrichtung brennen würde, die sich um schwule Jugendliche kümmert?
    Dem Verhalten der Feuerwehrleute nach zu urteilen muss man davon ausgehen, dass sie sich nicht mit vollem Einsatz ihrer Arbeit widmen würden.
    Wenn ich in einem Job arbeite, in der ich in der öffentlichkeit präsent bin (und das sind Rettungskräfte nun einmal), dann muss ich damit rechnen, dass ich auch mal verbal attackiert werde.
    Sollten alle Rettungsdienstler oder Polizisten nach einer Großveranstaltung dann Klage einreichen, wenn sie mal wieder von irgendwelchen Besoffenen beleidigt werden?
    Die Gerichte währen noch mehr beschäftigt als sie es eh schon sind.

    Wie gesagt: Meiner Meinung nach fristlos kündigen, weil für den Rettungsdienst nicht tragbar.

    Des weiteren finde ich es schon mehr als lachhaft, dass solche gestandene Mannsbilder, wie die Firefighters sich immer selber gerne darstellen, so zart besaitet zu sein scheinen, dass sie da nicht mit fertig werden, wenn sie mal von ein paar Kerlen angemacht werden.
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#5 CarstenFfm
#6 staudeAnonym
  • 18.10.2010, 13:30h
  • Antwort auf #2 von bananas
  • Meinst Du?

    "..Charles S. LiMandri vom Alliance Defense Fund, einer christlichen Vereinigung von 1.800 Anwälten.

    Die gemeinnützige Organisation engagiert sich hauptsächlich in Fällen, in denen die vermeintlichen Rechte von Christen durch Homosexuelle eingeschränkt worden seien.."

    ADF supports the inclusion of invocations at public meetings and the use of religious displays (such as crosses and other religious monuments) on public lands and in public buildings. [ citation needed ] The ADF opposes abortion , and believes that healthcare workers have a right to decline participation in the performance of abortions and other practices an individual health worker finds morally objectionable.

    ADF opposes same-sex marriage , as well as adoption by same-sex couples based on their belief that children are best raised by a married mother and father.

    ADF believe parents should be able to opt their children out of sex education in schools that run counter to a family's religious beliefs.

    en.wikipedia.org/wiki/Alliance_Defense_Fund
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#7 moornAnonym
  • 18.10.2010, 13:31h

  • Ich Mann mich Frankyboy nur Anschliessen! Ich wohne am Bodensee und was man da alles zu sehn bekommt wuerde für mehrere Klagen reichen. Leider bin ich nicht so Kleinkariert und ziehe wegen sowas vor Gericht. Andere Tun das ja schon wegen dem natürlichsten auf der Welt, dem Nackt sein! Erinnern wir uns an Senden/Ulm.
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#8 Knueppel
  • 18.10.2010, 14:59h
  • Christliche Feuerwehrmänner

    Sind die gerissen!!! Erst geilen sie sich daran auf, von jungen Männern als Sex-Idole bewundert zu werden und dann lassen Sie sich dieses "Entertainment" auch noch (mit "Schmerzensgeld") vergüten.

    Davon könnte unsere Community, glaube ich, noch viel lernen. Warum nicht Fun & Commerz verbinden?

    Aber ernsthaft:
    Es kann mir doch niemand erzählen, dass sie es nicht genossen haben, angeschmachtet zu werden (so etwas stärkt das Selbstbewußtsein einfach ungemein). Wieviel lockerer und "erwachsener" geht da doch z.B. ein Brad Pitt mit um. Er sagte in einem Interview, er fühle sich geschmeichelt und geehrt, wenn er von Schwulen als Sex-Idol begehrt werde. Und ... ganz nebenbei stiftete er dann auch noch eine größere Summe, um die Befürworter der Homo-Ehe in Kalifornien zu unterstützen.
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#9 wolfrheinAnonym
  • 18.10.2010, 15:03h
  • Die Feuerwehrmänner erklärten dagegen, die Belästigung durch Betende beim Löschen - die sich in der Form von lauten Zurufen geäußert haben soll - habe unter anderem zu Folgebeschwerden wie Kopfschmerzen und dem Reizdarmsyndrom geführt. Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes dürften nicht gezwungen werden, "bei Löscharbeiten an Synagogen, Moscheen oder Tempeln teilzunehmen, die ihrem Glauben widersprechen", erklärte ein Mitarbeiter vom Alliance Defense Fund, einer christlichen Vereinigung von 1.800 Anwälten. Die gemeinnützige Organisation engagiert sich hauptsächlich in Fällen, in denen die vermeintlichen Rechte von Christen durch Andersgläubige eingeschränkt worden seien.


    So könnte der Artikel vielleicht auch lauten ... In Deutschland müssen Beamte und Angestellte Gottseidank für alle Menschen ohne Ansehen der Person, Rasse oder Sexualität gleich arbeiten.
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#10 alexander
  • 18.10.2010, 16:36h
  • wenn ich diesen schwachsinn von diesen abgebrühten sensibelchen lese, überkommt mich das bedürfnis den brüdern mal so ein richtiges reizdarmsyndrom zu verpassen !!! zumindest können sie dann die realität von wunschdenken unterscheiden !
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