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Ed (William Shatner) und Henry (Jonathan Sadowski) in ihrer Vater-Sohn-WG. (Bild: CBS)

In der neuen US-Sitcom "Shit My Dad Says", die von den "Will & Grace"-Produzenten David Kohan and Matt Mutchnick entwickelt worden ist, spielt der inzwischen 79-jährige Kanadier William Shatner einen grantigen Rentner.

Von Dennis Klein

Wenn William Shatner heutzutage im Fernsehen komische Zuckungen von sich gibt, wird er nicht mehr von bösen Außerirdischen mit Strahlenwaffen gefoltert, sondern regt sich über schlechten Service in seinem schwulen Lieblingsrestaurant auf. Mit der neuen Serie "Shit My Dad Says", von der im US-Network CBS bislang vier Folgen ausgestrahlt worden sind, ist das Genre Sitcom zwar nicht neu erfunden worden. Dennoch dürften nicht nur "Raumschiff Enterprise"-Fans die Shatner-Show genießen.

Immerhin handelt es sich dabei um erste Serie, die auf einem Blog basiert. Der jetzt 30-jährige Justin Halpern startete sein Webtagebuch im August 2009 - und veröffentlichte darin all die politisch nicht ganz korrekten Sprüche, die sein cholerischer Vater den lieben langen Tag so von sich gibt. Praktisch schimpft Papi in guter Rentnermanier auf alles, was ihm gerade nicht in den Kram passt.

Schon wenige Monate später bescherten die Sprüche dem Sohn mehr als eine Million Fans bei Twitter. Vor wenigen Monaten veröffentlichte er zudem die Zitatesammlung als Buch - und das äußerst erfolgreich: "Sh*t My Dad Says" erreichte im Juni Platz eins der New-York-Times-Bestsellerliste.

Die Twitcom ("National Post") im Fernsehen war danach nur eine logische Folge. Halpern wird gespielt vom feschen früheren MTV-Moderator Jonathan Sadowski. Die erste Folge der Serie beginnt damit, dass der Seriensohn bei seinem Vater (Shatner) einziehen will - und standesgemäß erst mal mit einem Gewehr begrüßt wird.

Youtube | Die Produzenten stellen ihre Show vor.

Tim Bagley ist wie bei "Will & Grace" wieder in einer Nebenrolle zu sehen.

Die Produzenten David Kohan and Matt Mutchnick haben deutlich ihre Spuren hinterlassen: "Shit My Dad Says" ist vom Handlungsaufbau und der Bühnenausstattung sehr an "Will & Grace". So gibt es auch ein Wiedersehen mit Tim Bagley. Der 53-Jährige spielte in 14 Folgen von "Will & Grace" Larry, der mit seinem Partner ein Mädchen adoptierte. Auch in der Shatner-Serie darf er wieder den unsicheren Schwulen - nur diesmal wird er von William Shatner terrorisiert.

In den USA führte die Serie bereits vor dem Start zu Irritationen, weil sie das Wort "Shit" im Titel enthalten ist. "Shit" gehört aber neben Wörtern wie "Fuck" zu den so genannten "Dirty Words", die nicht in den großen Networks wie CBS gesagt werden dürfen. Der Sender gibt daher den Titel der Serie mit "$h*! My Dad Says" an, was aber zu Problemen bei Festplattenrekordern führt.

Einschaltquotenmäßig kann sich die Serie nach Folge vier knapp über zehn Millionen Zuschauern halten - ein für CBS akzeptabler Wert. Am letzten Donnerstag um 20:30 Uhr konnte "Shit" mit 10,1 Millionen Zuschauern damit die Konkurrenz von "Bones" (9,5 Millionen) und "30 Rock" (6,7 Millionen) in die Schranken verweisen. Sollten die Quoten oben bleiben, dürfte sich auch bald ein deutscher Sender für die Twitcom interessieren.