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Auweia. Wir haben ja schon das schlimmste befürchtet, als MTV in Amerika ankündigte, die authentische und homo-freundliche, aufheiternde und erschütternde Jugendserie "Skins" aus Großbritannien nachzudrehen, deren ersten beiden Staffeln wir immer wieder gerne empfehlen (genauer: die originale TV-Version aus Tauschbörsen, bei den DVDs wurde der passende Soundtrack durch liebloses Bontempi-Sebstgeorgel ersetzt und die deutsche Synchronisation ist, nunja, die deutsche Synchronisation).

Dann sahen wir in diesem Sommer das erste Bild der US-Produktion:



Mussten zunächst lachen, konnten wir doch die Charaktere sofort zuordnen (auch wenn unser Lieblingsloser, Sid, nun "Stanley" heißt). Dann fiel uns auf, dass Maxxie fehlt, der schwule Teenager. Lasen dann die Bestätigung: als offenbar einzige Änderung bei der Übernahme wurde er durch ein lesbisches Mädchen ausgetauscht. Das ging uns schonmal gegen den Strich (Sorry, Lesben. Und falls ihr "Skins" nicht kennt: in der dritten und vierten UK-Staffel gibts viel für euch). Heute sehen wir nun, nach dem ersten Trailer, unsere Befürchtungen bestätigt:

Ohje, das ist tATu statt den Smiths, Guido Westerwelle statt Joschka Fischer oder Udo Kier statt sonst jedem Schauspieler (wir waren gerade in einer anstrengenden Kino-Preview). Lieblos, fad, traurig. Ein weiterer Trailer, unter skins.tv, weckt noch mehr Erinnerungen an Szenen, die mal gut waren.

Gibt es noch Hoffnung? Vielleicht. Die ersten Folgen der US-Version von "Queer as Folk" wirkten zunächst auch wie ein gescheiterter Abklatsch des britischen Originals, doch die Serie gewann im Verlauf an Tiefe, Wärme und Eigenständigkeit. Und auch US-"Skins" soll eigene Wege einschlagen, verspricht Bryan Elsley, der die britische Version miterschaffen hat und nun die amerikanische verantwortet. Wir bleiben erstmal skeptisch. Und warten sehnüchtig auf den Januar, wenn die dritte britische Generation ihren ersten Auftritt hat, und den nächsten Sommer, wenn der alle Generationen verbindende Kinofilm erscheinen soll.

PS, für Kenner der besten Serien: Wir sind heute auch noch auf den ersten Trailer der US-Adoption von "Shameless" gestoßen. Wirkt ganz passabel, und unseren schwulen Helden haben sie auch übernommen.



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 AndreAnonym
#3 eMANcipation*Anonym
  • 23.10.2010, 23:11h
  • "Dann fiel uns auf, dass Maxxie fehlt, der schwule Teenager. Lasen dann die Bestätigung: als offenbar einzige Änderung bei der Übernahme wurde er durch ein lesbisches Mädchen ausgetauscht."

    Sehen wir der Realität ins Auge.

    Wie schon die letzten Zahlen der BZgA zur "Jugendsexualität" bis 2005 eindrucksvoll belegten -

    also vor der offiziellen Bestätigung des viermal höheren Suizidrisikos homosexueller Jugendlicher seitens der deutschen Bundesregierung,

    als zumindest noch in einer einzigen Frage dieser "Studie" die Vielfalt sexueller Orientierungen und Identitäten und das Selbstbestimmungsrecht junger Menschen anerkannt wurde -

    ist es männliche Homosexualität, die einer ganz besonders aggressiven Unterdrückung und Diskriminierung ausgesetzt ist.

    Im Rahmen des immer penetranteren Heterosexismus, der schon Kindern von Massenmedien und Werbung mit den bekannten Bildern eingehämmert wird,

    gilt es nun einmal als unglaublich "sexy" und "geil", wenn Frauen miteinander erotisieren oder sexuell "kokettieren".

    Natürlich auch nur so lange, als daraus keine selbstbewusste lesbische Identität erwächst!

    Aber immerhin sind hier die gefühlten Freiräume des Sich-Ausprobierens,

    also des ersten Schritts hin zu einem möglichen Coming-out, überhaupt zu einer selbstbestimmten Identitätsfindung, durchschnittlich weitaus größer als bei jungen Männern.
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