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Die "Verfassungsfreunde" bei einer Demo gegen den CSD in Stuttgart. (Bild: Guido Klein)

Das Bundesinnenministerium hat eine Beobachtung der Pius-Bruderschaft durch den Verfassungsschutz abgelehnt.

Wie der "Tagesspiegel" meldet, hat Innenstaatssekretär Ole Schröder (CDU) in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen die Verfassungsfeindlichkeit der Traditionalisten angezweifelt: "Auch wenn einige Äußerungen von Vertretern der Piusbruderschaft nicht unumstritten sein dürften, lassen sich hieraus noch keine tatsächlichen Anhaltspunkte für eine extremistische Ausrichtung der Organisation insgesamt ableiten", so Schröder.

Die Grünen hatten in der Anfrage kritisiert, dass sich die katholischen Traditionalisten aktiv für die Errichtung einer "christlichen Gesellschaftsordnung" einsetzten, die etwa ein Verbot von Homosexualität und die Wiedereinführung der Todesstrafe beinhaltet. In den letzten Jahren hat die Pius-Bruderschaft beim CSD Stuttgart eine Gegendemonstration organisiert, auf der die Gläubigen Schilder mit Aufschriften wie "Rettet Kinder vor Perversion" trugen (queer.de berichtete). Besonders kritisiert wurden die Äußerungen des britischen Pius-Weihbischofs Richard Williamson, der Frauen die Fähigkeit zum eigenständigen Denken abspricht und den Judenmord durch die Nationalsozialisten bestreitet.

Beck: Justizministerium ist "blind und taub"

Der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck kritisierte, das Bundesinnenministerium stelle sich "blind und taub": "Es ist schon ein starkes Stück, wenn Holocaustleugnung und Forderung nach Aufhebung zahlreicher Grund- und Menschenrechte von der Bundesregierung mit der Formel, diese Forderungen seien ,nicht unumstritten', abgetan werden", sagte Beck. Es sei für die Gesellschaft mehr als wichtig, gegen religiösen Fundamentalismus vorzugehen - egal ob dieser christlich oder islamisch daherkomme.

Die Pius-Bruderschaft wurde 1970 vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet. Sie ist aber 1988 wegen illegalen Bischofsweihen aus der Mutterkirche ausgeschlossen worden. Erst im vergangenen Jahr nahm der deutsche Papst die Exkommunikation zurück, obwohl radikale Ansichten der Organisation bekannt waren (queer.de berichtete). (dk)



Auch Westerwelle lobt Papst

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich positiv über die Aussagen von Papst Franziskus zur Homosexualität geäußert.
#1 Knueppel
  • 19.10.2010, 12:01h
  • Diese "CDU-Entscheidung" zeigt einmal mehr, die "Verstrickungen konservativer Regierungsmitglieder mit fundamentalistisch-rückwärts gerichteten Elementen"

    Volker Beck gebe ich in seiner Einschätzung vollkommen recht.

    Zitat 'Queer.de':
    '(...) Der grüne Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck kritisierte, das Bundesinnenministerium stelle sich "blind und taub": "Es ist schon ein starkes Stück, wenn Holocaustleugnung und Forderung nach Aufhebung zahlreicher Grund- und Menschenrechte von der Bundesregierung mit der Formel, diese Forderungen seien ,nicht unumstritten', abgetan werden", sagte Beck. Es sei für die Gesellschaft mehr als wichtig, gegen religiösen Fundamentalismus vorzugehen - egal ob dieser christlich oder islamisch daherkomme ...'
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#2 eMANcipation*Anonym
  • 19.10.2010, 13:09h
  • Antwort auf #1 von Knueppel
  • Ja, ich frage mich auch, wann endlich die Integrationsgesetze für die nicht geringe Zahl christlicher Extremisten verschärft werden,

    die unter dem Deckmantel der "Glaubensfreiheit" unbehelligt eine faktische Parallelgewalt und einen Staat im Staate etabliert haben.

    Oder wann letztere endlich unterbunden werden, wie es sich für einen demokratischen Rechtsstaat gehört!

    Allerdings lassen sich damit keine fremdenfeindlichen und rassistischen Gesinnungen bedienen - als Strategie zur Ablenkung von den eigenen "christlichen" sozialen Verbrechen also ungeeignet.
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#3 ABCDEFGHIJKLMNOPAnonym
#4 LorenProfil
  • 19.10.2010, 14:08hGreifswald
  • Ach ja, der Herr Schröder, dem ja auch die Reise-und Meinungsfreiheit von Sizzla so am Herzen lag (falls sich noch jemand erinnert). Ein wahrer Christ-Demokrat ...

    "Nicht unumstritten" (so Schröder), die Äußerungen der Piusbrüder, von der Holocaustleugnung ihres britischen Weihbischofs bis hin zu ihrer Diffamierung von Homosexualität, die sich z.B. wie folgt liest:
    "Bekanntermaßen steht die Homosexualität nicht am Anfang, sondern am Ende einer Kultur!" Leit-Kultur? Leid-Kultur?
    (Offizielle Stellungnahme vom 07.05.2010, nachzulesen auf ihrer Homepage).

    www.piusbruderschaft.de/aktuelles/offizielle-stellungnahmen/
    698-distrikt-stellungnahmen/4141-stellungnahme-zum-zweiten-o
    ekumenischen-kirchentag-in-muenchen


    Dass da Homosexuelle in selbiger Stellungnahme als "Vertreter widernatürlicher Unzucht" beleidigt werden, versteht sich im gedanklichen Kontext dieser Hassprediger eigentlich von selbst. In ihrer Bezugnahme auf das AT frage ich mich, welche "Endlösungsmöglichkeiten" die feine Bruderschaft für Lesben und Schwule so im stillen Kämmerlein andenkt. Aber da wäre ich ja schon wieder bei ihrem Holocaustleugner Williamson ... Welche Agenda bezüglich der LGBTI verfolgt eigentlich Herr Schröder?
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#5 Timm JohannesAnonym
  • 19.10.2010, 14:45h
  • Na willkommen in der Bananenrepublik...

    Ich bin zwar wahrlich kein wirtschaftspolitischer Freund der Linkspartei. Aber das diese klar rechtsstaatlich agierende Partei immer noch in Teilen unter Beobachtung des Verfassungsschutz steht, ist ein Skandal.

    Auf der anderen Seite werden katholo-fundamentalistische Sekten wie die Pius-Bruderschaft unbehelligt gelassen und sie dürfen mit Ihren Hasstiraden die Öffentlichkeit destabilisieren.

    Die Grünen haben hier vollkommen Recht mit ihrer Anfrage und wiedereinmal ein Lob an diese Partei.
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#6 xapplexAnonym
  • 19.10.2010, 14:52h
  • Eine durchgeknallte christliche Sekte? Zweifellos.
    Eine Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung? Wohl kaum. Im Gegensatz zu manch anderem Verein haben sie bisher jedenfalls niemand zusammengeschlagen oder umgebracht.
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#7 sylviafeeProfil
  • 19.10.2010, 15:09hBerlin
  • Herr Beck vergisst das C in CDU.

    Eine christliche Partei kann doch eine durch seine scheinheiligkeit persönlich heimgeholte, christliche Bruderschaft nicht vom verfassungsschutz observieren lassen, dann käme merkwürden und co in die hölle nach dem fegefeuer.
    Allerdings werden sie seine scheinheiligkeit dort auch vorfinden, wie etliche andere klerikale kardinale merkwürden auch.
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#8 jojoAnonym
  • 19.10.2010, 15:48h
  • die piusbruderschaft betreibt soweit ich weiß immer noch mehrere schulen und internate in deutschland...
    bei mir schrillen da alle alarmglocken.
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#9 chrisProfil
  • 19.10.2010, 16:52hDortmund
  • Naja, die CDU hat schon recht mit der Aussage, dass es in der CDU keinen rechten Rand gibt. Da ist nämlich langsam kein Platz mehr zwischen Rechts und Mitte. Wenn das so weiter geht, dann haben wir bald im Bundestag einen Gesetzentwurf mit der Aufschrift "Ermächtigungsgesetz Angela Merkel" vorliegen. Die demagogie haben die ja schon alle drauf.
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#10 Bad ReligionAnonym
  • 19.10.2010, 17:10h

  • Diese Entscheidung ist mehr als bedenklich. Aber man weiss ja, wer im Moment das sagen hat! Jedem dem die Trennung von Kirche und Staat wichtig ist, darf halt keine religioese Partei wählen! Sowas muesste im Wahlkampf dann aber auch thematisiert werden!

    Was fuer mich klar ist, aber viele nicht sehen wollen, ist die Gefahr die von allen Religionen ausgeht. ( Vielleicht mal der Buddhismus ausgenommen) Religion war für uns Schwule schon immer der größte Feind. Schaut euch doch mal all die hässlichen Bibelstellen oder Suren an. Da bekommt man wirklich das Grauen. Merkwuerdig nur, warum man sich heute Bibelstellen die die Sklaverei fordern oder sagen die Frau sei des Mannes Untertan kaum mehr erwaehnt, wir uns von Bibeltreuen aber immer wieder den Spruch "du sollst nicht beim Manne liegen" anhören muessen !
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